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		<title>Weltenwende</title>
		<description>Schauungen ⋅ Prophezeiungen ⋅ Weltgeschehen</description>
		<language>de</language>
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			<title>Zentralblatt für Okkultismus: Eindrücke von Hellsehern über Dtlds Zukunft (Frau Jordan) Teil2 (Antwort)</title>
			<category>Schauungen &amp; Prophezeiungen</category>			<dc:creator>Fred Feuerstein</dc:creator>
			<pubDate>Fri, 24 Dec 2010 09:49:32 +0000</pubDate>
						<content:encoded><![CDATA[<p><strong>XXI. Jahrgang Januar 1928. 7. Heft</strong><br />
Eindrücke von Hellsehern<br />
über Deutschlands Zukunft</p>
<p>Am 13. Oktober 1927 hielt ich wegen politischer Gesichte mit<br />
Frau Jordan in deren Wohnung Berlin-Friedenau, Gutsmuthsstraße 8,<br />
eine Sitzung ab. Außer uns waren noch anwesend der Handleser<br />
und Schriftsteller Ißberner-Haldane, die Handleserin Frau P., der<br />
Schriftsteller Behrend und seine Sekretärin.<br />
Frau Jordan sagte:<br />
Mitte bis Ende der dreißiger Jahre sehe ich Verwicklungen<br />
zwischen Rußland und Polen. Rußland erleidet zunächst eine Schlappe.<br />
Wir gehen mit Rußland zusammen. Wie Polen empor geschoben ist,<br />
so sinkt es in sich zusammen.<br />
Ich sehe, daß in England die rote Flut ein sicheres Bett gewinnt,<br />
daß dort sich alles anders gestaltet, als man vermutet. Auch sehe ich<br />
Verwicklungen mit Irland, wo Wirren und Aufstände entstehen.<br />
In der neuen Welt sehe ich Wirren und Kriege, letztere sind<br />
freilich mehr kriegerische Episoden. Denn von einem großen, richtigen<br />
Kriege nehme ich nichts wahr.<br />
Von Frankreich möchte ich sagen, daß sich dieses Land noch<br />
mehr aufspielt als bisher, aber mehr durch Geschrei als durch Taten.<br />
In politischen Kreisen sehe ich dort mehrere Todesfälle. Ein Führender<br />
tritt vom Schauplatz ab, durch Todesfall oder freiwillig.<br />
Ich sehe Streiks oder Unruhen; Berlin bleibt aber von diesen<br />
Tumulten ziemlich verschont.<br />
Eisenbahnunglücke, Explosionen und Bergwerksunfälle gehen<br />
hin und her.<br />
Der April und der August nächsten Jahres bringen uns<br />
große Überraschungen. Was es ist, sehe ich nicht. Ich sehe Regierungsänderungen.<br />
In der Freimaurerei sehe ich jüdische Einflüsse, besonders in England<br />
und Frankreich. In einem Ort, dessen Name mit N anfängt,<br />
knüpft eine Großloge die Verbindungsfäden nach allen Seiten. Ich<br />
316<br />
vermute, daß der Ort Nancy ist. Es ist kein Haupt-, sondern ein<br />
Nebenort.<br />
Im nächsten Jahre sehe ich eine völlige Umstellung der Regierung.<br />
Die rote Flut sehe ich nicht groß. Die Regierung sehe ich im nächsten<br />
Jahre nicht rot. Rechts und Links werden sich die Waage halten.<br />
Das gilt auch von den Wahlen. Aber im nächsten Jahre wird die<br />
Grippe größere Ausdehnung annehmen und besonders den Kopf befallen.<br />
Auch Kinderseuchen sehe ich. Ich vermute, daß es sich um<br />
spinale Kinderlähmungen handelt. Im nächsten Jahre wird es überhaupt<br />
viele Krankheiten geben.<br />
Auch Erdbeben werden im nächsten Jahre Europa heimsuchen,<br />
sogar das Rheinland.<br />
In Frankreich kommt gleichfalls ein Wechsel. Ich sehe sich um<br />
Poincaré eine große Wolke bilden, die sich schon seit Jahren um ihn<br />
zusammenzieht. Die französische Besatzung in Deutschland hat das<br />
eine Gute, daß sie bessere Beziehungen zwischen Frankreich und<br />
Deutschland knüpft. Die französischen Soldaten, welche in Deutschland<br />
waren, glauben nicht mehr an das Schauermärchen vom deutschen<br />
Barbarentum. Die Hetze der französischen Zeitungen wird in<br />
Zukunft weniger wirken als bisher. Teilweise hängt das auch mit<br />
dem Steigen der roten Flut zusammen. Die französischen Soldaten<br />
sind durch kommunistische Beeinflussungen internationaler geworden.<br />
Wenn in Frankreich die Katholiken nicht wären, herrschte dort bereits<br />
die Revolution. Frankreich ist durch den Kommunismus unterminiert.&quot;<br />
Mehr und mehr war Frau Jordan in Schlafzustand gekommen<br />
und sprach das Folgende im Tiefschlaf. Sie sprach so schnell, daß<br />
ich vielfach nur dem Sinne nach und nicht wörtlich zu stenographieren<br />
vermochte. So konnte ich in meiner Niederschrift den Reim, in dem<br />
die folgende Rede fast regelmäßig gesprochen wurde, nur vereinzelt<br />
wiedergeben.<br />
Sobald in Italien die starke Hand nicht mehr lenkt, wird sein<br />
Volk das, was es gewesen ist, das Bettelvolk. Ob Mussolini seine<br />
Entlassung einreicht oder getötet wird, weiß ich nicht. Ich sehe ihn<br />
aber in eine schwarze Wolke eingehüllt. Er braucht nicht ermordet<br />
zu werden, aber Krankheit kann ihn fassen. Ich kann den Schleier<br />
nicht ganz und gar lüften, ich sehe aber, daß es in absehbarer Zeit<br />
so weit ist, daß, was er mit starker Hand hat aufgebaut, alles wie Eis<br />
vor der Sonne taut.<br />
Ich seh vom Vatikan die Pfaffen (oder Feinde?) siegen, seh alle<br />
sich wieder ihrem Einfluß schmiegen, seh dann allmähliches Niedergehn.<br />
Wenn ich richte meine Blicke zu Polens Auen, erfaßt mich heimliches<br />
Grauen. Tücke, Falschheit und Mord, das alles sehe ich dort.<br />
317 <br />
Alles wird vom Wurme zernagt. Viele Köche verderben dort den<br />
Brei. Frankreich nimmt Polen in seine Hut, hat seine Gesandten hier<br />
und dort, sucht Vorteile zu finden, indem die beiden sich verbünden.<br />
Dann seh ich, daß drüben in der Neuen Welt das Urteil über<br />
Deutschland ganz anders ausfällt als bisher. Nicht mehr seh ich<br />
den Einfluß so wie bisher. Allmählich wird es tagen. Doch glaubt<br />
nicht daran, daß der Sternenmann (der Nord-Amerikaner, wegen des<br />
Sternenbanners so genannt) Euch so sehr liebt. Nur seh ich, daß<br />
das Gold, was er euch gibt, tüchtige Rente gibt. Immer wieder macht<br />
der Krämer sich gesund. Ich sehe nach Japan und China hin. Zwar<br />
seh ich, wie durch der Elemente Macht dort viel Unheil ins Land<br />
gebracht, doch wehe Amerika! Ich seh, wie die gelben Fluten schon<br />
lange hinüberquellen. Sind jetzt auch geglättet die Wellen, so glaubt<br />
nicht, daß der Frieden Euch dauernd beschieden.<br />
Ich seh Indien vom Geiste durchloht, seh, wie in Indien, das<br />
lange matt und tot am Boden gelegen, starke Hände sich regen. Ich<br />
seh, wie aufgeräumt wird mit dem Kastengeist, ein Reformator dem<br />
Lande Glück verheißt.<br />
Weiterhin seh ich einen Mann, einen Christuskopf, doch muß<br />
ich gestehn, was man ihn unterschiebt, kann ich nicht sehn. Er hat<br />
wohl viel Sympathien für sich. Die Thrazierin (?) hinter ihm seh ich,<br />
das sie bedacht nur ist, eine Stütze zu bekommen, auf der sie steigt,<br />
durch die sie alles erreicht. Das, was ich schon vor Jahren gesehen,<br />
bleibt bestehen: eine Spaltung, große Ereignisse in der Religion. Ich<br />
sehe, wie alles wird: wie vor 2000 Jahren ,wird das Hosianna ertönen<br />
und ebenso das Kreuzige ihn!&quot; Gib Acht, höher steigt seine<br />
Macht. Gleichsam unter  seinen Bann hält alle dieser Mann. Das<br />
Ende ich noch nicht so ganz sehe. Eine Weile noch gehts in die<br />
Höhe; doch dann kommt ein tiefer Fall.<br />
Ich seh die Elemente langsam kommen zum Schweigen, doch<br />
seh ich noch manchen Gipfel sich neigen, seh noch manches Zusammenbre-<br />
chen. Ich seh auch, es wird sich rächen, was hier geschürt<br />
wird. Ich seh die rote Flut, ich seh sie anschwellen, sehe steigen ihre<br />
Wellen. Doch seh ich gleich einer Mauer von Granit, daß es doch<br />
nicht die Besten, die Echtesten des Volkes zieht. Sehe einen Widerprall.<br />
Beide messen ihre Kraft: Nimmer die rote Flut es schafft, daß<br />
sie alles darnieder wirft. Ich seh, daß Rechts und Links sich die<br />
Waage halten. Ich sehe immer wieder: es wird sich gestalten, daß<br />
der monarchische Gedanke kommt hoch.<br />
Ich sehe große Erfindungen, Neuerungen am Schiff der Lüfte,<br />
sehe, wie Flettner durch rotierende Bewegungen eine Erfindung macht,<br />
doch kann ich nicht ganz verstehen, kann in die Konstruktion nicht<br />
318 <br />
recht eingehen; seh aber, daß man versucht, den gefährlichen Stoff<br />
zu verdrängen. Ich sehe, daß man aus der Luft etwas in komprimierte<br />
Form wird bringen. Dies wird erreicht, durch eine innerlich rotierende<br />
Kraft.<br />
Ich seh viel mit giftigen Gasen experimentieren, doch zum Ergebnis<br />
darf es nimmer führen. Kommt es wirklich so weit, seh ich<br />
eine mächtige Hand eingreifen. Ich seh den Meister vom Stuhl,<br />
nimmer wird er es dulden. Nun kann ich nicht weitersehen, kann<br />
nicht verstehen, was man mir zeigt.<br />
Krieg seh ich nimmer in der weiten Welt, nur Plänkeleien, gar<br />
mancher fällt. Mancher wird dem Tode zur Beute, der Anfang ist<br />
bei den Heißblütigen schon heute. Immer wieder ist ein Glühen<br />
unter der Aschen, jeder sucht das größte Stück vom Fell des Bären<br />
zu erhaschen.&quot;<br />
Frau Jordan erwachte aus dem Tiefschlaf und kam langsam<br />
wieder zu sich.<br />
Unter den von mir seit 1923 in dieser Zeitschrift veröffentlichten<br />
politischen Gesichten waren die der Frau Jordan bisher am verläßlichsten.<br />
Solche Gesichte sind erfahrungsgemäß für den Seher am<br />
schwierigsten, da es sich um Allgemeingeschehen handelt, zu welchem<br />
dem Seher zumeist die persönliche Verbindung fehlt. Darum treffen<br />
politische Prophezeiungen so selten ein. &#039;Wer das Hellsehen nur<br />
von politischen Voraussagen kennt, könnte deshalb leicht zu einer<br />
Ablehnung alles Hellsehens kommen. Es ist infolgedessen seit langem<br />
meine Absicht gewesen, die politischen Gesichte durch persönliche<br />
zu ergänzen, weil nur durch diese jene richtig beurteilt werden können.<br />
Wer viel mit Sehern Umgang hat, wird die Richtigkeit ihres persönlichen<br />
Sehens häufig mit solchen Einzelheiten bestätigt finden, daß<br />
an der Gabe des Hellsehen für ihn kein Zweifel bestehen kann.<br />
<br />
<strong>XXIII. Jahrgang.I Dezember 1929. 6. Heft</strong><br />
Eindrücke von Hellsehern über<br />
Deutschlands Zukunft.</p>
<p>Ich lasse nun neue Voraussagen folgen, zunächst solche der<br />
Frau Jordan, und zwar vom 5. Oktober 1929:<br />
Stresemanns Tod ist gut für Deutschland. Stresemann hat<br />
zwar nach bestem Gewissen gehandelt, aber sein Handeln war<br />
falsch. Was Stresemanns Schaukelpolitik verdorben hat, wird seinem<br />
Nachfolger zur Warnung dienen. Dieser wird Stresemanns<br />
Fehler vermeiden.<br />
An Hindenburg ist der Tod wiederholt nahe vorbeigegangen.<br />
Aber Hindenburg wird von einer höheren Macht gehalten, weil der<br />
rechte Mann noch nicht da ist, der ihn ersetzen könnte. Zur rechten<br />
Führung ist Hindenburg freilich auch nicht geeignet, da er zu weich<br />
ist. Er .wird einmal verlöschen wie eine Kerze, die ausgeblasen<br />
wird. Aber er hat noch Zeit.<br />
 244 <br />
Severing wird noch einmal eine Rolle spielen, Braun nicht.<br />
Freilich schlimm wird diese Linksregierung nicht werden. Wenn<br />
Sozialdemokraten regieren, holen sie ihre Regierungsweisheit meist<br />
von rechts. Die Roten kommen bei uns nicht wieder hoch. Die<br />
Fehde zwischen Rechts und Links wird zwar noch fortdauern, aber<br />
daß sie mit den Waffen ausgetragen wird, glaube ich nicht. Die<br />
jetzigen Zustände dauern bis etwa 1935, von 1935 an wird die<br />
politische Lage sich bessern. Der furchtbare Steuerdruck wird von<br />
uns genommen werden.<br />
Wir brauchen eine eiserne Faust. Die wird kommen! Wenn wir<br />
bessere Diplomaten wären, würden wir die Hand Amerikas ergreifen.<br />
Denn dort ist die Stimmung deutschfreundlicher geworden.<br />
Die Räumung des besetzten Gebietes wird noch viel Staub<br />
aufwirbeln. Aber mögen sich die Franzosen betragen, als wollten<br />
sie uns den Kopf abreißen, der Gedanke, daß wir keine Barbaren<br />
sind, wird bei ihnen allmählich sich durchsetzen. Er wird genährt<br />
von denen, die im besetzten Gebiet deutsche Art kennen lernten.<br />
Die gemäßigten Roten Frankreichs reichen sich mit unsern gemäßigten<br />
Roten die Hand.<br />
In Frankreich wird die rote Flut immer mehr steigen. Poincare<br />
ist erledigt, sein Prestige ist verloren. Es kriselt zwischen Frankreich<br />
und Polen. England würde von Frankreich weit abrücken,<br />
wenn es nicht Frankreich brauchte. Indien wird nochmal Englands<br />
Unglück sein, das muß ich immer wieder sagen. Das wird<br />
Ende der dreißiger Jahre sein. In Mexiko sehe ich viele Wirren.<br />
Daß wir noch Geduld mit Polen haben, bewundere ich. Die<br />
Polen graben sich ihr eigenes Grab. Das wird Ende der dreißiger<br />
Jahre sein. Zuerst werden die Konflikte mit Rußland kommen. Die<br />
werden für Polen zunächst günstig ablaufen. Es wird sein, daß wir<br />
Mit Rußland zusammenstehen. Die Polen bekommen von beiden<br />
Seiten mit Wucher ihre Sünden heimgezahlt. Polen wird wieder<br />
aufgeteilt werden. Ich sehe, daß wir unsere verlorenen Ostprovinzen<br />
wieder bekommen. In Danzig, das unter Polen leidet, häuft<br />
sich solcher Brennstoff an, daß es frei wird, sobald eine Macht wie<br />
Rußland gegen Polen vorgeht.<br />
Einen Teil unserer Kolonien erhalten wir auch wieder.<br />
In Rußland kommt ein Zar,, etwa 1935/6. Rußland ist die erste<br />
von den Republiken, die wieder Monarchie wird. Die Ostseestaaten<br />
fallen teilweise wieder an Rußland zurück. In Rußland<br />
wird das Judentum großen Schaden erleiden, sobald der Bauer<br />
dort erwacht.<br />
- 245 <br />
Für diesen Winter soll man sich mit Kartoffeln und Kohlen<br />
eindecken, beides wird knapp.<br />
Bei den Sklarek-Untersuchungen wird nur ein kleiner Teil ans<br />
Licht gebracht und bestraft, das meiste wird vertuscht.<br />
Ich muß wiederholen, was ich schon öfter sagte: am Luftschiff<br />
kommen noch große Verbesserungen, und durch die Luftschiffe<br />
wird man am Nordpol noch allerlei überraschende Entdeckungen<br />
machen.<br />
1930 werden in Deutschland verschiedene Erfindungen gemacht,<br />
z. B. eine Abtötung von Schädlingen auf elektrischem Wege, durch<br />
trockene Hitze, die sogar in Mauern eindringt; eine Art Dynamomaschine<br />
wird dabei verwendet. Sogar die Keime der Schädlinge<br />
werden vernichtet&quot;.</p>
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		</item>
				<item>
			<title>Zentralblatt für Okkultismus: Eindrücke von Hellsehern über Dtlds Zukunft (Frau Jordan) Teil1</title>
			<category>Schauungen &amp; Prophezeiungen</category>			<dc:creator>Fred Feuerstein</dc:creator>
			<pubDate>Fri, 24 Dec 2010 09:48:40 +0000</pubDate>
						<content:encoded><![CDATA[<p>Zur besseren Übersichtlichkeit  habe ich die Aussagen der einzelnen  Seher gesammelt und gebündelt.<br />
Die Aussagen der Frau Jordan:</p>
<p><strong>XVII.Jahrgang. 1 September 1923.  3. Heft.</strong><br />
Noch ein anderes Bild gewinnen wir von der Zukunft, wenn wir<br />
Frau Jordan hören. Sie wohnt in Berlin, ist aber in Westfalen geboren,<br />
wo ja die Gabe des Hellsehens häufiger aufzutreten pflegt. Frau Jordan<br />
gibt ihre politischen Gesichte im somnambulen Zustand meist in Reimen<br />
wieder. Im Folgenden bringe ich nur eine Zusammenfassung, die mir<br />
Frau Jordan Januar 1923 selbst diktierte, in die aber gereimte Bruchstücke<br />
der Originalfassung eingestreut sind:<br />
Die Ruhrbesetzung halte ich für ein gutes Zeichen. Denn hierdurch<br />
werden die Deutschen aus dem Schlafe geweckt. An Krieg glaube ich<br />
nicht, aber an Revolten, besonders Hungerrevolten. Berlin wird nicht<br />
so sehr davon berührt. Nur aus dem Osten können wir Gesundung erwarten.<br />
Die rote Flut ist stark verblaßt. Schon vor 11/2 Jahren habe ich<br />
gesagt: Russische Bodenschätze, das englische Pfund, Fleiß und Intelligenz<br />
des Deutschen, diese drei im Bunde schaffen Gesundung.&quot; An Amerika<br />
glaube ich nicht so sehr. Nicht um unserer schönen Augen willen<br />
wird es eingreifen, sondern wenn sich der Krämer benachteiligt fühlt oder<br />
für sich etwas zu erhaschen gedenkt. Bezüglich des Abmarsches der<br />
102 <br />
Franzosen aus dem Ruhrgebiet höre ich andauernd die Zahlen 3 und 4,<br />
Wochen könnens nicht gut sein, vielleicht Monate oder Vierteljahre.<br />
(Frau Karlik bezeichnete mir im Januar 1923 den November 1923 als<br />
den Monat, in dem die Franzosen das Ruhrgebiet verlassen müßten, im<br />
April 1923 nannte sie mir dagegen erst Mai 1924.) Unsere Regierung<br />
balanciert auf des Messers Schneide, Unruhen sehe ich die ganze Zeit<br />
hindurch, aber nicht Krieg. Im Herbst bekommen wir eine andere Regierung,<br />
die sich nicht lange hält. Wir bekommen schwere Erkrankungen,<br />
eine Art Grippe, die aber keine Grippe ist. Sie betreffen mehr Magen<br />
und Darm, haben aber seuchenartigen Charakter. In Frankreich sehe<br />
ich Revolution, freilich keine eigentliche Revolution, sondern mehr Unruhen,<br />
die von der Arbeiterpartei kommen. Ich sehe, daß Frankreich isoliert<br />
und von allen Seiten angefeindet wird und am eigenen Gift stirbt,<br />
Rückgang der Menschenziffer und Degenerierung. Elsaß-Lothringen bekommen<br />
wir als Ganzes nicht zurück, was nicht einmal gut wäre, wohl<br />
aber erhalten wir infolge eines Kompromisses die deutschsprechenden<br />
Teile wieder. Die von Polen genommenen Gebiete fallen sicher ans Reich<br />
zurück. 1927 wird der Keim zur Monarchie gelegt, aber eine eigentliche<br />
Monarchie werden wir erst in den dreißiger Jahren haben. 1) Aus welchem<br />
Hause wird der Monarch kommen? Aus Wittelsbach oder einem anderen?<br />
Mir ist gesagt worden; Es ist eine Verästelung, die ganz weit zurückreicht,<br />
bis in die Hohenstaufenzeit&quot; Vor drei Jahren habe ich schon<br />
vom japanischen Krieg gesprochen. Der Aar wird nicht immer flügellahm<br />
am Boden liegen, er wird wieder aufsteigen und seinen Platz an der<br />
Sonne nehmen. Japan lauert wie die Spinne im Netz, hat seine Fäden<br />
schlau gesponnen, hat sich deutsche Intelligenz zunutze gemacht, einen<br />
Teil der besten Militärkräfte herübergeholt, durch deutsche Schulung;<br />
vereint mit seiner Diplomatie, hat es sich zu einer bedeutenden Macht<br />
emporgeschwungen, Sendboten Japans sind sowohl in Indien wie in dem<br />
Gebiet der Bekenner Mohameds tätig, und dort glimmt der Aufruhr unter<br />
der Asche, man wartet nur die Zeit ab, um dann loszuschlagen.&quot; Dann<br />
kam im Anschluß daran: Ihr, die ihr die farbigen Geister rieft, ihr<br />
werdet sie nicht wieder los. Ihr zeigtet ihnen die Stelle, wo ihr verwundbar<br />
seid! Nicht mehr sehen sie die weiße Rasse als Herrenmenschen<br />
ihnen überlegen an. Ihr erntet bald die Früchte eures Tuns!&quot; Dann sah<br />
ich hinüber nach England. Seine Macht als Herrscherin der Meere ist<br />
schon lange gefährdet. England fürchtet die Luftflotte Frankreichs.<br />
Nicht aus Wohlwollen gegen Deutschland hilft es. Noch steht es als<br />
Strohmann hinter der Bewegung. Aber wenn es gilt, seine Interessen<br />
wahrzunehmen, wird es offen die Partei Deutschlands nehmen. Dann<br />
werdet endlich Diplomaten!  Zeigt doch Taten!  Du, Michel, geh aus<br />
dem Schlaf hervor  und zieh die Zipfelmütze vom Ohr!  Denn nur<br />
103 <br />
Einigkeit macht euch frei und reich!  Macht es dem Volke Israel <br />
gleich.  Lernt seine Zähigkeit in allen Stücken,  Das unaufhaltsam<br />
Vorwartsrücken  Auf ein Ziel! Seid einig wie sie,  Dann besiegt man<br />
euch nie! Kämpft mit aller Kraft,  Daß ihr die Wucherer aus dem<br />
Lande schafft!  Sie zehren euch, der Wurm, an eurem Mark.  Nur<br />
eure Duldesamkeit hat sie gemacht so stark.  Ermannt euch und handelt,<br />
 Daß es endlich bei euch sich wandelt,  Daß der Aar frei und<br />
wieder zur Sonne mag ziehn!  Das walte Gott!&quot; Ende 1923 sehe ich<br />
langsamen Preisabbau (?), Hungensnot im großen Sinne wie in Rußland<br />
sehe ich nicht., wohl aber Not und Entbehrung, Hunger in den niedrigen<br />
Kreisen, besonders im Arbeiterviertel im Norden Und Osten Berlins. 1924<br />
ist ein besseres Jahr.&quot;</p>
<p><br />
<strong>XVIII. Jahrgang. 1 September 1924. 3. Heft</strong><br />
Eindrücke von Hellsehern über Deutschlands Zukunft.<br />
III<br />
Heute bringe ich zunächst wieder Aussagen der Frau Jordan -Berlin,<br />
leider, wie im Septemberheft vorigen Jahres, nur eine Zusammenfassung<br />
ihrer Eindrücke. Solche Zusammenfassungen haben nur bedingten Wert.<br />
Doch werde ich später von Frau Jordan unmittelbare Wiedergaben von<br />
Gesichten folgen lassen, da sie so liebenswürdig ist, sich mir für spätere<br />
Sitzungen ebenso zur Verfügung zu stellen wie Frau Karlik. Wie gut<br />
Frau Jordan sieht, dafür hatte ich kürzlich erneut einen glänzenden Beweis,<br />
als sie hier in Crossen a. Oder weilte, um einen Mord aufklären<br />
zu helfen. In Gegenwart des untersuchenden Landgerichtsrates und<br />
einer Reihe von Gerichts- und Polizeibeamten leistete sie hierbei Hervorragendes.<br />
In Kürze werde ich hierüber im Zentralblatt&quot; eingehend berichten.<br />
Frau Jordan ist übrigens seit meiner letzten Wohnungsangabe im<br />
Märzheft von Kurfürstenstraße 4 nach Berlin-Friedenau, Guthsmuthsstraße<br />
8, verzogen.<br />
über die politische Zukunft diktierte mir Frau Jordan am letzten<br />
Himmelfahrtstage Folgendes:<br />
1927 wird der Keim zu einer Monarchie gelegt. Im Augenblick ist<br />
Rechts am Ruder, aber Links regiert. Dann sage ich: Dieses Jahr ist ein<br />
Jahr der Katastrophen und Veränderungen. Es kommt noch einer, der<br />
im politischen Leben eine Rolle spielt, auf nicht natürlichem Wege zu<br />
Tode.  Ich sehe eine Veränderung im Flugwesen, etwas Außergewöhnliches<br />
Das höchste Ziel, das 30 km ist, überwindet es durch eine Substanz,<br />
die wir aus der Luft ziehen.  Das, womit man ganze Regimente<br />
vernichten kann, kommt nicht gleich, aber Ende der 20er Jahre. England<br />
und Frankreich konzentrieren sich darauf, daß sie es kaufen. Die<br />
Sache wird aber nicht funktionieren und darf nicht funktionieren. (Das<br />
duldet offenbar die Vorsehung nicht.)  In unserm Verkehrswesen, auf<br />
dem Gebiete der Eisenbahn, in allem, was rollt, in allem, wo Räder in<br />
Betrieb sind, sei es in Verbindung mit der Dampfkraft oder mit der<br />
Elektrizität, hierfür ist 1924 ein Jahr der Katastrophen (Umwälzungen).<br />
Gerade diese Katastrophen erwecken den Erfindergeist. Auf dieser Basis<br />
kommt etwas ganz Neues heraus.<br />
An Ruhr und Rhein fließt noch Blut, aber es kommt dort nicht zum<br />
99<br />
Kriege. Krieg sehe ich dort vorläufig nicht. Es kann 1926 und 1927<br />
sein. (Möglich, daß sich diese Jahreszahlen auch auf das Folgende beziehen.)<br />
Ich sehe, daß mit Polen etwas vorkommt. Aber das ist mit Mißerfolg<br />
verknüpft. Polen bekommt Verstärkung von Frankreich. Aber Anfang<br />
der dreißiger Jahre zahlen wir Polen mit Wucher heim, was uns getan ist.<br />
Dann stehen wir mit Rußland zusammen gegen Polen. <br />
Frankreich muß sich immer wiederholen. Durch seine Unersättlichkeit<br />
und Haßpolitik entfremdet es sich seine Verbündeten. Andernteils<br />
kommt als Folge der innigen Verschmelzung der farbigen mit der weißen<br />
Rasse eine Degenerierung, weitere Verminderung der Geburtszahlen.<br />
Es kommt ein Kampf um unsere Kolonien, die teilweise in unseren<br />
Besitz zurückkommen.<br />
Den deutschsprechenden Teil von Elsaß-Lothringen sehe ich an<br />
Deutschland zurückfallen. Was französisches Blut hat, soll drüben bleiben,<br />
gebiert auf unserer Seite nur Unheil. Das Wühlen und Hetzen ginge<br />
wieder los.<br />
Die Zahlen 3 und 4 bezüglich des Abmarsches der Franzosen  (die<br />
Frau Jordan Januar 1923 hörte, wovon das Septemberheft 1923 gleichfalls<br />
berichtete) halte ich aufrecht. (Offenbar beziehen sie sich auf Jahre,<br />
so daß die Franzosen 1926 oder 1927 Deutschland verlassen müßten, was<br />
sehr wohl mimen könnte, wenn man aus der derzeitigen politischen Lage<br />
Vernunftschlüsse zieht). Es wird warm sein, wenn die Franzosen abziehen.<br />
Ich fühle eine Erstarkung des Deutschtums und viele politische Verbrechen.<br />
Mit den Separatisten wird abgerechnet werden. Die Mehrzahl<br />
von ihnen geht, wenn die Franzosen aus dem Lande sind, von samt.<br />
Für sie blüht nicht viel.<br />
Ich sehe einen Zusammenschluß der Freimaurer. Jüdische, Logen. Ich<br />
sehe Rom. Man möchte für den Katholizismus große Propaganda machen?<br />
Die Juden und Rom tun sich zusammen, um ihre wankende Herrschaft<br />
aufrecht zu erhalten. (Frau Jordan ist Katholikin, um so bedeutsamer ist<br />
hier ihr Ausspruch.) Aber immer mehr erstarkt die Rechtsbewegung?<br />
Doch nimmermehr sehe ich einen Hohenzollern.<br />
Immer habe ich das Gefühl, die Tage Eberts sind gezählt. Eine Katastrophe<br />
ist an ihm vorübergegangen. Aber es sind immer dunkle Wolken<br />
über seinem Haupte. Aber ich vermute eher eine Niederlegung als<br />
gewaltsame Absetzung. Ich sehe eine schützende Hand über ihm, die<br />
eine Katastrophe abwehrt.<br />
Ob ich es eine Springflut nenne? Ich sehe eine Wasserkatastrophe.<br />
Italien erlebt vulkanische Ausbrüche. Der Stromboli und der Vesuv<br />
treten wieder in Tätigkeit. Ich sehe die Lava kochen und brodeln. Wenn<br />
dieser Ausbruch kommt, erstreckt er sich unter dem Meere hin und<br />
100 <br />
nimmt ungeheure Ausdehnungen an. Da könnten noch zwei Jahre vergehen.<br />
Doch hüte ich mich, eine bestimmte Zeit anzugeben, weil die Ereignisse<br />
zuweilen überraschend früher kommen, manchmal sich verzögern.<br />
Ob wir uns dagegen wehren oder nicht, ein Bolschewismus ist bei uns<br />
da. Geheime Fäden werden gesponnen. Man will durch Furcht wirken,<br />
aber wir sind viel zu gesund, der deutsche Boden ist kein Boden für<br />
Roheiten, die Grausamkeiten werden (den Bolschewismus) in Deutschland<br />
den Boden abgraben. Doch sind wir (vom Bolschewismus) viel mehr<br />
durchseucht, als wir ahnen. Die Fäden sind nach allen Seiten hin schlau<br />
gesponnen. Viele Söldlinge Rußlands bewegen sich zwischen Rhein und<br />
Ruhr. Aber der gesunde Kern des Volkes läßt dort den Bolschewismus<br />
nicht zu, obschon Not und Elend dort die Menschen zur Verzweiflung<br />
bringen.<br />
Belgien ist nur noch der Schleppenträger Frankreichs. Sehr viele<br />
sind dort im Herzen für eine Milderung des Druckes. Auch in Amerika<br />
beginnt es zu tagen. Aber immer wieder verfallen wir in den alten<br />
Fehler, wir bleiben zu sehr in Parteien gespalten. Einiges Zusammenhalten<br />
kommt bei uns Deutschen nie.<br />
In Frankreich habe ich Revolution gesehen, aber keine Revolution<br />
wie vor 150 Jahren, mehr ein Aufstehen der Volksmassen gegen die Verteuerung<br />
der Lebensmittel als gegen den Druck der Steuerlasten. Für<br />
Poincare sehe ich keinen ruhigen, sondern einen gewaltsamen Tod, denn<br />
er wird immer weiter schüren.&quot;<br />
So weit das Allgemeinbild, das mir Frau Jordan gab. Ich messe ihm<br />
um so mehr Bedeutung bei, als der Gang der Ereignisse die Aussagen der<br />
Frau Jordan, welche unser letztes Septemberheft brachte, in der Hauptsache<br />
bestätigt hat, soweit die Ereignisse sich nicht auf spätere Zeiträume<br />
beziehen und noch nicht eintreffen konnten. Unter den Septemberangaben<br />
läßt sich bisher kein Fehlgesicht nachweisen, ja es befinden sich staunenswerte<br />
Einzelheiten darunter, die gegen unser damaliges Empfinden gingen,<br />
wie z. B. die Angabe, daß Ende 1923 ein langsamer Preisabbau einsetze<br />
würde. Mir erschien diese Angabe so unwahrscheinlich, daß ich ein<br />
Fragezeichen dahintersetzte, wovon jeder Besitzer des Septemberheftes<br />
sich überzeugen kann. Frau Jordan hat aber Recht gehabt.</p>
<p><br />
<strong>XIX. Jahrgang. September 1925. 3. Heft</strong><br />
Eindrücke von Hellsehern über Deutschlands Zukunft. <br />
II<br />
Wie bei allen Sitzungen, deren Teilnehmer nicht zusammenpassen, <br />
in denen mehrere Seher zugleich anwesend sind und mit ihren Strah- <br />
lungen sich meist gegenseitig störend beeinflussen, war auch hier das <br />
Ergebnis wenig befriedigend. Ich hatte auch nichts anderes erwartet. <br />
Es kam hinzu, daß Frau Przytarski vor wenigen Wochen Gehirngrippe <br />
gehabt hatte. Infolgedessen versagte sie, als Herr Lang sie hypnoti- <br />
sierte, wahrend sie sonst in seiner Hypnose gute politische Gesichte sieht. <br />
Immerhin sagten die Seherinnen in der Sitzung mancherlei über die poli-<br />
tische Zukunft, das veröffentlicht zu werden verdient.</p>
<p>Zunächst spricht Frau Jordan.</p>
<p>Was jetzt politisch zusammengebrochen ist, steht wieder auf. Rechts <br />
sind die Fäden gesponnen, links steht aber noch dazwischen. Störend ist<br />
100 <br />
das Zentrum (Frau Jordan ist Katholikin), das den alten Wahlspruch <br />
Leyolas weiter befolgt. Die rechte Reinigung ist erst im Herbst Severing <br />
wird noch eine Rolle spielen. Aber das Linksregiment wahrt nicht <br />
mehr  lange.<br />
im Ausland gährt es in allen Ecken. Die Zustände, die wir in <br />
Deutschland hatten, beginnen dort Platz zu greifen. In einer Art hilft <br />
uns dort der Kommunismus aus, ohne es zu wollen.</p>
<p>Glaubt nicht, daß die Deutschen tot zu bekommen sind. Immer wieder <br />
entwickeln sie sich. Ich sehe immer wieder Verbesserungen bereits be <br />
stehender Erfindungen, die mit den Flugzeugen zusammenhängen, mit <br />
den Luftschiffen. Sie bedürfen noch einer weitgehenden Verbesserung. <br />
Die letzte Hand legt hier ein Deutscher  an. Ich sehe eine Erfindung, die <br />
Sauerstoffgebilde kondensiert auf ganz kleine Tabletten, die es er <br />
möglichen, die bis jetzt erreichten Höhen zu überschreiten, das Sagen- <br />
hafte zu erreichen.<br />
Das Jahr 27 wird hervorragende Umwälzungen bringen, aber ich <br />
sehe nicht eine Monarchie, ich sehe nur den Keim, die feste Grund-<br />
lage zur Monarchie gelegt werden, ein langsames Entwickeln, lang- <br />
sames  Vorwärtsschreiten. Einen Krieg sehe ich nicht bis Anfang der <br />
dreißiger Jahre.</p>
<p>Ich fühle, wie im Erdinnern die Gewalten sich regen, wie die Flam- <br />
men glosen, die Lava brodelt, Stromboli, Ätna, wie neue Risse entstehen, <br />
wie im Innern des Kraters der Gischt kocht und lodert. Ich sehe einen <br />
Ausbruch vorerst nur, ich mochte es eine Warnung nennen. Dann Ende <br />
dieses, Anfang nächsten Jahres eine große Katastrophe, die sich bis in <br />
die Meerestiefen erstreckt. Hier fehlt mir der Faden. Ich sehe  Island, <br />
Geiser, ich sehe Island zusammensinken. Neues im Meere sich erheben. <br />
(Zu Frau Karlik gewandt) , Du hast die Kraft, Du kannst nachher die <br />
Fäden knüpfen &quot;<br />
.<br />
Herr Lange hypnotisierte darauf Frau Jordan, und diese sagte in <br />
der Hypnose, während der sie, wie in Kähmen, die Arme seitwärts ge- <br />
hoben hielt:<br />
Ein fernes Brausen klingt an mein Ohr, die Bilder kommen aus dem <br />
Dunkel hervor. Ich komme in das Ruhrgebiet, sehe, wie mit unbarm- <br />
herziger Hand die Maske denen vom Gesicht gezogen wird, die sich von <br />
der Opfern gemästet haben. Immer mehr werden an den Pranger gestellt. <br />
Ihr, die ihr im Kreise seid, die ihr durch die Macht des Wortes Samen<br />
105 <br />
streut, ihr sollt die Sendboten sein! Doch seid auch nicht müßig! Laßt <br />
Taten sehen! Dieses Jahr seid ihr noch gezwungen zu teilweiser Un- <br />
tätigkeit, doch sehe ich den Funken unter der Asche glimmen, immer <br />
mehr Nahrung wird zusammengetragen, und die Zeit kommt, wo die Glut <br />
emporsteigt, wo ein frischer Wind weht, der sich weiter und weiter aus- <br />
breitet. Ich sehe Sendboten gehen, Verbindungen anknüpfen, hierin und <br />
dorthin.  Gallischer Hahn, magst du dich noch so sehr blähen, die <br />
Zeiten sind vorbei, abwärts geht es mit dir, degeneriert bis ins Mark. <br />
Die Geister, die du riefst, nicht wirst da dieselben los! Es glimmt das <br />
Unheil in den Kolonien. Du selbst hast Dir den Wurm ins Fleisch gesetzt. <br />
Nicht mehr erkennt man dich als den Herrn der Menschen an.  (Das <br />
wurde vor dem gegenwärtigen Aufstand in Marokko gesprochen.) Siehe hin, <br />
blick nach Indien, wie dort ein Reformator entstanden ist, seinem Volke <br />
zum Heil. England zittre! Lange genug hast du Blut gesät.  Ich <br />
sehe Verwicklungen in der Türkei, sehe Italien heimgesucht von Aus- <br />
brüchen, sehe, die Lava schwellen, den Aschenregen herniederfallen. <br />
 Ich sehe England,  &quot;Wenn ihr meint, Irland in Bande gelegt zu <br />
haben, so irrt ihr, Pfeile werden geschmiedet, nimmer wird Ruhe herr- <br />
schen.  Ich sehe Verwicklungen kommen für das Deutsche Reich. <br />
Ich sehe die Todesfackel sich senken in die Politik.  Ich sehe Kata- <br />
strophen, ich sehe .... wie soll ich es nennen? .,.... Explosionen, ich <br />
sehe Räder rollen, vom Dampf bewegt. Ich sehe elektrische Kraft. <br />
(Frau Jordan stöhnt.) Blutlachen, grausige Bilder erstehen vor meinen <br />
Augen, kein Krieg, Revolten, Blut zerschmetterter Glieder!&quot;</p>
<p>Frau Jordan läßt die Arme sinken, ihr Tiefschlaf wandelt sich in <br />
Halbschlaf. Sie wendet sich an Einzelteilnehmer der Gesellschaft und <br />
sagt deren Zukunft voraus. Schließlich weckt sie Herr Lange auf, und <br />
damit endet die Sitzung. Auch Frau Jordan sagte diesmal nichts Be- <br />
stimmtes voraus, gleich Frau Karlik litt sie, wie sie nachträglich sagte<br />
unter störenden Einflüssen von Sitzungsteilnehmern und der Wohnung.<br />
<br />
Da die Sitzung bei Herrn Oberst Kell keine klaren politischen Ge- <br />
sichte ergab und ich seit längerer Zeit keinen Seher über &quot;Politik befragt <br />
hatte, bat ich Frau Jordan am 30. Juni 1925 und Herrn Johannsen am <br />
30. Juli 1925, mir ihre hellseherischen Eindrücke über Deutschlands po- <br />
litische Zukunft mitzuteilen.<br />
106 <br />
Frau Jordan diktierte mir am 30. Juni:<br />
Hindenburg bleibt nicht lange Reichspräsident und leistet nicht <br />
das, was man von ihm erhofft hat.  Eine neue Welle geht durch das <br />
Land. Es ist, als ob ein Aufstieg kommt. In einer Sitzung bei Herrn, <br />
v. T. habe ich gesagt, daß der erste Versuch, den Nordpol zu überfliegen<br />
nicht gelingen wird. Danach wird ein Deutscher Veränderungen am <br />
Flugzeug anbringen, und dann wird der Flug gelingen. Hierbei wird <br />
Land entdeckt werden, das bisher noch unbekannt war.  Ludendorf? <br />
ist bis jetzt schlecht beraten worden und zu sehr einem Einfluß gefolgt, <br />
der nicht ganz einwandfrei dasteht, von einer fremden Macht geleitet <br />
wird. Frau Jordan sieht eine dunkelhaarige Persönlichkeit, der er viel <br />
von seinen Plänen erzählt und die Mittel und Wege findet, dieselben <br />
zu durchkreuzen. Es spielt leider die Gewinnsucht dabei eine Rolle. <br />
Wenn Ludendorff sich von diesem Einfluß frei macht, wird es günstiger <br />
für ihn sein.<br />
Die Ernte wird nicht so sehr günstig ausfallen.<br />
Im Herbst kommen Unruhen. Sie gleichen einer gewitterreinigenden <br />
Luft, aus der Günstiges entsteht.</p>
<p>Ich sehe Rußland immer weiter aufblühn, in Lettland und Baltikum <br />
konzentrieren sich gute Kräfte. Die Industrie bekommt einen gewaltigen <br />
Aufschwung in Rußland. Dort sind deutsche und andere ausländische <br />
Kräfte tätig, um die dortigen Bodenschätze zu heben. Viel trägt dazu <br />
ein autoähnliches Fahrzeug bei, das auf entsprechenden Wegen fahrt. <br />
Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, die Bodenschätze dort auszunutzen, <br />
wo keine Eisenbahnen hinkommen.  Es ist als ob der eiserne Besen, <br />
der Rußland durchfegt, Spreu vom Weizen gesondert hat, gesündere Zu-<br />
stände herbeiführt.</p>
<p>1925 bis Anfang 1926 sehe ich Verkehrsunfälle und im Ausland den <br />
Tod einer bedeutenderen Persönlichkeit. Auch ein deutscher Industrieller <br />
von großer Bedeutung wird vom Tod abgerufen.  Die Schwierig- <br />
keiten im Stinneskonzern werden behoben werden, indem eine starke Hand <br />
sie abgreift. Aus den Ruinen blüht neues Leben.</p>
<p>Die Franzosen werden das Ruhrgebiet räumen. Bei der Mehrheit <br />
der Franzosen ist nicht mehr der Deutschenhaß da, besonders nicht bei <br />
denen, die im Rheinland waren und deutsche Sitte und deutsches Leben <br />
kennen lernten.  Durch diese Besatzung ist in weiten Volkskreisen <br />
eine andre Lesart über den Krieg und das Barbarentum entstanden.  <br />
Bei den Franzosen sehe ich keine Revolution, sondern kriegerische Ver- <br />
wicklungen, die mehr über dem Wasser liegen. Das Verhältnis zwischen <br />
Frankreich und England spitzt sich immer mehr zu. Es ist nur Über- <br />
brückt. Die alte Rivalität bricht wieder durch. Aber England schneidet <br />
schlecht ab. Da es einesteils in der französischen Natur liegt, andern-<br />
107 <br />
teils sich alle ändern Mächte vor ihm gebeugt haben, schwillt dem galli <br />
schen Hahn der Kamm. Aber das Jahr 1927 wird das Krähen Frank- <br />
reichs dämpfen. Poincaré stirbt keines natürlichen Todes. Ich seh <br />
etwas Gewalttätiges bei seinem Tode. Der Abmarsch Frankreichs aus<br />
dem Rheingebiet hängt mit dem Jahre 1921 zusammen. Aus dem Ruhr-<br />
gebiet werden die Franzosen im August dieses Jahres herausgehen <br />
(eig. Anm.: Juli/August 1925). Der deutschsprechende Teil von Elsaß<br />
 fällt an Deutschland zurück. Das geschieht aber auf gütlichem Wege, <br />
durch eine Art Austausch.&quot;<br />
<br />
Am 30. Juli d. Js. suchte ich nach vorheriger mündlicher und schritt <br />
lieber Verabredung Herrn Johannsen-Berlin, Frobenstraße l, auf, damit<br />
er sich politisch einstellte. Hellseherische politische Ansagen von ihm<br />
brachte das Zentralblatt f. 0. September 1923.  Von allen politischen<br />
Gesichten, die ich&#039; bisher veröffentlicht habe, haben die seinigen neben<br />
denen der Frau Jordan sich als die verläßlichsten erwiesen. Freilich<br />
hatte auch er in letzter Zeit einmal in der Politik sehr schlecht gesehen <br />
</p>
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