<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><?xml-stylesheet type="text/css" href="https://weltenwende.forum/rss.css" ?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title>Weltenwende</title>
		<description>Schauungen ⋅ Prophezeiungen ⋅ Weltgeschehen</description>
		<language>de</language>
		<link>https://weltenwende.forum</link>
						<item>
			<title>Zentralblatt für Okkultismus(1915-1916): Mainzer Prophezeyung von 1670</title>
			<category>Schauungen &amp; Prophezeiungen</category>			<dc:creator>Fred Feuerstein</dc:creator>
			<pubDate>Fri, 24 Dec 2010 09:51:25 +0000</pubDate>
						<content:encoded><![CDATA[<p>Zentralblatt für Okkultismus<br />
Monatsschrift<br />
zur<br />
Erforschung der gesamten Geheimwissenschaften<br />
Herausgegeben von Max Altmann<br />
Schriftleiter: Arthur Grobe-Wutischky<br />
IX. Jahrgang (1915-1916)</p>
<p>Zwei Kriegsprophezeiungen 1670 und 1813<br />
Kritisch besprochen von Archivar a. D. F. W. E. Roth.<br />
(eig. Anm.: Im folgenden nur Auszüge die Mainzer Prophezeyung von 1670 betreffend: S 112  118)<br />
<br />
Interessant ist, daß bei ausgebrochenen Kriegen oder deren Verlauf<br />
da und dort Kriegsprophezeiungen auftreten, bewundert und<br />
überschätzt, geprüft und verworfen werden. Die Sache ist ja aktuell.<br />
Die Stoffe zu diesen Prophezeiungen sind häufig zweifelhafter Natur<br />
und nicht selten so zeitgemäß waschecht dargestellt, daß die Entstehung<br />
nach den Ereignissen gesetzt werden muß und an den prophetisch<br />
in Aussicht gestellten Ereignissen nachweisbar ist. Die Fälschung<br />
geschieht aus Lust am Irreführen der Menschen in den meisten Fällen,<br />
denn alle derartigen Prophezeiungen haben einen Anhang noch nicht<br />
eingetretener Ereignisse, der um so mehr Glauben findet, je mehr Ereignisse<br />
bereits eingetreten sind und sich als solche nachweisen lassen<br />
..<br />
In dem Nachlaß des 1814 gestorbenen Mainzer Domkapitulars<br />
P. Schunk, wie ihn der Dekan Hertel, Stadtpfarrer zu Oppenheim,<br />
pietätvoll der Mainzer Seminarbibliothek überlieferte, fand ich etwa<br />
1888 eine &quot;Prophezey 1670&quot;, die im Mainzer Anzeiger vom 1. März<br />
1915 abgedruckt ist, nachdem ich meine Abschrift Jahrzehnte lang als<br />
Merkwürdigkeit aufgehoben und nie daran dachte, solche veranlassungsweise<br />
zu veröffentlichen.<br />
Ich bezeuge amtlich, da hier Zeit und Material der Niederschrift<br />
besprochen werden müssen, daß das Aktenstück von einer Hand des<br />
18. Jahrhunderts auf einen Bogen graublaues Kanzleipapier dieser Zeit<br />
geschrieben ist. Es ist also eine ältere Abschrift nach Vorlage des<br />
17. Jahrhunderts, wie die Angabe 1670 dartut. Ausdrücke wie Moskowiterey,<br />
Armada, Mongoley,Polackenland, Artollerey, Naphta&quot; sprechen<br />
dafür, daß die Abfassung der Zeit um 1670 angehört, wie auch<br />
die alte Schreibweise in die Abschrift überging. Der Text ist unantastbar<br />
echt. Der Verfasser war kein gewandter Literat, sondern<br />
ein gebildeter Mann, dessen Schreibweise hier und da Härten im<br />
Stil aufweist. Daß er ein Geistlicher war, ist nicht nachweisbar. Ob<br />
der Kurfürst Johann Philipp von Mainz als Empfänger des Aktenstücks<br />
ins Auge gefaßt war, eine Beeinflussung desselben durch die<br />
erwähnte Sybille von Kermel die Entstehungsursache bildete, läßt<br />
sich nicht feststellen. Ob der bekannte Reifenberger, der ja die Sibylle<br />
als Werkzeug benutzte, hier verborgen, ist schwer zu sagen. Daß der<br />
Kurfürst zeitweise an Angstgefühlen litt und diese Prophezeiung einen<br />
Druck auf denselben ausüben sollte, ist immerhin möglich. Es liegt<br />
aber auch nahe, daß ein gebildeter politischer Kopf sich ahnungsvoll<br />
über die Zukunft bis ins 20. Jahrhundert aussprach und vieles richtig<br />
voraussah. Die Angaben sind wie in allen echten Prophezeiungen<br />
ziemlich unklar und auch wieder genau zutreffend, je nach der Deutung.<br />
Die Hauptsache ist die richtige Erkenntnis des Auf- und Abgehens<br />
Irt der Führung mancher Völker. Der Verfasser war kein<br />
Freund der Franzosen, kein Liebhaber ihrer Sitten und ahmte solche<br />
nicht nach; er erscheint als biederer Deutscher, der fremden Einfluß<br />
verwarf. Richtig erkannte er, daß das Ansehen Ludwigs XIV. einst<br />
niedergehe und bei der Leichtblütigkeit der Franzosen der Nieder--<br />
-- 115 -<br />
gang mit einem Königsmord enden werde. Menschenkenntnis mußte<br />
dem Verfasser sagen, daß die Nachahmung französischer Laster und<br />
Gottlosigkeit, das Auftreten politischer Streber und tiofleute mit einem<br />
bösen Ende abschließe. Daß dann in Napoleon I. ein anderer Menschenkenner<br />
kam, sich einen Kreis Anhänger, auch unter deutschen<br />
Fürsten erwarb, als Stützen der Gesellschaft den Adel und Klerus bedrückte,<br />
da beide Teile nicht zu seinem System paßten, daß Polen und<br />
Rußland, die Moskowiterey, den Abschluß bildeten, konnte ein hochpolitischer<br />
Kopf annähernd ahnen.  Nur die Türken waren noch<br />
nicht zu Cöln. (Ob damit nur das Zusammenarbeiten angedeutet<br />
ist oder der Besuch einzelner türkischer Würdenträger im deutschen<br />
Hauptquartiere, muß jetzt eine offene Frage bleiben. D. Schrftltg.)<br />
Luftschiffe, Wagen ohne Pferde und Kugeln, die weiter schossen,<br />
mithin Sprengkugeln, kannte man 1670 bereits. J. J. Becher erwähnt<br />
dieser Dinge als Leibnitzens Postwagen, Schiff unter Wasser, Fliegapparat&quot;<br />
1686 in seiner Schrift: Närrische Weisheit&quot; etc. Daß derartiges<br />
ijn 20. Jahrhundert ebenfalls verwendet werde, lies sich voraussehen.<br />
Wir nennen diese Sachen Tauchboot, Auto, Luftschiff und Granaten.<br />
Der Verfasser der Prophezeiung&quot; drückte sich zeitgemäß aus<br />
und kennzeichnet damit die Entstehungszeit. Der Verfasser schildert die<br />
Kriegsverhältnisse, wie solche stets verlaufen. Diese kritische Untersuchung<br />
sichert dem Schriftstück die Entstehung um 1670 zu.<br />
<br />
Lesern dieser Zeitschrift sei<br />
der Abdruck der Prophezeiung 1670&quot;, da nicht alle den Mainzer<br />
Anzeiger&quot; halten können, an dieser Stelle wiederholt.</p>
<p>                                     Prophezeyung 1670<br />
Die Gestirne künden, es wird in Frankreich ein großer Herrscher<br />
kommen, sein Landt groß und dann kleyn machen. Ruin seines Volks<br />
im Innern bey äußerm Glanz wird seyne Nachkommen treffen. Das<br />
wird die Welt teuschen und Teutschlands Adel zum Nachäffer machen.<br />
Nicht lange. Dann wird eine ruina mundi kommen, Laster und<br />
Gottlosigkeit werden mit dem Recht und Wohlstand fechten. Gewissenlose<br />
Streber werden sich zeigen. Köngsmord und Vieler Un-<br />
118 -<br />
tergang wird kommen. Es wird ein großer Mann kommen, Teutschlands<br />
Fürsten gewinnen und sich geneigt machen, für ihn die alte<br />
Welt zu erobern. Adel und Geistlichkeit wird geknechtet werden.<br />
Um Polen und die Moskowiterey wird schwer gekämpft werden, aber<br />
der Nordstern der Freiheit aufgehen. Ruhe und Erschöpfung der<br />
Völker wird kommen. Ein neuer Krieg lenkt in andere Bahnen.<br />
Und der Norden wird Führer Teutschlands werden. Und wie<br />
das kommende Saeculum die großen Kriege bringen wird, so wird<br />
das künftige Saeculum einen neuen Krieg bringen. Die englische Armada<br />
wird am Streit teilnehmen.* Zur Zeit der Kornblüte werden<br />
Teutschlands Feinde über dasselbe herfallen, aber in schwerem Ringen<br />
wird Teutschland sich der Gegner erwehren. Und Mongoley und<br />
Polackenland wird großes Blutvergießen sehen. Der Türck wird<br />
Teutschlands Helfer seyn und seyne Pferde im Rhein bei Cöln tränken.<br />
Den niederteutschen und burgundischen Kreys wird Teutschland<br />
wieder haben und ans Meer gelangen. Eine große Armada wird entstehen.<br />
Wunderbares wird kommen. Man wird wie die Vögel des<br />
Himmels in Lüften fliegen, mit Wagen ohne Pferde fahren, die Artollery<br />
wird Kugeln schleudern, die wieder weiter schießen. Und das<br />
unlöschbare Feuer Naphta wird Städte und Flecken zerstören. Und<br />
auch die Frauen werden am Streite teilnehmen. Der Witwen und<br />
Waisen wird eine große Menge seyn und wehe, wehe wird die Welt<br />
schreyn. Denn groß wird Hunger und Elend seyn und man um einen<br />
Laib Brot drey der besten Äcker bieten. Mißwachs und Heuschrecken<br />
werden kommen. Und Jahre wird das Elendt dauern. Und w erden<br />
sterben nach der kabbalistischen Rechnung der Kreuzung des Sterns<br />
Ismael mit Josef dreimal 5,555,555 Menschen, Jung und Alt. Aber es<br />
wird Einfachheit des Lebens kommen und reiche Ernten das Gedeihen<br />
der Völker fördern. Das sagt die berühmte Hellseherin Sibylle von<br />
Kermel aus der Asche einer Wurzel einer Ceder vom Libanon und<br />
der Hand eines gefallenen Moskowiters. Fiat, fiat, fiat. Es<br />
kommt alles allweg, wie es Gott schickt. Amen.&quot;</p>
<p>über die Sybille von Kermel vgl. Müller, Die sieben letzten Kurfürsten<br />
&#039;von Mainz&quot;, S. 131., Die Sybille von Kermel.&quot; Von Alois Henninger<br />
in der Didakolia 1856. Frankfurt a. M.</p>
]]></content:encoded>
			<link>https://weltenwende.forum/index.php?id=10579</link>
			<guid isPermaLink="true">https://weltenwende.forum/index.php?id=10579</guid>
		</item>
					</channel>
</rss>
