Hallo, Elfe!
Danke für den Hinweis!
In der Bibel gibt es Stellen, die meines Erachtens darauf hindeuten, daß "anti" im Sinne von "gegen" (also multipliziert mit -1) gemeint ist:
1 Joh 4,2-4:
Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott. Und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichrists, über den ihr gehört habt, dass er kommt. Jetzt ist er schon in der Welt.
2 Joh 7:
Denn viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus im Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist.
Meines Erachtens ist die Bedeutung "gegen" für "anti" stärker als die Bedeutung "anstelle von". Selbst in "anstelle von" drückt sich ein Gegensatz aus.
Ist ja auch ganz logisch: Der Geist des Antichristen kann nur herrschen, solange der Geist Christi nicht herrscht, eben an seiner Statt.
recht gut passen, denn er war ja der Meinung, dass der Papst der Antichrist
ist.
Jau. Und seit dem zweiten vatikanischen Konzil ist er es erst recht. Aber er ist nicht der Antichrist, sondern einer, der im antichristlichen Geiste handelt.
Seit Aufklärung, Säkularisation, Materialismus ist die ganze Gesellschaft antichristlich geworden.
Der Unterschied ist prägnant:
Die Kultur mit ihrem organischen Aufbau ist Ausdruck des Lebens schlechthin. Die Zivilisation (grob seit 1800 etwa) ist nur deren tote, verrottende Hülle.
Christus mit seiner Lehre, die sich auf die Hauptsätze bringen ließe, andere nur so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, und Schaden von anderen abzuwenden, ist das Leben, der Antichrist in seiner Umkehrung der Tod.
Freilich gab es auch in der Kultur antichristliche Handlungsmöglichkeiten und entsprechend Handelnde, aber die haben jetzt das Ruder übernommen. Vermutlich sind die Antichristen heute, im Zeitalter des Antichristen, sogar in der Überzahl.
Nachdem die zweite Phase der Zivilisation, der Cäsarismus, wiederum gegen die erste (von mir nun antichristlich genannte) gerichtet ist, müsste mit dem Kaiser wiederum eine zumindest zeitweilige Besserung eintreten.
(Um entsprechenden Lesarten vorzubeugen: Ich bin mir da nicht sicher. Die Prophezeiungen deuten jedenfalls darauf hin.)
Wen es aber nicht gibt, ist der Antichrist in Person, auf den sich alles Übel der Welt übertragen ließe. Der ist eine unzulässige Personifikation einer abstrakten Idee. (Vergleichbar vielleicht dem Osterhasen.
)
Vermutlich ist das Begriffsvermögen für "Okkultes" in der breiten Bevölkerung so gering, daß es einer greifbaren Repräsentation bedarf, eines Sündenbocks, um ihn sich vorstellen zu können.
PS: Kannst Du zu den Texten, die Deines Erachtens auf die beschriebenen
Tendenzen hindeuten noch etwas sagen oder die Quellen nennen?
Jau, mach' ich noch (spätestens morgen).
Gruß
Taurec
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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“