Ich habe den Eindruck, daß sich hier jemand als Jesus ausgibt, um seine äußerst dünnen Erlösungsbotschaften, die mit bekannten Schauungs-/Schauungsdeutungselementen garniert sind, unters Volk zu bringen.
Gruß
Taurec
Dem kann man doch wohl eindeutig zustimmen. Zu solchen "Privatoffenbarungen": Es ist doch arg zweifelhaft, dass sich einmal "Gott-Vater", dann noch "Jesus", dann der "Heilige Geist", dann "Maria" allesamt einem Menschen offenbaren und, wie BB schreibt, wunderbar real kommunizieren, und das lediglich bei einer Person, die den Schmarrn dann an alle weitergibt.
Warum sollte sich die gesamte Trinität plus "Maria" über das hinaus äußern, was bereits in den kanonischen Schriften der Bibel, speziell dem NT, steht? Das macht innerhalb der christlichen Offenbarungstheologie keinen Sinn und davor warnt Jesus selbst, wenn man jetzt einmal den Selbstanspruch der Johannesoffenbarungauf Wahrheit ernst nimmt - und selbst wenn nicht, hat derjenige, der die hier besprochenen "Privatoffenbarungen" ein Problem und sollte dies als Warnung betrachten, denn es wurde früher geschrieben:
Offb 22,16-20a:
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft. Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern.
Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm! Wer durstig ist, der komme. Wer will, empfange umsonst das Wasser des Lebens.
Ich bezeuge jedem, der die prophetischen Worte dieses Buches hört: Wer etwas hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.
Und wer etwas wegnimmt von den prophetischen Worten dieses Buches, dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, von denen in diesem Buch geschrieben steht.
Er, der dies bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald.
Davon mal ab: Solche Jesusoffenbarungen sind seit je her in Verbindung mit Sekten und Leuten, die übers Ziel hinausschießen, gesehen worden, man denke an den Maitreya-Kult, die extremen charismatischen Freikirchler und so weiter.
Insofern fragt sich, warum man diesen Inhalt diskutieren muss, wenn der Ursprung schon zweifelhaft ist. Oder?
P.S.: Taurec, das ist nur teilweise richtig:
Tatsächlich hat er das persönlich sogar abgelehnt.
Markus - Kapitel 8,29-30: "Und er fragte sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen ernstlich, daß sie das niemandem von ihm sagen sollten."
Es ist in der Theologie mittlerweile Konsens, dass bei dem so genannten "Schweigegebot" an die Jünger das Christusbekenntnis hier nicht ausgehebelt werden soll, sondern Jesus hier auf das Kreuzesgeschehen verweist. Soll heißen: Die Jünger sollen nicht damit hausieren gehen, damit die Leute, die Jesus hören, durch seine Worte glauben, und am Kreuz erkennen, dass er der Christus ist, und nicht aufgrund eines Gerüchts, das all dies vorwegnimmt. (Ich verweise auf Gnilka und seinen Markus-Kommentar (EKK), S. 15)
Liebe Grüße