Vereinigung der Religionen nach der DTF (Schauungen & Prophezeiungen)

Bernhard_Berlin, Freitag, 19.08.2011, 17:28 vor 5548 Tagen (3554 Aufrufe)

Guten Tag allerseits,

vor einigen Monaten hatte ich bereits einiges zu der Baha'i-Religion geschrieben. Hier nun noch ein paar Gedanken und konkretere Vorhersagen:

Als ich eben noch einmal das Kapitel über die Zeit nach der 3TF und den Antichristen in "Prophezeiungen und reale Ereignisse" von Stephan Berndt las, kam ich nicht umhin, eklatante Parallelen zu der Eschatologie der Baha'i-Religion zu entdecken.

Ich habe mich die vergangenen Monate intensiv mit der Baha'i-Religion befasst und habe auch regelmäßig ihre Andachtstreffen besucht. Sollten Sie von dieser Religion, die keineswegs eine Sekte ist, sondern von Religionswissenschaftlern als eine junge Weltreligion mit weltweit ca. 6 bis 8 Millionen Anhängern gesehen wird, bereits Kenntnis haben, so werde ich hier offene Türen einrennen.

Sollten Sie aber, wie ich auch bis letzten Oktober, noch nie von ihnen gehört haben, da ihre Zahl mit ca. 6000 in Deutschland sehr gering ist, bin ich überzeugt, dass Sie überrascht sein werden, dass die Zukunftssicht dieser Glaubensgemeinschaft perfekt auf die Erneuerung der Religionen und das Antichrist-Szenario in Stephan Berndts Darstellug zu passen scheint und einiges dafür spricht, dass sie die Religion sein wird, die von den Machthabern auserkoren wird, um die Menschheit in "One World Order"-Manier zu einen -- sie bietet sich nahezu perfekt dazu an.

Ich möchte Ihnen die zentralen Punkte, die mich zu diesen Gedanken bewegt haben, über die Baha'i-Religion mitteilen:

Die Baha'i-Religion entstand im 19. Jahrhundert vor islamischem Hintergrund in Persien und versteht sich als abrahamitische-monotheistische Religion, die sich aber vom Islam emanzipiert hat, ähnlich wie das Christentum vom Judentum. Die Schriften des Religionsstifters Baha'u'llah (1817-1892) werden als offenbartes Gotteswort betrachtet. Dabei bestätigt und integriert der Baha'i-Glaube aber die anderen Weltreligionen, da nicht nur Baha'u'llah, sondern auch Abraham, Moses, Jesus, Krishna, Buddha, Zarathustra und Mohammed als legitime Propheten desselben Gottes angesehen werden.

Mit ca. 300.000-500.000 Anhängern stellen die Baha'i heute die größte (und schwer verfolgte) religiöse Minderheit im Iran dar, und die Baha'i brüsten sich damit, die nach dem Christentum geographisch am weitesten verbreitete Religion zu sein. Zwischen 1980 und 2010 haben sie ihre Anhängerzahl (vor allem in der Dritten Welt, aufgrund ihrer sozialen Entwicklungshilfeprojekte) von ca. 2 Millionen auf 6 bis 8 Millionen vervielfachen können; es ist also eine "kommende Religion".

Nach ihrem Selbstverständnis ersetzt die Baha'i-Religion also nicht die früheren Religionen, sondern bestätigt und erneuert sie. Zentrale Punkte ihrer Lehre ist daher auch die Einheit der Menschheit und die Verurteilung sämtlicher Ideologie, die ihr im Wege steht: Rassismus, Nationalismus, religiöser Fanatismus und Klassenhass werden den Gläubigen verboten und sollen überwunden werden. Ziel sind Einheit der Menschheit, selbstverständlich im Baha'i-Glauben.

Im Mittelpunkt ihrer Eschatologie steht der Glaube, dass ein "1000jährigens Friedensreich" auf der Grundlage der Lehren Baha'u'llahs aufgebaut werden soll -- ein globaler, föderaler Weltstaat. Auf dem Weg dorthin hat Baha'u'llah bereits im 19. Jahrhundert die Staatsführer aufgefordert, ein Weltparlament, Weltgerichtshof und kollektive Sichherheitspolitik zu betreiben. Es wird auch die Einführung einer einzigen Welt(hilfs-)sprache gefordert.

Und nun kommts:

Offenbar hatte Baha'u'llah seherische Fähigkeiten, denn bereits 1873 warnt er Kaiser Wilhelm davor, dass Deutschland zwei Weltkriege verlieren würde (dazu weiter unten Details). Jede dieser Katastrophen bringe dem Menschen einen geistigen Entwicklungsschub, aber erst nach einer dritten (!), noch viel größeren, weltweiten Katastrophe werde dieses "weltweite Baha'i-Friedensreich" verwirktlicht.

Die Baha'i-Führung bereitet ihre Anhänger darauf vor, dass sie ca. ab 2020/21 sich auf einen "Beitritt in Scharen" vorzubereiten haben, der die Baha'i-Religion von ihrer Rolle als kleine religiöse Minderheit in tragend-verantwortliche Position und Massenreligion befördern wird. Zumindest haben mir das Baha'i-Anhänger so erklärt, ohne, dass sie den Grund dafür wüssten.

Aber zunächst die Textstellen, die auf die seherischen Fähigkeiten des Baha'i-Stifters Baha'u'llah schließen lassen:

(Die wichtigsten Baha'i-Texte finden sie in verschiedenen Sprachen online hier: http://bahairesearch.com/ )

Folgender Text ist aus dem "Kitab-i-Aqdas", eine zentrale heilige Schrift der Baha'i, die 1873 auf persisch und arabisch veröffentlicht wurde, Anfang der 1990er-Jahre auch ins Englische und Deutsche übersetzt wurde. Sofern man davon ausgeht, dass die Übersetzung korrekt ist und nichts "hineingemogelt" wurde, so muss man folgende Verse als klare seherische Vorhersage der zweimaligen deutschen Niederlage in Weltkriegen verstehen:

Vers 86 (allgemeine Warnung an Kaiser Wilhelm I vor zukünftiger Niederlage):
"Sprich: O König von Berlin!¹ Horch auf die Stimme, die aus diesem offenbaren Tempel ruft: "Wahrlich, es ist kein Gott außer Mir, dem Immerwährenden, dem Unvergleichlichen, dem Altehrwürdigen der Tage." Hab acht, daß Hochmut dich nicht hindere, den Morgen göttlicher Offenbarung zu erkennen, daß irdische Wünsche dich nicht wie ein Schleier abhalten vom Herrn des Thrones in der Höhe und auf der Erde hienieden. Also rät dir die Feder des Höchsten. Er ist wahrlich der Gnädige, der Allgroßmütige. Rufe dir den² ins Gedächtnis, dessen Macht die deine überragte und dessen Rang den deinen übertraf.² [bezieht sich auf Napoleon III] Wo ist er, wohin entschwunden, was er besaß? Sei gewarnt und gehöre nicht zu denen, die tief schlafen. Er war es, der den Sendbrief Gottes in den Wind schlug, als Wir ihm kundtaten, was die Scharen der Tyrannei Uns erleiden ließen. Darum überfiel ihn Schmach von allen Seiten, und mit großem Verlust sank er hinab in den Staub der Erde. Denke tief über ihn nach, o König, und über solche, die gleich dir Städte eroberten und über Menschen herrschten. Aus ihren Palästen sandte sie der Allerbarmer hinab ins Grab. Sei gewarnt! Gehöre zu denen, die nachdenken. (sa.VT S.66)"

Weiter Vers 90:
"Ufer des Rheins!¹ Wir sehen euch mit Blut bedeckt, da die Schwerter der Vergeltung gegen euch gezückt wurden; und noch einmal wird es euch so ergehen. Und Wir hören das Wehklagen Berlins, obwohl es heute in sichtbarem Ruhme strahlt. (sa.VT S.66)"

Wenn dies tatsächlich von 1873 stammt, dann weiß ich nicht, was es sonst sein soll, als eine prophetische Vorhersage des Schicksals Deutschlands im 20. Jahrhundert -- zweimalige Niederlage im Krieg und die Teilung Berlins.

Dazu ist zu sagen, dass Baha'u'llah Sendschreiben an alle bedeutenden Staatsmänner seiner Zeit schrieb. Die meisten beinhalteten allgemeine Warnungen, jedoch ist augenfällig, dass er die USA und England/UK relativ wohlwollend behandelt -- andererseits dem Osmanischen Herrscher aber das damals unvorstellbare Ende des islamisch-sunnitischen Kalifats vorhersagt, Napoleon III seine schimpfliche Niederlage im deutsch-französischen Krieg -- was Baha'u'llah nach Eintreffen dieser Vorhersagen viel Anklang einbrachte und seine göttliche Sendung sich in den Augen vieler zu bestätigen schien (diese Vorhersagen sind zu finden im "Kitab-i-Aqdas", vor allem aber in "Anspruch und Verkündigung" aus den 1860ern).

Hier die Verse, die sich auf die "dritte Katastrophe" beziehen:

Ährenlese, 61:
"Die Welt liegt in Wehen, und ihre Erregung wächst von Tag zu Tag. Ihr Antlitz ist auf Eigen­sinn und Unglauben gerichtet. Ihr Zustand wird so werden, daß es nicht angemessen und schicklich wäre, ihn jetzt zu enthüllen. Lange wird ihre Verderbtheit wäh­ren. Und wenn die festgesetzte Stunde kommt, wird plötz­lich erscheinen, was der Menschheit Glieder zittern macht. Dann und erst dann wird das göttliche Banner entfaltet, und die Nachtigall des Paradieses wird ihr Lied singen."

Dies wird von Baha'i dahingehend interpretiert, dass eine weltweite Katastrophe nötig ist, um die Menschheit aufzurütteln und in die Arme des Baha'i-Glaubens zu treiben.

Wiegesagt, einige Baha'i haben mir gesagt, dass sie davon ausgehen, dass dies relativ nahe bevorstehen könnte, da ihre Führung, ohne sie näher um die Umstände in Kenntnis zu setzen, darauf "drillt", einem plötzlichen, massenhaften Ansturm und "Beitritt in Scharen" gewachsen zu sein, der sich um ca. 2020/21 ereignen soll.


Die Lehren der Baha'i-Religion bieten sich nahezu perfekt dazu an, die Menschheit unter einem religiösen Banner zu vereinen -- wenn ich ein Staatsmann mit so einem Interesse wäre, wäre die Baha'i-Religion meine erste Wahl. Sie ist "One World"-Ideologie pur, dabei aber eindeutig eine Offenbarungsreligion, die noch dazu integrativen Charakter hat und alle bestehenden Religionen für sich vereinnahmt. Gleichzeitig gehen die Baha'i davon aus, dass sich in Baha'u'llah die Verheißungen früherer Religionen -- etwa die Wiederkunft Christi -- erfüllt haben. Ein Baha'i-legitimierter Herrscher in der Zeit nach der 3TF würde also den "Thron Christi" usurpieren.

Handelt es sich bei dem "21. Konzil" im Lied der Linde, in dem die Kirchen und Konfessionen sich vereinigen, etwa um eine offizielle Anerkennung bzw. Einführung der Baha'i-Religion?

Hier las ich vor einiger Zeit von einer Quelle, die sogar sagt, es werden sich "die Kirchen vereinigen, mit Ausnahme einiger Juden" -- also offenbar nicht nur die christliche Kirche, sondern alle Religionen, implizit auch der Islam, denn warum sollte man sonst das Judentum nennen? Wie wäre eine Vereinigung von Moslems und Christen anders vorstellbar, als in einer neuen Religion, die beide Vorgänger bestätigt und weiterführt?

Und wie passen die Vorhersagen vom "letzten Papst" zu einem solchen Szenario?

Oder wird Europa christlich dominiert sein, der Baha'i-Glaube aber von einem Gutteil des Rests der Welt angenommen -- womit die Konfliktlinien zwischen beiden im "4. Weltkrieg" bzw. "Antichrist-Geschehen" vorgezeichnet wäre?

Sicher kann man hier viel spekulieren. Vielleicht ist die Baha'i-Fährte ja auch ganz falsch. Aber der Vollständigkeit halber wollte ich Sie daran teilhaben lassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Bernhard

Nachtrag: Kernkraft bei Baha'u'llah

Bernhard_Berlin, Freitag, 19.08.2011, 20:11 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (2186 Aufrufe)

Als Nachtrag noch einige Verse aus den Heiligen Schriften der Baha'i, aus der Feder Baha'u'llahs in den 1870er- or 1880er-Jahren:

Botschaften aus Akka, 6. Kalimát-i-Firdawsíyyih (Worte des Paradieses), Vers 6, 31:

"Eine Höllenmaschine wurde ausgeheckt und erweist sich als Waffe der Zerstörung, so grausam, wie man es nie zuvor gesehen oder gehört hat. Reinigung von dieser tiefverwurzelten, alles überflutenden Verderbnis ist nur möglich, wenn sich die Völker der Welt im Verfolg eines gemeinsamen Zieles vereinen und einen allumfassenden Glauben annehmen. Neigt euer Ohr dem Ruf dieses Unterdrückten und haltet euch fest an den Geringeren Frieden!*
+6:32
Seltsame, verblüffende Dinge gibt es in der Erde; aber sie sind dem Geist und Verständnis der Menschen verborgen. Diese Dinge sind imstande, die ganze Erdatmosphäre zu verwandeln, und eine Verseuchung mit ihnen wäre tödlich. Großer Gott! Wir haben etwas Wunderbares gesehen. Der Blitz oder eine ähnliche Kraft wird von einem Menschen, der eine Maschine bedient, gesteuert und bewegt sich nach seinem Befehl. Unermeßlich erhaben ist der Herr der Macht, der offenlegt, was Er durch die Kraft Seines gewichtigen, Seines unüberwindlichen Geheißes beabsichtigt."

"Verblüffende Dinge in der Erde", mit denen eine Verseuchung "tödlich" wäre, eine Höllenmaschine -- klarer Hinweis auf die Atomkraft, oder nur Phantasterei?


*Mit dem "geringeren Frieden" ist in der Baha'i-Theologie ein System kollektiver Friedenssicherung, mitsamt einer Weltregierung, eines Weltparlaments, eines Weltgerichtshofes und gemeinsamer Truppen gemeint. Dies herbeizuführen, ist aus Baha'i-Sicht der Beitrag zum schließlichen ewigen Frieden durch die Baha'i-Religion.

Grüße,
Bernhard

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ewiger Frieden?

BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 20:39 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (2028 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 20:55

<"...der Beitrag zum schließlichen ewigen Frieden
durch die Baha'i-Religion.">

Hallo, Bernhard!

Falls die Welt von einer Weltregierung
beherrscht wird, dann werden die dann
stattfindenden Kriege als Bürgerkriege
zu benennen sein.

Und "ewigen Frieden" - den hat nur eine
Leiche per Leichenstarre im Sarge.
Im Jenseits mag der Tote "ewigen Frieden" finden.

"Ewigen Frieden" hinnieden jedoch können nur weltfremde
Theoretiker und Idealisten sich "denken".

Und natürlich Religionsstifter.

Praktiziert, führt derlei ratzfaz
nur zum Ende des Volkes, das versucht,
solche veritable Narrenposse in die Tat umzusetzen.

Beste Grüsse auch!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Vielleicht naiv, aber hält das Menschen davon ab, es zu versuchen?

Bernhard_Berlin, Freitag, 19.08.2011, 21:13 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1866 Aufrufe)

"Ewigen Frieden" hinnieden jedoch können nur weltfremde
Theoretiker und Idealisten sich "denken".

Und natürlich Religionsstifter.

Praktiziert, führt derlei ratzfaz
nur zum Ende des Volkes, das versucht,
solche veritable Narrenposse in die Tat umzusetzen.

Beste Grüsse auch!
BB


Hallo nochmal, BB!

Nun, selbst wenn Du ein solches Ziel naiv nennen möchtest, hat diese Idee doch wohl genug Macht, als dass man nach einem Ereignis wie der 3TF wohl genug Menschen finden würde, die sie umzusetzen sich auf die Fahnen schreiben würden. Es wurden in der Geschichte schon weit naivere Ideen in die Tat umgesetzt und haben extreme Wirkungen verursacht -- man denke an das grandiose Scheitern des Marxismus, und seine Idee der Gleichheit halte ich für weitaus naiver, als ausgerechnet die Idee kollektiver Sicherheit.

Immerhin gabs nach WK1 und WK2 ja auch den Völkerbund und die UNO, obwohl beide nicht in der Lage waren und sind, Frieden auf Erden herbeizuführen. Glaubt man den Baha'i, so würde genau dies ein weiteres Mal geschehen, nur diesmal nachhaltiger.

Und auch schon Größen wie Immanuel Kant haben dieselbe Idee schon propagiert ("Zum Ewigen Frieden").

Bei allem Respekt vor Deiner großartigen Arbeit, BB, aber ich befürchte, dass Dir in Bezug auf diese Möglichkeit an Phantasie fehlt, zumal Du alles durch die Fehlfarben einer spenglersch-deutschnationalen Brille des totalen Zynikers und Kulturpessimisten betrachtest.

Das soll nun nicht heißen, dass die Baha'i-Eschatologie nun unbedingt besonders glaubwürdig sein muss. Aber abwegig finde ich sie nicht.

Beste Grüße,
Bernhard

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"Phantasie"

BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 21:27 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (1880 Aufrufe)

...dass Dir in Bezug auf diese Möglichkeit an Phantasie fehlt...

Nööö...Bernhard!

An "Phantasie" mangelt es mir sicherlich nicht.
Nur bin ich wohl in der Lage, eine Phantasterei
als wirklichkeitsfremde Narrenposse zu erkennen.

Beste Grüsse!
BB

--
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Was ist naiv - Weltfriede, oder der Versuch, einen solchen zu erreichen?

Bernhard_Berlin, Freitag, 19.08.2011, 21:33 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1835 Aufrufe)

...dass Dir in Bezug auf diese Möglichkeit an Phantasie fehlt...

Nööö...Bernhard!

An "Phantasie" mangelt es mir sicherlich nicht.
Nur bin ich wohl in der Lage, eine Phantasterei
als wirklichkeitsfremde Narrenposse zu erkennen.

Beste Grüsse!
BB

Bezieht sich das nur auf den Gedanken, dass ein dauerhafter "Friede auf Erden" nicht zu erreichen sein wird (worin ich Dir zuzustimmen geneigt wäre, Stephan Berndt übrigens auch), oder auch auf die Vermutung, dass es nach der 3TF genug Leute geben mag, die es zumindest (und wahrscheinlich erfolglos) versuchen würden?

Beste Grüße,
Bernhard

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Friedenskaiser

BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 21:49 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (2010 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 21:56

Hallo, Bernhrd!

"Danach" wird sicherlich lange Zeit Friede herrschen.

Wohl nicht, weil die Menschen selbst
sich radikal geändert hätten.

Sondern eher aus folgenden Gründen:
- weite Gegenden sind völlig entvölkert
- man hat einstweilen ganz andere Sorgen
- die Macht der jetzigen imperilalen
Staaten und Kriegszündler ist gebrochen
- das von jeher friedliche Deutschland gibt den Ton an (?)
- das "Reich" des Imperators umfasst ganz
Europa, und im INNEREN (!) gibt es keine
Kriege mehr: s. die augustäische "Friedenszeit".

Entsetzliche Bürgerkriege von 133 "vor" bis 30 "vor".

Augustus führte an den römischen Grenzen
während der "Friedenszeit" aber munter weiter
lauter römische Kriege!
=>
"Im sechsjährigen Kantabrischen Krieg von 25 bis 19 v. Chr. eroberten Augustus' Truppen
die letzten nichtrömischen Gebiete im Norden der iberischen Halbinsel ...
Um das Heer bei Arbeit und Laune zu halten,
führte der Friedenskaiser Augustus
mehr Kriege als die meisten seiner Nachfolger.

...und so weiter..."

Beste Grüsse!
BB

--
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Weltanschauungen

Bernhard_Berlin, Samstag, 20.08.2011, 00:17 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1796 Aufrufe)

Lieber BB,

ich danke Dir nochmal für die Zusammenfassung Deiner Sicht auf die Zeit nach der 3TF. Das erspart mir, mich mittels der Suchmaschine durch die vielen einzelnen Beiträge zu wühlen, insofern bin ich Dir sehr dankbar dafür.

Auch Dein Beitrag auf dem Gelben, worin Du Deine Weltsicht nochmal zum Ausdruck bringst, finde ich interessant. Ich respektiere sie, auch wenn ich sie nicht unbedingt teilen kann.

Persönlich liegen mir Ansätze, die Ethik und metaphysische Gesichtspunkte stärker betonen, wie man sie etwa in religiösen Lehren findet, mehr am Herzen. Der Endzweck eines Volkes, einer Kultur oder einer Nation besteht meiner Meinung nach nicht in Machtanhäufung und bloßem Sich-Durchsetzen in einem vorgestellten Existenzkampf, sondern in ihrer Fähigkeit, das menschliche Streben nach einem erfüllten Leben zu ermöglichen, was der Ethik eine zentrale Rolle zumisst.

Aber es liegt mir fern, über Deine Weltsicht an dieser Stelle zu urteilen, oder die Behauptung aufzustellen, meine Weltanschauung könne mit Sicherheit eine Berechtigung beanspruchen, die über die bessere Befriedigung emotionaler Bedürfnisse meinerseits hinausgeht. Jedoch denke ich, dass ich mit diesem Bedürfnis keineswegs allein, oder auch nur in der Minderheit bin.

Womöglich wird die Geschichte zeigen, welche sich dauerhaft als tauglicher erweisen wird. Wir werden sehen! :)

Beste Grüße und ein angenehmes Wochenende,
Bernhard

Widerspruch: Europa ist nicht altersbedingt impotent

DerBerliner, Samstag, 20.08.2011, 01:01 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1972 Aufrufe)

Geschätzter BB,

Deiner Sicht, daß Europa "altersbedingt Impotent" sei, möchte ich explizit und nachdrücklich widersprechen. Insbesondere dies als Deine Begründung dafür, daß seit 1945 keine Kriege mehr gegeneinander geführt wurden, halte ich für völlig abwegig.

Ich versuche, mich kurz zu halten:

1) Auch nach dem großen Desaster des WKII kamen immer noch die meisten und wichtigsten Innovationen und Geistesleistungen von Europäern, vor allem wenn man die gekauften, zwangsverpflichteten, erpreßten und/oder entführten Europäer hinzu zählt, die fortan dem neuen Babylon (VSA) dienen mußten.

Die Alternativen lauteten Cape Canaveral oder Nürnberg.

Keine andere Region dieses Planeten kann sich selbst seit 1945 auch nur annähernd mit den qualitativen und quantitativen Geistesleistungen Europas vergleichen. Der ferne Osten konnte bisher nur imitieren. Jeder Beweis, daß der ferner Osten zu wesentlichen eigenen schöpferischen Leistungen in nennenswertem Umfangs fähig sei, fehlt bisher.

2) Daß in Europa seit 1945 keine Kriege mehr gegeneinander geführt wurden, ist meiner Meinung nach ganz anderen Gründen geschuldet:

Für die geistig potentesten Teile Europas (die Gebiete der Deutschen im weiteren Sinne und der Romanen) gab es den Hägemon "Neu-Babylon", der dort alles dominierte und noch immer dominiert und dessen Interesse allein darin lag, Europa geistig und materiell auszubeuten und zu versklaven.

Erinnern wir uns daran, daß das britische Empire seine Größe und Macht dem permanenten Völkermord, Diebstahl und der Ausbeutung anderer Völker verdankte. Das neue Babylon ist das Werkzeug der City of London. Kriege würden die Ausbeutung massiv behindern. Schließlich wurde deshalb ja der dreißigjährige Krieg von 1914-45 von der CoL begonnen und geführt, auch um die renitenten und sich nicht unterwerfen wollenden Deutschen zu versklaven.

Daher halte ich deine Begründung für diesen relativen Frieden für völlig abwegig.

3) Eine geringere Kinderzahl hat nun rein gar nichts mit dem von Dir postulierten Alter eines Volkes oder einer Region zu tun, sondern findet seine Begründung fast ausschließlich im relativen Wohlstand, wie Beispiele aus Fernost (Japan, Korea, Taiwan) bestens zeigen, wo eine geringe Kinderzahl bei relativ hohem Wohlstand ohne staatlichen Druck gegeben ist (also anders als in China).

4) Die Ursache geistiger Potenz liegt nach meiner tiefen Überzeugung primär in einem relativ hohem Alter der inkarnierten Seelen. Das sozusagen physische Alter des betreffenden Volkes dürfte dafür völlig irrelevant sein. Ferner kommen tendenziell dem einzelnen Menschen die größten Geistesleistungen eher in höherem Alter, was genauso logisch und verständlich ist wie meine These, daß dies eine Folge größeren Seelenalters ist. Natürlich können wir alle wieder dies noch das Gegenteil beweisen.

Viele große Wissenschaftler und Erfinder haben bestätigt, daß die entscheidenden Eingebungen aus dem Unterbewußtsein und/oder im bzw. gleich nach dem Schlaf (Übergangsphase) gekommen sind, also aus einem uns ziemlich wenig bekannten und im Bewußtsein nicht zugänglichen Teil unserer Existenz, den ich jetzt mal als Arbeitstitel als "metaphysisch" bezeichne.

Ähnliche Erfahrungen habe ich sehr häufig selbst gemacht. Wenn ich ein technisches Problem habe, nehme ich mir vor dem Einschlafen vor, dazu eine Lösung zu finden, und nicht selten wache ich am nächsten Morgen auf und dabei oder kurz darauf fällt mir eine Lösung ein.

All dies spricht für meine Annahme, daß solche Geistesleistungen primär etwas mit dem Ausmaß des Bewußtseins (also des bewußten Seins) und damit auch mit dem Seelenalter zu tun haben, daß sie also ihre Ursache im Metaphysischen haben und nicht, wie von Dir postuliert, im sozusagen physischen Alter eines Volkes oder einer Region.

Ich hätte noch ein paar mehr Argumente, will es aber dabei belassen, um nicht allzu lang zu werden.

Mit herzlichen Grüßen
DerBerliner

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"Leistungen"

BBouvier, Samstag, 20.08.2011, 01:15 vor 5548 Tagen @ DerBerliner (1889 Aufrufe)

Hallo, DerBerliner!

Die von Dir aufgeführten "Leistungen" nach 45
sind schmal und schal, sind flach und nur noch
rein technische.

Im Vergleich zu der Epoche der Blüte der
abendländisch-europäischen Kultur wirken sie
fast peinlich und nehmen sich erbärmlich dürftig aus.

Beste Grüsse!
BB

--
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- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Das spricht nicht gegen Europa

DerBerliner, Samstag, 20.08.2011, 01:28 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1813 Aufrufe)

Hallo BB,

Das ist völlig richtig, jedoch gilt es generell und weltweit und kann deswegen schwerlich als Argument gegen die Potenz Europas verwendet werden.

Offensichtlich gibt es Epochen großer geistiger Leistungen und solche, die sich mehr auf das Materielle (Technik) konzentrieren.

Auch nach meiner Einschätzung sind technische Geistesleistungen geringer zu bewerten als große philosophische Leistungen, nur dürfte ganz einfach die Menge der potentiell möglichen technischen Geistesleistungen um ein Vielfaches größer sein.

Ferner bitte ich zu berücksichtigen, daß das gesamte 20. Jahrhundert direkt oder indirekt durch die Ideologie des Satannisten Karl Marx massiv beeinflußt war, dem sich nur wenige entziehen konnten.

Gruß
DerBerliner

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Wo die Henne - wo das Ei?

BBouvier, Samstag, 20.08.2011, 01:45 vor 5548 Tagen @ DerBerliner (1835 Aufrufe)

Ferner bitte ich zu berücksichtigen, daß das gesamte 20.
Jahrhundert direkt oder indirekt durch die Ideologie des
Satannisten Karl Marx massiv beeinflußt war, dem sich nur wenige entziehen konnten.

Gruß
DerBerliner

Hallo, DerBerliner!

Die Juden waren hunderte von Jahren zuvor
bereits in ihrem Zyklus in der Zivilisation
angekommen: Bei "Technik&Geld".

Ohne Nährboden wäre 1848 da rein gar nichts gediehen.
Mitte des 19. Jahrhunderts etwa begann das Ende
der europäischen Kultur und der Übergang in die
Zivilisation.
Darauf hatten die europäischen Juden lange Jahrhunderte
warten müssen ...und sie müssen sich bis dann vorgekommen sein,
wie ein Bänker, den es in den Urwald zu einem Eingeborenenstamm
verschlagen hatte.

Ganz natürlich schreibt dann Marx (!)
"Das Kapital"!

Und natürlich fällt es nun (!) auf fruchtbaren Boden:
Hundert Jahre zuvor hätte es doch überhaupt noch Niemand
verstehen können.

Wo die Henne - wo das Ei?

Beste Grüsse!
BB

--
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Zu Deiner sehr eigenartigen Sichtweise

DerBerliner, Samstag, 20.08.2011, 02:24 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1943 Aufrufe)

Hallo BB,

Die Juden waren hunderte von Jahren zuvor
bereits in ihrem Zyklus in der Zivilisation
angekommen: Bei "Technik&Geld".

Nein, die Ursache ist eine ganz andere: Das Judentum bietet keine Jenseits-Verkündigung (als nach meiner Kenntnis einzige Religion), sondern konzentriert sich vollkommen auf das Materielle, also allein auf die inkarnierte Existenz.

Für mich ist dies neben dem Rassismus und dem Herrschafts-Versprechen über andere Völker der dritte entscheidende Grund, weshalb ich die Lehre des "El Shaddai" (Tarnname JHWE) analog zur Aussage des JvN "Ihr habt den Teufel zum Vater" als eine satanische Religion ablehne, deren Ziel es ist, im Sinne der geistigen Kraft dahinter Zwietracht unter den anderen Menschen zu schaffen.

Da dieses hohe Geistwesen der "Fürst dieser Welt" ist, ist es nur logisch, daß eine Religion für "sein Volk" als sein Werkzeug sich ganz auf das Hier und Jetzt konzentriert. Sonst kämen ja höchst unangenehme Fragen auf!

Im übrigen unterstellst Du implizit (falls ich Dich nicht falsch verstehe), daß "im Zyklus der Zivilisation" das Materielle NACH dem Geistigen kommt.

Nach meinem Verständnis ist es genau umgedreht. Und mich würden gute Gründe für Deine These sehr interessieren.

Darauf hatten die europäischen Juden lange Jahrhunderte
warten müssen ...und sie müssen sich bis dann vorgekommen sein,
wie ein Bänker, den es in den Urwald zu einem Eingeborenenstamm
verschlagen hatte.

Also diese Aussagen finde ich - pardon, pardon - absolut irre - sofern ich sie richtig verstanden habe!

Du implizierst nach meinem Verständnis, daß das Christentum das primitivere Ethik-System (Eingeborenenstamm) sei. Pardon, wie kommst Du zu solchen Unterstellungen? Ich bin gespannt, es zu erfahren.

Ich würde im Gegenzug sagen: Hat das viel ältere Judentum in den Jahrtausenden noch immer nicht kapiert, daß Rache, Rassismus und die Betrügereien, die ihnen gegenüber anderen als den eigenen Volksgenossen durch ihr Ethik-System erlaubt sind, daß dies alles nur zu neuem Karma führt, aber Konflikte niemals lösen wird?! Das haben die noch älteren asiatischen Religionen schon viel früher erkannt und in ihre Lehren integriert.

Diese mangelnde Einsicht ist - aus Sicht des Judentums - allerdings bedingt verständlich, wenn man die aus dem Rassismus entstammende Herrschafts-Erwartung über andere Völker einbezieht, die El Shaddai seinem Volk verspochen hat.

Um diese ganze Diskussion - nur auf den ersten Blick - fernab der religiösen Aspekte mal auf den Punkt zu bringen: Hier geht es um Liebe und Vergebung versus Rache und Betrügereien.

Gruß von einem sehr verwirrten
DerBerliner

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"Vergeltung"?

BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 20:29 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (2008 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 20:54

Hallo, Bernhard!

"Baha'i" als Religion schätze ich hoch.

Das hier:
<"Ufer des Rheins! Wir sehen euch mit Blut bedeckt,
da die Schwerter der Vergeltung gegen euch gezückt wurden.">

...ist geschichtlich schlicht falsch.

Frankreich hetzte zum Kriege und stachelte
seinen Verbündeten Russland zum Zweifrontenkrieg
gegen Deutschland auf.
Und auch England war mit von der Partie:
Das wartete nur auf einen günstigen Vorwand,
das friedlich wachsende Deutschland ebenfalls kriegerisch niederzuwerfen:
=>
"Triple-Entente"

Russland machte Millionen Soldaten mobil,
und seine Heere marschierten im August 14
in Gewaltmäschen Richtung deutscher Grenze.
Und dann erklärte England Deutschland,
das allein bemüht war den europäischen
Frieden zu erhalten, den Krieg,
als sich Deutschland präventiv gegen den Verbündten
Russlands - Frankreich - wandte.

Und auch das hier, an den deutschen Kaiser:
<"Hab acht, daß Hochmut dich nicht hindere,
den Morgen göttlicher Offenbarung zu erkennen etc.">

...passte eher auf eine der üblichen Hetzreden des frz.
Ministerpräsidenten Poincaré!

Insofern hätte Baha'u'llah sich grotesk geirrt.
Oder aber - wovon ich eher ausgehe -
handelt es sich um eine Geschichtsdarstellung
bzw. Prophezeiung ex eventu,
die glatt der Feder eines Herrn Guido Knopp
entsprungen sein könnte. :-D

Und dieser "Antichrist", der befindet sich doch längst
in der Forumstonne ... auch wenn Berndt das wohl
noch immer nicht ganz begriffen haben mag.

Beste Grüsse Dir auch!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Vergeltung!

Bernhard_Berlin, Freitag, 19.08.2011, 20:57 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1871 Aufrufe)

Hallo, BB!

Na ich würde "Vergeltung", zumal in einem so unspezifischen Kontext, nicht auf die Goldwaage legen. Vergeltung wofür? Für den Sieg über Napoleon I? Über Napoleon III? Für den Ersten Weltkrieg?

Selbst wenn man, wie Du es hier tust, Deutschland die Schuld am Zweiten Weltkrieg voll und ganz abspricht (was, nebenbei bemerkt, wohl eher eine ziemliche Minderheitenmeinung selbst unter Leuten, die Guido Knopp nicht mögen, darstellt, wie Du sicher, bei allem treudeutschen Stolz, freimütig zustimmen wirst), so spricht das meiner Meinung nach keineswegs gegen die Formulierung, dass "die Schwerter" gegen Deutschland zur "Vergeltung gezückt" würden -- ob es sich um gerechtfertigte, oder nur vermeintliche Vergeltung handelt, dazu wird schließlich nichts gesagt.

Und dass etwa die Franzosen "Vergeltung" an Deutschland üben wollten, oder auch die Sowjets im Zweiten Weltkrieg, steht wohl außer Frage, unabhängig davon, ob dies nun gerechtfertigt zu nennen ist, oder nicht (diese zweite Frage mag man getrost Guido Knopp und Karsten Voigt überlassen).

Wie ich Baha'u'llah einschätze, so würde ich davon ausgehen, dass er sich nicht in die Untiefen einer solch kleinkarierten Diskussion begibt. Er sieht nur: Es gibt stunk, einer will dem anderen an die Gurgel, und jede Seite schreit nach "Vergeltung". Ich glaube kaum, dass er für die eine oder andere Seite Partei nimmt -- sondern gegen den Krieg.

Beste Grüße,
Bernhard

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Erster Weltkrieg

BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 21:23 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (1944 Aufrufe)

Hallo, Bernhard!

Die angebliche Prophezeiung bezieht sich
auf den Ersten Weltkrieg.
Und auf den deutschen Kaiser.
Klar erkennbar.
Und mein Kommentar ebenfalls.
Ebenfalls klar erkennbar!

Und mit dem II.WK - so sagen Manche - haben die Sieger Vergeltung
dafür geübt, dass Deutschland wieder auf die Beine kam. :-)

Beste Grüsse,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Rache für 1870/71

Bernhard_Berlin, Freitag, 19.08.2011, 21:24 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1872 Aufrufe)

Hallo nochmal BB!

Und Du meinst, es kam keinem Franzosen beim 1. Weltkrieg in den Sinn, Rache und "Vergeltung" für 1870/71 zu üben, wenn nicht gar für 1814 noch dazu?

Beste Grüße,
Bernhard

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aus dem Mausloch

BBouvier, Freitag, 19.08.2011, 21:32 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (1840 Aufrufe)

Hallo nochmal BB!

Und Du meinst, es kam keinem Franzosen beim 1. Weltkrieg
in den Sinn, Rache und "Vergeltung" für 1870/71 zu üben,
wenn nicht gar für 1814 noch dazu?

Beste Grüße,
Bernhard

Entschuldige bitte, Bernhard!

Du hast völlig Recht!
Ich hatte zu flüchtig gelesen!! :lookaround:

Dort steht ja:
"Weiter Vers 90:
"Ufer des Rheins!¹ Wir sehen euch mit Blut bedeckt,
da die Schwerter der Vergeltung gegen euch gezückt wurden."

Jau:
Es sind die Franzosen, die Vergeltung dafür verlangen,
dass sie dem Deutschen Bund 1870 den Krieg erklärt haben!

*aus dem Mausloch* :flower:
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Authetizität der Quelle

Bernhard_Berlin, Freitag, 19.08.2011, 21:39 vor 5548 Tagen @ BBouvier (1808 Aufrufe)

Danke für die Blume, BB! :)

Es bliebe natürlich die Authentizität dieser Quelle zu prüfen. Ich kenne sie nur in einer in den 1990ern veröffentlichten englischen und deutschen Übersetzung.

Vielleicht finde ich ja noch einen Baha'i, der des Persischen und/oder Arabischen mächtig ist, der mir versichern kann, dass dort im Vergleich zum Original nichts "hineingemogelt" worden ist.

Beste Grüße,
Dein Namensvetter Bernhard

Keine Vereinigung von Judentum, Christentum, Islam, Bahai

DerBerliner, Samstag, 20.08.2011, 00:12 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (2284 Aufrufe)
bearbeitet von DerBerliner, Samstag, 20.08.2011, 00:17

Hallo Bernhard,

zu dieser Diskussion möchte ich ein paar Gedanken beitragen, die sich allein um die kausalen Voraussetzungen und Annahmen drehen, die Bernhard hier eingeführt hat und die ich teilweise für grundlegend falsch halte.

Vorab: bei dem schwierigen Thema Religion pflege ich grundsätzlich zwischen zwei voneinander separat zu sehenden Aspekten auszugehen:

Einerseits der Frage des Gottesglaubens, die ich, wo immer möglich, auszuklammern versuche, weil dies eine rein persönliche Angelegenheit ist, über die man meiner Meinung nach sowieso nicht diskutieren kann. Leider geht das Ausklammern hier nicht.

Andererseits und viel wichtiger ist die Frage der Ethik, welche einer Religion entspringt und die für die Regeln des menschlichen Zusammenlebens (vulgo Gesetze) bestimmend ist.

Bei Bernhards Prämissen und Aussagen sind mir ein paar Fehler und Unmöglichkeiten aufgefallen:

"das Christentum vom Judentum emanzipiert"

Das ist ja wohl hanebüchener Unsinn!

Jesus von Nazareth (JvN) hat ein Ethik-System verkündet, das auf Liebe und Vergebung basiert und das deshalb und dadurch im totalen Gegensatz zu dem steht, was das Judentum damals praktiziert hat und leider bis heute noch immer praktiziert, nämlich einerseits die Regeln der Vergeltung (Auge um Auge...) und andererseits die höchst rassistische Vorstellung, daß sie das von Gott auserwählte Volk seien und daß deshalb bei den ethischen Regeln zu unterscheiden sei, ob diese gegenüber den eigenen Volksgenossen oder gegenüber Fremden (Goy = Vieh) gelten und anzuwenden sind.

Diese Unterscheidung, die sich im wesentlichen aus dem Talmud (also den Katechismus des Judentum) ergibt, ist nach meiner Kenntnis die einzige Unterscheidung bei ethischen Regeln in Bezug auf Mitmenschen bzw. "Vieh". Alle anderen Religionen (nach meiner Kenntnis) machen eine solche rassistische Unterscheidung nicht. Da das Judentum älter ist als alle anderen in Europa praktizierten Religionen, muß nüchternen festgehalten werden, daß insofern das Judentum den Rassismus erfunden hat.

Diesem Glauben hat JvN im übrigen explizit widersprochen: "Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt." Matth. 21,43. Ich glaube, daß an dieser Aussage viele Juden noch heute "schwer zu knabbern" haben.

Ferner hat JvN eine meiner Meinung nach allgemein nicht genug gewürdigte Aussage in Bezug auf die geistigen Quellen des Judentums getätigt, und damit meine ich diese Aussage gegenüber den geistigen Führern der Juden: "Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge." Joh. 8,44

Also: Wenn man eine Lehre einführt, die zur vorherigen im diametralen Gegensatz steht, dann ist "Emanzipation" wirklich der falsche Ausdruck.

"Wie wäre eine Vereinigung von Moslems und Christen anders vorstellbar, als in einer neuen Religion, die beide Vorgänger bestätigt und weiterführt?"

Eine solche Vereinigung ist (zumindest für mich) absolut unvorstellbar, denn auch die Lehre Mohammeds basiert im Kern auf den Grundideen des alten Judentum, allerdings (glücklicherweise) ohne die rassistischen Inhalte. Insofern ist in vielen Aspekten die Lehre des Massenmörders und Kinderschänders Mohammeds ein "Judentum light für das Vieh", dem man per Akklamationen beitreten kann, was im Judentum nicht möglich ist, denn man muß aus einer jüdischen Mutter geboren werden, um vollgültiger Jude zu sein. "Reinhaltung" ihrer Rasse ist dem Judentum extrem wichtig.

Wenn zwei Religionen sich in ihren fundamentalen Prinzipien derart widersprechen wie die Lehre des JvN und die des Massenmörders und Kinderschänders Mohammed, dann ist eine Vereinigung unter einem einheitlichen Ethik-System kaum vorstellbar.

Im übrigen wiederhole ich die geschichtlich eindeutig belegten Fakten des "Massenmörders und Kinderschänders" deshalb immer wieder, weil dadurch im Bereich des Gottesglaubens jedermann klarwerden muß, von welcher geistigen Kraft in diesem bipolaren System Mohammed seine Lehren erhalten haben muß: Sicher nicht von einem gültigen Schöpfergott, der entsprechend den Thesen des JvN seine Schöpfung liebt und dieser zu verzeihen bereit ist.

"Mit dem "geringeren Frieden" ist in der Baha'i-Theologie ein System kollektiver Friedenssicherung, mitsamt einer Weltregierung, eines Weltparlaments, eines Weltgerichtshofes und gemeinsamer Truppen gemeint. Dies herbeizuführen, ist aus Baha'i-Sicht der Beitrag zum schließlichen ewigen Frieden durch die Baha'i-Religion."

Das würde praktisch auf den Zwang zur totalen Unterwerfung aller Menschen unter dieses weltweite System bedeuten, also genau das was das Judentum und der Islam, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven und mit unterschiedlichen praktischen Auswirkungen, selbst als Ziel im Auge haben.

Auch hier stellt sich die Frage aus dem Bereich des Gottesglaubens, die jeder Mensch für sich selbst beantworten muß:

Kann ich mir vorstellen, daß ein Schöpfergott Menschen mit freiem Willen ausstattet, um anschließend von Ihnen zu verlangen, sich kritiklos und faktisch durch Zwang, also eben nicht durch freiem Willen, einem bestimmten Ethik-System zu unterwerfen? (Erinnern wir uns daran: das Wort Islam bedeutet "Unterwerfung".)

Oder kann ich es mir eher vorstellen, daß ein solcher Schöpfergott seine Kreaturen mit freiem Willen ausgestaltet hat, auf daß diese (möglicherweise in vielen Inkarnationen) ihre eigenen Erfahrungen machen und sich aufgrund dieser Erfahrungen und der daraus entstandenen Weisheit für ein bestimmtes Ethik-System frei entscheiden?

Noch mal ganz klar für die Blinden: JvN bot an, sich aus Überzeugung seinen Thesen anzuschließen. Unterwerfung wurde nie gefordert!

Für mich als Christ gibt es hier keine offene Frage. Allerdings sollte sich jeder Mensch bei der Diskussion solcher Themen diese Fragen selbst stellen und bitte für sich selbst beantworten.

BB schrieb:
"Ewigen Frieden" hinnieden jedoch können nur weltfremde
Theoretiker und Idealisten sich "denken".

Dem stimmig zu, allerdings wahrscheinlich aus anderen Gründen, denn ich bin der desillusionierten Überzeugung, daß diese Menschheit, die in der großen Mehrzahl aus sehr jungen, erst selten inkarierten Seelen mit entsprechend geringen Erfahrungen besteht, noch sehr viel Zeit brauchen wird, bis die große Mehrzahl der inkarierten Menschen erkennt, daß Kriege niemanden weiterführen und niemandem wirklich nutzen, sondern daß sie neues Karma schaffen. Nicht nur insofern scheinen mir die fernöstlichen Gedanken des Buddhismus, daß Karma aufgelöst werden muß, absolut plausibel und ich sehe hierin keinerlei Gegensatz zur Lehre des JvN.

Gleichwohl will ich dem Gedanken von Bernhard nicht widersprechen, daß möglicherweise die inkarnierte Satansbrut, die man üblicherweise als Hintertanen bezeichnet, die Absicht verfolgt, eine solche relativ unbeschriebene Religion als ideologischen Überbau ihres weltweiten Sklaven-Staates zu etablieren, den sie zu etablieren beabsichten. Das klingt logisch und könnte Teil des teuflischen Plans sein, dessen Umsetzung wir derzeit miterleben.

Es sprechen einige Aussagen von Bernhard in diesem Faden ebenfalls für diese These, weil sie bestens zeigen, wie viele Voraussetzungen für einen solchen satanischen Plan in höchstem Maße unkritisch akzeptiert werden (hier von Bernhard).

Über die Bahai weiß ich nicht genug, um darüber fundiert diskutieren zu können, allerdings kam mir schon früher der Gedanke, ob es sich dabei nicht um eine um Definition des Islam für die kulturell extremen hochstehenden Perser handeln könnte, die in vieler Beziehung den Arabern haushoch überlegen sind und auf diese traditionell hinab sehen (wohl oft zu Recht) und die Araber verachten. Dafür sprechen die Aussagen von Bernhard, daß lt. Bahai "Rassismus, Nationalismus, religiöser Fanatismus und Klassenhass werden den Gläubigen verboten und sollen überwunden werden".

Mit solchen Thesen kann man nur bei einem kulturell und intellektuell sehr hochstehenden Volk punkten wie es z.B. die Perser sind, in dem vermutlich ein hoher Prozentsatz älterer Seelen inkarniert ist, aber wohl kaum bei einem Barbaren-Volk wie den Arabern. Dort verkauft sich der extreme Machismo des Pädphilen namens Mohammed viel besser.

Dennoch liegt für mich der Verdacht nahe, daß beide Ideologien aus derselben geistigen Quelle entstammen, die sicherlich nicht diejenige ist, die ein JvN als seinen Vater bezeichnet hat. Die eine Variante für die Barbaren, die andere für die Intellektuellen, im Kern aber derselbe Wein mit unterschiedlichen Etiketten.

Jedenfalls halte ich die Aussicht auf eine Vereinigung der Religionen auch nach einem wie auch immer ausgelösten GAU für ziemlich unwahrscheinlich, wenngleich es mir plausibel scheint, daß sich die ursprünglich christlichen Völker wieder zu ihren geistigen christlichen Wurzeln besinnen, denn immer, wenn es den Menschen schlecht geht, erinnern sie sich an Religionen und deren Regeln. Geht es ihnen (zu?) gut, tanzen sie um das goldene Kalb. Das war schon immer so!

Im übrigen möchte ich BB ausdrücklich in seiner Beurteilung der Natur des deutschen Volkes zustimmen, denn im Gegensatz zu seinen Nachbarn war die Anzahl der von Deutschen ausgehenden Kriege, mal abgesehen von den vielen Bruderkriegen untereinander, sehr gering oder diese waren der Gefahr oder Aggression von außen geschuldet, wie dies insbesondere bei 70/71, bei WK1 und WK2 der Fall war. Im Vergleich dazu hat es immerhin Polen geschafft, innerhalb von nur rund 15 Jahren alle seine Nachbarn zu überfallen, einschließlich Deutschlands. Und die vielen Überfälle und Einfälle Frankreichs in die Länder der Deutschen möge jeder selbst nachlesen.

Pardon, es ging nicht kürzer.

Gruß in die Runde
DerBerliner

Weltanschauungen II

Bernhard_Berlin, Samstag, 20.08.2011, 00:30 vor 5548 Tagen @ DerBerliner (1862 Aufrufe)

Guten Abend DerBerliner,

es ging mir nicht darum, an dieser Stelle Weltanschauungen zu diskutieren, sondern wollte den Baha'i-Glauben nur in Bezug auf die vermeintlich seherisch unterfütterten Vorhersagen seines Stifters Baha'u'llah diskutieren.

Zu Deinen Ausführungen könnte ich einiges schreiben, aber ich halte das für müßig und nicht zweckdienlich. Keiner hier wird den anderen von seiner Weltanschauung überzeugen können, also bliebe nur Schall und Rauch.

Nur soviel: Die Bemerkung, das Christentum habe sich aus dem Judentum entwickelt, ist wohl unstrittig, wenn man eine historische bzw. religionswissenschaftliche Sicht annimmt. Jesus Christus war ein Jude, verstand sich als Jude und die ersten Anhänger der Frühkirche waren Juden. Die jüdische Bibel ist als Altes Testament auch in der christlichen Bibel enthalten. Die "Emanziptation" des Christentums -- weg von einer innerjüdischen Reformbewegung hin zu einer Universalreligion -- begann erst mit Paulus' Entschluss, das Wort auch Nichtjuden zu verkünden.

Nur diesen Umstand wollte ich mit dem Hinweis ausdrücken, das Christentum habe sich vom Judentum "emanzipiert". Denn ähnlich verhält es sich mit den Baha'i: Sie sind zwar vor islamischem Hintergrund entstanden, bilden aber inzwischen eine distinkte eigene Religion.

Beste Grüße,
Bernhard

Widerspruch

DerBerliner, Samstag, 20.08.2011, 01:18 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (1808 Aufrufe)

Guten Abend Bernhard,

ich stimme zu und will es unbedingt vermeiden, hier eine Diskussion über Religion-Inhalte zu führen, denn das ist sicher nicht das Thema dieses Forums.

Dennoch muß ich Deiner kurzen Darstellung der Entwicklung des Christentums sozusagen als Folge des Judentums widersprechen, obgleich ich zugebe, daß dies die offizielle Darstellung der Amtskirchen ist, die auch von allen von mir deswegen konsultierten Theologen (darunter zwei in der eigenen Familie) so bestätigt wurde.

Allerdings konnte mir keiner dieser Theologen bisher irgendwelche plausiblen oder gewichtigen Gründe dafür geben, so daß ich zu dem Eindruck gelangt bin, daß es sich hierbei um eine völlig unkritisch und unreflektiert übernommene These handelt, deren Ursprung man auch dort suchen (und meiner Meinung nach wahrscheinlich finden) könnte, wo etablierte Kräfte dieses neue Ethik-System des JvN als gefährliche politische Konkurrenz ansahen, zumal es ihnen ja jede Hoffnung und Anspruch auf die Herrschaft über alle anderen Völkern nahm und als Illusion darstellte, die denen von ihrem "Gott" (El Shaddai, Tarnname JHWE) versprochen worden war.

Deiner latent eher politische Aussage, daß JvN "Jude" war und sich als solcher verstand, muß ich schärfstens widersprechen, zumal diese These im eklatanten Gegensatz zu den beiden zuvor von mir zitierten und ziemlich politischen Zitaten des JvN stehen, in denen Er sich von diesem Volk nach meinem Verständnis zwar implizit aber ziemlich klar distanziert hat.

Ob JvN abstammungmäßig "Jude" war (im heutigen Sinne und Verständnis), ist nach Seinem eigenen Ethik-System völlig irrelevant (und wird im übrigen von durchaus seriösen Quellen angezweifelt).

Ich sehe im Christentum primär (nur?) unüberbrückbare Gegensätze zum Judentum und ich kann eine Folge nicht entdecken. Darum lehne ich die Einbeziehung des Alten Testamentes ab und vermute, daß genau dies aus politischen Gründen durch die Kräfte erfolgte, gegen die sich die Lehre des JvN richtete und die noch heute davon träumen, die Welt und alle Völker zu ihren Sklaven zu machen, wie es ihnen von El Shaddai versprochen worden war.

Dir Unterwanderung der Amtskirchen (bis zum Küssen des Korans) ist diesen geistigen Kräften plausibles Mittel zum Zweck. Und hier sind wir wieder bei der Politik.

Ich glaube, wir sollten es dabei belassen.

Eine besinnliche Nacht wünscht
DerBerliner

Einverstanden!

Bernhard_Berlin, Samstag, 20.08.2011, 03:17 vor 5548 Tagen @ DerBerliner (1804 Aufrufe)

Lieber Berliner,

das ist eine interessante Sichtweise und ich will ihr nicht weiter wiedersprechen. Ich denke, sie widerspricht meiner Bemerkung aber auch nicht.

Eine wundervolle Blume mag auf einem Misthaufen wachsen. Insofern kann man sagen, sie entstammt vom Misthaufen und hat sich aus ihm heraus entwickelt, obgleich sie nichts mit ihm gemein hat.

Ob und inwieweit man Judentum, Christentum, oder irgendeine andere Religion mit Mishaufen oder Blume vergleichen mag, will ich dabei mal außen vorlassen. Ich will nur darauf hinaus, dass Deine Aussage der Verschiedenartigkeit von Judentum und Christentum keineswegs der Aussage widerspricht, letztere Religion habe sich aus ersterer entwickelt.

Grüße,
Bernhard

We agree to agree

DerBerliner, Samstag, 20.08.2011, 03:31 vor 5548 Tagen @ Bernhard_Berlin (1830 Aufrufe)

Danke Berhard,

da sind wir völlig beeinander, denn daß die Zeit erst mal reif werden mußte für eine Lehre, die auf Liebe und Vergebung basiert, das dürfte außer Frage stehen. Insofern ist es ganz klar, daß archaische Prinzipien, auf denen das Judentum basiert, VORHER dagewesen sind bzw. sein müssen.

Dein Beispiel mit dem Nährboden (Misthaufen) finde ich sehr passend.

Siehe dazu auch, was ich im Replik auf BBhier schrieb.

Selbstzitat:
Hat das viel ältere Judentum in den Jahrtausenden noch immer nicht kapiert, daß Rache, Rassismus und die Betrügereien, die ihnen gegenüber anderen als den eigenen Volksgenossen durch ihr Ethik-System erlaubt sind, daß dies alles nur zu neuem Karma führt, aber Konflikte niemals lösen wird?! Das haben die noch älteren asiatischen Religionen schon viel früher erkannt und in ihre Lehren integriert.

Herzliche Grüße
DerBerliner (schon lange im Exil)

Fortschreitende Offenbarung

Bernhard_Berlin, Samstag, 20.08.2011, 03:48 vor 5548 Tagen @ DerBerliner (2117 Aufrufe)

Lieber Berliner im Exil,

vielleicht wird Dich interessieren, dass ich zwischen der Beziehung Judentum-Christentum einerseits, und Islam-Baha'i-Religion andererseits, viele Parallelen sehe.

Die Baha'i-Religion ist im Vergleich zum Islam ebenfalls sehr milde, betont stark die Lehre von der Vergebung als Gegengewicht zur Gerechtigkeit, fordert die Feindesliebe, preist das Martyrium unter Bedingungen der Verfolgung, ruft aber gleichsam zu Gewaltlosigkeit auf.

An vielen Stellen verweist Baha'u'llah auf Lehren Christi, etwa indem er den Ausspruch erneuert, der Gläubige solle dem König geben, was des Königs ist, aber Gott, was Gottes ist.

Während Judentum und Islam von im weitesten Sinne auch weltlichen Herrschern verkündet und gewaltsam verbreitet wurden, haben die Verkünder des Christentums und Baha'i-Glaubens jedoch als rein geistliche Kräfte betätigt und hatten unter Bedingungen der schweren Verfolgung zu leiden. Dadurch mögen sich Parallelen erklären.

Auch das "Nährboden"-Bild wird durch die Baha'i-Lehre widergespiegelt: Demnach hatte jeder Offenbarer, von Mose über Jesus bis Mohammed, seine jeweilige historische Mission. Keine ihrer Verkündigungen sei für die Ewigkeit, sondern die "jeweils beste Medizin" für die Krankheit des Menschen in ihrem jeweiligen historischen Kontext.

Diese Sichtweise erlaubt es einem, die aus heutiger Sicht fragwürdig erscheinenden Lehren Moses oder Mohammeds historisch zu betrachten und ihnen zuzugestehen, dass sie zur Zeit ihrer Verkündigung durchaus einen sittlichen Fortschritt darstellten, aus heutiger Sicht aber als veraltet anzusehen sich aufdrängen.

Immerhin war im hohen Mittelalter die frühe islamische Welt kulturell und wissenschaftlich dem Abendland weit überlegen. Und sicher stellte z.B. eine vierfache Polygamie unter der Bedingung, alle Frauen müssten versorgt werden können und der Ehe zustimmen, einen sittlichen Fortschritt gegenüber der von den vorislamischen Arabern praktizierten Raubharems und Kindstötungen von Mädchen.

Aber auch ich bewege mich hier allzu weit vom Thema weg und werde es deswegen mal auf sich beruhen lassen an dieser Stelle...

Ein angenehmes Wochenende!

Bernhard

Schablone, nur welche?

Klara, Montag, 29.08.2011, 23:14 vor 5538 Tagen @ Bernhard_Berlin (1653 Aufrufe)
bearbeitet von Klara, Montag, 29.08.2011, 23:21

Hallo Bernhard!
sicher passt dies oder jenes oder jenes oder dies und ich bin dir dankbar über dieses Fundstück. Laß es mit Interesse!
Nur.
Vergessen sollte man die damaligen politischen Verstrickungen nicht. Kaiser, Sultan, Engländer, Franzosen... Allein führte man diese weiter, jene Verstrickungen, kämen flux eins zwei drei solcherart Fantastereien herbei oder auch Warnungen. Ich lese diese daher zuallererst als Fantasia und nicht unbedingt als schauungsspezifisch relevant.
Wobei wir auch hier in dem von dem gl abgebrochenen Brei der Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch, zwischen Prophetie und Wunsch, banal Wille und Vorstellung liegen.
Denk ich mal so nebenbei ohne gross mir was dabei zu denken.
Denn heute und jetzt wissen wir nicht mehr, was der Schreiber wirklich dachte, was er wollte, wer er war (nicht jede dem herrscher oder jemand anderem zugeordnete Schrift muss auch zwangsläufig von diesem verfasst worden sein - siehe Auftragsschrift Luther oder dergleichen), welchen Auftrag er hatte, wer seine Auftraggeber waren, welcher Vertrag welcher Schrift vorstand etc. pp.

Lg Klara

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