Bewusstseinsfragen - Sehen , hören, filtern, erwarten
Hallo, zusammen,
Es heisst ja nicht umsonst Schauungen, oder Visionen, für unser Kernthema.
Eine visuell erhaltene Botschaft, ein Einblick, ist meines Erachtens nach viel eindrücklicher und meist hochwertiger als etwas nur inspiriertes– wie es bei den ganzen *Channelings* üblich ist.
Höherwertig wäre das Hellhören, das sich mitunter schwer vom lediglich Inspirierten abgrenzen lässt. So, wie etwa die Grundlagen des mormonischen Glaubens übermittelt worden sein sollen (**ich hörte**……).
Andererseits ist eine gehörte Botschaft bei spirituellen Medien immer konkret (echte Hellhörigkeit ist eine beeindruckende, wertvolle Gabe, die vielen geplagten Stimmenhörer wissen aber ein Lied davon zu singen, wenn ihnen ein Fopp- oder Quälgeist etwas einflüstert, oder es sich schlicht um eine Zwangserkrankung handelt) und nie ein zu interpretierendes Bild, nie ein Symbol, und was gehört wird, kann 1:1 weitergegeben werden. Bilder hingegen scheinen öfters Symbolgehalt zu haben. Entsprechend heisst es auch nicht, ich hörte, dass ein Engel eine Schale ausgoss, sondern, ich *sah*…..
Ende der Vorabbetrachtung.
Wenn wir den o.a. Fall als ernstzunehmend annehmen, werfen sich ein paar wiederum grundsätzliche Fragestellungen auf. Alle Wahrnehmungen werden ja im/über das Gehirn empfangen.
Wie Hope schon kürzlich darlegte: Wenn ein Dementer sagt, unter meinem Bett liegt ein Mann, dann ist das für ihn die Realität und nicht die Vermischung von Realität in dem Augenblick. Dass er einen Mann unter seinem Bett sieht, hat andere, aus der Vergangenheit bezogene, Ursachen.
Die subjektive Realität wird vom Gehirn gefiltert und festgelegt, wie die üblichen Beispiele zu optischen Täuschungen eindrucksvoll belegen 3D-Bilder, welche Linie ist länger, usw. – damit ist exemplarisch zu beweisen, wie sehr unsere Wahrnehmung von Filterungen und Umdeutungen unseres Gehirns abhängig ist.
Wenn jemand starke Überzeugungen hat, verinnerlichte Bilder quasi wie die Erinnerung an die Bilder aus der Vergangenheit (siehe oben), dann würden diese filternd auf hereinkommende Eindrücke wirken müssen. Vielleicht auch auslösend, so wie wir Verarbeitungsträume kennen, die das Tagesgeschehen aufgreifen.
Würde ich beispielsweise eine erscheinende Lichtgestalt mit Dornenkrone sehen, würde ich darin als Nichtgläubiger eben nicht Jesus erkennen wollen, sondern nur einen soweit anonymen Geist. Vermuten würde ich zuerst einen Ahnen, dann einen Geistführer/Schutzgeist oder aber ortsgebundenen Geist. Am wenigsten jedoch eine Gottesgestalt (wieso soll ausgerechnet mir Gott erscheinen, der würde sicher besseres zu tun haben).
Es gab bereits zu Fatima den Erklärungsansatz, dass es sich zwar um ein Erscheinungsphänomen handelte, dass die Interpretation als christliche Mutter-Gottes-Erscheinung aber nur bei den anwesenden, katholischen Gläubigen (mit extremer Erwartungshaltung !) möglich war, ein anwesender Chinese hätte vielleicht Licht gesehen, mehr nicht – denn es konnte in ihm nichts anschalten, was nicht im Gehirn als erwartetes Bild vorhanden war/ist. Und Phänomene sind seit Jahrtausenden in allen Kulturen bekannt.
Walter von Lucadou geht sogar (meiner Ansicht nach irrigerweise) soweit, alle Wahrnehmungen auf innere Quellen zu schieben, und alle psychokinetischen Phänomene den anwesenden Personen zuzuschreiben, weil er es grundsätzlich ablehnt, eine äussere Quelle für möglich zu halten. Das kann es auch nicht sein.
Damit sind wir wieder bei den Glaubensmustern und der Erwartungshaltung von Sehenden/Hörenden, und deren Einfluss auf die Wahrnehmungen.
Ist die empfangende Person sehr religiös, können die Eindrücke von irgendwoher aus dem Gehirn kommen, müssen keineswegs von aussen als Botschaft übermittelt werden. Aus kindlichen Erinnerungen etwa an Schauergeschichten, die irgendein Religionslehrer verzapft hat (insb. Dämonengeschichten, oder die Aussage, Eure Eltern werden in die Hölle kommen, weil sie geschieden sind, und dort im Feuer schmoren und von Teufeln gepiesackt werden, blah – ist keine Erfindung, sondern in meinem Umfeld so geschehen – das mit der Religionslehreraussage).
Wird unter Hypnose einem Probanden gesagt, man läge jetzt eine heisse Münze auf den Arm, und legt eine Münze mit Umgebungstemperatur drauf, wird sich eine Brandblase entwickeln – die subjektive Realität im Gehirn geht den objektiven Wahrnehmungen vor. Manche Leute sind Suggestionen besonders leicht ausgeliefert.
Siehe Therese von Konnersreuth, die auch Stigmata entwickelt haben soll – bei ihrer religiösen Erwartungshaltung ist das *kein Wunder*. (Ich habe aber auch schon von einem Fall von Stigmatisierung bei einem religiös völlig unbedarften Zeitgenossen gehört, der davon heimgesucht wurde.)
Würde jetzt die besessene Person absolut frei von solchen Hintergründen sein, wären die Aussagen wohl auf eine anwesende Wesenheit zurückzuführen. Bei Religiösen könnte man eine solche auch nicht von vorn herein ausschliessen. Nur, da diese objektiv schädlich wirkt, würde sie denn Wahres ausplaudern wollen ? Wie geht schädigende Aufdringlichkeit und Wohlwollen zusammen ?
Kommen noch Suggestivfragen hinzu, wird es nutzlos (aber Du siehst doch bestimmt, dass……Du bist doch auch der Meinung, dass……), wie ich dies vom Grossteil der seinerzeitigen Informationssammler vermute (Backmund, Pater Ellerhorst und Co., die waren, incl. Bekh, alle von der gleichen christlichen, katholischen Erwartungshaltung vorbelastet, nicht unähnlich Versicherungsvertretern, die sich aus der geschürten Angst vor Hausbränden ein Geschäft erwarten, einen Eigennutz verbinden – das macht verdächtig und gebietet zur Distanz).
Daher meine obige Nachfrage - denn die Möglichkeit von Besessenheit halte ich für durchaus existent. Die blossen Antworten ohne die vorherigen Fragen zu bewerten, erscheint mir hingegen zweifelhaft, wie das Funktionieren des Enkeltricks zeigt – da werden auch nur gegebene Informationen bestätigt.
Beste Grüsse vom Baldur