Kaiser, König, Präsident? (Schauungen & Prophezeiungen)

nickela, Montag, 09.04.2012, 12:55 vor 5315 Tagen (1524 Aufrufe)

Zitat BBouvier:

<"...sondern wie Napoleon oder die germanischen Könige
der Völkerwanderungszeit als Anführer,
der vom Volk anerkannt und für vom Schicksal oder Gott
auserwählt betrachtet wird - was dann Legitimation genug wäre.
Um die vierzig, ein Mann aus dem Volk (einfache Kleidung!),
charismatisches Auftreten, Führungsqualitäten...
passt doch prima für einen Mann des Neuanfangs.">
Hallo, Nickela!
Jau.
Meine Rede seit 1888.
Ein "Kaiser/König" eben etwas völlig anderes.
Und man sollte einen Panzerfahrer beispielsweise
auch nicht Jockey nennen, selbst wenn Jeder wüsste,
was denn eigentlich gemeint wäre.
Ein Monarch steht an der Spitze seines Volkes
und hat diese Position geerbt.
Seinem Volk soll er vor allem Glück und Heil bringen.
Die Staatsgeschäfte besorgt sein kompetenter Kanzler!
(schlichte, redliche Monarchen sind ein wahrer Segen)
Gleich nach ihm - mit ihm verwandt und versippt -
ist der Hochadel, der ihm fast gleich ist.
Nicht vergessen zu wollen:
Ein Monarch war kein doch Märchenkönig, sondern völlig
abhängig von der freiwilligen Folge seiner Vasallen:
Wenn die nicht wollten, dann hing so ein "König"
frei im Raume.
Hier jedoch fischt sich ein völlig unbekannter Machtmensch
eine abstrakte (!) "Krone" aus der Gosse, weil:
- die Republiken/Politiker die Völker gegen die Wand gefahren haben
- ein Machtvakuum herrscht
- die Menschen Europas gewohnt sind, dass sie gegängelt,
bevormundet, verwaltet, versorgt, belustigt, unterhalten, gleichgeschaltet
und sogar bestraft/ausgegrenzt werden, falls nicht systemkonform.
Sogar, dass für sie gedacht wird!
Weswegen also, sollte man den kommenden Führer falsch als einen "König" etikettieren -
wo er doch überhaupt keiner ist?
Nur, weil Seher den vor 150 Jahren irrig so benannt haben?
Nööö!
Grüsse,
BB

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Hallo BB,

bevor wir den Garabandal-Thread noch weiter zerfleddern, habe ich deine letzte Antwort in einen neuen Thread kopiert.

Gibt es denn neuere Prophezeiungen, die einen Präsidenten oder Diktator vorhersagen?

Die Frage, ob es sich um einen Präsidenten, König oder Kaiser handeln wird, beantworte ich für mich so, dass es wohl wirklich ein König oder Kaiser sein wird.

Jeder "große" erste König oder Kaiser einer Dynastie hat sich die Krone selbst aufgesetzt, mit Zustimmung des Volkes und der Eliten. So gesehen bei Napoleon, Karl dem Großen und Augustus. Zu den von dir aufgeführten Argumenten:

Ein Machtmensch wird sich den Titel und die damit verbundene Ideologie wählen, die am besten geeignet sind, als Grundlage seiner Pläne zu dienen. Gerade wenn (mehr oder weniger) gewählte Politiker in Republiken "die Völker an die Wand gefahren" haben, gerade wenn das dem Krieg vorangegangene Chaos sowohl Kommunismus als auch Kapitalismus diskreditiert haben, dürfte es für einen neuen Herrscher durchaus eine Option sein, zwischen den undiskreditierten Herrschaftsformen der Theokratie oder Monarchie zu wählen. Theokratie scheidet aus, weil es in keiner großen Kirche Seiteneinsteigeroptionen für Führungspositionen gibt. Bleibt die Monarchie.

Eine echte Monarchie alter Prägung braucht dann noch eine formelle kirchliche Legitimation, die man sich sowohl bei der katholischen als auch der evangelischen Kirche und orthodoxen Kirche holen kann, ggf. durch mehr oder weniger intensive Einbindung in zukünftige Staatsstrukturen. Aber das sind prakische Fragen. Ebenso wie eine geeignete "Propaganda", in der Kirche und Staat sehr effizient zusammenarbeiten könnten - was die vorhergesagte verstärkte Hinwendung der Menschen zur Religion nach der Katastrophe erklären kann.

Deshalb interpretiere ich ältere Prophezeiungen nicht unbedingt als "in religiöser Tradition dargestellt" bzw. deren eigene Deutung ihrer Schauung als "durch die religiöse Brille" erfolgt und dargestellt, sondern möglicherweise als echte Wiedergabe von Geschautem.

Schöne Grüße

Nickela

--
Et ess wie et ess, et kütt wie et kütt onn et hat noch emmer jot jang.

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Ich muss!

BBouvier, Montag, 09.04.2012, 16:04 vor 5315 Tagen @ nickela (1489 Aufrufe)

Gibt es denn neuere Prophezeiungen,
die einen Präsidenten oder Diktator vorhersagen
?

Hallo, Nichela!

Ja.
Eine habe ich da.
Die ist mir vor 15 Jahren rein zufällig zugeflogen.
Die Schwester eines Freundes (bei Trier, Ende 30 damals)
sieht gelegentlich von kleinauf.
Als ich die seinerzeit bei ihm kennenlernte, erzählte sie mir,
sie hätte mal etwas ganz merkwürdiges gesehen.
(von unserem Thema hatte sie noch nie etwas gehört)
- Vorplatz des Aachener Domes
- eine nicht überwältigend grosse Menge schlicht
gekleideter Leute dort harrt einer wichtigen Begebenheit
- ein paar wenige "Polizisten" grenzt die zum Platz hin ab
- ein eher jüngerer Mann mit blauem Hemd und offenem Kragen,
den sie nur von hinten sieht - dunkle/schwarze Haare -
geht zu seiner Krönung soeben in den Dom
- und sie "weiss" was er denkt - wie er sich fühlt:
"Ich muss!"


Ein Machtmensch wird sich den Titel und die damit verbundene
Ideologie wählen, die am besten geeignet sind,
als Grundlage seiner Pläne zu dienen.
Gerade wenn (mehr oder weniger) gewählte Politiker in Republiken
"die Völker an die Wand gefahren" haben,
gerade wenn das dem Krieg vorangegangene Chaos
sowohl Kommunismus als auch Kapitalismus diskreditiert haben,
dürfte es für einen neuen Herrscher durchaus eine Option sein,
zwischen den undiskreditierten Herrschaftsformen der Theokratie
oder Monarchie zu wählen
.

Ja.

Ebenso wie eine geeignete "Propaganda",
in der Kirche und Staat sehr effizient zusammenarbeiten könnten -
was die vorhergesagte verstärkte Hinwendung der Menschen zur
Religion nach der Katastrophe erklären kann.

Ja.

Deshalb interpretiere ich ältere Prophezeiungen
nicht unbedingt als "in religiöser Tradition dargestellt"
bzw. deren eigene Deutung ihrer Schauung als "durch die religiöse
Brille" erfolgt und dargestellt,
sondern möglicherweise als echte Wiedergabe von Geschautem.

Stimmt auch ...

Beste Grüsse!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Starkes Bild !

nickela, Dienstag, 10.04.2012, 00:39 vor 5314 Tagen @ BBouvier (1244 Aufrufe)

Hallo BB,

das ist ja ein starkes Bild, die Schauung deiner Bekannten!

Wer mit offenem blauen Hemd zur Krönung geht, den Gedanken "Ich muss" im Hinterkopf, der ist vom Volk gewollt und hat die nötigen Eliten hinter sich. Was da an Vorgeschichte gelaufen sein muss, dass es so weit kommt... Wirklich stark!

Auch wenn die Antwort höchstwahrscheinlich "nein" ist: Besteht die Möglichkeit, deine Bekannte persönlich kennenzulernen? Nicht um sie zu überfallen und auszuquetschen, eher für ein zwangloses Gespräch, bei dem das schöne Osterwetter genau so zur Sprache kommen kann wie das, was und wie sie gelegentlich sieht.

Schöne Grüße

Nickela

--
Et ess wie et ess, et kütt wie et kütt onn et hat noch emmer jot jang.

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Das offene Hemd

BBouvier, Dienstag, 10.04.2012, 01:24 vor 5314 Tagen @ nickela (1379 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Dienstag, 10.04.2012, 01:51

Hallo BB,

das ist ja ein starkes Bild, die Schauung deiner Bekannten!

Wer mit offenem blauen Hemd zur Krönung geht, den Gedanken "Ich muss" im Hinterkopf, der ist vom Volk gewollt und hat die nötigen Eliten hinter sich. Was da an Vorgeschichte gelaufen sein muss, dass es so weit kommt... Wirklich stark!

Auch wenn die Antwort höchstwahrscheinlich "nein" ist: Besteht die Möglichkeit, deine Bekannte persönlich kennenzulernen? Nicht um sie zu überfallen und auszuquetschen, eher für ein zwangloses Gespräch, bei dem das schöne Osterwetter genau so zur Sprache kommen kann wie das, was und wie sie gelegentlich sieht.

Schöne Grüße

Nickela

Hallo, Nickela!

Das offene Hemd ist sicherlich nicht 1:1!
Sondern weist auf persönliche Schlichtheit,
fehlende Egozentrik und Sachlichkeit hin.

Den grössten König Frankreichs, Henry IV,
- Vater Louis XIII -
fragte mal ein Besucher, wie er denn mit einem
Wams herumlaufen könne, das an mehreren Stellen
verschlissen und völlig ausgebleicht sei?
Der daraufhin:
"Ich besitze doch nur dieses eine hier!
Wenn ich es zum Flicken abgäbe, dann müsste ich bloss herumlaufen.
Und so ein paar Risse machen mir doch auch rein gar nichts."

Eine Unterhaltung mit dieser Schwester eines meiner
Freunde würde Dir forumsthemabezogen rein gar nichts bringen.
Sie hat diesbezüglich sonst nie etwas gesehen, sondern nur
gelegentlich Dinge aus dem rein privaten Umfeld.

Beste Grüsse!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Bezug zu meiner Grundlagenfrage

nickela, Donnerstag, 12.04.2012, 00:26 vor 5312 Tagen @ BBouvier (1128 Aufrufe)

Hallo BB,

ich habe gut nachgedacht über deinen Einwand und bin dabei letztlich wieder bei meiner Grundlagenfrage gelandet:

Viele Schauungen, gerade wenn sie komplex sind und lange dauern, sind sicherlich abstrakteren Charakters. Diesbezügliche Überlegungen aus diesem Forum zur Übersetzung komplexer oder für den jeweiligen Zeitgenossen unverständlicher Sachverhalte in Bilder, die er beschreiben kann, habe ich mit großem Interesse gelesen.

Meine kurzen "Blitzlichter" waren aber photographischer Natur, dafür halt kurz und praktisch unbrauchbar. Dazwischen kann ich mir ein ganzes Spektrum zwischen Abstraktion komplexer Sachverhalte und originalgetreuer Abbildung einfachster Bilder vorstellen.

Vor dem Hintergrund frage ich mich, ob so ein einfaches klares Bild wie einer, der vor wenigen Leuten bei geringem Polizeischutz mit Alltagsklamotten zur Krönung geht (neuer Stil, den die Leute verstehen, in neuem Imperium = gezieltes Propagandamittel?) nicht einfach photographischer Natur sein kann.

Deshalb würde mich auch deine Meinung zu meiner Grundlagenfrage interessieren: Wie verhalten sich meine simplen, dabei exakten präkognitiven Déja-Vu-Träume zu abstrahierenden Schauungen?

Gruß

Nickela

--
Et ess wie et ess, et kütt wie et kütt onn et hat noch emmer jot jang.

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