Rauch im Ried (Schauungen & Prophezeiungen)

Mirans, Baden-Württemberg, Samstag, 14.04.2012, 14:37 vor 5310 Tagen (2541 Aufrufe)

Hallo,

um nochmals auf die alte Diskussion um den Begriff „Ried“ zurückzukommen:
Hier glaube ich, die Lösung des Rätsels gefunden zu haben:
Es handelt sich wohl um das „Hessische Ried“, ein Teil des Oberrheingrabens.
Als nordöstlichen Ausläufer dieses Grabens finden wir den Vogelsberg, mit 2500 km² das größte
zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas (übrigens ein wunderschönes Wandergebiet).

Matthias Stormberger (Fassung von 1842):

Ein Himmelszeichen wird es geben, und ein gar strenger Herr wird kommen und den armen Leuten die Haut abziehen.
[...]
Über den Hühnerkobel, über den Falkenstein und über den Rachel werden sie kommen und rote Jankerl anhaben.
Über Nacht wird es geschehen. In einem Wirtshaus in Zwiesel werden viele Leute beisammen sein, und draußen
werden die Soldaten über die Brücke reiten.
[...]
Der erste Rauch wird im Ried aufsteigen.

http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/06/06H152/t6.pdf
http://www.staff.uni-mainz.de/mertz/deutsch/studierende/oberrheingraben/VulkanismusORG.pdf
http://www.geothermie-nachrichten.de/hessen-in-3d-virtuelles-modell-des-untergrunds-erleichtert-geothermische-nutzung
http://www.geopark-bayern.de/Public/Geologie/KarteVulkanismus.htm
http://www.hlug.de/index.php?id=7808&type=98

Zitat aus letztem Scharnier:

In weiten Teilen Hessens beträgt die durchschnittliche Untergrundtemperatur in
1000 m Tiefe 40-50 °C, während in der gleichen Tiefe im hessischen Teil des
Oberrheingrabens (hessisches Ried) Temperaturen bis zu 90°C
vorherrschen.

Hierzu passt wahrscheinlich inhaltlich und zeitlich der bekannte zweite Feldpostbrief vom 30. August 1914:

Beim dritten Geschehn soll Rußland in Deutschland einfallen und zwar im Süden bis Chiemgau,
und die Berge sollen da [= dann] Feuer speien, und der Russe soll alles
zurücklassen an Kriegsgerät. Bis zu Donau und Inn wird alles dem Erdboden
gleich gemacht und vernichtet.

Gruß
Mirans

--
"Die Herrschaft der Dummen ist unüberwindlich, weil es so viele sind, und ihre Stimmen zählen genau wie unsere." - Albert Einstein
http://psiram.com/index.php?lang=de

Avatar

Rauch im Ried

BBouvier, Samstag, 14.04.2012, 19:17 vor 5310 Tagen @ Mirans (2358 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Samstag, 14.04.2012, 19:23

Hallo, Mirans!

Diese Aussage, die im Böhmischen frei flottierte,
wurde einem rein fiktiven "Stormberger" zugeschrieben.

Und aus dem Kontext ergbt sich m.E.,
dass die Orte der Bilder allein im Bayerischen Wald zu suchen sind:
=>
"Wenn man auf den (böhmischen) Bergen steht,
wird man im ganzen (Bayerischen) Wald
kein Licht mehr sehen.
Wenn man herüber der Donau noch eine Kuh findet,
der soll man eine goldene Glocke umhängen.
Es wird aber wieder weitergehen.
Der erste Rauch wird im Ried aufsteigen.
Dort wird später ein große Kirche gebaut..."

Weiteres Zitat:
"Über den Hühnerkobel, über den Falkenstein
und über den Rachel werden sie kommen
und rote Jankerl anhaben.
Über Nacht wird es geschehen.
In einem Wirtshaus in Zwiesel werden viele Leute beisammen sein,
und draußen werden die Soldaten über die Brücke reiten.
Die Berge werden ganz schwarz werden von Leuten.
Die Leute werden aus dem Wald rennen.
Wer zwei Laib Brot unterm Arm hat und einen verliert,
der soll ihn liegen lassen, denn er wird mit dem einen Laib
auch reichen.
Die Leut, die sich am Fuchsenriegel verstecken
oder am Falkenstein, werden verschont bleiben.
Wer's übersteht, muß einen eisernen Kopf haben."

Nichts von alledem in Hessen.

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Heureka

Baldur, Samstag, 14.04.2012, 19:47 vor 5310 Tagen @ BBouvier (2231 Aufrufe)

Hallo, BB,

Nichts von alledem in Hessen.

dann vielleicht in Garabandal ?

Beste Grüße vom Baldur

Avatar

Donauried am Bogenberg - Kirche Oberalteich

BBouvier, Samstag, 14.04.2012, 20:09 vor 5310 Tagen @ BBouvier (2565 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Samstag, 14.04.2012, 20:28

Untig das Donauried beim Bogenberg.
Der Mär nach verbrachte der Stormberger seine alten Tage
im Kloster Windberg - daher auch sein Name -
in Sichtweite des Bogenberges mit seiner berühmten Wallfahrtskapelle.
Und vom Kloster Windberg aus kann man das Donauried
bestens sehen.
[image]
Links - knapp aussehalb des Ausschnittes -
die weiter untige Kirche Oberalteich!

Kloster Windberg:
=>
[image]

... von wo aus ein fiktiver"Stormberger"
das Ried bestens sehen kann.

Und hier die Kirche Oberalteich im Ried -
ebenfalls in Sichtweite (rund 9.000 Meter) von Kloster Windberg:
=>
[image]

Und dort wird diese Kirche angeblich wohl wieder aufgebaut:
"Der erste Rauch wird im Ried aufsteigen.
Dort wird später eine große Kirche gebaut..."

Kloster und Kirche wurden 1803 - zur Zeit der Entstehung
der "Schau" - im Rahmen der Säkularisierung aufgelöst
und verkauft.
1847 wurden die historischen Grabdenkmäler
aus der Klosterkirche nach Vilshofen gebracht
und dort zum Bau eines Dammes verwendet.

Also liegt damals die Idee in der Luft:
"Dort wird später eine große Kirche gebaut..."

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Avatar

der erste Rauch (danach) wird im Ried aufsteigen

BBouvier, Samstag, 14.04.2012, 22:04 vor 5310 Tagen @ BBouvier (2145 Aufrufe)

Etwa so.
=>
[image]

Zitat:
"Es wird aber wieder weitergehen.
Der erste Rauch wird im Ried aufsteigen.
Dort wird später eine große Kirche gebaut..."

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Gebirge bedeutete immer Armut

Baldur, Samstag, 14.04.2012, 22:28 vor 5309 Tagen @ BBouvier (2186 Aufrufe)

Hallo, BB,

im Rahmen der Diskussion im Sawiris´ Projekt in Andermatt sagte neulich jemand im Fernsehen (ein Architekt) einen eindrücklichen Satz: das Leben im Gebirge war immer gleichbedeutend mit Kargheit und Armut.
Erst der Fremdenverkehr führte dazu, daß dies seit kurzem nicht mehr galt/gilt.

Insofern ist zu erwarten, daß in einer weniger wohlhabenden Zeit (oder Not-Zeit) die frühere Situation wieder anzutreffen sein wird.

Wo es eben und fruchtbar ist, und warm, geht es besser, als hoch droben am kalten, kargen Berg.

Und zuerst wird es unten wieder losgehen. Im Ried.

Aber ganz natürlich im Donauried. Meine Ahnen stammen teils aus dieser niederbayrischen Ecke. Die kamen zeitlebens (gemäß Ahnenforschung) nie aus ihrem Kaff heraus. Vielleicht mal nach Passau. Das wars dann schon. Von Hessen wußten die vermutlich nur, daß es irgendwo liegen mußte. Bevor die Erdscheibe zuende ist. Daß es da auch ein Ried geben könnte, lag sicherlich weit jenseits jeder Überlegung. Im Jahre 18irgendwas.

Aber andererseits, darauf muß man erst mal kommen.....Stromberger und Hessen.....

Beste Grüße vom Baldur

Ried gibts auch in Österreich

Buffy441, Samstag, 14.04.2012, 22:45 vor 5309 Tagen @ Baldur (2124 Aufrufe)

man sollte mal die Namensherkunft erkunden,

Wikipedia spuckt folgendes aus:

Ried ist
ein Flurname für Rodungsgebiete, siehe Rodungsname
oberdeutsch für Moorgebiet, siehe Moor
eine Nutzfläche in einem Weinberg
ein typischer Vegetationsbestand der Pflanzensoziologie, siehe Röhricht
Schilfrohr als Baustoff, siehe Reet


Und es gibt Dutzende Orte namens Ried in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und sogar in Frankreich.

Avatar

es gibt Dutzende Orte namens Ried

BBouvier, Samstag, 14.04.2012, 23:28 vor 5309 Tagen @ Buffy441 (2134 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Samstag, 14.04.2012, 23:35

<"es gibt Dutzende Orte namens Ried in Österreich, Deutschland,
der Schweiz, den Niederlanden und sogar in Frankreich
.">

Stimmt, Buffy!

Jedoch:

1.
Heisst es
=>
"Der erste Rauch wird im (!) Ried aufsteigen."

2.
Und dieses Ried (= Schilf-Feuchtgebiet)
sollte sich an der Donau am Rande des Bayerwaldes befinden.
Zuförderst im näheren Umkreise des Klosters Windberg.
Dort nämlich, wo diese Schauungen herstammen.
Und wo ja auch auch sämtliche anderen
Orts- und Geländebezeichnungen vorkommen.

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Avatar

"Stromberger" ist ein simpler Tippfehler : - )

BBouvier, Sonntag, 15.04.2012, 15:03 vor 5309 Tagen @ Mirans (2084 Aufrufe)

– kein Text –

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Danke

Mirans, Baden-Württemberg, Samstag, 14.04.2012, 23:06 vor 5309 Tagen @ BBouvier (2072 Aufrufe)

Hallo BB,

"Es wird aber wieder weitergehen.
Der erste Rauch wird im Ried aufsteigen.
Dort wird später eine große Kirche gebaut..."

danke für den konstruktiven Beitrag!
Ist ja nicht ganz selbstverständlich hier.

Gruß
Mirans

--
"Die Herrschaft der Dummen ist unüberwindlich, weil es so viele sind, und ihre Stimmen zählen genau wie unsere." - Albert Einstein
http://psiram.com/index.php?lang=de

Avatar

völlig überraschend

BBouvier, Samstag, 14.04.2012, 22:59 vor 5309 Tagen @ BBouvier (2254 Aufrufe)

"Über den Hühnerkobel, über den Falkenstein und über den Rachel
werden sie kommen und rote Jankerl anhaben.
Über Nacht (= völlig überraschend) wird es geschehen...
"

Das ist immerhin bemerkenswert.
Und dabei fällt dem Leser heuzutage nur deswegen nichts auf,
weil gar keine Kriege im herkömmlichen Sinne mehr geführt werden:
Sondern nur noch lauter völlig überraschende Friedensmissionen.

Seinerzeit jedoch - in der napoleonischen Ära - wurde vor Kriegen
einige Zeit verhandelt, dann schliesslich und feierlich der Krieg erklärt.
Dann passierte meist eine ganze Weile erstmal rein gar nichts.
Man zog man Truppen zusammen - man brachte die Regimenter
auf Kriegsstärke ... es wurden feierliche Grossparaden
abgehalten ... und womöglich erst im folgenden Frühjahr
zog man los, Richtung eigener Landesgrenze und dem gegnerischen Lande.
Mühsam, auf üblen Schotter- und Sandwegen, quälte man sich voran
und brachte so die ersten paar paar hundert Meilen hinter sich:
Was allein schon einige Wochen dauerte!

Hier jedoch:
Völlig überraschend ist der Feind vor der eigenen Haustüre:
"In einem Wirtshaus in Zwiesel werden viele Leute beisammen sein,
und draußen werden die Soldaten über die Brücke reiten.
"

So, dass die Grenzbewohner die Kolonne und "es herrscht Krieg!"
überhaupt erst mitbekommen, wenn der Feind mitten
im Dorfe ist:
Und das zu heutigen Bedingungen!

Heisst:
Valide Aussage! :ok:

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Drucken RSS Thema