Ich habe das Buch von Stephan Berndt auch gelesen, und halte das Strafenregister Alois Irlmaiers nicht für besonders aussagekräftig in Bezug auf seine seherischen Fähigkeiten. Zum einen, weil er nie wegen Gaukelei verurteilt wurde, und bei der einzigen Anklage wegen Gaukelei auf eindrucksvolle Weise freigesprochen wurde. Zum anderen habe nicht nur ich den Eindruck, dass er kein Bandit war, sondern wegen vieler kleinerer Vergehen, die aus seiner Armut resultierten, verurteilt wurde: "Die Details aus Irlmaiers Strafregister verdeutlichen jedenfalls, dass Irlmaier kein Krimineller war, sondern fortdauernd in massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte" (s. S. 194). Deshalb hat er wohl auch viele kürzere Gefängnisaufenthalte gehabt, die er durch Bezahlen einer Geldstrafe hätte vermeiden können...
Abgesehen davon hat wohl praktisch jeder irgendwo eine "dunkle Seite", und Irlmaier war schließlich auch ein frommer katholischer Mensch, der im Herbst seines Lebens noch eine Marienkapelle errichten wollte. Von daher ist es für mich auch unverständlich, warum ausgerechnet ein Pfarrer ihn vor Gericht bringen wollte...
Gruß
Rico