Hallo Taurec,
"...werden drei Sommer dort bleiben, bis sie wieder heimkommen. Dann ist Frieden und ich sehe die Weihnachtsbäume brennen."
Da Irlmaier das nur nebenbei erwähnt und keinerlei weitere Informationen, etwa eine Beschreibung der Bilder dieser Besatzung, gibt, muß man sich bei ihm schon fragen, ob er es nicht von einer älteren Quelle abgeschaut hat. (Wüßte aber nicht, welche...)
"Der Krieg wird beginnen, wenn die Ähren sich voll neigen, wird seinen Höhepunkt erreichen, wenn die Kirschen zum drittenmal blühen. Den Frieden schließt der Fürst zur Zeit der Christmesse."
Wenn man "Kirschen zum drittenmal blühen" als Vorlage für die "drei Sommer" und "Christmesse" (also am 24. Dezember) für die "Weihnachtsbäume brennen" ansehen will, dann bezog sich Irlmaier möglicherweise auf eine der Varianten der "Eschweiler Weissagung":
"1917 (Süddeutsche Ztg. 17. 3.) wurde die Weissagung eines fliehenden Klosterbruders von 1701 im
Hl. Geist-Kloster zu Wismar gefunden. Sie bringt den Eschw. Text, aus der echten Birkenbaum-Weissagung von 1701 ergänzt (vgl. Volk d. Siebengestirns usw.).
...
Sie schließt: 'Der Krieg wird beginnen, wenn die Ähren sich voll neigen...' " (siehe oben)
Quelle:
Bächtold-Stäubli, Hanns (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Lexikon: Weltkriegs-Weissagung. , S. 26378/9
(vgl. HWA Bd. 9, S. 485)
Wenn Irlmaier sich mit seiner Aussage auf diese oder eine andere Vorlage bezogen hätte, kann sein Motiv auch gewesen sein, daß er die Übereinstimmung seiner eigenen Voraus-Sicht mit einer historischen Weissagung unterstreichen wollte.
Gruß
Ulrich