Moin Detlef!
Passend hierzu genoss ich gestern ein von jungen Oberammergauern sehr gut aufgeführtes modernes Mysterienspiel des Tirolers Felix Mitterer: „Krach im Hause Gott“. Gottvater hielt da, wieder einmal, ein Jüngstes Gericht, zu dem er seinen Sohn, den Heiligen Geist und Satan, den ehemaligen Erzengel, einberief. Gegen seinen Willen stieß später noch die Gottesmutter hinzu, deren Teilnahme von Jesus vehement befürwortet wurde. Gottvaters Absicht war, die Menschheit von der Erde zu tilgen, weil sein Versuch mit ihr bisher nicht das erwünschte Ergebnis gezeitigt hatte. Der Heilige Geist unterstützte Gottvaters Wunsch, mit den Menschen (inklusive Tieren, Gewürm und Ungeziefer) endlich Schluss zu machen, Jesus und der Satan waren – mit unterschiedlichen Argumenten – dagegen. Gott ermüdete und verwirrte das vorgebrachte Für und Wider (Wider auch gegen ihn selbst) am Ende so sehr, dass er die Entscheidung vertagte. Auf „morgen“. Wobei dieses „morgen“ nicht mit unserer Vorstellung von „morgen“ vergleichbar sein muss. Also auch von dieser Seite eine frohe (?) Botschaft Richtung nochmaligem Aufschub des Weltuntergangs, genauer: des irdischen Lebens.
Gruß
Richard