Hallo Kuddel,
du hast es richtig gesehen, dass die Bedeutung von Zahlen und Wörtern in manchen Sprachen übereinstimmen. Entsprechend wird dann in Mathematik, Kunst und Literatur die Anwendung. Bei der Thora, dem Alten Testament, war diese Anwendung sehr sinnvoll. Sie verband die schlichte Erzählung mit wichtigen, tiefgründigen Lehren. Analoge Muster weisen auch die in Sanskrit verfassten heiligen Texte auf. Während sie in östlichen Ländern eine weitgehend sprachlich ungebrochene Tradition aufweisen, kam es im Westen zu einem sprachlichen Bruch. In Griechisch und Latein wurden die Kirchensprachen und Traditionen fortgeführt, aber der innere Sinn erschloss sich nicht mehr.
Mit dem Verlust dieses Wissens kam ein ziemliches Kuddelmuddel aus sinnlosen Befürchtungen, Träumen und absurden Kombinationen, eine undurchschabare Mystik. Das verwirrte in angeblichen Traumdeutungen, und schuf dazu jede Menge Blockaden gegenüber religösen Ansichten.
Beispiel:
Nach äußerer Sicht wird der Brauch gehalten, den 7.Tag der Woche zu heiligen und 6 Tage zu arbeiten. Die moderne Gesellschaft hätte es gerne umgekehrt, 6 Tage nichts tun, einen Tag arbeiten. Die Hochöfen und Krankenhäuser halten sich nicht daran. Verschiedene Meinungsturbulenzen entstehen daraus. Als das Gebot verfasst wurde, kannte man die Bedeutung der Zahlen. Die Zahl sieben wurde gleich geschrieben wie zufrieden sein oder wie eindringlich bitten. Sechs klingt als sch esch, weil es gibt oder ist als schusch (optisch, geschrieben gleich) Freude. Es wurde verstanden, dass die Zufriedenheit aller besonders heilig zu halten sei und alle Arbeit letztendlich der Freude dienen soll. Ein Rabbi machte vor einigen Jahren die Weltpresse auflachen mit einer Feststellung: Nasenbohren ist verboten am Sabbath (= 7.Tag oder Ruhe bleibt). Die "innere" Bedeutung erschloss sich nicht, Missverständnis kam heraus. Er meinte Nase=af=Zorn. Im Zorn bohren wäre bei Ruhe verboten.
Mykene