Hallo Omerta,
"Der wohl wichtigste Transit der letzten Jahrhunderte wird in Kürze stattfinden. Vergleiche der Begebenheiten der letzten 1000 Jahre menschlicher Chronik zeigen erstaunliche Parallelen. Die anschwellenden Energiemuster bringen jetzt noch kompliziertere und anspruchsvollere planetare Aktivitäten mit sich, die uns in den kommenden 18 Monaten beeinflussen werden. Jeder wird es spüren. Jeder auf seien Art und Weise unterschiedlich darauf reagieren. Eine Epoche geht zu Ende und eine neue Epoche wird beginnen.
Am 23. Dezember wechseln die zwei mächtigsten Schicksalssterne die Zeichen. Die beiden mystischen Mondknoten gehen bis 12. Juli 2014 in die Waage und in den Widder. Bis 13. Januar 2013 wird dieser Transit abgeschlossen sein, der uns für 18 Monate prägen wird. Die Zeit zwischen 23. Dezember und 23. Februar wird als eine Art Nacht bezeichnet."
Das ist doch blabla.
Das machen die Mondknoten im Durchschnitt so alle 18 1/2 Jahre. Diese "mystischen Schicksalssterne" sind nicht mystisch und schon gar keine Sterne, noch nicht einmal physische Körper. Es handelt sich um die beiden gegenüberliegenden Schnittpunkte der Umlaufbahn des Mondes um die Erde mit der Ekliptik.
http://wiki.astro.com/astrowiki/de/Mondknoten
Was nicht heissen soll, daß sie nicht zur Bestimmung der Zeitqualität herangezogen werden, aber selbst BBouvier's "Hugo Hamper" ist mystischer als die Mondknoten.
Und außerdem meint dieser Swami Durch-einanda offensichtlich den siderischen Tierkreis, dessen Beginn unter indischen Astrologen so umstritten ist, daß es irgendwann sogar den Versuch gab, diesen staatlicherseit per Basta-Beschluss zu definieren. Im tropischen Tierkreis dümpeln die Knoten noch einige Zeit im Skorpion.
Ich bin nur dann bereit, mich über Wert oder Unwert des obigen astrologischen Befundes mit Dir auszutauschen, wenn Du mir versicherst, den akribisch recherchierten Artikel "Was ist dran am siderischen Tierkreis?" von Dieter Koch vorher gelesen zu haben:
http://www.astro.com/astrologie/in_vedic_g.htm
der Umstand von großen Zyklen ist mir sehr wohl bekannt, da ich aber gerade ein Freund von Zahlen bin hat mich die klare zeitliche Aussage in diesem großen Zusammenhang angesprochen:
da geht's Dir wie mir, und ich bin fündig geworden:
Die beiden Vermutungen, die ich zunächst finden konnte, auf wen dieser Unsinn zurückgeht, zeigten zum Einen in Richtung "ISKCON", das ist die "Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein" des verstorbenen A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, zum Anderen in Richtung der "TM"-Bewegung, "Transzendentale Meditation " des "Maharishi Mahesh Yogi".
Beide Vermutungen scheinen falsch zu sein.
Tatsächlich führt die Spur der "stillen Post" zu einem Artikel des britischen Astrologen Adam Smith zurück, den dieser Anfang des Jahres 2012 hier veröffentlichte:
http://www.astroboogie.com/articles.htm
und dann noch einmal am 12. Dezember 2012 hier kommentierte:
http://adamzodiac1.blogspot.co.uk/
Ich fasse mal zusammen, wie ich ihn verstehe:
Wenn man als Beginn des (im Dez. 2012 abgelaufenen) Maya-Zyklus den 11. August 3114 v.Chr. akzeptiert und wenn man sich außerdem der Meinung anschliesst, daß der Beginn des Kali-Yuga im Jahre 3102 v.Chr. auszumachen sei, dann liegen zwischen diesen beiden Zeitpunkten "nur" 12 Jahre. Wenn man weiterhin ein Textschnipsel ernstnimmt, das "5000 Jahre nach Beginn des Kali-Yuga" eine kleine Erholpause von 10.000 Jahren verspricht ("mini-Golden age – Sat Yuga"), dann könnte man für deren Beginn ja eine astrologische Entsprechung suchen, die diesen Wechsel versinnbildlicht. Adam Smith hat sich für die siebenmalige Folge des Uranus-Pluto-Quadrates entschieden und umrissen, warum er diese Wahl getroffen hat:
"This period of transition could be accounted for by the series of Uranus-Pluto squares, which continue until 2015. Pluto in earthy Capricorn resisting the fiery energy of Uranus in Aries is pretty volcanic, and also describes the power struggle between old and new."
Mit dem einschränkenden Hinweis: "Yet while Uranus-Pluto squares are generational, they are not epoch-defining." !!!
mit einem historischen Hinweis: "The last such configuration was in the 1930s, during the Great Depression and the rise of Hitler. What must people living in Eastern Europe at that time have thought? The end must surely have seemed nigh."
und schließlich mit einem skeptischen Selbszweifel seiner eigenen Interpretation:
"There is always a tendency to invest our own time period with historic significance. Whether all this is valid, or whether the verse in the Puranas is an interpolation, we can see and feel big changes in the world."
Fazit:
Da wurde also kein Termin / Datum vom Beginn oder Ende einer Epoche astrologisch errechnet, sondern da machte jemand den Versuch, die indische (mythologische) Kalenderrechnung mit astrolgischen Daten zu synchronisieren, und das ist etwas völlig anderes.
Der Artikel von Smith wäre vermutlich nicht weiter beachtet worden, wenn nicht David Wilcock, der von sich behauptet, er sei der reinkarnierte Edgar Cayce (Wer lacht da ?!), die Sache mit der 12-Jahre-Differenz-Übereinstimmung aufgegriffen hätte, zur "Synchronizität" hochjubelte, und unter Verschweigung der Quelle, wie das bei ihm üblich ist, anonyme "indische Astrologen" als Herkunft dieser Idee für die Datierung der Periode des "Samavartaka-Fire" nannte. Ein Hochstapler eben, was will man erwarten.
Da Wilcock zu den Sumpfblüten gehört, von denen eine ganze Generation Pseudo-Eso-Lebenshilfe-Dienstleister abschreibt, wundert es nicht, daß diese verballhornte Version der originalen (und originellen!) Idee von Adam Smith nun allerorten, so auch bei "Ganusch" alias Joachim F. Nusch auftaucht. Aber das wirft meines Erachtens ein zweifelhaftes Licht auf ihn.
Gruß,
Ulrich