Auch wenn folgende damalige Begebenheit leider keinerlei Erkenntnisse über etwaige zukünftige Ereignisse aufzubieten hat, möchte ich sie trotzdem zur Kenntnisnahme hier verewigen.
Zwischen 1995 und 1996 war ich mit einer gleichaltrigen jungen Frau liiert. Wir waren damals beide gerade volljährig.
Ihre Besonderheit war ihr Unvermögen dauerhaft geistig anwesend zu sein.
Die schulischen Leistungen stimmten zwar, aber ihre Aufmerksamkeit war ungewöhnlich selektiv und sprunghaft.
Auch wenn es für mein Empfinden pathologische Züge hatte, so glaube ich doch, daß
sie zumindest über feine Antennen verfügte.
Doch leider war das nie von wirklichem Unsinn fein zu trennen.
Hier stimmt der Umkehrschluß von: Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.
Von einer möglichen prägkognitiven Gabe hat sie beiläufig mal berichtet.
So will sie den Besuch ihres Bruders samt Türklingel bereits vor eintreffen der Tatsache
erfahren haben.
Ich kann mich auch an eine Begebenheit erinnern, wo mir eine Kellnerin bestätigt hat, daß
meine damalige Freundin ihr ihre Schwangerschaft prophezeit hatte.
Zu derlei scharfsinnigen Prognosen ist aber wohl auch mancher Mensch ohne besondere
Gabe befähigt. Meine letztes Jahr verstorbene Großmutter sah meiner Verlobten die Schwangerschaft bei der zweiten Begegnung auch bereits an.
Beinahe beängstigend war hingegen eine Erfahrung mit ihr, als ich ihr nächtens wohl unabsichtlich die Bettdecke stahl:
Kurz zuvor in scheinbar tiefstem Schlaf, erhob sie sich über mich, blickte mich mit offenen
Augen an und drohte mir in einer Sprache, die ich zwar nicht verstand, die aber sehr authentisch und flüssig aus ihrem Mund kam.
Zu dieser Zeit hatte sie zwar italienisch als Fremdsprache gelernt, doch nach romanischer
Sprache klang ihre "Traumsprache" kein Bißchen.
Ohne zuviel hineininterpretieren zu wollen, klang mir das spontan doch zu authentisch, als
daß ich das als simples Gebrabbel abtun könnte.
Als dieses oben beschriebene Fräulein Mitte der Neunziger bei mir zu besuch war,
hielt sie plötzlich inne, und starrte ins Leere. Sie war grundlos gespannt apathisch.
Auf meine Frage, was denn nun los sei, antwortete sie, sie sehe Soldaten in der Wüste.
So fragte ich sie, welche Uniform die Soldaten denn tragen würden.
Darauf sagte sie mir nur: "Das kann ich nicht sehen, aber es sind Deutsche".
Die Situation selbst war bemerkenswert, aber leider läßt sie keinerlei Schlußfolgerung zu.
Zu dieser Zeit gab es meines Wissens nach Blauhelmeinsätze in Afrika mit deutscher Beteiligung, ebenso könnte sie auch das DAK unter Rommel gesehen haben.
Ich finde diese Aussage ungeachtet ihrer Ungenauigkeit gerade deshalb so bemerkenswert,
weil das deutsche Engagement als Vasall doch erst 1999 in Jugoslawien so richtig
mit all seiner Tragik so richtig zum Ausdruck kam, und an Wüsteneinsätze noch kaum zu denken war.