Hallo, zusammen,
da anderweitig wenig los ist zur Zeit, einige Gedanken zum Thema, wie die Übermittlung von Schauungen denn erklärt werden könnte.
Im Buch von Michael Nahm, Wenn die Dunkelheit ein Ende findet - Terminale Geistesklarheit und andere Phänomene in Todesnähe, verweist der Autor auf die Erklärung der Hirnforschung, wonach das Gehirn ein Filter sei, einem Prisma nicht unähnlich, das den weissen Lichtstrahl der einströmenden Informationen für die Bedürfnisse auf Erden in unwesentliche und wichtige Bestandteile trenne.
Von allen Sinneswahrnehmungen gelangen nur ein paar über die Beachtungsschwelle.
Weiter thematisiert er die Aussagen von Savants, also Inselbegabten, die in einem bestimmten Gebiet unglaubliche Leistungen vollbringen, aber zu Alltagsverrichtungen unfähig sind.
Wenn es Savants gelingt, derart bahnbrechende Leistungen abzuliefern, könnte es sein, dass die Anlage, der Zugang hierzu allen Menschen angeboren wäre, aber der Zugang wird beim Normalo geblockt/gefiltert, um die Leute lebensfähig zu halten.
Savants schilderten die enorme Unruhe und Überforderung durch das Einströmen einer Vielzahl von Sinneseindrücken, die sie gefangen halten und zu keiner anderen Tätigkeit mehr Raum lassen. Sinneseindrücke, die unsereiner gar nicht einmal mehr bewusst registriert. Weil unser Normalgehirn sie wegdrückt. Dafür besteht in einem sehr kleinen Gebiet eine absolut überragende Fähigkeit. Hat dort der Filter quasi ein Loch?
Interessant wird es bei Inselbegabungen, wenn Extremrechnungen gar nicht mehr errechnet werden, sondern einfach gewusst, weil sie entstehen, plötzlich da sind.
Kim Peek, das Vorbild von *Rain-Man*, war u.a. ein sehr schneller Rechner, aber es schien, als hätte er die Ergebnisse irgendwo hergeholt und gesehen, statt errechnet (S. 109 ff. aaO).
Daniel Tammet rechnet nicht mit Zahlen, sondern mit deren Farben und Formen, die sie für ihn darstellen. Zwei Zahlen, die multipliziert werden sollen, sehe er als unverwechselbare Formen, die einander räumlich gegenüberstehen. In den Raum dazwischen entstehe eine dritte Form, die er dann als neue Zahl wahrnimmt - das ist die Lösung der Rechenaufgabe, Rechnen ohne Nachdenken - es fällt zu. Diese mentale Bilderwelt lässt es zu, 13:97 in Blitzesschnelle auf fast 100 Dezimalstellen zu berechnen.
Jay Greenberg hört schon seit der Kindheit mehrere (bislang unbekannte) Symphonien gleichzeitig, muss sie nur notieren. Ellen Boudreaux weiss, wie spät es ist, auf die Sekunde genau - auch wenn sie gar keine Uhr sieht oder die Zeit nicht abgleichen konnte, sie hat quasi eine Kopfuhr, weiss einfach, wie spät es ist.
Spätestens hier muss man sagen - wenn man es nicht alles, analog zum Hirnersatz-Plüschtiger, für schlicht erlogen hält, und man die Videobeweise etwa von Stephen Wiltshire, dem Gross-Stadt-Ansichtenzeichner, ignoriert - dass dies nur mit einem Zugriff auf ein ausserhalb vorhandenes *Wissen* erklärbar ist.
Wissen, dessen Erinnerung nicht unbedingt an das physische Gehirn gebunden ist, wie die unerklärbaren Beobachtungen zu Gedächtnisverlust bei Hirngeschädigten bzw. Operierten zeigt.
Dies umso mehr, als es Menschen gibt, die durch das Wasserkopfsyndrom nur den Bruchteil der Gehirnmasse Gesunder haben, aber dennoch gleich intelligent sind, oder dem Durchschnitt sogar überlegen. Hier setzt jeder herkömmliche, quasi orthodoxe Erklärungsversuch aus.
Der Zugriff auf sonst Verborgenes, das als Information offenkundig ausserhalb des Individuums existieren muss......wir sind mitten in unserem Thema....
Wobei wir natürlich noch nichts über den Filter und die Natur dieses Speichers aussagen können.
Allerdings sind die Leistungen von Savants reproduzierbar, und könnten sich somit als interessante Quelle für Erkenntnisse anbieten....
Beste Grüsse vom Baldur