Hallo cloud atlas,
was ich als eindeutigen Beweis dafür halte, daß es sich um eine Fälschung handeln muss, erläutert Otfried Lieberknecht:
"Der krasseste Anachronismus ist wohl die folgende Aussage: "Des continents qu'Hérodote ne nommait que dans ses rêves se seront ajoutés au-delà des grandes forêts dont parle Tacite, et loin au bout de mers illimitées qui commencent après les Colonnes d'Hercule." Die Entdeckung der Neuen Welt mag ein Prophet im fruehen 12. Jh. ja voraussehen koennen, und ein Verweis auf Herodot, nun ja, sehr unwahrscheinlich, aber nicht auszuschliessen. Aber wie und wieso er seine Ankuendigung mit einer Anspielung auf die Germania des Tacitus ("die grossen Waelder, von denen Tacitus spricht") haette verknuepfen koennen, uebersteigt mein Vorstellungsvermoegen. Rezeptionsgeschichtlich waere das eine Sensation, naemlich seit der Erwaehnung u. Benutzung durch Rudolf von Fulda im 9. Jh. u. vor der Wiederentdeckung der einzigen erhaltenen Handschrift im 15. Jh. die erste und einzige Anspielung auf dieses Werk und auf seinen Autor."
http://wiki.verkata.com/de/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/27._Februar_2008?page=8
Gemeint ist folgender Sachverhalt:
"Die Schrift [Germania] hat, zusammen mit den anderen „Kleinen Schriften“ des Tacitus, nur in einem einzigen Exemplar die Zeit des Humanismus erreicht. Es wurde von Enoch von Ascoli in der Abtei Hersfeld aufgefunden und ca. 1455 nach Italien gebracht. Als erster hat sich Enea Silvio Piccolomini, der spätere Papst Pius II., mit der Schrift befasst."
http://de.wikipedia.org/wiki/Germania_%28Tacitus%29
Offensichtlich hat der Fälscher also nicht bedacht, daß die heute jedem gequälten Lateinschüler geläufige Schrift "Germania" zur postulierten Lebzeit des (fiktiven) "Johannes von Jerusalem" diesem kaum bekannt sein konnte, und wenn doch, daß er keine Veranlassung gehabt haben könnte, sich beiläufig und als ob es sich um Allgemeinwissen handeln würde, auf diese - außer ihm - niemandem bekannte Schrift von Tacitus zu beziehen.
Schtonk!
Gruß
Ulrich