Avatar

Nostradamus 8/78 und anderes (Schauungen & Prophezeiungen)

Phillinger, Dienstag, 08.04.2014, 17:04 (vor 4587 Tagen) (3829 Aufrufe)

Hallo zusammen.

Dieser Vers lief mir vor einigen Tagen wieder über den Weg, zum ersten mal seit der Wahl von Papst Franz:

8/78 (Ausgabe von Rigaud, 1566)

Un bragamas avec la langue torte,
Viendra des Dieux la sanctuaire,
Aux heretiques il ouvrira la porte,
En suscitant l'Eglise militaire.

Ein Glücksritter/Prahler mit gewundener/verdrehter Sprache,
Gelangt in das Heiligtum der Götter,
Den Häretikern öffnet er die Tür,
Indem er die kriegerische Kirche fördert.

(In den Ausgaben von Huguetan (1627) und Leffen (1650) steht "Viendra des Dieux piller la sanctuaire", er soll also das Heiligtum auch noch "plündern".)

Ein angeberischer Kerl mit lügenhafter Sprache wird also Papst und öffnet als solcher den Gegnern der Kirche Tür und Tor, indem er die "militante Kirche" fördert? Passt für mich auf den Argentinierfranz wie die Faust aufs Auge.

Der Hinweis auf die "militante Kirche" ("Befreiungstheologie") fehlt bei keinem Interpreten dieses Verses: Centurio (1953) schrieb schon "ecclesia militans". Leoni (1961), Allgeier (1988) und Bouvier (1996) übersetzten alle "militante Kirche" (bzw. "Church militant") und erwähnten Südamerika.

Papst Franz ein Freund und Förderer der "militanten Kirche"? Aber sicher:

"Theologisch geprägt wurde er dabei u. a. von Lucio Gera, dem Begründer der 'Theologie des Volkes', einer argentinischen Variante der Befreiungstheologie."

"Despite Bergoglio's reputation as an opponent of liberation theology during the 1970s, Bosca insists that wasn't actually the case. He said Bergoglio accepted the premise of liberation theology, especially the option for the poor ..."

"Francis' speeches clearly draw on the themes of liberation theology ... that has been particularly strong in his native Latin America. ... Francis studied with an Argentine Jesuit priest who was a proponent of liberation theology ..."

Im September 2013 empfing er Gustavo Gutiérrez, einen Pionier der "Befreiungstheologie".

Aber wenn Nostradamus das schon gemeint hat, dann hätte er ja auch "l'Eglise militante" oder "l'Eglise militans" schreiben können, denn das Wort wäre ja zur Verfügung gestanden - mit anderem Reim natürlich. Er schrieb aber "militAIRE". Ein Hinweis auf den Geburtsort des Papstes? Das noch zu Nostradamus' Lebzeiten gegründete Buenos Aires hieß im 16. Jh. noch "Santísima Trinidad y Puerto de Nuestra Señora del Buen AYRE", also ohne "S".

"l'Eglise militaire" kommt im Vorwort zu den Zenturien 8-10 zuerst vor:

"Et cette persecution durera onze ans, quelque peu moins, que par lors defaillira le principal Roy Aquilonaire, lesquels ans accomplis surviendra son uny Meridional, qui persecutera encore plus fort par l'espace de trois ans les gens d'Eglise, par (!) la seduction Apostatique, d'un qui tiendra toute puissance absoluë à l'Eglise militaire, & le sainct peuple de Dieu observateur de sa loy, & tout orde de religion sera grandement persecuté ..."

"Und diese Verfolgung wird elf Jahre dauern, vielleicht etwas weniger, dann wird der erste aquilonische König hinfällig, wenn seine Jahre vollendet sind wird sein südlicher Nachbar hochkommen, der die Männer der Kirche im Zeitraum von drei Jahren nöch stärker verfolgen wird, durch (!) die ketzerische Verführung von einem, der die absolute Macht über die kriegerische Kirche hat, & das heilige Volk Gottes, das seine Gesetze befolgt, & alle religiösen Orden werden stark verfolgt ..."

(In der Ausgabe von Chevillot (1610) fehlt dieser Absatz allerdings. In der Chevillot-Ausgabe von 1611 ist er wieder drin, und da steht dann tatsächlich "l'Eglise militante".)

"... puissaNce aBsolUE à l'eglise militAIRE, ..." B-UE-N AIRE?

"... puissaNce aBSOlUE à l'egliSe militAIRE, ..." B-UE-N-OS AIRE-S?

Ja ja, führt zu weit. Fast schon wie Bibelcode.

Aber ist Franz dieser EINE, der es dem "südlichen Nachbarn" erst ermöglicht die Kirche zu verfolgen? "Absolute Macht" wäre aber eine ganz andere Kategorie als "fördern".

Und was ist mit "bragamas"? (In den Ausgaben von Chevillot steht "braganas", ein Druckfehler nehme ich an.) Es ist angeblich ein französisches Wort für "Korbschwert". Im provencalischen bedeutet es aber auch "Glücksritter" (So übersetzte Leoni (1961) "soldier of fortune").

Roesch (1850) und Centurio (1953) übersetzten es als "Brachmane". Centurio sah schon die Hindus in den Vatikan einziehen :schief: .

Rochetaillée (1939) nahm es auseinander, da er meinte, das Wort bedeute "absolut nichts". "Braga" hat die gleiche Wurzel wie "braie", ein gallisches Kleidungsstück, und "mas" ist ein lateinisches Wort für einen gestandenen Mann. Er übersetzte also "L'homme à la braie", ein Mann von französischer Herkunft. Ein "mutiger" Mann mit "cleverer" Sprache. Na ja, eher nicht.

Ja, "Brague" (Lat. "Braca") ist tatsächlich ein weites Beinkleid der alten Gallier. So was hier vielleicht?:

[image]

"Brague" heißt aber auch "Prahlerei". So übersetzten Allgeier (1988) "Prahlhans" und Bouvier (1996) "Angeber".

Lat. "Bracatus" steht auch für "ausländisch", "barbarisch", auch: "jenseits der Alpen". Ein Hinweis dass der Papst nicht aus Italien kommt?

Alles in allem keine wirklich handfesten Hinweise auf Franz, aber wenn ich 8/78 lese taucht automatisch sein Gesicht auf. Es "passt" einfach irgendwie. Franz ist der umstrittenste Papst seit Menschengedenken. Mir selbst ist er ziemlich unsympathisch. Es gibt genügend Leute im Netz, die ihn als den "falschen Propheten", den Vorläufer des Antichristen aus der Offenbarung identifizieren. Jedenfalls ein Zerstörer der Kirche. Und es heißt ja schließlich:

"... dass der große Glaubensabfall in der Kirche von der Spitze ausgehen werde." (Fatima nach Ciappi)

Dann noch zu zwei aktuellen Situationen. In der Ostukraine wurde ja gerade eine "Volksrepublik" ausgerufen. Donetzk oder irgendwo. Es ist das erste mal dass der Begriff "Volksrepublik" wieder FRISCH auftaucht nach dem Ende des Ostblocks. Natürlich (noch) nicht in alter Form, aber dass der Begriff auf einmal so selbstverständlich wiederkehrt finde ich erstaunlich. So wirft die Zukunft ihre Schatten voraus, denn in der "heißen Phase" des Schauungsgeschehens wird es auch so ablaufen, siehe die Aussage von Adolf Schwaer:

"Männer mit langen Säbeln, in russischer Kleidung. Sie hatten nichts mit uns. Sie kamen von Osten in drei bis vier Kolonnen. Ich reiße ein MG hoch, aber es fällt niemand um. Dann ruft es noch laut: 'Somit besteht jetzt eine unabhängige Volksrepublik!'"

Die Ukraine-Krise möchte ich als eine der Entwicklungen bezeichnen die uns qualitativ enorm dem Schauungsgeschehen (also Jahr X und drumherum) näherbringen. Es ist das erste mal seit Ende des Ostblocks dass die Russen wieder territorial nach Westen vordringen. Es ist das erste mal seit Ende des kalten Krieges dass wieder von "Krieg" in Osteuropa, von "Krieg gegen Russland" geredet wird. Ist ja nur Geschwätz, der Krieg kommt natürlich noch nicht und schon gar nicht so, aber es geht um die größeren Verschiebungen: Begriffe kommen wieder, Dinge werden wieder als möglich eingeschätzt die ein Vierteljahrhundert lang als unmöglich galten.

Der sogenannte "Arabische Frühling" war eine weitere solche qualitative Großentwicklung, die in Nahost die alten "sicheren" Strukturen zerstörte und Zustände geschaffen hat in denen ALLES möglich ist. Dies wird sich über Syrien irgendwann auch in die Türkei ziehen ("Die Sache mit der Türkei"). Jetzt schon ist die Türkei offenbar heftig involviert: Siehe KOPP Online zu Erkenntnisse, dass die Türken für den Giftgasangriff von Damaskus verantwortlich waren, und zu dem abgehörten Erdogan-Gespräch zum Krieg gegen Syrien.

Diese beiden Großentwicklungen - "Arabischer Frühling" und "Beginnende Westexpansion Russlands" - werden sich kurz vor dem Jahr X treffen - im vorausgesehenen Russisch-Türkischen Krieg.

Was wäre nun eine nächste zu erwartende qualitative Großentwicklung? Der Zusammenbruch des Finanzsystems durch Naturkatastrophen? Das wäre dann allerdings schon der Startschuss zur heißen Phase des Geschehens.

Dazu sei auf das mögliche Erwachen des "Feuerrings", also dem Erdbeben- und Vulkangürtel rund um den Pazifik hingewiesen (Artikel vom 31.03. von Michael Snyder: 12 Signs That Something Big Is Happening to the Earth's Crust Under North and South America). Danach gab es allein im März über 700 größere und kleinere Erdbeben von Chile über Peru bis nach Kalifornien, Oregon und Yellowstone (Supervulkan!) bis Oklahoma. Tja, und in vier Wochen ist der 11. Mai (Nostradamus 9/83). ... I sog ja blos.

Servus

Phillinger


Gesamter Strang: