Avatar

"Bronzezeit" (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier, Sonntag, 21.12.2008, 21:32 vor 6246 Tagen (5036 Aufrufe)

Hier mal ein paar Gedanken zum Schicksal von Grossregionen
(als "Städte" ja kaum noch zu bezeichnen)
zu "dann" -
wie Paris, Kairo, Mexiko-Stadt, Tokio etc.
mit weit über 20 Millionen Einwohnern.

Also:
Nehmen wir mal "Paris", - da kennen wir uns aus.
Aufgrund der revolutionären Wirren kentert
grad die öffentliche Ordnung.
Kein Ende ist abzusehen.
Die Banken sind dicht.
Und der Strom ist weg
=>
Und damit auch sehr schnell das Wasser in den Leitungen,
weil die Hochbehälter trocken fallen.
Die U-Bahnen stehen verlassen in den Röhren.
Die Tanksäulen fördern keinen Treibstoff mehr.
Nachts ist es dunkel.
Und es ist kalt, weil kein Brenner mehr läuft.
Alle Fahrstühle stehen.

Auf einen Schlag sind rund 70% aller "modernen" Berufe
hinfällig:
Taxifahrer, Friseure, Lotterieverkäufer, Fremdenführer,
Strassenkehrer, Verkäuferinnen, Lehrer, Mode-Designer,
Bankbeamte, Fluglotsen, Finanzbeamte, Reiseveranstalter,
Fensterputzer, Strassenmaler, Elektroinstallateure,
Tankstellenpächter, Blumenverkäufer, Bistro-Betreiber,
Verkehrspolizisten, Juweliere, etc...etc...
Praktisch sämtliche Geschäfte sind geschlossen.
Die Supermärkte seit Tagen gähnend leer.

Es wird bereits geplündert.
Die Feuerlöschzüge werden vom plündernden Pöbel
angegriffen.
Es brennt allerorten munter.
Die Polizei bleibt lieber zuhause und kümmert
sich um ihre Lieben.
Und die Feuerwehrleute auch.
Oma Dubonnet (pars pro toto) klettert durstig
6 Stockwerke ins Parterre und trinkt Wasser
aus der Seine.
3 Tage später findet sie ein Plünderer
tot auf dem 3. Treppenabsatz und zieht ihr
den schmalen Goldreif vom welken Ringfinger.
Bis dorthin hatte sie sich trotz schwerster Koliken
noch schleppen können.

- Zeitsprung -
(6 Wochen später)

In Paris leben noch 300.000 Menschen.
Vor allem die Kräftigsten.
Ganze Stadtteile sind abgebrannt.
Seuchen grassieren.
Millionen haben zu Fuss die Stadt verlassen.
Und Viele nicht mal den Stadtrand erreicht.

- Zeitsprung _
(6 Monate später)

Die Masse obiger "300.000" ergiesst sich nun auch
aufs "Flache Land", da sie erkannt hat,
dass weiteres Verweilen nur den sicheren
Tod zur Folge haben wird.
Was die Bauern davon halten und wie diese
sich verhalten werden, überlasse ich der
Vorstellungskraft des geneigten Lesers.

- Zeitsprung-
(6 Jahre später)

"Grün" hat bereits weite Teile des ehemaligen
Paris zurückerobert.
Wie in der Spätantike Roms auf dem Forum
grasen ein paar magere Ziegen in den Tuilerien.
Der Hirte haust im Palais-Royal.
Paris hat noch 300 Bewohner.
Die Regierung sitzt in Avignon.

Frankreich hat noch 12 Millionen Einwohner.
Die Masse davon die Katastrophe überlebt habende
wehrhafte Kleinbauern.

Das meine ich mit "Bronzezeit".

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Eher eine Eisenzeit;

Mario, Montag, 22.12.2008, 00:05 vor 6246 Tagen @ BBouvier (3900 Aufrufe)

Hallo BB,

das ist eine sehr gute Prognose zu solch passierend möglichen Zukunftsaussichten.

Das mit den mageren Ziegen in Paris dürfte sich aber danne auch erledigt haben, die hat dann Mann/Frau auch noch aufgefressen (eventuell auch die Ziegen mit den 2 Beinen)....

Es gab da mal einen sehr schönen Beitrag im Fernsehen, was denn so passieren würde, wenn der Mensch mal ganz schnell weg ist.
Den Grund zum "wegsein" diskutierte man natürlich nicht....

Am Anfang eines solchgen Szenarios dürften sich in wenigen Tagen die Graupen von der Schale trennen und vielen werden die Haare zu Berge stehen.
Für den stehts gut informierten Fernseh und kolatrinkenden Pizzaesser und Mikrowellenbe-Diener dürfte diese Zeit reichen um zu kollabieren.

Da erwarte ich die gröten Verluste.

Der Nichtnachschub an Verpflegung dürfte so manchen gar arg die Schläuche klappern lassen.
Tja, - die Heinzelmännchen im Aldi haben die Zauberstäbe zum Nahrungszaubern verloren (Begründung aus dem Staatsfernsehen)....

Spätestens dann, wenn die Kläranlagen zugeringelt sind, werden die Schüsseln immer voller und voller. Meist nur aus Selbstverdauungsgründen und unaufbereitetem Wasser.
Ich wünschte mir da nicht, daß ich dann in einem Hochhaus wohnen würde - und da im Erdgeschoß. Wenn die 60 Meterrohre da unten platzen, spült es einen gleich in die Gosse.
Das die meisten Erkrankungen und Todesfälle auf Cholera und andere 3.Welt-Kranheiten zurückzuführen sind, wird verdrängt, weil man es ja eh nicht wußte.

Kann ja nix pasieren, alles sicher, der Staat hilft mit Dixi und Gulaschkanone.


Mit freundlichem Gruß:-)

Mario

--
„Wer alles verteidigt, verteidigt nichts mehr.“ - Gerhard Johann David von Scharnhorst 1755 - 1813

Drucken RSS Thema