Hallo
Es reicht nicht, wenn Einzelne auf ihrem Lehrpfad der Seele
ein gewisses Niveau der Erleuchtung erlangen und damit den
Zustand eines irgendwie zu definierenden "Übermenschen" -
wobei "Übermensch" im Sinne des direkten Vergleichs mit den
"Normalos" zu verstehen ist.
Ein wirklicher und grundsätzlicher Wandel der gesellschaft-
lichen Verhältnisse in der Zukunft wäre nur erreichbar, wenn
plötzlich diese erleuchteten Übermenschen die Mehrheit stellen
würden. Das ist extrem unwahrscheinlich, mit oder ohne
Katastrophe. Denn für jeden solchen Erleuchteten, der stirbt,
werden Hunderte oder Tausende neue Normalos geboren, von denen
nur die Allerwenigsten ihrerseits wieder einen erleuchteten
Zustand erreichen werden.
Die Geschichte lehrt:
Die wenigen Erleuchteten, die manchmal auftreten, die werden
von der nicht erleuchteten Mehrheit der Normalos abgelehnt und
nicht selten brutal umgebracht, weil die Realos den Anblick
eines Erleuchteten nicht ertragen können. Also setzt sich die
dumpfe Normalität der Realos immer durch, weil sie sich
notfalls der rohen Gewalt bedient.
Damit niemand mir Hochmut unterstellt:
Auch ich bin bekennender Normalo, mit denselben Fehlern und
Schwächen behaftet, die viele Normalos "auszeichnen", als da
sind (nur Machtstreben habe ich keins):
Egoismus, Kurzsichtigkeit, Besitzstreben (Habgier), Geltungs-
bedürfnis, Gier ganz allgemein, Geiz, Faulheit usw.
Kein Normalo hat alle diese Schwächen, aber jeder mehrere
davon (ich auch).
Weil die Normalos bisher immer den Ton angegeben haben,
verläuft die Geschichte bisher eben zyklisch und nicht langsam
"aufwärts" in Richtung lichter Höhen, sondern eher langsam
abwärts, weil der Planet die Dummheit von soviel Milliarden
Normalos auf die Dauer nicht tragen kann.
Der technische Fortschritt hat daran bislang nichts geändert,
und daher steht nicht zu erwarten, dass weiterer technischer
Fortschritt an sich was daran ändern wird. Er bewirkt nur,
dass wir Normalos unsere destruktive Veranlagung mit noch mehr
Hilfsmitteln ausleben können als vorher.
Auch bisherige Katastrophen wie die Weltkriege, die Zusammen-
brüche von Grossreichen etc. haben nichts daran geändert,
weil die Erfahrungen dieser totalen Zusammenbrüche immer
höchstens 1-2 Generationen geprägt haben. Schon die dritte
Generation hat aus den Fehlern der Grossväter und Urgrossväter
keine Schlüsse mehr für das eigene Verhalten gezogen, weil das
ja so lange her war.
Wenn wir uns dieses Jahr an den Ausbruch des 1. Weltkriegs
erinnern, dann sehen wir ein gutes Beispiel, wie schon EINE
Generation danach der gleiche Fehler wieder gemacht wurde,
und das auch noch mit Begeisterung.
Wenn wir hier fürchten, dass bald der Dritte Weltkrieg ins
Haus stehen könnte, liegt das daran, weil er aus der
geschichtlichen Langzeitperspektive eigentlich schon lange
"überfällig" ist. Ich war bei den Foris dabei - genau wie
viele andere hier - die damit schon vor 15 Jahren während
des Kosovokrieges gerechnet haben. Damals kam es anders
als befürchtet, und auch diesmal kommen wir vielleicht (!)
wieder davon, wenn der Westen Putin nicht noch mehr reizt
so wie damals Jelzin. Dann wird es wieder mal heissen, dass
die Prophezeiungen nur Humbug seien, weil sie etwas vorher-
sagen, was es ja gar nicht mehr geben könne, weil wir ja
ACH ! so viel fortschrittlicher und aufgeklärter sind als
unsere Vorfahren Anno '14 oder Anno '39 .......
Pustekuchen - wenn's wirklich zum Hauen und Stechen kommt,
sind die ganzen Sonntagsreden von "aufgeklärt" und von
"Nie wieder Krieg (jedenfalls nicht hier "bei uns")" genau
so schnell vergessen wie damals.
Gruss
Odin