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Analyse von 1947/48 heute kaum mehr relevant (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Dienstag, 03.06.2014, 00:12 (vor 4531 Tagen) @ Alex (1799 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Dienstag, 03.06.2014, 00:19

Hallo!

ich bin gerade auf eine interessante Analyse auf der website des CIA gestossen.
Dort wird die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs der USSR auf West Europa eingeschätzt.

Mit dem Ergebnis, daß er bis 1950 nicht sehr wahrscheinlich war.

Interessant ist, wie dort dieser Feldzug immer in einem Atemzug mit der Besetzung des nahen und mittleren Ostens bis Kairo erwähnt wird.[/b] - so wie es Erna Stieglitz (aus der Tonne) vorausgesagt hat, dass es geschehen würde.

Nein.
1. hat Erna Stieglitz nichts vorausgesagt. Der Text ist eine Kompilation aus bekannten Prophezeiungen und militärisch-strategischen Überlegungen aus der Zeit des kalten Krieges, wie sie niemals von einer einfachen Frau, die eine Suppenküche für Bedürftige betreibt, überhaupt gedacht, geschweige denn formuliert werden könnten.
2. steht im bekh'schen Stieglitztext von der Besetzung Ägyptens kein müdes Wort.

Interessant auch die Rolle Englands:
"wenn England nicht verschwände, würde es einen besonderen Vorteil für die Westmächte darstellen..."

In der Analyse steht nicht, daß England "verschwände" (oder nicht). Es heißt, wenn Großbritannien besetzt (occupied) oder auf andere Art unschädlich gemacht (completely neutralized) werden würde (denkbar wäre etwa Bombardierung im großen Stil), wäre das Potential der Westmächte, den Sowjets weiterhin Schaden zuzufügen, empfindlich geschwächt. Logischerweise kommt in dem Szenario (das nur die Zeit bis 1950 beleuchtet!) Großbritannien dieselbe Rolle zu, die es auch im jüngsten Krieg gegen Deutschland innehatte. Überhaupt enthält die Analyse nur grundsätzliche Überlegungen vor dem Hintergrund dieser Zeit. Die Atombombe spielt kaum eine Rolle. Von Interkontinentalraketen und atomar bestückten U-Boot-Flotten wußten die noch gar nichts. Daraus ergeben sich die Überlegungen zu England als notwendigem Brückenkopf.

Wenn man aus dem Text überhaupt für uns zweckmäßige Aussagen entnehmen wollte, so wären dies am ehesten die Überlegungen, daß die Russen kurz nach der Besetzung Europas einen Verhandlungsfrieden erreichen könnten. Mit Europa unter ihrer Kontrolle hätten sie substantielle ökonomische, wirtschaftliche und militärische Vorteile, von denen sie aber für die Dauer von zwei bis drei Jahren keinen Nutzen ziehen könnten.
Das entspräche etwa der Zeit von der neuerlichen Besetzung Mitteldeutschlands (und Osteuropas) bis zum russischen Feldzug, der Resteuropa einkassieren soll.

Allerdings ist unsere Zeit und die herrschende Tendenz eine völlig andere. Europa befindet sich heute im fortgeschrittenen Verfall. Es ist weitgehend deindustrialisiert, die Bevölkerung degeneriert quantitativ (Geburtenschwund, Überalterung) und qualitativ (sinkendes Bildungsniveau und Zuwanderung moslemischer Unterschichten mit nachgewiesenermaßen niedrigerem IQ und einer völlig inkompatiblen Kultur). Anders als damals wirkt heute kein Ethos des Kampfes und des (Wieder-)Aufbaus aus der Generation der Weltkriege nach, sondern ein schwächlicher, pazifistischer, hedonistischer Individualismus und Materialismus, welche die Erzeugnisse der Vorfahren allmählich aufzehren und vernichten, ohne etwas mindestens gleichwertiges zu hinterlassen. Rußland würde heute und in Zukunft aus einer Besetzung Europas mitnichten oder kaum wirtschaftliche und wissenschaftliche Vorteile ziehen, sondern die Bürde der Verwaltung ethnisch und kulturell aufgelöster, "balkanisierter" Länder.
Die Gründe für die künftige Besetzung Europas durch Rußland sind wohl:
1. Die Notwendigkeit, einen Raum unter Kontrolle zu bekommen, der sich selbst keine Ordnung mehr geben kann. Nach dem Zusammenbruch des Weltfinanzsystems und dem Platzen der "Wohlstandsblase" wüten in der westlichen Welt Bürgerkriege und Verteilungskämpfe. Es entsteht ein Machtvakuum, in welches das relativ stärke Rußland hineingesogen wird. Bevor wir ihnen zum Vorteil gereichten, müßten sie hier erst aufräumen und für Ruhe sorgen.
2. Die Möglichkeit mit Europa in ihrem Besitz geostrategisch Druck auf die Mittelmeerregion (mit den angrenzenden Kontinenten) und den Atlantik (bzw. dahinter Amerika) auszuüben. Das wäre wohl der militärische Vorteil bei der ganzen Sache. Es scheint aber der Gegner zu fehlen. Den USA droht als Sproß des Abendlandes das selbe Schicksal. Laut Rill ist Amerika mit sich selbst beschäftigt. Als vorrangiger Gegner Rußlands bleibt eigentlich nur China, das man 1950 noch nicht in der Rechnung hatte, welches aber vereinzelt in Schauungen vorkommt.

Gruß
Taurec

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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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