mehrere Prozessorkerne nicht unbedingt von Vorteil, Joe (Schauungen & Prophezeiungen)

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Montag, 30.06.2014, 21:55 (vor 4504 Tagen) @ Joe (1753 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Montag, 30.06.2014, 22:01

Hallo Joe,

die Software z.B. von Spielen (bei denen wir von schnellerer
Rechenleistung profitieren könnten)
muß einem Mehrkern-Prozessor auch entsprechend mehr Threads anbieten,
um einen Zeitgewinn zu erzielen, bzw. um die taktfrequenz zu erhöhen,
was die meisten Spiele nicht können.

"Nachteile

Turbo Boost (Intel, Anm. Eyspfeil) bietet zwar die theoretische Möglichkeit, Programme, die nur einen Thread nutzen, schneller auszuführen, praktisch lässt sich auf einem normalen System dieser Vorteil aber nur schlecht nutzen. Um über die maximal mögliche Multiplikatorstufe (bei Core i5 und Core i7 sind dies bei allen Prozessoren, die Turbo Boost unterstützen, 0 bis 2 Stufen) bei drei und vier aktiven Kernen hinauszukommen, müssen mindestens zwei Kerne sich im C3-Schlafmodus befinden. Moderne Betriebssysteme verteilen die zu berechnenden und auszuführenden Anwendungen gleichmäßig auf alle verfügbaren Kerne, wodurch ein Prozessorkern nur selten in den C3-Modus wechselt, womit er wiederum nicht als inaktiv gilt und somit sein TDP-Anteil nicht umverteilt werden kann. Ein anderer Nachteil zeigt sich bei Windows, dass Prozesse, die nicht für mehrere Threads optimiert sind (Single Thread Applications), bei z.B. einem Vierkernprozessor aufteilt und dann auf jedem Kern 25 % des Codes abarbeitet anstatt 100 % auf einem Kern zu berechnen. Obwohl es sich um Single-Thread-Programme handelt und damit nur ein Kern aktiv ist, brauchen die anderen Kerne Zeit, um in den C3-Modus zu wechseln und der aktive Kern Zeit, um die Turbo-Stufen zu erhöhen, wodurch die Taktfrequenz bei dieser Variante niedriger ist, als wenn das Programm nicht zwischen den verschiedenen Kernen wechseln würde.[4] Technologien wie Core Parking können diese Nachteile aufheben, müssen sich aber erst etablieren bzw. in den vereinzelten Betriebssystem durchsetzten.[5]"

"Hyperthreading

Ob Computerspiele von Hyper-Threading profitieren oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, wie viele fordernde Threads die betreffenden Spiele dem Prozessor zur Verfügung stellen können und wie viele davon der Prozessor gleichzeitig abarbeiten kann. Während Dual-Core-CPUs mit aktuellen Spielen sehr gut von Hyper-Threading profitieren, da die meisten aktuellen Spiele mehr als zwei fordernde Threads dem Prozessor anbieten,[2] büßt die Mehrheit der Spiele Anfang 2011 sogar geringfügig an Performance bei aktiviertem Hyper-Threading auf einem Vierkernprozessor ein, da sie dem Prozessor kaum mehr als vier Threads anbieten, gleichzeitig aber der Verwaltungsaufwand innerhalb des Prozessors aufgrund von Hyper-Threading steigt.[3] Spätestens seit 2009 gibt es allerdings auch Ausnahmen wie Anno 1404, die mehr als vier fordernde Threads dem Prozessor anbieten, so dass auch Vierkerner von Hyper-Threading profitierten.[4] Bei Prozessoren mit sechs oder mehr Kernen bringt Hyper-Threading in aktuellen Spielen allerdings gar keinen Vorteil mehr."

Optimierungsaufwand, Verwaltungsaufwand, Zeitverlust, Prozesse und Programme,
die überhaupt nicht für mehrere Threads optimiert worden sind, Sync-Schwierigkeiten.

Ich meine, die "Einheit" in der CPU ist allemal besser bzw. optimal,
anstatt auch dort alles in unzählige Kerne aufzusplitten. Müßte doch
jedem Laien klar sein, daß es mit vielen Cores zu Schwierigkeiten
und damit zu Zeitverlusten kömmt.
Ich denke, fürs Wohnzimmer reicht der Einzel- oder Doppelkern völlig
aus. "Supercomputer" und Multicore-CPUs vielleicht für die Forschung
brauchbar, wo Großrechenleistung erforderlich ist, die mit dem
gewöhnlichen Tischüber Jahrzehnte benötigen würde.

LG,

Eyspfeil


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