Fünf Phasen des Zerfalls (Schauungen & Prophezeiungen)

WG, Dienstag, 19.08.2014, 22:11 vor 4454 Tagen (4103 Aufrufe)

Hallo! 

Auf der Seite www.vineyardsaker.de fand ich neulich diese Zusammenfassung in fünf Phasen, in der Staaten zerfallen. Dass bei der Weltenwende diese Phasen z.T. im Zeitraffer ablaufen, bedingt durch Naturkatastrophen und Ernteausfälle, dürfte klar sein. 

Dmitri Orlov erklärt in seinem absolut phantastischen Buch “Die fünf Etappen des Zerfalls”, dass der Zerfall von Staaten in fünf Etappen vonstatten geht, und zwar in der folgenden Reihenfolge:

Stufe 1: Finanzieller Kollaps
Der Glaube an “business as usual” ist verloren gegangen. Die Zukunft wird nicht länger erwartet, der Vergangenheit zu ähneln, in jedweder Weise die es erlauben würde, Risiken einzuschätzen und finanzielle Bilanzaktiva zu garantieren. Finanzinstitute melden Insolvenz an, Sparguthaben verdampfen, und Zugriff auf Kapital und Devisen geht verloren.

Stufe 2: Kommerzieller Kollaps
Glaube, dass die “Märkte es schon richten werden” ist abhanden gekommen. Geld wird entweder entwertet, und/oder wird extrem rar. Waren des täglichen Bedarfs werden gehortet, Import- und Einzelhandes- Ketten brechen zusammen und weit verbreitete Engpässe von Überlebensnotwendigkeiten werden zur Norm.

Stufe 3: Politischer Kollaps
Glaube, dass “die Regierung sich um uns kümmern wird” schwindet. Da offizielle Versuche, den grossräumigen Zugriff auf kommerzielle Quellen von Lebensmitteln fehlschlagen, irgend eine spürbare Verbesserung herbei zu führen, verliert das politische Establishment Legitimität und Relevanz.

Stufe 4: Sozialer Kollaps
Die Zuversicht, “Dein Volk wird sich um Dich kümmern” geht verloren, wenn lokale soziale Institutionen, seien es Wohltätigkeitsverbände oder andere Hilfsorganisationen, die herbei eilen, um das Machtvakuum zu füllen, an das Ende ihrer Resourcen kommen beziehungsweise infolge interner Streitigkeiten aufhören, zu funktionieren.

Stufe 5: Kultureller Kollaps
Der Glaube an das Gute im Menschsein geht verloren bzw. wird vernichtet. Leute verlieren ihre Fähigkeit zu menschlichen Charaktereigenschaften wie “Freundlichkeit, Grosszügigkeit, Rücksicht, Liebe, Ehrlichkeit, Gastfreundschaft, Mitleid, Solidarität.” Familien lösen sich auf und konkurrieren von nun an als Indivudualpersonen um die knappen Resourcen. Das neue Motto wird: “Mögen sie heute sterben, damit ich erst morgen sterben muss”

Grüße
WG

--
Das was nicht fliegt, kann auch gewaltig abstürzen!

Nischen und andere Kuschelecken

WernerH, Dienstag, 19.08.2014, 23:47 vor 4453 Tagen @ WG (2995 Aufrufe)

Grüß dich WG,

das kann man m.E. einfacher benennen:

Fehlender Gemein-Sinn ist der Tod jeglicher Gemeinschaft.

Spätestens 9/11 und das daraus abzuleitende Alibi für die totale Überwachung der öffentlichen und der Privatsphäre sollte allen kritischen Geistern die Augen geöffnet haben:

Es geht nur noch darum, sich eine Nische zu suchen, in der man einigermaßen geschützt seinen Vorlieben und Neigungen nachgehen kann. Und wenn man dabei Gleichgesinnte trifft - nun, dann hätten wir ihn ja wieder, unseren Gemein-Sinn, wenn auch nur in einer kleinen und unscheinbaren Ausprägung. Mehr kann man heutzutage aber kaum verlangen.

Dir alles Gute bei deinem Projekt im Chiemgau

sowie Grüße an alle
WenerH

Gemeinschaft

Steffomio, Mittwoch, 20.08.2014, 13:02 vor 4453 Tagen @ WernerH (2712 Aufrufe)

Hallo WernerH,
vielleicht ist ja mal jemanden aufgefallen, das Gesellschaften ab einer bestimmten raum- oder zahlengröße nicht mehr funktionieren.
Sobald der Leithammel von den Geleiteten nicht mehr direkt greifbar ist, sei es durch Macht, Raum oder einfach durch Überzahl, funktioniert eine Gesellschaft nicht mehr.

Alles weitere Diskutieren darüber, woran es denn noch liegen könnte oder wie dennoch eine größere Gesellschaft aufrecht erhalten werden könnte ist völlige Zeitverschwendung, ist Mumpitz.

Es gibt zwar eine gewisse Elastizität was die Größe betrifft, verursacht durch verschiedenste Gründe, aber diese ändert nichts am Sachverhalt.

Gruß
Steffomio

Güte und Qualität

WernerH, Mittwoch, 20.08.2014, 15:28 vor 4453 Tagen @ Steffomio (2590 Aufrufe)

Hallo Steffomio,

nein, so pauschal würde ich das nicht an der zahlenmäßigen Größe der Gemeinschaftsform oder der Masse der Zugehörigen festmachen wollen.

Gesellschaften und Gemeinschaften unterliegen zunächst einer bestimmten Idee, die nicht unbedingt personal gebunden sein muss. Das meine ich mit Gemein-Sinn.

Hier in der untergehenden westlichen Welt hat man sich scheinbar auf den kurzfristigen Profit als alles überragende Gesellschaftsidee geeinigt. Die Aneinanderreihung und Bewertung von Quartalsbilanzen hilft den Menschen aber nicht bei der Erziehung ihrer Kinder bzw. bei der Pflege eines dementen oder sterbenskranken Angehörigen.

Sie hilft auch nicht den denkenden Menschen bei der geistigen Durchdringung von Sachverhalten, so wie es hier im Forum beim Thema Weltenwende versucht wird.

Wir gehen nicht mehr gut miteinander um.
Das ist eine Frage von Güte, Qualität und des Bewußtseins.

Grüße aus dem Oberland
WernerH

Gut gemeinte Ideen

Steffomio, Donnerstag, 21.08.2014, 09:27 vor 4452 Tagen @ WernerH (2565 Aufrufe)

Hallo WernerH,
gut gemeinte Ideen um das Wirtschaftsleben zu vereinfachen und größere Gesellschaften zu ermöglichen sind die schlimmsten von allen. Vor allem darum, weil sie eine rekursive Funktion sind und nur sehr schwer erfasst werden kann, wohin so eine Idee führen wird.
Angefangen beim Feuer, über das Rad, die Tierzucht bis hin zum einfachen Gerätebau. Alles das sind Ideen, die eine größere Gesellschaft ermöglichen und absolut niemand war vor dessen Einsatz in der Lage zu erfassen, wohin das führen wird.

Dann kam das Geld, was eine "segensreiche" Idee - und ab da funktionierte es schon nicht mehr, dennoch kam oben drauf das Erdöl und die industrielle Verwendung von Energie was den Bogen vollends überspannte.

Der Mensch ist schlicht nicht in der Lage um nicht zu sagen er ist schlicht zu dumm in solch komplexen Gesellschaften zu leben, geschweige denn diese vernünftig zu Hantieren.
Mag sein, dass er es in ein paar hunderttausend Jahren kann aber für jetzt und die nahe Zukunft kann er es absolut nicht.

Gruß
Steffomio

"Direkt greifbar via Leithammel" nicht mehr, aber Überlebensdrang hat fast jeder

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Mittwoch, 20.08.2014, 21:02 vor 4453 Tagen @ Steffomio (2634 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Mittwoch, 20.08.2014, 21:30

Hallo Steffomio,

"Hallo WernerH,
vielleicht ist ja mal jemanden aufgefallen, das Gesellschaften ab einer bestimmten raum- oder zahlengröße nicht mehr funktionieren.
Sobald der Leithammel von den Geleiteten nicht mehr direkt greifbar ist, sei es durch Macht, Raum oder einfach durch Überzahl, funktioniert eine Gesellschaft nicht mehr.

Alles weitere Diskutieren darüber, woran es denn noch liegen könnte oder wie dennoch eine größere Gesellschaft aufrecht erhalten werden könnte ist völlige Zeitverschwendung, ist Mumpitz.

Es gibt zwar eine gewisse Elastizität was die Größe betrifft, verursacht durch verschiedenste Gründe, aber diese ändert nichts am Sachverhalt.

Gruß
Steffomio"

Direkt greifbar zwar nicht, aber das System wird noch ein Weilchen
(es gibt hier immerhin Leute, die den Zusammenbruch schon seit
Jahrzehnten erwarten, und bis jetzt ist in der Richtung gar nichts passiert) aufrechterhalten,
auch in der völlig atomisierten Welt, schlicht und einfach weil jeder Muni
Muni braucht, um zu überleben. Und die Piepen wachsen nun mal nicht auf den
Bäumen. Der Überlebensdrang ist immer noch bei den meisten Gesunden vorhanden.
Und die Kranken können immer noch von der staatlichen Stütze leben.
Bleiben nur ein paar Lebensmüde, die es früher jedoch auch schon gab.

Wohl kaum einer sagt "ich verhungere lieber, als daß ich Geld verdienen
gehe in einem ungerechten System, das nur den Reichen dient und dem
Krieg zuarbeitet" o.ä.
Solchermaßen steht fast jeder zähneknirschend morgens um sechs auf
und geht zur Arbeit, nicht wahr?

In einer gewissen frühen Entwicklungsstufe der Zivilisation gibt es noch
Arbeiterbewegungen, die nach Idealen wie Gerechtigkeit, Gleichheit und
Sozialismus streben, doch der Zug ist im 21.Jahrhundert schon lange
abgefahren.

Die familiären, kulturellen und sozialen Bindungen haben sich dermaßen
verflüchtigt bzw. das Individuum der Spätzivilisation existiert
so atomisiert, der Arbeitsplatz ist so unsicher, daß es in der Tat
vorstellbar ist, daß man,
um zu überleben nach Schwarzenegger-Manier allmählich zum
Terminator mutieren muß, also jeder gegen jeden, keiner traut
mehr dem anderen.:schief:

Im Film (also Terminator und Co.) ist es schon seit den 80ern soweit.
In vielen Action/SciFi-Filmen steckt doch ein gewisses Körnchen
Wahrheit bzw. manches was noch vor Jahrzehnten als Fiktion galt,
wird Alltag unserer Gegenwart. Atomisierung der Einzelnen bei
gleichzeitig überbordender Technik, Verfügbarkeit der Individuen,
Vernetzung und Überwachung aller.;-)

Mithilfe von Repressalien kann das System garantiert noch Jahrzehnte
aufrechterhalten werden. Wenn es lokale Aufstände gibt, dann dann
wird die Armee gerufen, Ferguson gibt einen Vorgeschmack.

Die fünf Stufen des Zerfalls sind Theorie, ohne jede zeitliche Einteilung
bzw. Abläufe der einzelnen Phasen.
Und zudem berücksichtigen sie keinerlei Naturkatastrophen, Kataklysmen,
Impakte oder Tsunamis und dergleichen.

Falls ein Impakt oder Minieiszeit eintritt, dann laufen alle fünf Stufen
auf einmal ab, innerhalb weniger Tage.

Die Leute, die schon seit Jahrzehnten auf gepackten Koffern oder
auf ihren Dosenbergen sitzen, vereint eine einzige Frage: WANN?

LG,

Eyspfeil

Theorie und Realität

WG, Mittwoch, 20.08.2014, 23:58 vor 4452 Tagen @ Eyspfeil (2591 Aufrufe)

Hallo Eyspfeil

Wenn es lokale Aufstände gibt, dann dann
wird die Armee gerufen, Ferguson gibt einen Vorgeschmack.

Ferguson gibt da überhaupt noch keinen Vorgeschmack, weil
von Seiten der Bevölkerung (noch) keine Gewalt ausgeht und
es ein noch begrenzt lokales Ereignis ist. Erst wenn die zahlreichen
Feuerwaffen innerhalb der Bevölkerung ausgepackt werden, wird sich
zeigen wie stark oder schwach die Ordnungskräfte gegenüber der
Volksmasse sein werden. Ferguson zeigt nur eins: die Stimmung ist
aufgeladen und die Emotionen können jederzeit explodieren und das
wird spätestens mit dem endgültigem Zusammenbruch der jetzt schon
schwer angeschlagenen Sozialsysteme passieren. Die FED veröffentlichte
neulich, dass 2/3 der Haushalte keine 400$ zusammenkratzen können.
Das ist die Realität der Supermacht VSA, eine Supermaulheldenmacht!

Die fünf Stufen des Zerfalls sind Theorie, ohne jede zeitliche Einteilung
bzw. Abläufe der einzelnen Phasen.
Und zudem berücksichtigen sie keinerlei Naturkatastrophen, Kataklysmen,
Impakte oder Tsunamis und dergleichen.

Falls ein Impakt oder Minieiszeit eintritt, dann laufen alle fünf Stufen
auf einmal ab, innerhalb weniger Tage.

Die fünf Phasen sind eine völlig logische Reihenfolge und ich habe
ja schon darauf hingewiesen, dass diese auch im Zeitraffer ablaufen
können. Da wir nun mal meinen zu wissen, dass der große Kollaps
erst nach dem Feldzug eintritt, werden diese Phasen ziemlich sicher (vorher)
genau nach diesem Muster ablaufen, beginnend mit dem Zusammen-
bruch der Finanzsysteme und eben nicht mit einer kleinen Eiszeit.
Das was Du oben behauptest ist Theorie und nicht in Übereinstimmung
mit Schauungen.

Die Leute, die schon seit Jahrzehnten auf gepackten Koffern oder
auf ihren Dosenbergen sitzen, vereint eine einzige Frage: WANN?

Ja und?

Grüße
WG

--
Das was nicht fliegt, kann auch gewaltig abstürzen!

Genial formuliert

nickela, Dienstag, 09.09.2014, 02:24 vor 4433 Tagen @ WG (2208 Aufrufe)

Hallo,

das ist genial formuliert!

Die Phase 5 allerdings hat niemals in der Geschichte voll durchgezündet. Der Verlust des Glaubens an das Gute im Mensch hat nie alle Mensche erfasst, vermutlich nicht mal die überwiegende Masse. Im engsten Umfeld dürfte dieser Glaube zu allen Zeiten bei den meisten Menschen bestehen geblieben sein. Ohne das hätte es nämlich nie einen zivilisatorischen Neuanfang geben können.

Zwei Beispiele schweben mir dabei vor, ein intellektueller und ein persönlicher: Nach dem 30jährigen Krieg, in dem ein großer Teil der Bevölkerung zum Mörder geworden war und der große Rest mindestens 4 der 5 Phasen durchlaufen hatte, gab es innerhalb einer Generation den wirtschaftlichten UND moralisch-ethischen Neustart. Und eine Freundin von mir, die in ihrer Kindheit und Jugend üble Misshandlungen erfahren hat, also allen Grund hatte am Guten im Menschen zu zweifeln, hat aus eigener innerer Kraft heraus ihre Kinder gegen den Großvater (ihren Vater) mit Macht verteidigt und bringt ihnen so viel Liebe entgegen, dass ich es mir aus normaler Psychologie nicht erklären kann. Das liegt, Gott sei Dank, wohl in der Natur des Menschen.

Aber für einen Zusammenbruch reichen in der Tat die Phasen 1 bis 4 und Phase 5 bei Teilen der Bevölkerung. Insofern, wie gesagt, eine geniale Analyse!

Gruß

Nickela

--
Et ess wie et ess, et kütt wie et kütt onn et hat noch emmer jot jang.

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Über das Gute im Menschen :-)

BBouvier, Dienstag, 09.09.2014, 05:13 vor 4433 Tagen @ nickela (2291 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Dienstag, 09.09.2014, 05:28

<"Die Phase 5 allerdings hat niemals in der Geschichte voll durchgezündet.">

Hallo, Nickela!

Vielleicht liest Du noch einmal oben WGs Phase fünf.
Derlei ist jedesmal so abgelaufen, wenn nachkulturelle
Zivilisationen kollabieren.
Frage:
Wie ist früher Phase 5 immer unvoll durchgezündet??

<"Der Verlust des Glaubens an das Gute im Mensch hat nie alle Mensche erfasst...">

Die Vorstellung, der Mensch sei irgendwie "gut", ist eine rein religiös-närrische "Idee"
der Neuzeit. Wer nicht total bescheuert ist, dem zeigt der Augenschein
des Alltages seit jeher, daß der Mensch sein Handeln rein nach Zweckmäßigkeit
ausrichtet. Und in stabilen Verbänden sorgen abgestufte Sanktionen dafür,
daß sich die Masse der Mitglieder halbwegs verläßlich aufführt.

<"Im engsten Umfeld dürfte dieser Glaube
zu allen Zeiten bei den meisten Menschen bestehen geblieben sein.
">

Siehe oben.
Beim Kollaps fallen sowohl die soziale Kontrolle aus,
als auch jegliche Sanktionen bei sozialschädlchem und egoistischem Verhalten
zugunsten des eigenen Vorteils.
Es geht da nämlich ums nackte Überleben!!
Und Du schwaronierst hier pathetisch Bücherweisheiten,
ob und wie oder nicht oder doch und warum Irgendwer mal früher
oder in der Zukunft an den Glauben an das Gute im Menschen geglaubt
haben mag oder auch nicht:
Das (!) ist Syptom für einen dekadenten Zivilisationsschaden
erster Klasse! :ok:


<"Ohne das hätte es nämlich nie einen zivilisatorischen Neuanfang geben können.">

Ein zivilisatorischer Neuanfang ist ein Widerspruch in sich.
Alles beginnt/begann mal ganz klein mit kulturellen Anfängen.
Ist - nach rund 1000 Jahren Wachstums - die Kultur vollendet,
dannn vergeht sie, und es beginnt die nächste Phase, die Zivilisation.
Zivilisation = Technik und Geld!
Und die Zivilisation endet eines Tages im nachimperialen Kollaps.
Dann streicht der Wind über verfallende Tempel, zwischen
geborstenen Betonplatten wachsen Brennesseln, magere Ziegen
weiden am Times-Square.

Gruß,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Re: Den Sport bitte nicht vernachlässigen

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Dienstag, 09.09.2014, 20:00 vor 4433 Tagen @ BBouvier (2160 Aufrufe)

Hallo BBouvier!

"Ein zivilisatorischer Neuanfang ist ein Widerspruch in sich.
Alles beginnt/begann mal ganz klein mit kulturellen Anfängen.
Ist - nach rund 1000 Jahren Wachstums - die Kultur vollendet,
dannn vergeht sie, und es beginnt die nächste Phase, die Zivilisation.
Zivilisation = Technik und Geld!
Und die Zivilisation endet eines Tages im nachimperialen Kollaps.
Dann streicht der Wind über verfallende Tempel, zwischen
geborstenen Betonplatten wachsen Brennesseln, magere Ziegen
weiden am Times-Square.

Gruß,
BB"

Bitte den Sport nicht vergessen. In der DDR 1.0 gab's mal die
"Gesellschaft für Sport und Technik", GST.
Als letzte Phase der Zivilisation vor dem Kollaps folgt die
Imperatur, also ähnlich wie im Alten Rom.

Geld nutzt nur den Wohlhabenden etwas, Technik nur den Intelligenteren
im Volke, jedenfalls beruflich betrachtet. Sport dagegen spricht auch
die breiten Schichten bzw. Fellachen an. Besonders Fußball, wie man in
letzter Zeit beobachten kann, spielt eine immer größere Rolle
in der Gesellschaft. Damit kann man fast die gesamte Bevölkerung
binden und kontrollieren.

Herzliche Grüße,

Eyspfeil

Volksdroge Fußball

WernerH, Mittwoch, 10.09.2014, 08:14 vor 4432 Tagen @ Eyspfeil (2314 Aufrufe)

Hallo in die Runde, lieber Sportsfreund Eyspfeil,

das kann man nicht erst in letzter Zeit beobachten, mindestens seit den 80ern sieht sich der brave Mann und die brave Frau von Fußballrowdys verfolgt und im ästhetischen Empfinden gestört.

Es dürfte klar sein, dass vor den geschauten Umbrüchen sich das seit Jahrzehnten vorgelebte Massenphänomen Fußball, einschließlich des sich daraus resultierenden Milliardengeschäftes wohl erledigt hat. Daher sind ja u.a. die gewaltbereiten Männer zwischen 16 und 40 nicht mehr zu bändigen, und es kommt zu den vorhergesehenen Verwerfungen.

Man fahre nur einmal an einem stinknormalen Wochenende mit dem Nahverkehrszug durch die Städte von NRW (oder die Großräume Hamburg, München, Frankfurt) und hat das zweifelhafte Glück, auf eine Horde Fußballfans zu treffen (und ich rede nicht von den gewalttätigen Ultras, die noch eine ganze Spur häßlicher agieren!). Zu empfehlen sind da besonders die Auswärtsspiele von Dynamo Dresden in der 3. Liga.

Wenn es Hartz IV und den Fußball am Wochenende nicht mehr gibt, läuft das Faß sicherlich über, daher ist für mich der Entzug der Volksdroge Fußball ein Spätindikator bzgl. der Weltenwende. Wohlgemerkt ein Spätindikator!

Und somit gerät die gesamte aktuelle Diskussion bzgl. des Polizeischutzes und der zu erstattenden Einsatzkosten vor, während und nach den Spielen ja auch zu einem systemrelevanten Unterfangen.

Seit Jahren (schon vor 9/11) gibt es das Katastrophenszenario von einem gezielten, absichtlich herbeigeführten Flugzeugabsturz in eine prall gefüllte Fußballarena mit über 50.000 Menschen.

Man sollte in diesen unruhigen Zeiten sowieso Massenansammlungen meiden, das sei auch den Besuchern des Oktoberfestes gesagt.

Allen einen schönen Spätsommer

WernerH

„Die Revolutionen sind nicht die Lokomotiven, sondern die Entgleisungen der Geschichte.“
(Nicolás Gómez Dávila)

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