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präkognitiver Traum .... (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier, Dienstag, 27.01.2009, 00:35 vor 6211 Tagen (7697 Aufrufe)

....aus dem "Gelben" Forum:
=>
"@dottore @amanito: Mein Traum von gestern (Sa auf So):

Wir (?) werden in einem ausgedehnten,
sehr hohen Steinbruch von einem RIESENKRAN
in einer schmalen Glasröhre nach oben gezogen.
Ich denke noch für mich:
Die Finanzmärkte sind aber noch überraschend gut verankert.
In diesem Augenblick bricht der Kran
aus seiner Verankerung
und wir rauschen rücklings
und mit einem Gefühl der Schwerelosigkeit
in die Tiefe.....

Meine Träume dauern in der Regel 2 bis 3 Tage,
bis sie eintreffen.
Manchmal sind es Fehlsignale.
Hatte früher viele,
aber seit dem Tsunami 04
keine hellseherischen Träume mehr.
Schau mer mal…. "

Erinnert sehr an Gilge und seinen "Gratten" (<= Zugschlitten)
am Steilhang.

an Taurec:
bitte diese Stelle hier mal einzustellen.

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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Die Stelle mit dem "Gratten"

Taurec ⌂, München, Dienstag, 27.01.2009, 00:56 vor 6211 Tagen @ BBouvier (6757 Aufrufe)

Hallo!

an Taurec:
bitte diese Stelle hier mal einzustellen.

Nein. Diese Stelle habe ich (im Moment noch) nicht.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Der Matreier Seher Egger Gilge, Quellenlage

Fred Feuerstein, Dienstag, 27.01.2009, 10:31 vor 6210 Tagen @ Taurec (7021 Aufrufe)

Hallo!

an Taurec:
bitte diese Stelle hier mal einzustellen.


Nein. Diese Stelle habe ich (im Moment noch) nicht.

Gruß
Taurec

Hallo,
Der Matreier Seher Egger Gilge ist sehr interessant, nur die Quellenlage ist nicht befriedigend, da es vor 1980 kaum etwas niedergeschriebenes gibt.

Aus dem alten Zukunftsforum ein Posting von randomizer:

"sorry, hab keine lust zu fachsimpeln, aber für copy/paste reichts gerade noch.. den folgenden kommentar hatte ich BB letzten sommer mal gepostet:
"[...] hab bei der gelegentheit nochmal g. melzer´s buch gelesen (der autor ist definitv nicht kompetent, seine quellenangaben sind nur schwammig). ich fürchte, es gibt über egger gilge keine greifbaren schriftliche quellen vor 1980 (matreier gemeindebuch), was sehr sehr schade ist, denn wären seine aussagen authentisch, so könnten die matreier stolz vom mühlhiasl osttirols sprechen!"
weitere recherche würden sich imho sehr wohl lohnen, allerdings nur in matrei direkt vor ort.
Quelle: =http://216.234.191.246/forum/messages/24629.htm

Die meisten Aussagen fußen somit auf dem Buch von Melzer, Gottfried, Der Matreier Prophet Egger Gilge (Lauerz: Theresia Verlag, 2000), DM 17,70
aus dem ich auch folgendes mir abgespeichert habe:
"Egger Gilge (Virgil Egger, Klaunzer Bauer, * 1663), Matrei/Osttirol
Der Egger Gilge lebte vor 300 Jahren in Matrei in Osttirol, wo er als einfacher Bauer seinen Hof auf dem Klaunzerberg bestellte. Er konnte weder lesen noch schreiben, hatte jedoch Visionen, die in Diktion und Aussage an die bayerischen Visionäre erinnern. Seine Prophetien beziehen sich auf seine Heimat, wie auch auf die Weltgeschichte. Beispielsweise sagte er über die Zukunft des Schlosses Weißenstein, es werde eine Zeitlang Herberge für arme Leute sein, später an fremde Herrschaften verkauft. Das Schloss verfiel 1720 und wurde von armen Leuten bezogen. 1823 wurde offiziell ein Armenhaus daraus gemacht, jedoch im Jahr 1863 verkaufte es die Gemeinde an den Baron von Mengershausen (Deutschland). Andere Gesichte, die sich erfüllten, bezogen sich auf den Straßenbau. Der Egger Gilge sagte nicht nur den Bau eines neuen Postgebäudes voraus, sondern auch die Luftpost: Da wird die Post in die Luft gehen. Auch Ereignisse des Ersten und Zweiten Weltkriegs scheinen geschildert zu werden; die folgenden Aussagen beziehen sich aber auf unsere Gegenwart und einen nahen Krieg in der Zukunft.
Zu einer Zeit, da alle Leute lesen und schreiben lernen und Schulen wie Paläste gebaut werden, nimmt der Glaube schnell ab. Wenn der Priester bei der Messe mit dem Gesicht zum Volk schaut, dann dauert es nicht mehr lang. Geistliche und weltliche Obrigkeiten essen aus einer Schüssel. (d.h. machen gemeinsame Sache, Anm. d. Verf.). Wenn die Rotröckler angreifen, kommt es zu einem großen Krieg."

@alle u. @randomizer: kann jemand die von BB genannte Passage mit der Quellenangabe von Melzer hier reinstellen?

mit freundlichen Grüßen
Fred

--
Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. (Karl Valentin)

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Gottfried Melzer

Taurec ⌂, München, Dienstag, 27.01.2009, 11:45 vor 6210 Tagen @ Fred Feuerstein (8211 Aufrufe)

Danke, Fred!

Das Buch trifft bei mir irgendwann in den nächsten Tagen ein.

Für die Quellenforschung muß man wohl beim Autor selbst ansetzen.
Das österreichische Telephonbuch liefert keine Ergebnisse.
Wenn man googelt, kommt man schnell darauf, daß (der zwangspensionierte) Melzer anscheinend vor rund 10 Jahren wegen Volksverhetzung verurteilt wurde:
http://www.trend.infopartisan.net/trd1298/t061298.html
http://www.doew.at/projekte/rechts/chronik/1999_03/melzer.html

Der im ersten Link erwähnte "Anderl-Bote", der von Melzer herausgegeben wird, führt zu weiteren Ergebnissen:
http://www.theologisches.info/gesund2.htm

Den Text nur überflogen: Es geht um Prophezeiungen:
"In dankenswerter Weise hat Claus P. Clausen in der von ihm herausgegebenen Wochenschrift DER SCHWARZE BRIEF im Jahr 1998 (4. Quartal) darüber berichtet. Im Folgenden beziehen wir uns auf seinen Artikel (Melzer: Anderl-Bote 2008):

Die erste Prophezeiung befasst sich [...]"

Es ist also mit Sicherheit derselbe Gottfried Melzer, der den "Anderl-Boten" herausgibt und sich mit Prophezeiungen beschäftigt.
Der Bote erschien 2008 noch, also ist Melzer wahrscheinlich noch am Leben.

Hier findet sich ein Hinweis auf seinen Wohnort (Bad Hall in Oberösterreich):
[link=http://www.gloria.tv/>video=oeyibow7x7iilcoiuotw]http://www.gloria.tv/>video=oeyibow7x7iilcoiuotw[/link]
"Obwohl Kaplan Gottfried Melzer in Bad Hall wohnt, scheint sein Name in den Verzeichnissen der Diözese Linz nicht auf. Der aus Innsbruck stammende Geistliche wurde 1963 zum Priester geweiht und gehörte zum Klerus der Diözese Innsbruck."

Mehr läßt sich auf die Schnelle nicht herausfinden. Aber über diesen "Anderl-Boten" und mit dem Wohnort ließe sich vielleicht ein Kontakt herstellen. Womöglich stehen Adressinformationen im Impressum einer Ausgabe des Boten, derer man nur eine in die Hände bekommen müßte.
Dann könnte man Melzer einfach selbst nach seinen Quellen befragen.

Gruß
Taurec

--
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zum "Gratten"

BBouvier, Dienstag, 27.01.2009, 12:15 vor 6210 Tagen @ Taurec (6449 Aufrufe)

Vor Jahren hatte mir ein Freund ein leicht abgegriffenes
Büchlein geborgt, das Melzer über Gilige geschrieben hatte.
Und die Stelle "Gratten" lautet ziemlich genau folgendermassen:

"Mit dem Geld ist das wie mit einem Gratten,
der bergauf geht und stockt.
(ein Gratten ist ein Kufenschlitten, der
bergauf über ein Umlenkseil gezogen wird)
Dann ist das so, wie wenn einer das Seil
mit einem Beil abhackt, und der Gratten stürzt
zu Tal.
Alles geliehene Geld ist hin."

Wobei das "geliehene" Geld das "verliehene"
sein dürfte. Also die Forderungen.

Die Parallele zu obigem Wahrtraum
ist frappeirend.

Gruss,
BB

--
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Gratten (Egger Gilge)

randomizer, Dienstag, 27.01.2009, 17:10 vor 6210 Tagen @ Fred Feuerstein (6731 Aufrufe)

@alle u. @randomizer: kann jemand die von BB genannte Passage mit der
Quellenangabe von Melzer hier reinstellen?

halle fred,

da du mich persönlich bittest, sei dir der wunsch natürlich erfüllt:

"Die Gaben werden langsam hinaufgehen, als wenn einer einen Gratten hinaufzöge, immer weiter, immer höher. Dann, wenn alles so teuer ist, daß die Leute sagen werden: Jetzt hat es kein Gleichnis mehr, so ist es, als ob einer den Strick abhacken würde und der Gratte springt schnell auf den Boden herab. Alles wird nichts mehr wert sein. Wenn einer einen Grund und Boden hat, der wird noch was haben, die andern werden alle nichts mehr haben. Das ausgeliehene Geld wird alles hin sein."

Melzer, Gottfried: Der Matreier Prophet Egger Gilge. (Theresia) Lauerz ²2001, Seite 110 f.

quellenangaben fügt melzer den einzelnen fragmenten nicht bei (leider, genau das macht sein buch ja so unseriös), er schreibt nur pauschal im quellenverzeichnis, er habe die texte aus:

a) einer handschrift (undatiert)
b) einer kleinen broschüre bzw. einer art flugblatt (undatiert, text im großen und ganzen wie (a))
c) einer mündlichen quelle
d) dem matreier gemeindebuch von 1980

die stelle mit dem gratten ist im matreier gemeindebuch nicht erwähnt, muß also auf (a), (b) oder (c) zurückgehen. das ließe sich nur prüfen, indem man melzer direkt fragt (wie taurec vorschlägt) bzw. durch recherchen in matrei direkt vor ort, wo zumindest (b) zu finden sein müsste, mit ein bischen glück auch (a).

beste grüße,
randomizer

ps: @taurec und @BB, ich schulde euch ja noch eine antwort, den irlmaier betreffend, vielleicht ringe ich mich heute abend kurz zu einer stellungnahme durch.

Originaltext Egger Gilge

randomizer, Montag, 23.02.2009, 21:56 vor 6183 Tagen @ randomizer (6266 Aufrufe)

quellenangaben fügt melzer den einzelnen fragmenten nicht bei (leider,
genau das macht sein buch ja so unseriös), er schreibt nur pauschal im
quellenverzeichnis, er habe die texte aus:

a) einer handschrift (undatiert)
b) einer kleinen broschüre bzw. einer art flugblatt (undatiert, text im
großen und ganzen wie (a))
c) einer mündlichen quelle
d) dem matreier gemeindebuch von 1980

die stelle mit dem gratten ist im matreier gemeindebuch nicht erwähnt, muß
also auf (a), (b) oder (c) zurückgehen. das ließe sich nur prüfen, indem
man melzer direkt fragt (wie taurec vorschlägt) bzw. durch recherchen in
matrei direkt vor ort, wo zumindest (b) zu finden sein müsste, mit ein
bischen glück auch (a).

hallo nochmal,

unabhängig von melzer konnte ich inzwischen den originaltext von (a) aufspüren und tatsächlich findet sich dort die stelle mit dem gratten, nur in etwas anderer formulierung:

"Der Wert und der Preis des Viehes und des Grund und Bodens wird derart in die Höhe steigen, als wenn man langsam einen Wagen zuoberst auf einen Berg hinauf ziehen würde und alles wird einen ungeheuer hohen Preis bekommen. Darnach werden die Preise so schnell fallen, als wie man diesen Wagen zuoberst auf dem Berge zurücklaufen lassen würde und daher wird auch alles seinen Wert verlieren und daher werden beinahe alle ausgeliehenen Gelder in Verlust kommen. Und nur derjenige kann sich glücklich schätzen, welcher einen freien Grund und Boden besitzt."

diese handschrift stammt vermutlich aus den frühen 1920er jahren (spätestens 1924), ist aber möglicherweise sogar noch einige jahrzehnte älter. mehr dazu demnächst in aufsatzlänge (@BB "demnächst" = innerhalb dieser dekade ;-) )

viele grüße,
randomizer

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"Übersetzung" (?)

BBouvier, Dienstag, 24.02.2009, 17:13 vor 6182 Tagen @ randomizer (5895 Aufrufe)

Das hier:
=>
"Der Wert und der Preis des Viehes und des Grund und Bodens
wird derart in die Höhe steigen,
als wenn man langsam einen Wagen
zuoberst auf einen Berg hinauf ziehen würde
und alles wird einen ungeheuer hohen Preis bekommen.

Darnach werden die Preise so schnell fallen,
als wie man diesen Wagen zuoberst auf dem Berge
zurücklaufen lassen würde
und daher wird auch alles seinen Wert verlieren
und daher werden beinahe alle ausgeliehenen Gelder
in Verlust kommen.
Und nur derjenige kann sich glücklich schätzen,
welcher einen freien Grund und Boden besitzt."

Liest sich doch wie eine neuere/modernere
Übertragung einer/der älteren Vorlage bzw. des Originals (?):
=>

"Die Gaben werden langsam hinaufgehen,
als wenn einer einen Gratten hinaufzöge,
immer weiter, immer höher.
Dann, wenn alles so teuer ist,
daß die Leute sagen werden:
Jetzt hat es kein Gleichnis mehr,
so ist es,
als ob einer den Strick abhacken würde
und der Gratte springt schnell auf den Boden herab.
Alles wird nichts mehr wert sein.
Wenn einer einen Grund und Boden hat,
der wird noch was haben, die andern
werden alle nichts mehr haben.
Das ausgeliehene Geld wird alles hin sein."

Gruss,
BB

--
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Re: "Übersetzung" (?)

Taurec ⌂, München, Dienstag, 24.02.2009, 17:27 vor 6182 Tagen @ BBouvier (5966 Aufrufe)

Hallo!

Wenn Randomizers Text aus den 1920ern stammt, dann muß es noch mindestens eine ältere Fassung geben.
Ich vermute, die Melzer zugängliche Handschrift ist die ältere. Die Sprache passt viel besser in die bäuerliche Umgebung.

Gruß
Taurec

--
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Alle Aussagen Gilges aus Melzers Buch (und Frage an Randomizer)

Taurec ⌂, München, Dienstag, 24.02.2009, 16:02 vor 6182 Tagen @ Fred Feuerstein (7028 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 30.08.2017, 14:36

Schlagwörter:

Hallo!

Gottfried Melzers Buch "der Matreier Prophet Egger Gilge" ist (vor Wochen schon) bei mir angekommen, in der neuesten Auflage von 2001.

Er nennt darin in der Einleitung das Matreier Gemeindebuch von 1980. In dem Buch soll sich ein Artikel befinden, der Gilge laut Melzer eher abwertet.

Dann schreibt Melzer, daß ab 1986 in einer früheren Ausgabe des Loreto-Boten vier Fortsetzungsartikel über Gilge und seine Prophezeiungen erschienen sind. Seit 1993 wird dieser Loreto-Bote vom Theresia-Verlag in Lauerz, einem 1.000 Einwohner zählenden Dorf in Schwyz in der Schweiz, fortgeführt. Der Chefredaktor ist Dr. Gerd Josef Weisensee. Der frühere Loreto-Bote wurde "vom Autor" gegründet, also vermutlich von Melzer selbst, und umfaßte 15 Ausgaben. Die Artikel wurden also ebenfalls von Melzer verfaßt.
Der Theresia-Verlag hat auch das Buch Melzers herausgegeben. Die Seite des Verlages: http://www.theresia.ch

Die Photos aus Matrei in dem Buch wurden nebenbei allesamt von Josef Stocker geliefert, der die Bücher "die Reinigung der Erde" und "der dritte Weltkrieg und was danach kommt" geschrieben hat. Stocker war also vor Jahren schon mal in Matrei und hat als Prophezeiungsexperte dort höchstwahrscheinlich auch recherchiert. Den könnte man auch fragen.

Als Quellen für die Vorhersagen nennt Melzer:
„1. Ein in Korrentschrift geschriebenes Manuskript, von einem Lienzer, offenbar nach einer Vorlage angefertigt. Der Verfasser derselben ist nicht genannt. Vielleicht geht sie auf einen in Matrei lebenden Geistlichen zurück, der sich, wie es scheint, in besonderer Weise für den Egger Gilge interessierte, Anton Auer nämlich, der von 1867 bis 1871 Kooperator in Matrei war. Dieser erwähnt, daß ‚Egger Gilges Prophetien’ noch in lebendiger Erinnerung seien.

2. Ein in Osttirol kursierendes Blatt mit den prophetischen Ausdrücken des Egger Gilge. Der Inhalt dieses Blattes deckt sich weitgehend mit der oben erwähnten Handschrift. In diesem Blatt wird von manchen Prophezeiungen des Egger Gilge geschrieben, daß er sie von seinen Voreltern gehört habe.

3. Das bereits erwähnte Matreier Gemeindebuch 'Matrei in Osttirol', erschienen 1980 im Selbstverlag der Marktgemeinde Matrei in Osttirol.

4. Die Aussagen einer alten Matreierin, die der Verfasser dieser Schrift vor Jahren in Matrei kennenlernen durfte.“

Weitere Angaben fehlen gänzlich, nämlich woher er der die alte Handschrift hatte, bzw. wo diese aufbewahrt wird und wie das kursierende Blatt heißt.
Melzer gruppiert alle Aussagen in Themengebieten, ohne Angabe, welche Aussage aus welcher Quelle stammt.

Zum Seher selbst: Egger Gilge, auch Klaunzer genannt, wurde 1663 in Matrei geboren und wurde auf den Namen Virgil getauft. Daraus hat sich der Name Gilge, Gille oder Jilgen entwickelt. Sein Namenspatron war der heilige Virgilius, der den ersten Dom in Salzburg gebaut hat, zu dem Matrei Jahrhunderte lang gehörte. Gilge war Bauer auf dem heute noch existierenden Untereggerhof am Klaunzerberg (daher sein Spitzname). Er war Analphabet. Seine Schauungen teilte er Landsleuten mit. Gilge starb 1735 und wurde an heute unbekannter Stelle auf dem Friedhof der Matreier Pfarrkirche bestattet.

Im folgenden bringe ich die Aussagen Egger Gilges in der Reihenfolge, wie sie Melzer abgedruckt hat, allerdings ohne die Themengebiete, da es solche im Original auch nicht gab.
Die Aussagen sind also aus mehreren Quellen zusammengeschrieben und von Melzer sortiert worden.

Aus der alten Handschrift stammt diese Einleitung:
„Dieser Egger Virgil ging einst durch den Wald in seine Mühle. Da sah er auf einem Baumstamm ein Buch liegen. Er ging vorbei, weil er glaubte, das Buch habe jemand vergessen. Als er wieder zurückkam, lag beim Buch auch ein Schlüssel dabei. Er ging (abermals) vorüber. Da hörte er eine Stimme, die (zu ihm) sagte, er solle das Buch und Schlüssel mitnehmen. Er sah niemanden und wußte auch nicht, woher die Stimme kam. Er konnte aber in dem Buch nicht lesen. Es waren keine Buchstaben (im Buch gedruckt), sondern nur Ziffern und solche Zeichen, wie bei der Stenographie. Über eine längere Zeit schaute er nochmals ins Buch. Es war ihm bislang noch nicht eingefallen, den Schlüssel zu Hilfe zu nehmen. Er verwendete den Schlüssel und konnte nun im Buch lesen.

Er redete nun sehr vieles von zukünftigen Dingen, aber nur zu Kindern, weil ihm die erwachsenen Leute kaum Glauben schenkten und ihn für einen Narren hielten.“

1. „Die Herren von der Obrigkeit werden kommen und mir dieses Buch wegnehmen. Ich werde mit meinen Reden den Herren viel zu gleim.“

2. „Die Windisch-Matreier werden eine neue Pfarrkirche bauen, die alte abreißen; dann wird die Nikolauskirche abbrennen, dann werden die Windisch-Matreier eine Zeit lang gar keine Kirche mehr haben.“

Die Nikolauskirche steht noch. Der Bau der anderen fand ab 1777 statt. Während der Bauzeit gab es in Matrei keine Kirche.

3. „Das Schloß Weißenstein in Matrei wird eine Zeit lang Herberge für arme Leute sein, und wird mit der Zeit an fremde Herrschaften verkauft werden.“

Das Schloß war ab 1823 Armenhaus, als es von der Gemeinde Matrei erworben wurde. 1863 wurde es an den Baron von Mengershausen aus Salzburg verkauft.

4. „Man wird ein neues Posthaus errichten, von einer neuen Poststraße aber immer nur reden.“

Das Posthaus wurde 1901 gebaut. Eine Erneuerung der Straße gab es zu dieser Zeit aber nicht.

5. „Es wird eine Zeit kommen, da wird die Post in der Luft gehen.“

6. „Zu Ruggenthal wird eine weiße Mauer gemacht werden, die wird ausschauen wie ein Stück Tuch.“

Das wird von Melzer auf eine dort angelegte Straße bezogen, deren Asphalt aussieht wie der zu Gilges Zeiten aus Schafswolle hergestellte hellgraue Loden.

7. „Man wird mit Gewalt Straßen und Häuser bauen und auf einmal wird alles ein Ende haben.“

8. „Der Schweizer wird durchs Oberland herunterkrachen, alle Lucken und Gattern aufmachen und keine mehr zu.“

Zur Zeit Gilges verband man mit dem Ausdruck „Schweizer“ nicht nur Soldaten und landwirtschaftliche Arbeiter, sondern auch einfach Landesfremde im Gegensatz zu den Einheimischen.

9. „Der Schweizer wird das Tirol mit gefrorenen Schuhen betreten.“

Die Schweizer sind Fremde, also Touristen. Die gefrorenen Schuhe die harten Skischuhe.

10. „Vor den Schweizern braucht man nicht weiter zu fliehen als bis zu den obersten Haselstauden, und wenn einer drei Brote trägt und es fällt ihm eines aus der Hand, dann soll er nicht umschauen, er hat mit zweien genug.“

Die Ähnlichkeit zu Mühliasl ist offensichtlich. Dieser ist geschichtlich selbst nicht belegt (siehe Reinhard Hallers Buch über den Mühlhiasl). Seine Aussagen sind wanderndes Volksgut, das hier und da Zeitgenossen oder mythischen Gestalten zugeschoben wird. Ein deutlicher Hinweis, daß dies auch bei Egger Gilge geschah.

11. „Es wird eine Zeit kommen, daß man zum Schapperwirt mit einer Zille fahren wird.“

Diese Aussage ist rätselhaft. Es gibt in Matrei zwar einen Schapperhof, doch wurde in diesem nie eine Wirtschaft geführt. Der Hof ist jedoch inzwischen wegen Hochwassergefahr durch seine Lage verlassen worden. Eine Zille ist ein kleiner Lastkahn. Zumindest darin scheint also etwas Wahres zu stecken.

12. „Die Herren werden die Bauern alle in ein Bohrloch treiben wollen und einen Bausch nachschlagen. Der Bausch wird aber den Herren hinter (zurück) ins Gesicht springen.“

Das erinnert inhaltlich an diese Mühlhiaslaussage: „ Die hohen Herren sitzen zusammen und machen Steuern aus. Nachher stehts Volk auf.“
Das Grundprinzip ist das gleiche: Die Mächtigen werden dem Volke nicht Herr. Inwiefern das authentisch ist, bzw. ob da nur der dahinterstehende Gedanke gewandert sein könnte, ist die Frage.

13. „Um Roggen-braun-aufgehen wird des brechen, und so schnell wird es brechen: Vormittag wird man noch nichts hören, nachmittags werden die Leute über die Berge niederspringen, um zu wehren.“

Steht hier dasselbe Überraschungsmotiv wie bei Irlmaier dahinter? „Anfangen tut der vom Sonnenaufgang. Er kommt schnell daher. Die Bauern
sitzen beim Kartenspielen im Wirtshaus, da schauen die fremden Soldaten bei
den Fenstern und Türen herein.“

„Roggen-braun-aufgehen“ bezieht sich auf den Roggen, der etwa vier Wochen nach der Saat braun wird. Der Winterroggen wird im August gesäht und geht im September auf. Der Sommerrogen wird im April gesäht und geht im Mai auf. Das paßt nicht ganz zum Kriegsbeginn (es sei denn, man unterstellt eine Verzögerung des Sommerroggens).
Melzer bezieht diese Stelle auf den Brand von Matrei am 10. Mai 1897, der um halb 12 Mittags ausbrach.

14. „Der Bretterwandbach wird großartig ausbrechen.“

Der Bretterwandbach ist ein zu Lebzeiten Gilges mit Brettern eingedämmter Bach, der nach Unwettern immer viel Geröll mit sich führte und anliegende Gebäude und Felder beschädigte. Es kam auch nach Gilges Tod regelmäßig zu Ausbrüchen des Baches. Die Aussage ist völlig wertlos.

15. „Auf der Kaltenhauser Aue wird ein See werden, und auf der Burger Aue wird Weizen wachsen.“

Die Kaltenhauser Aue wurde regelmäßig durch den oben genannten Bach, der sich am Geröll staute, überschwemmt. Auf der Burger Aue wird seit 1969 Getreide angebaut.

16. „Die nasse Witterung und die strenge Herrschaft werden die Bauern verzagt machen. Mit der Zeit werden immer kältere Jahre kommen und über lange Zeit wird Köß übern Prosseg fürcherschauen und der See auf der Kaltenhauser Aue wird auf den Ranacher Geern steigen.“

Köß kommt von Kees, was ein anderes Wort für Gletscher ist. Prossegg soll eine felsige Höhe über der Prossegg-Klamm bei Matrei heißen. (Konnte ich nicht einwandfrei identifizieren. Es gibt nur einen Ortsteil in Matrei namens Prossegg.)

17. „Die Bauern werden ihre Söhne selber aufs Landgericht führen, daß sie zum Militär genommen werden.“
Alternative Formulierung: „Die Bauern werden ihre Söhne selber aufs Landgericht führen, wenn sie zum Militär genommen werden.“

Das erste bezeichnet eine freiwillige Meldung zum Militär, das zweite bedeutet, die jungen Leute werden zwangsweise rekrutiert.

18. „Das Land Tirol werden sie voll Militär stecken, dann wird’s brechen.“

Bezieht sich laut Melzer auf die Endphase des zweiten Weltkrieges.

19. „Es wird ein Jahr kommen, wo sehr viel Bergheu wachsen wird und niemand wird sein, der es heimbringt.“

Bezieht sich laut Melzer auf das Jahr nach Tschernobyl, als wegen Fallouts die Heuernte verboten war.

20. „Mit der Zeit wird sich der Bauer kleiden wie der Bürger, der Bürger wie die Herren, und die Herren wie die Narren.“

Das ist eindeutig Mühlhiasl: „Wenn sich d’Bauernleut g’wanden wie die Städtischen und die Städtischen wie d’Narrn“

21. „Die schwarze Hoffahrt wird die letzte sein.“

Das ist wieder Mühlhiasl: „Wenn erst die Rabenköpf kommen“ (Rabenköpf = schwarze Kopftücher)

22. „Es wird der einhellige Wind kommen, die Bauern werden alle einen Sinn bekommen. Es wird der eine den anderen nicht fragen wohin. Es wird jeder an den rechten Ort kommen.“

Einhellig im Sinne von allgemein oder gleichstimmig. Alle sind einer Meinung. Laut Melzer ist das eine Anspielung auf die Macht der Medien.

23. „Wenn der Matreier Pfarrer mit zwei Schimmeln ausfährt, wird eine schlechte Zeit kommen.“

Im Grunde ähnlich Mühlhiasl: „Wenn d’Bauern mit gewichsten Stiefeln in die Miststatt hineinstehen“

24. „Die Matreier Kirche wird den Leuten, sobald sie gebaut sein wird, viel zu groß sein, so daß sie sagen werden: Eine so große Kirche bauen! Über eine kleine Weile wird man nichts mehr hören, daß sie zu groß sei; über eine kurze Zeit darauf werden in der Kirche hier und da in einem Stuhle Kinder und alte Leute sein.“

Darin steckt Verschiedenes: Die Kirche ist nach ihrem Bau zunächst zu groß, bis die Bevölkerung zahlenmäßig hineinwächst. Dann wird der Glaube so klein, daß er beispielsweise unter einen Birnbaum Platz hat (beliebtes Prophetenmotiv). Es werden nur noch alte Leute darin sein und Kinder (weil diese noch einen kindlichen Glauben aufweisen und außerdem aus Tradition die Sakramente wie Taufe und Kommunion bekommen. Meine Deutung).
Dazu passend:

25. „Sobald in jedem Dorf eine Kirche ist, wird der Glaube sich zu verlieren anfangen.“

Die letzte Kirche wurde in der Matreier Umgebung 1928 gebaut. Dann waren alle Dörfer gut versorgt.

26. „Die Leute werden alle Lesen und schreiben lernen. Es werden hohe Schulen errichtet werden. Der Glaube wird dann schnell abnehmen.“

27. „Der letzte Pfarrer von Matrei wird ein Weißkopfeter sein.“

28. „Bei den Häusern werden die Leute große Kreuze aufstellen, die kleinen werden sie nicht mehr sehen.“

29. „Hinter dem Altar der Matreier Kirche wird der Fuchs nisten.“

Das ist ein Stormbergermotiv, dessen Authentizität Mühlhiasls ähnlich ist. Stormberger: „Nach diesem werden die Leute der
Waldung in die Länder ziehen ohne Hunger und Sterb und die eingebauten
Häuser in den Wäldern den Füchsen zur Wohnung werden.“

30. „So klug werden sie es einrichten, so klug, daß man vom Glauben kommt, bevor man es meint, daß man sogar einen alten Bauern fragen muß, welches der rechte Glauben ist.“

Klug heißt laut Melzer in Osttirol soviel wie „fein“. Die Aussage bezieht er auf die Änderungen in der katholischen Kirche seit 1967, welche den Glauben verzerrt hätten.

31. „Die Schwarzröckler werden es versäumen und sie werden loadig sein.“

„Loadig sein“ heißt soviel wie „leidig sein“, also „leiden“.

32. „Geistliche und weltliche Obrigkeiten werden aus einer Schüssel essen.“

33. „Es werden die Rotröckler kommen und da wird es schrecklich zugehen.“

Egger Gilge soll immer zu weinen angefangen haben, wenn er von den Rotröcklern sprach.

34. „Dreimal wird die Grenzwacht unter dem Tauern kommen.“

Der hohe Tauern ist die Nordgrenze des Matreier Gebietes.

35. „Wenn die Schützen übern Tauern gehen müssen, wird’s schrecklich zugehen. So weit wird’s kommen, daß die Geistlichen sogar im Wald auf einem Stock das Meßopfer feiern müssen.“

36. „Zu Tauer wird eine Kirche gebaut werden, und wenn die Rotröckler kommen werden, so wird es so schrecklich zugehen, daß das höchste Gut in Getauen aufbewahrt werden muß.“

Tauer befindet sich einige Kilometer nördlich von Matrei am Fuße des Tauernkogels. Dort befindet sich lediglich eine Kapelle, die schon zu Egger Gilges Zeiten gestanden hat.

37. „So weit werden es die Herren treiben: Wenn ein Bauer zwei Röcke hat, muß er den einen den Herren geben.“

38. „So wenig Geld wird mehr sein, daß wenn einer einen Zwanziger sieht, ihn gleichsam küssen wird.“

Zu Gilges Zeiten war ein Zwanziger eine Silbermünze im Wert von 20 Kreuzern oder einem halben Gulden.

39. „Die Gaben werden langsam hinaufgehen, als wenn einer einen Gratten hinaufzöge, immer weiter, immer höher. Dann, wenn alles so teuer ist, daß die Leute sagen werden: Jetzt hat es kein Gleichnis mehr, so ist es, als ob einer den Strick abhacken würde und der Gratte springt schnell auf den Boden herab. Alles wird nichts mehr wert sein. Wenn einer einen Grund und Boden hat, der wird noch etwas haben, die andern werden alle nichts mehr haben. Das ausgeliehene Geld wird alles hin sein.“

Diese Textstelle ist gänzlich anders als die von Randomizer zitierte.

40. „Das ausgeliehene Geld wird alles hin sein“

41. „Eine 61 Jahre alte Dirn wird den Antichrist gebären, worauf sich die anderen so schämen, daß die meisten ins Wasser springen.“

Mit „Dirn“ bezeichnet man eine alte Jungfer.
Die Aussage ist schlicht die Umkehrung der Maria. Als sie Jesus gebar, war sie 16 Jahre alt und verheiratet. Die Mutter des Antichristen ist demnach 61 und unverheiratet.

42. „Die Weibsbilder werden bis zum Ende immer noch nach den Männern trachten. Keine will eine ‚alte Dirn’ werden, dennoch nehmen die Dirnen überhand.“

43. „Es wird ein Jahr kommen, in welchem ein sehr schöner Frühling sein wird; später aber wird es kalt werden und schneien, so daß die Gebirgsbauern fürchten, es könnte nicht mehr abreifen. Dieses wird aber noch gut abgehen. Im Frühling soll man nicht jammern, im Herbst wird die große Trübsal kommen.“

44. „Sobald in Bruggen drei Brücken sein werden, werden diese schrecklichen Zeiten nahe sein.“

Bruggen ist ein Ortsteil von Matrei, in dem es heute tatsächlich drei Brücken gibt.

45. „Wenn der Priester bei der Messe mit dem Gesicht zum Volk schaut, dann dauert es nur noch kurze Zeit.“

Das ist seit 1967 der Fall.

46. „Es wird eine strenge Waldordnung kommen, und diese wird die letzte sein.“

47. „Das erste wird sein das Lottergejoide, das zweite das Bauerngejoide, das dritte das Herrengejoide.“

48. „Die Herren werden alle erschlagen werden, und wenn es dazu kommt, dann werden sie sich verkleiden und in die Wälder fliehen und Holz hacken. Es wird ihnen aber nichts nützen. Man wird nicht weiter schauen als auf die Hände; wer kluge (feine) Hände hat, wird halt erschlagen.“

49. „Und wenn diese schreckliche Zeit vorüber sein wird, dann werden so wenig Manderleut mehr sein, daß die Weiberleut in den Wald gehen müssen, um Holz zu hacken; und sie werden rearn (weinen) und sagen: Diesen Baum hat auch noch mein Mann umgehackt.“

50. „Da wird die Hoffahrt vergehen, und jeder schätzt sich glücklich, wenn er nur hölzerne Schuhe besitzt.“

51. „Das Wildbret wird sich verlieren, so daß sehr wenig mehr sein wird. Danach werden sich die Leute verlieren. So wenig Leute werden mehr sein, daß man in den Tälern abziehen wird. Matrei wird dann Lienzer Ochsenalpe werden.“

52. „Der Burgerbach wird wieder seinen alten Graben aufsuchen und wieder unters Schloß rinnen.“

Der Schluß der Handschrift lautet:
„Dieses und ähnliches mehr hat Vergilius Klaunzer, vulgo Egger Jilgen, seinen Angehörigen, Verwandten und Bekannten, die ihm aber nicht glaubten, sondern ihn verspotteten, vorhergesagt. Vieles, was Jilgen vorhersagte, ging seither schon in Erfüllung. Jilgen war ein einfacher, streng gläubiger, aufrechter Mann, er konnte weder schreiben, noch lesen.“

@ Randomizer: Die von Dir zitierte Stelle unterscheidet sich ja von der entsprechenden Aussage aus Melzers Buch. Kannst Du näheres über Deine Quelle verlieren? Handelt es sich dabei tatsächlich um die alte Handschrift, die auch Melzer erwähnt oder ist es eine neue, fünfte Quelle?
Wo hast Du sie gefunden?

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

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Bauer oder Müller - Hat es Gilge überhaupt gegeben?

Taurec ⌂, München, Dienstag, 24.02.2009, 18:11 vor 6182 Tagen @ Taurec (5990 Aufrufe)

Hallo!

Folgendes fällt mir auf:

Es heißt, Egger Gilge sei Bauer gewesen.
In der Handschrift heißt es aber:
"Dieser Egger Virgil ging einst durch den Wald in seine Mühle."

Es kann eigentlich nicht beides zutreffen.
Daß er auch Müller gewesen sein soll, deutet womöglich auf den Mühlhiasl hin, mit dem Gilges Aussagen stellenweise Ähnlichkeit haben.

Wenn ich mich nicht täusche, gibt es eine ähnliche Anekdote, wie in der Einleitung der Handschrift auch über Mühlhiasl (oder Stormberger?). Im Moment konnte ich aber dazu nichts finden.

Ich halte es aber für wahrscheinlich, daß Teile der Mühlhiasllegende nach Osttirol gewandert sind, wobei sich nur der Name, nicht jedoch der Beruf geändert hat.
Dann sollten wir prinzipiell in Erwägung ziehen, daß es den Egger Gilge niemals tatsächlich gegeben hat und wir hier einen ähnlichen Mythos wie mit dem Mühlhiasl vor uns haben mit dem Unterschied jedoch, daß Gilge nicht, wie es mit Mühlihasl durch Landstorfer geschah, einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.
Bestenfalls haben wir hier wie mit Stormberger eine noch irgendwo nachweisbare Person vor uns, der Aussagen aus der Volkstradition zugeschrieben wurden.

Gruß
Taurec

--
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Zum Punkt 27 bei Gilge

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Mittwoch, 25.02.2009, 05:47 vor 6181 Tagen @ Taurec (5833 Aufrufe)

Hallo Taurec, hallo Foris!

erstmal vielen Dank für das Bereitstellen dieser
wertvollen Lektüre.
Die meisten Details sind noch völlig unbekannt,
den meisten von uns.
Beim Durchlesen von Aussage 27 meinte ich,
daß vor Jahren schon einer im Zf meinte,
daß in Matrei ein alter weißhaariger Pfarrer
im Amt wäre.
Die Aussage stammte von einem Fori, der dort
in der Nähe wohnt.

Auch BBouvier meinte im alten Zf (am 14.Mai 2007),
daß schon seit 1976 ein junger,
weißhaariger Pfarrer in Matrei im Amt sei.
=>BBouvier im alten Zf
27. „Der letzte Pfarrer von Matrei wird ein Weißkopfeter sein.“
Falls der amtierende Geistliche der geschaute Pfarrer ist,
dann ist wohl bald Feierabend...

Mit freundlichen Grüßen,
Eyspfeil

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Das Alter der Aussage ist wichtig

Taurec ⌂, München, Mittwoch, 25.02.2009, 09:04 vor 6181 Tagen @ Eyspfeil (5929 Aufrufe)

Hallo, Eyspfeil!

Melzers Buch ist erstmals Anfang der 80er erschienen. Meine Ausgabe ist von 2001.
Es ist daher möglich, daß die Aussage über den weißhaarigen Pfarrer erst kurz davor entstanden ist (und beispielsweise in einem der von Melzer erwähnten Zeitungsartikel steht).

Als Reinhard Haller für sein Mühlhiaslbuch die Leute im Bayrischen Wald befragte, erzählten sie ihm lauter Aussagen zu Geschehnissen aus jüngerer Zeit, die er aus älteren Quellen nicht kannte (z. B.: "Wenn der Arber allerweil höher wird." => Radiostation auf dem Arbergipfel). Das haben sich die Menschen einfach ausgedacht, als es passierte.

Ähnlich könnte es mit der Aussage über den weißhaarigen Pfarrer sein und einigen anderen "Vorzeichen" (der Pfarrer steht bei der Messe mit dem Gesicht zum Volk. etc.).

Randomizer müßte mal in seine Quelle von 1924 schauen und prüfen, ob diese Aussagen dort schon stehen. Dann wären sie echt.

Gruß
Taurec

--
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Das Matreier Gemeindebuch von 1980

Taurec ⌂, München, Freitag, 06.03.2009, 19:56 vor 6172 Tagen @ Taurec (5999 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Freitag, 06.03.2009, 20:13

Hallo!

Er nennt darin in der Einleitung das Matreier Gemeindebuch von
1980
. In dem Buch soll sich ein Artikel befinden, der Gilge laut
Melzer eher abwertet.

Nur der Vollständigkeit halber stelle ich den besagten Artikel ein, damit sich keiner die Mühe macht, selbst danach zu suchen, denn viel gibt er nicht her.

Der Autor des Artikels heißt Meinrad Pizzinini.
Quellenangaben konnte ich in dem Buch nicht entdecken.
Von dieser einen Seite abgesehen scheint auch nichts weiter über Gilge in dem Buch zu stehen.

[image]

Bei der Aussage über den Gletscher kann es eigentlich nicht um den Kältesommer gehen, da der Gletscher niemals in so kurzer Zeit so sehr wachsen würde.

Gruß
Taurec

--
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Re: Das Matreier Gemeindebuch von 1980

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Sonntag, 08.03.2009, 02:02 vor 6171 Tagen @ Taurec (5779 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Sonntag, 08.03.2009, 02:09

Hallo Taurec!

Da hast Du recht, Gletscher wachsen normalerweise langsam und
nicht schnell.
Der Schreiber ist auch etwas schwierig zu interpretieren, er
stellt den vereisten Gletscher dar, als wäre es der Nachkriegs-
Zustand, obwohl dann nachweislich Mittelmeerklima bei uns
herrschen wird.
Außerdem meint er, es gäbe Aufstände gegen die Bettler, Bauern
und Herren, aber es sieht wohl eher so aus, daß die Bettler
und die Bauern selbst die Aufstände durchführen werden
(vor allem gegen die Obrigkeit), während
beim Herrengejodel diese beiden Gruppen vereint gegen die
Herren frondieren.
Der Ausdruck "Gejoidl" Gilges differenziert nicht so ganz, wer
da gegen wen revoltiert.

Irgendwie ist es nicht ganz auszuschließen, daß die strengeren
Winter (wie der gegenwärtige) wieder zur Regel werden und daraufhin
die Gletscher wieder flugs wachsen werden.
Jammerte die Tourismus-Branche in den Alpen noch letztes Jahr
laut über den wenigen Schnee, in dieser Saison hörte man doch
kaum Klagen über ausbleibende Ski-Touris.

Auch der Punkt der letzten Modefarbe wäre mit Gottfried Melzers
Buch geklärt: (in Memoriam der endlosen Diskussionen im Zf,
ob schwarz oder gar weiß, und welche Farbe denn der Waldwurm hat)
Die letzte Hoffarth ist definitiv schwarz und nicht weiß oder
lilablaßblau. Also in Bezug auf die Aussage Nr. 21 in Gottfried
Melzers Buch.

Grüße,
Eyspfeil

eine kleine Analyse zu Egger Gilge

Simun, Dienstag, 11.01.2011, 20:17 vor 5496 Tagen @ Taurec (4624 Aufrufe)

Grüße an Alle,
ich will hier einige Aussagen Gilges herausnehmen und kurz analysieren.

18. „Das Land Tirol werden sie voll Militär stecken, dann wird’s
brechen.“

Bezieht sich laut Melzer auf die Endphase des zweiten Weltkrieges.

Erinnert mich persönlich ein wenig an die Aussagen Katharinas aus d. Ötztal, wo
auch von (vielen) Soldaten die Rede ist welche mitten in Tirol in harten Kämpfen stecken.
Wäre der Osten Österreich schon vorher besetzt so erscheint mir das Vollstecken Tirols mit Soldaten realistisch.


21. „Die schwarze Hoffahrt wird die letzte sein.“

Das ist wieder Mühlhiasl: „Wenn erst die Rabenköpf kommen“
(Rabenköpf = schwarze Kopftücher)

Die Rabenköpf beschäftigen mich schon länger, da diese noch kommende Mode offensichtlich
sehr auffallend sein wird, im Vergleich zur Jetzigen, so dass sie Einzug in die Gesichte der Seher hatten.
Die Rabenköpfe könnten aber auch die kopftuchtragenden Frauen islamischer Konfession sein, jedoch ist dies
keine Mode, sondern Brauch, und auch nur bei denen.

Ich schnorchelte und fand Interessantes:
http://www.sueddeutsche.de/leben/farbforschung-in-der-mode-rabenschwarze-zeiten-1.374152

31. „Die Schwarzröckler werden es versäumen und sie werden loadig
sein.“

„Loadig sein“ heißt soviel wie „leidig sein“, also „leiden“.

Fragt sich was werden die Priester (Schwarzröckler) versäumen?
Etwa dass sie es mittlerweile verpasst haben an der Tradition festzuhalten anstatt
sich zu modernisieren?
Oder sind hier überhaupt nicht die Priester gemeint?

»32. „Geistliche und weltliche Obrigkeiten werden aus einer Schüssel essen.“

33. „Es werden die Rotröckler kommen und da wird es schrecklich
zugehen.“

Für mich interessant die Spielerei Schwarzröckler-Rotröckler
Im Satz 32. jedoch die verwendung "Geistliche"
Wenn es sich bei den Schwarzröcklern aber um Priester handelt, dann aber nur
um die des Petrusordens, dagegen haben zb. die Franziskaner fast immer braune Röcke!

Egger Gilge soll immer zu weinen angefangen haben, wenn er von den
Rotröcklern sprach.

34. „Dreimal wird die Grenzwacht unter dem Tauern kommen.“

Der hohe Tauern ist die Nordgrenze des Matreier Gebietes.

Da ich 7 Jahre lang in Mittersill lebte kenne ich mich gut dort gut aus.
Zur Kontrolle kann jeder auf die Karte schauen, von Mittersill führt richtung Süden eine einzige Schnellstraße,
beim Felbertauen in den gleichnamigen Tunnel mündet, aus ihm heraus, fährt man runter nach Matrei dann weiter
nach Lienz, wo man zu meiner Zeit an einen großen Kreisverkehr kam und dann entweder geradeaus nach Kärnten zu fahren, oder rechts abzubiegen nach Italien!

Wenn es stimmt was Gilge sagte und die "Rotröckler" (ob Russen oder Revolutionäre) kommen vom Tauern runter,
dann sind sie natürlich quer durch das Pinzgau, Pongau....eben durch das halbe Salzburgerland marschiert.
Wären es Russen, so würden sie locker weiter, auf sehr guten Straßen von Lienz Richtung Nord-Italien, vorstoßen können!

Ich verstehe den Satz 34. nicht ganz!>
Welche Grenzwacht?

35. „Wenn die Schützen übern Tauern gehen müssen, wird’s schrecklich
zugehen. So weit wird’s kommen, daß die Geistlichen sogar im Wald auf einem
Stock das Meßopfer feiern müssen.“

Hier haben wir das umgekehrte Beispiel, denn wer sich von Matrei aus über den Tauern begibt
kommt zwangsläufig ins Land Salzburg, wer die Straße benutzt, kommt nach Mittersill, vonn dort dann direkt
über den Pass-Thurn weiter nach Tirol.
zur Veranschaulichung:
[image]

Gruß
Taurec

Grüße
Simun

--
Austria est imperare orbi universo

Re: Zusammenfassung Egger Gilge

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Donnerstag, 13.01.2011, 02:07 vor 5495 Tagen @ Simun (4042 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Donnerstag, 13.01.2011, 02:15

Hallo Simun!

»32. „Geistliche und weltliche Obrigkeiten werden aus einer Schüssel essen.“

[quote]33. „Es werden die Rotröckler kommen und da wird es schrecklich
zugehen.“[/quote]

Für mich interessant die Spielerei Schwarzröckler-Rotröckler
Im Satz 32. jedoch die verwendung "Geistliche"
Wenn es sich bei den Schwarzröcklern aber um Priester handelt, dann aber nur
um die des Petrusordens, dagegen haben zb. die Franziskaner fast immer braune Röcke!

Mit der gemeinsamen Schüssel ist wohl die Säkularisierung gemeint,
mit anderen Worten: Das 2.Vatikanische Konzil insbesondere.

Mit "Rotröcklern" sind wohl kaum Geistliche gemeint, darf nicht
verwechselt werden mit den "roten Hüten".
Schwarzröckler hingegen sind wohl durch die Bank immer Geistliche.

"Fragt sich was werden die Priester (Schwarzröckler) versäumen?
Etwa dass sie es mittlerweile verpasst haben an der Tradition festzuhalten anstatt
sich zu modernisieren?
Oder sind hier überhaupt nicht die Priester gemeint?"

Genau dies; und die Seelsorge - so in etwa soll es mit den Priestern
1948 in der CSSR geschehen sein: Über Nacht wurden sie nach der
Machtübernahme der Kommunisten ins Gefängnis gesperrt.
Dort bereuten sie bitter, daß sie sich in den Jahren zuvor
zu wenig um die Un(gläubigen) gekümmert hatten.
Und dagegen zuviel um ihr eigenes leibliches Wohl.
Vielleicht wird es so in etwa analog mal ablaufen.;-)

Gruß,
Eyspfeil

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