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Vom persönlichen zum Weltschicksal (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Mittwoch, 04.02.2015, 10:14 (vor 4285 Tagen) @ Eyspfeil (2215 Aufrufe)

Hallo!

Dann würde der Deuter der Handlinien (der zweifellos über gewisse Fähigkeiten verfügt,
die über die bloße Rationalität hinausreichen) in praktisch jeder Hand
eines jeden Europäers eine Unterbrechung oder Abzweigung (ich bin kein
Handdeuter und weiß daher nicht, was in jenem Falle in der Hand lesbar wäre) feststellen.

Gelesen wird das Schicksal wohl kaum unmittelbar aus der Hand. Vermutlich handelt es sich wie beim Kaffeesatzlesen, beim Kartenlegen und (wahrscheinlich) dem römischen Auspicium usw. eher um einen materiellen Träger, um die Begabung des Lesenden zu bündeln, um eine Art Induktor.
Ähnlich wie bei der sehr viel komplexeren Astrologie steht das System und die Regeln, liefern aber keine brauchbaren Ergebnisse, wenn nicht die Person des Deutenden mit einer geistigen Begabung hinzukommt.

Dann gibt es das Problem, daß Großereignisse sich im vorausgesehenen Schicksal Einzelner offenbar nicht wiederspiegeln.
Wenn ich mich recht erinnere, lieferten Untersuchung der Voraussagen, die einzelnen gemacht wurden, z. B. keinen Hinweis auf die beiden Weltkriege. Quelle ist mir entfallen. Vielleicht Tenhaeff?

Das Phänomen des Sehens reicht nicht so weit, daß man pauschal über jedes beliebige Ereignis Informationen bekäme. Insbesondere bei Schauungen über das persönliche Schicksal wird nicht der ganze Lebenslauf und sein Ende gesehen, sondern entweder nicht weiter tragische Ereignisse oder Dinge, die dem betroffenen Menschen auf seinem Wege und in seiner persönlichen Entwicklung nutzen. Da werden beispielsweise Situationen gesehen, für deren Bewältigung eine auf normale Weise zu erhaltende Information nicht ausreicht. Ich erinnere an das früher hier oft diskutierte Straßenbahnbeispiel. Kurzfassung: BBs Sohn träumte im Voraus, er würde in der Straßenbahn abgestochen werden und konnte dem Ereignis (mutmaßlich) nur aus dem Wege gehen, weil er zuvor davon geträumt hatte.
Das Wissen, daß man zu einem fixen Zeitpunkt in einem Krieg oder durch eine Naturkatastrophe stirbt, ist in diesem Sinne nicht hilfreich. Ich vermute stark, daß z. B. der Traum Dr. Whos, in welcher er den Atomtod erleidet, nicht sein tatsächliches Schicksal zeigt, sondern die unpersönliche Information "Atombombe" transportiert.

In den Handlinien (falls das überhaupt funktioniert - ich unterstelle es einfach) dürfte sich eine künftige Katastrophe sicher nicht so streng kausal abzeichnen. Bestenfalls sind hier für den Begabten Tendenzen abzulesen, die dem karmisch vorbestimmten Lebensweg entsprechen. Die erhaltbare Information dürfte bei einer Katastrophe schlichtweg ein Loch aufweisen oder nur ein diffuses Bild liefern nach dem Motto: "Da kommen irgendwann Schwierigkeiten."

Man könnte als Beispiel womöglich die Aussagen Gabriele Hoffmanns heranziehen. Der Fall der Berliner Mauer zeichnete sich im Schicksal ihrer Klienten ab, wobei ihr nicht klar war, was genau passieren würde.
In der Zukunft sieht sie lediglich wirtschaftliche Schwierigkeiten und einen Aufstieg Rußlands. Von einer Großkatastrophe ist in ihren Aussagen keine Spur. Nun kann man spekulieren: Verschweigt sie etwas? Oder hat sie dazu einfach nichts gesehen, statt dessen aber pauschale gesellschaftliche Tendenzen, denen die Leute unterworfen sind? Hat sie nichts gesehen aus den von mir oben angeführten Gründen oder sind gar die Großkatastrophen, die in diesem Forum diskutiert werden, generell Kokolores?

Gruß
Taurec

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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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