Theoretisches (Schauungen & Prophezeiungen)

Sagitta, Samstag, 07.03.2015, 09:36 (vor 4254 Tagen) @ nickela (2327 Aufrufe)

Guten Morgen Nickela,

hier nur gelegentlich diskutiert, ist es allerdings die herrschende Meinung auf dem Forum, dass es Schauungen in die Vergangenheit nicht gibt bzw. sie für die Forumsthematik nicht relevant sind, nichteinmal unter dem von Dir eingeworfenen (durchaus berechtigten) erkenntnistheoretischen Einwand.

In der parapsychologischen Literatur dagegen und im sog. Erfahrungswissen esoterischer Kreise, ja selbst in der katholischen Kirche (Stichwort Herzenserkenntnis), sind Schauungsblicke in die Vergangenheit feststehende Tatsachen. Dies entspricht auch meinem persönlichen Erleben.

Man könnte nun theoretisch darüber diskutieren, ob es auch globale Schauungsblicke zurück in Zeiträume gibt, als noch keine Menschen auf diesem Planeten herumrannten. Bezogen auf die spezielle Forumsthematik hier ist aber sehr unklar, ob es tatsächlich reale Schauungen von geographischen Karten oder von Landschaften aus großer Höhe geben kann oder gibt. Das ist nicht gerade die Alltagsperspektive der Schauungsseele, ausgenommen bei Kartographen und Vielfliegern. Fast alle der hier und auf anderen Zukunftsforen gehandelten Karten wurden aus diversen Schauungen nachträglich und künstlich am Computer konstruiert. Auch sind den Überflutungsschauungen meist Randinformationen beigegeben (Trümmerfelder, Schlamm-Massen, im Wald rauchende Hütten etc.), durch die sie sich von Schauungen in geologischen Vorzeiten unterscheiden lassen (wo doch eher Dinos rumstampfen sollten).

Ich halte Diskussionen über solche Dinge für wertlos und nehme Deinen Beitrag hier als Gelegenheit, um meine eigene Meinung zu Schauungen einmal grundsätzlich darzulegen.

Schauungen sind niemals wahr, aber sie können wahr werden.

Sie sind nämlich erst dann wahr, wenn sich etwas ereignet hat, das erkennbar ähnlich in der Schauung zuvor gesehen wurde (und auch zuverlässig berichtet bzw. aufgeschrieben wurde). Doch selbst dann könnte die inhaltliche Ähnlichkeit (1:1, also hundert Prozent gibt es nicht ...) immer noch auf Zufall beruhen!!

Es könnte nun sein, dass ein(e) Seher(in) sehr häufig in der Vergangenheit schon wahre Schauungen gehabt hat und diese verifiziert wurden. Doch selbst wenn eine solche Zuverlässigkeit des Sehers gegeben wäre (bei keinem der hier auf dem Forum zitierten Seher ist das nachgewiesenermaßen der Fall), kann es immer noch vorkommen, dass ein Seher sich halt irrt oder daß falsch von ihm berichtet wurde. Das heißt wiederum, eine Seheraussage ist auch von der versprochenen Zuverlässigkeit her immer nur eine Möglichkeits- bzw. Wahrscheinlichkeitsaussage.

Daraus folgt logisch zwingend, dass Schauungen, solange sie nicht als realisiert erkannt wurden, nur Möglichkeiten sind, aber keine Wahrheiten.

Hinzu kommt nun, dass man von den in der Schauung ausgedrückten Möglichkeiten, ganz nach persönlicher Einschätzung, Dinge abziehen darf, die einem als unmöglich erscheinen (nach dem gesunden Menschenverstand oder gemäß naturwissenschaftlichen Erkenntnissen oder "weil es der Priester so gesagt hat" - oder warum auch immer). So halte ich, wie bereits gelegentlich erwähnt, etwaige Umkehrungen der Rotationsachse der Erde oder auch kontinentweite Plattenverschiebungen für unmöglich (ganz abgesehen davon, dass es gar keine Schauungen gibt, die das direkt "sehen", sondern das sind intellektuelle Folgerungen aus der Interpretation gewisser Schauungen).

Damit ergibt sich, nochmals zusammengefasst, dass Schauungen nur eine Idee geben, was sein könnte - sie sind stets konjunktivisch. Höflicher ausgedrückt, denn ich will niemandem hier meine Meinung aufzwingen: ich empfehle aus eigener (auch Schauungs-) Erfahrung, eine Schauung nur als Möglichkeit aufzufassen.

Selbst wenn eine Schauung aber nur eine Wahrscheinlichkeits- und Möglichkeitsaussage ist, erfüllt sie dennoch vollkommen ihren Zweck, nämlich zu warnen oder auf etwas Wichtiges hinzuweisen.

Sagitta wünscht ein schönes Wochenende!


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