Jesaja (Schauungen & Prophezeiungen)

Redemption, Mittwoch, 25.03.2015, 11:24 vor 4236 Tagen (2166 Aufrufe)

Hallo,

die Suchfunktion hat nichts eindeutiges Ergeben, und auch in der Quellensammlung ist Jesaja nicht aufgeführt.

Ist Jesaja als brauchbare Quelle zu sehen, welche Treffer in der Vergangenheit hatte, oder hat 'Jesaja' an sich nie existiert und er ist nur ein später entstandenes Werk eines oder mehrerer anderer Autoren?

Gestern klingelten die Zeugen Jehovas an meiner Tür und während eines Gesprächs kamen wir auch auf die Prophezeiungen von Jesaja, welche als Argument für die 'Echtheit' der Bibel von ihnen angeführt wurden.


Beste Grüße

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Vorhang auf - Licht an!

BBouvier, Mittwoch, 25.03.2015, 11:53 vor 4236 Tagen @ Redemption (2302 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Mittwoch, 25.03.2015, 12:15

Hallo, Redemption!

Ein wenig Licht dürfte Wikipedia bringen:
=>
http://de.wikipedia.org/wiki/Jesaja

Zitate daraus:
"Seit dem Kommentar von Bernhard Duhm (1892)
wird das Jesaja-Buch mindestens drei verschiedenen,
teilweise unbekannten Autoren zugeschrieben."

"Generell besagen die Prophezeiungen,
dass Gott (d.h. JEHOWA) der Herr der Welt sei
und alle ungläubigen Völker bestraft,
die sich sicher genug fühlen."
Insbesondere Assyrien, Ägypten, Babylonien, Syrien und Moab.

Ich gehe mal davon aus, Zeugen Jehowas bestreiten
das erste Zitat, glauben hingegen an das zweite.
Eskimos und Nordfriesen neigen eher dazu, eher an das erste zu glauben
und das zweite abzulehnen.
Christen dürfen nicht das erste glauben (da ja gedruckt zu lesen),
müssen das zweite aber mit der Begründung verwerfen, daß gem. Offenbarung
Kap. 19 doch Jesus (!) als blutiges Lamm verkleidet auf einer
Wolke dahergeflogen kommt, alle Nichtchristen zu keulen.
Also alle Eskimos, Inder, Israelis (!), Araber, Türken, Mormonen, Chinesen,
Aborigines, Japaner, Tungusen, Zulus, Zeugen Jehowas etc.
Und nicht der jüdische Stammesgott Jehowa!

Als Zusatzinformation zu "Jesaja" sei symtomatisch auf
Herrn "Daniel" verwiesen:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=25832
Sowie auf das hier:
=>
https://schauungen.de/forum/index.php?id=25837

Grüße,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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Frühe jüdische, eschatologische Vorstellungen

Taurec ⌂, München, Mittwoch, 25.03.2015, 11:55 vor 4236 Tagen @ Redemption (1926 Aufrufe)

Hallo!

Gestern klingelten die Zeugen Jehovas an meiner Tür und während eines Gesprächs kamen wir auch auf die Prophezeiungen von Jesaja, welche als Argument für die 'Echtheit' der Bibel von ihnen angeführt wurden.

In der Regel sind das reine Zirkelschlüsse:
Jesaia ist echt, weil er in der Bibel steht und die Bibel ist echt, weil u. a. Jesaia in ihr steht, der als göttliches Wort ja echt ist usw...
=> Mit Gläubigen zu diskutieren ist sehr unersprießlich. Die haben nämlich immer recht. ;-)

Die Ratio findet dann schon eine Begründung für die Echtheit.

Ist Jesaja als brauchbare Quelle zu sehen, welche Treffer in der Vergangenheit hatte, oder hat 'Jesaja' an sich nie existiert und er ist nur ein später entstandenes Werk eines oder mehrerer anderer Autoren?

Mir ist nicht bekannt, daß er schon mal "Treffer" gehabt hätte. Wir haben hier auch eine völlig andere Art Text vor uns, als sie Schauungsberichte darstellen. Es sind keine Präkognitionen, sondern Glaubenswahrheiten.
Ob es je einen Jesaia gegeben hat, läßt sich meines Erachtens gar nicht belegen, bzw. ist äußerst fragwürdig. Im Grunde haben wir es mit einem Text zu tun, in dem die Juden ihre Glaubensvorstellungen (Auserwähltsein, Kommen des Messias und Vereinigung der Juden) vor sich selbst begründen. Er ist ein Fundament deren Kultur und Ausdruck ihrer Seelenwelt. Diese Vorstellungen sind uralt und haben mit uns eigentlich nur insofern zu tun, als die Christen sie mit dem alten Testament ebenfalls übernahmen und auf sich umdeuteten.

Jesaja hat für uns sicher keine größere Bedeutung. Er kann allenfalls herhalten, um den Ursprung religiöser Motive in den Prophezeiungen zu erkennen.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
―
„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

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