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Frühe jüdische, eschatologische Vorstellungen (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Mittwoch, 25.03.2015, 11:55 (vor 4236 Tagen) @ Redemption (1925 Aufrufe)

Hallo!

Gestern klingelten die Zeugen Jehovas an meiner Tür und während eines Gesprächs kamen wir auch auf die Prophezeiungen von Jesaja, welche als Argument für die 'Echtheit' der Bibel von ihnen angeführt wurden.

In der Regel sind das reine Zirkelschlüsse:
Jesaia ist echt, weil er in der Bibel steht und die Bibel ist echt, weil u. a. Jesaia in ihr steht, der als göttliches Wort ja echt ist usw...
=> Mit Gläubigen zu diskutieren ist sehr unersprießlich. Die haben nämlich immer recht. ;-)

Die Ratio findet dann schon eine Begründung für die Echtheit.

Ist Jesaja als brauchbare Quelle zu sehen, welche Treffer in der Vergangenheit hatte, oder hat 'Jesaja' an sich nie existiert und er ist nur ein später entstandenes Werk eines oder mehrerer anderer Autoren?

Mir ist nicht bekannt, daß er schon mal "Treffer" gehabt hätte. Wir haben hier auch eine völlig andere Art Text vor uns, als sie Schauungsberichte darstellen. Es sind keine Präkognitionen, sondern Glaubenswahrheiten.
Ob es je einen Jesaia gegeben hat, läßt sich meines Erachtens gar nicht belegen, bzw. ist äußerst fragwürdig. Im Grunde haben wir es mit einem Text zu tun, in dem die Juden ihre Glaubensvorstellungen (Auserwähltsein, Kommen des Messias und Vereinigung der Juden) vor sich selbst begründen. Er ist ein Fundament deren Kultur und Ausdruck ihrer Seelenwelt. Diese Vorstellungen sind uralt und haben mit uns eigentlich nur insofern zu tun, als die Christen sie mit dem alten Testament ebenfalls übernahmen und auf sich umdeuteten.

Jesaja hat für uns sicher keine größere Bedeutung. Er kann allenfalls herhalten, um den Ursprung religiöser Motive in den Prophezeiungen zu erkennen.

Gruß
Taurec

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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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