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Zivilisation (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Donnerstag, 05.02.2009, 18:57 (vor 6201 Tagen) @ Eyspfeil (3635 Aufrufe)

Hallo!

Wir befinden uns in einer zivilisatorischen Phase, in der hauptsächlich materialistisch gedacht wird.
Da gibt es eigentlich nur zwei denkbare Theorien, wie der Reichtum (Kapital, Materie) verteilt werden könnte.

1. "Kapitalistisch": Wenige haben viel. Viele arbeiten zum Wohle Weniger. Die Materie verteilt sich nach oben. (Die Politik behauptet indes: Die Staatsgewalt geht vom Volke aus, was allgemein geglaubt wird.)
2. "Kommunistisch": Eigentum wird aufgehoben. Alles gehört allen. Die Materie verteilt sich nach unten auf die Masse. (Die Gewalt geht für alle sichtbar von einer Zentralstelle aus, die theoretisch alles gleich verteilen sollte. Tatsächlich findet hier auch Kontrolle durch eine dünne Politikerschicht statt. Man ist sich der eingeschränkten Freiheit, wie in der DDR, wohl bewußt; anders als bei uns, wo sich der Massenmensch frei dünkt, aber durch Medien subtil gelenkt wird.)

Zwischen diesen beiden Möglichkeiten entscheidet sich alles. Die dritte Möglichkeit, die "völkische", in der man irrational und immateriell auf Vaterland und/oder Religion ausgerichtet ist, spielt mit wachsender Dauer dieser Phase ein immer geringere Rolle und wird lediglich noch zur Kontrolle der Massen instrumentalisiert.

Ironischerweise gehen daraus entspringende Systeme nicht an der Stärke ihres Gegenparts zugrunde, sondern an sich selbst. Der Kommunismus scheiterte, weil er alle gleich machen und durchorganisieren will und sich damit gegen die natürlicherweise vorhandenen Unterschiede und Eigenwilligkeiten stellt. Er ging wirtschaftlich zugrunde, weil sich die Natur, auf deren Basis gewirtschaftet wird, nicht vorausplanen läßt.
Das kapitalistische System geht zugrunde, weil der die Umverteilung nach oben antreibende Zinseffekt irgendwann ein Wachstum fordert, das von der Natur nicht geleistet werden kann. Es kommt zu Ausfällen (Abschreibungen) und das Geldsystem geht am Mangel echten Geldes zugrunde.

Weil es für Denker dieses Systems prinzipiell keine anderen Möglichkeiten gibt, führt das Scheitern eines Systems automatisch zur einer Förderung der anderen Seite.
So versuchte die sterbende Sowjetunion durch Glasnost und Perestroika marktwirtschaftliche Elemente einzuführen, nach dem Kollaps gab einen Systemwechsel.
Durch das derzeitige Einspringen des Staates bei Zahlungsschwierigkeiten und der Verstaatlichung von Banken und Industriezweigen erleben wir das Umgekehrte an unserem System. Der Kapitalismus scheitert gerade. In Ermangelung einer anderen Möglichkeit, wird es ebenfalls wieder einen Schritt auf die andere Seite geben. Das ist es, was in der Zukunft den Kommunismus wieder nach oben bringt, was ganz ohne Langzeitstrategie möglich ist.
Da der Kommunismus aber schon gescheitert ist, bleibt das nur ein kurzes Auferstehen, ehe beide Systeme endgültig verschwinden.
Die lachenden Dritten sind die innerlich freien Machtmenschen. In ihnen lebt noch ein Stück der alten Seele. Sie brechen die Herrschaft der Materie und führen ein irrationales System ein, das auf Volk/Vaterland und Religion zurückgreift. Es kommt zu einem Wiederaufleben vorzivilisatorischer Formen, das aufgrund der Sterilität der Masse, die seelisch tot ist, innerlich kraftlos bleibt und im Gegensatz zu früher keine großen Schöpfungen mehr hervorbringt.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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