Hallo, Harry!
(Ich habe mir erlaubt, die Zuschrift gleich Deinem Benutzernamen zuzuordnen.)
Der Islam ist keine Organisation, die konzentriert auf ein Ziel hinarbeitet. Es gibt keine Kirche des Islam oder einen islamischen „Weltplan“, der unseren Niedergang enthält. Die bevölkerungsmäßige Zunahme der Moslems in Europa und die Zunahme des Islamismus sind eine Folge des europäischen Niedergangs seit der französischen Revolution, in dessen Zuge das Eigene schwächende und kulturelle Abwehrkräfte zersetzende Ideologien zusammen mit allgemeinem Hedonismus und Gleichgültigkeit großer Bevölkerungsteile gegenüber der Zukunft und den Nachkommen – bis hin zur Gleichgültigkeit der Existenz von Nachkommen – sich ausgebreitet haben. Es scheint ein kultureller Selbstmord im Gange zu sein, der von bestimmten Kreisen gewollt und von breiten Bevölkerungsschichten, die am Ende eines gewaltigen Lebenszyklus schwach geworden sind, bereitwillig angenommen oder zumindest hingenommen wird.
Auf der anderen Seite stehen die nichteuropäischen, „farbigen“ Völker, die lange Zeit Objekt europäischer Machtpolitik und Ausnutzung waren. Meist handelt es sich um Völker, die ihre glorreiche Zeit selbst schon lange hinter sich haben und ihrerseits einen umfassenden Prozeß der Fellachisierung und Primitivierung abgeschlossen haben. Damit einher ging, daß selbstzersetzende Tendenzen, die auch ihrer Kultur im Übergang zur toten Zivilisation eigneten, allmählich urtümlichen aggressiven Instinkten wichen, die von spätzivilisatorischem Todesschlaf und dumpfer Unterdrückung verdeckt waren. Nun, nachdem wir selbst diese Phase erreichen, wittern diese Instinkte unsere Schwäche und raffen sich auf, um mit dem vom ganzen Herzen verhaßten Europa ein Ende zu machen. „Islamismus“, eine islamische Form der Wiederentdeckung des Eigenen, ist Ausdruck des Erwachens dieser Instinkte. In den (selbst-)zerstörerischen Kräften, die in den höchsten Kreisen der europäischen Politik herrschen, findet die Erhebung der „Unterdrückten“ den perfekten Verbündeten. Die europäische Linke, für die der Arbeiter kein politisierbares Objekt mehr ist, weil sie ihn schlichtweg abgeschafft hat, findet in den „Diskriminierten“ Afrikas und Asiens eine neue Menschenmasse, die befreit werden muß. Als Folge sehen wir einen Ansturm aus diesen Erdteilen, dem der rote Teppich ausgerollt und goldene Fanfaren geblasen werden.
Spengler hat das bereits 1933 in Jahre der Entscheidung durch die „Revolution von Innen“ (der kulturelle Zusammenbruch Europas) und die „Revolution von Außen“ (die von instinktivem Haß getriebene Erhebung gegen Europa) angedeutet und bis heute recht behalten. Raspail hat das gleiche im Heerlager der Heiligen, das demnächst in einer vollständigen und etwas tiefgründigeren Neuübersetzung erscheint plakativ auf den Punkt gebracht. Insbesondere dieses dürfte interessant sein und entspricht vermutlich meinen obigen Ausführungen:
„ Insbesondere wurden viele Stellen gestrichen, in denen Raspail die Perspektive umkehrt, und dem Abendland zeigt, wie es in den Augen der ‚Verdammten dieser Erde‘ aussieht – auf keinen Fall so, wie sich das die Asylantenumarmer und Betreiber der ‚Willkommenskultur‘ so vorstellen.“
Korkowski scheint diese Tendenzen erkannt oder zumindest empfunden zu haben, hat sie aber in eine Vorstellungswelt eingebaut, in der dies die zentral gesteuerte Verschwörung einer begrenzten Gruppe ist. Über die Unsinnigkeit solcher Ideen, weil sie einerseits einen kausalen Grund (bzw. einen benennbaren Schuldigen) für den schlechten Zustand der Welt suchen, andererseits die Planbarkeit der Geschichte absurd überschätzen, bin ich in der Vergangenheit bereits eingegangen.
Etwa hier oder hier.
Ungeachtet dessen scheinen mir Inhalte wie im vorliegenden Korkowskiausschnitt, weil sie sehr komplex und zugleich irreal sind, nicht Teil einer Schau sein zu können. Korkowski erzählt hier eine Geschichte. Es liest sich wie ein „Verschwörungsroman“, was die Sache als Schauungsquelle unglaubwürdig macht. Das hier ist irgend etwas anderes, aber keine Vision und ich plädiere dafür, zumindest solche Texte von ihm auch nicht als themenrelevante Quelle (also Schauung) zu betrachten. Der Mann dürfte auf gewisse Weise seherisch begabt gewesen sein, aber irgendwo kam der Wurm hinein, entweder bereits in seiner Phantasie oder in der Darstellung seiner Dokumentatoren.
Eine objektiver Beleg der Echtheit seiner Visionen (zudem pars pro toto für alle hier nicht zitierten) ist der Abschnitt in Verbindung mit dem Artikel nicht, denn zur Anerkennung dessen bedarf es subjektiver weltanschaulicher Voraussetzungen: des Glaubens an Verschwörungen und des (meines Erachtens einseitigen, aber gewiß nicht ganz falschen – siehe oben) Stellens des Islams ins Zentrum der Bedrohung. Es ist also die subjektive Bestätigung eigener Ansichten, nicht der Belege, die zur Untermauerung dieser Ansichten angeführt werden, in diesem Sinne ein Zirkelbeweis.
Gruß
Taurec
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„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
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„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“