Hallo BBouvier!
"Du verstehst nicht im geringsten, worum es geht.
Die Illusion der Summe aller Schulden und damit jeglicher
Ersparnisse und Vermögen so lange aufrecht zu erhalten,
wie irgendwie möglich.
Wenn diese Illusion einmal geplatzt ist,
dann ist die Zivilisation wie du sie kennst, am Ende."
Klar. Deshalb reden die Merkels, Schäubles, Junckers, Dijsselbloems
und LaGardes ununterbrochen nicht so sehr von Penunzen, sondern eher
von "Vertrauen", welches jeden einzelnen Tag aufrechterhalten werden
muß, im Markt.
Bloß, ein konkretes Ereignis braucht es nichtsdestotrotz dafür, fürs
endgültige Platzen der Blase, damit das Welttheater gänzlich einstürzt.
Der Flieger über dem Gebäude mit der Breitseite am Meer? Die Eiszeit?
Überflutung? Sowas in der Art. Die Wallstreet funktioniert dann nicht
mehr, ebenso Brüssel.
"Er versucht ihnen etwas abzuringen, was sie ihm nie geben können. Eine Sonderregelung für Griechenland. Wenn er die bekommen würde, wie wollte man es den Portugiesen, Iren, Italienern, Spaniern etc. später verweigern. Es wäre der Anfang vom Ende und da müssen die Gläubiger standhaft bleiben."
Die ärmeren Länder wie Portugal, Slowakei oder Lettland sind ja schon stocksauer,
da sie wirklich sparen müssen und es konkret auch tun, und GR macht nichts
und wird trotzdem belohnt.
Aber ich fürchte, die 'Kleinen' haben in der überaus "demokratischen" EU wenig zu
sagen, im Gegensatz zu Berlin, Paris und natürlich Luxembourgs Chef-Juncker.
Plus IWF, BIZ, EZB und deren Hintermächte weiter im Westen.
Ein Schuldenschnitt im Kleinen, also in GR würde GRs Bonität verbessern, sie bekämen
neue Kredite zu besseren Konditionen bzw. Zinsen, und das ganze Spiel begänne von
Neuem, d.h. der ganze Staat würde ohne Ende von Transfers (also zumeist Steuergelder)
der reicheren Euro-Staaten unterhalten werden.
Für verschiedene afrikanische Länder gab es ja schon Schuldenschnitte, klar
die verlängern das Spiel bloß. Im kleinen wie im globalen Maßstab.
Was ich bei Tsipras und seiner Truppe nicht verstehe: Einerseits autscht er sich als
Anarchist, der auf alle Sparauflagen aus Berlin, Paris und Brüssel pfeift.
Er möchte ja sein ganz eigenes Ding drehen. Und am nächsten Tag kriecht er
zu Kreuze und bettelt in Brüssel um neue Hilfsgelder. Also wer fremdes Geld,
von jemanden anders erarbeitet, haben will, der muß Auflagen erfüllen.
Der muß Zinsen zahlen, der muß den Zaster auch irgendwann zurückzahlen.
Das ist einfach so etwas wie ein Naturgesetz, jedem von uns würde es so ergehen.
Aber Herr Tsipras will den kompletten Transfer, dauerhaft, und für lau.
Wechselte er jetzt ins Putin-Lager, oder riß er sich von der Euro-Zone los
und führte die Drachme wieder ein, das wäre dann eine ganz andere Kiste in
meinen bescheidenen Augen.
LG,
Eyspfeil