Ein weiser Historiker: "Es wird Blut fließen, viel Blut" (Schauungen & Prophezeiungen)

Mirans, Baden-Württemberg, Mittwoch, 17.06.2009, 12:07 vor 6069 Tagen (3442 Aufrufe)

Hallo,

Ausnahmsweise soll mal kein Seher oder Prophet zitiert werden,
aber das hier ist mindestens genau so beängstigend:

Eric John Ernest Hobsbawm CH ist ein englischer Sozialhistoriker und Sozialwissenschaftler mit
polnisch-österreichisch-jüdischen Wurzeln.
Er hat unzählige Ehrendoktortitel. (Warum kennt man ihn dann nicht?)

"Billionen Euro und Dollar setzen die Politiker gegen die Wirtschaftskrise ein. Wissen sie, was sie da tun? Nein, sagt Eric Hobsbawm, einer der wichtigsten Historiker der Gegenwart. Schlimmer noch als die Große Depression, die er vor 80 Jahren in Berlin miterlebte, sei der Zusammenbruch heute. Er hat Angst, dass der Kapitalismus sich über eine fürchterliche Katastrophe rettet."

http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/maerkte/:Eric-Hobsbawm-Es-Blut-Blut/700669.html?p=2

Gruß
Mirans

--
"Die Herrschaft der Dummen ist unüberwindlich, weil es so viele sind, und ihre Stimmen zählen genau wie unsere." - Albert Einstein
http://psiram.com/index.php?lang=de

Kritik an Hobsbawm (ehemaliger Beitrag im Zf)

RichardS, Sonntag, 19.07.2009, 17:27 vor 6037 Tagen @ Mirans (2709 Aufrufe)

Den untenstehenden Beitrag zu den Interviewaussagen des Herrn Hobsbawm stellte ich im Zf am 22.6.09 ein. Ich verwandte einige Mühe auf ihn und sein Schicksal auf irgendeinem, dort bald kaum oder gar nicht mehr auffindbaren Marktplatzplätzchen ist mir zu ungewiss, darum füge ich ihn hier an, wo er auch hingehört. Mein damaliger Beitrag versteht sich nicht als irgendeine konträre politische Meinungsäußerung, wie die gegenwärtige "Krise" zu bewältigen wäre, sondern als der Versuch, begrifflich einer Denkweise beizukommen, die umso mehr Konjunktur haben wird, je instabiler sich das westliche Finanz-, Wirtschafts- und in deren Folge auch politische System in den Augen der öffentlichen Meinung erweisen wird:


Ich lasse alle blumigen Zustands-Beschreibungen weg, schaue mir nur die GRÜNDE an, die dieser Mann für all die geschilderten "schlechten" Zustände der Vergangenheit wie Jetzt-Zeit angibt. Hier sind sie auszugsweise (in Kursiv) und meine Kurzkommentare gleich dazu:

Diagnose Teil 1:

In den letzten 30, 40 Jahren wurde eine rationale Analyse des Kapitalismus systematisch verweigert...
Wir haben vor allem Theologen des Marktes mit einem kindlichkindischen Glauben, dass der Markt alles von allein regeln wird...
Was wir im Augenblick erleben, ist ja etwas, was es nach der radikalen Moraltheologie des Marktes gar nicht geben kann und darf, es ist also etwas, was das Denkvermögen der Akteure sprengt...

Ja, den Glauben an den Markt, der alles regle, gibt es. Nur wird dieser Glaube in und außerhalb von Universitäten lediglich gelehrt - aber nirgends praktiziert! Die Staaten dieser Welt halten sich - entgegen diesem propagierten Kinderglauben in Universitäten und Massenmedien und entgegen den angeblichen Beweisen wie der tatsächlich (teilweise) stattgefundenen "Deregulierung von Finanzmärkten" und der Nicht-Beaufsichtigung z.B. von Hedgefonds - überhaupt nicht vom "Markt" fern. Schaut man sich an, was noch Markt ist und was schon Staat (also ohne Marktkontrolle, nicht über Privateigentum hergestellt) ist, dann stellt man in Gesellschaften wie der unseren über die Jahre und Jahrzehnte fest, dass der Staatsanteil, die Staatsquote ständig wächst. In Deutschland z.B. ist inzwischen mehr als die Hälfte offen oder verdeckt unter staatswirtschaftlicher Kontrolle: und zwar total oder in hohen Anteilen: Schulen, Universitäten, Gesundheitswesen / Krankenversicherungswesen, Altersvorsorgesysteme, Arbeitsvermittlung (Bundesagenturen für Arbeit), Verkehrswesen (Bahn, Straßennetz, städtische Verkehrsmittel), Postwesen, öffentlich-rechtliche Medien, staatliche Regulierung vieler landwirtschaftlicher Preise, Regulierung des privaten Wohnungsbaus, Subventionen von Kohle-, Stahl-, Werft-Industrien (inzwischen sogar KFZ > Opel! und Banken > IKB, HRE, Commerzbank, an denen sich der Staat finanziel zwecks "Stützung" beteiligt!). Die Staatsquote an "der Wirtschaft" wächst, wuchs schon vor der jetzigen globalen Krise und wächst jetzt erst recht, weil die Staaten nun überall als "Retter" nicht nur "gebeten" werden, sondern auch so auftreten (obwohl gerade in den eigenen Verantwortungsbereichen, siehe z.B. IKB oder unisono die deutschen Landesbanken, die schlimmsten Wildwüchse stattfanden!). Der "freie Markt" ist ein KINDERGLAUBE, der sowohl von den Staaten als auch von vielen "Systemkritikern" gerne wider gegen alle Realität behauptet und gepflegt wird.

Diagnose Teil 2:

Vielleicht wird die Menschheit noch bedauern, dass sie nicht auf Rosa Luxemburg gehört hat: Sozialismus oder Barbarei...
Die Politiker müssen so reden, sie können ja wohl schlecht zugeben, dass nicht der einzelne Mensch, sondern das System an sich falsch ist. Der Markt ist nicht moralisch. Die reine Marktwirtschaft ist auf Habgier aufgebaut - und auf sonst gar nichts, das ist das System...
Auch Karl Marx hat ja nie gegen gierige Kapitalisten argumentiert, er war gegen ein System, das notwendigerweise Habgier schafft. Der Mensch, mein fester Glaube, kann anders sein. Aber im Kapitalismus sucht jeder seinen Vorteil, jeder ist dazu verdammt, sonst geht er unter.
Sie haben sich absolut systemimmanent verhalten. Profit. Gewinn. Maximales Wirtschaftswachstum.

Hier geht alles durcheinander. Habgier, Profit, Gewinn, Vorteil, maximales Wirtschaftswachstum - als wäre das alles so irgendwie dasselbe, derselbe Brei! Selbst wenn ich ein Buch lese, strebe ich nach Gewinn (Gewinn der Erkenntnis, Gewinn des Vergnügens). Säe ich, will ich ernten - etwas gewinnen. Ja, ich handle zu meinem Vorteil. Zu meinem Nutzen, zu meinem "Profit", um das böse, üble Wort zu benutzen. Handle ich deshalb aus Habgier? Will ich deshalb bereits "maximales Wirtschaftswachstum"? Habgier ist eine psychologische Kategorie - sollte es einen gesellschaftlich verankerten Zwang (angeblich ja nicht "der Mensch", sondern das "System"!) zur Habgier geben, dann müsste dieser marxistische Professor diesen Zwang erst mal uns erklären. Tut er aber nicht! Jedenfalls nicht in dem Interview. Wir müssen uns den Zwang, seine Ursache, selber dazu-denken, um den Professor für weise zu halten. Er behauptet nur, dass Du, ich, Deine Familienmitglieder, meine Freunde, meine Nachbarn, wir alle eben, habgierig handeln - vermutlich bin ich es in dem Moment, indem ich das schreibe, auch... "Die reine Marktwirtschaft ist auf Habgier aufgebaut - und auf sonst gar nichts, das ist das System..." - der weise Professor empfiehlt, dass wir uns, den Bäcker, den Zeitungsträger, den Stahlarbeiter, die Krankenschwester, den Polizisten, den Lehrer, den Pfarrer, den Tante-Emma-Laden-Betreiber, den Verleger von Prophezeiungsbüchern, den Finanzminister alle unter diesem, denselben identischen Gesichtspunkt (habgieriges Handeln) betrachten sollen. Systembedingt...
Nun gibt es natürlich Habgier und es gibt auch den Zwang zum "Wirtschaftswachstum". Nur den Grund weiß DIESER Mann nicht. Er gibt ihn nicht an, aber er gibt an, dass er ihn auch gar nicht wissen kann, nicht wissen will, sonst würde er nicht alles begriffslos gleichsetzen (Gewinn, Vorteil, Habgier, Wachstum) und nicht alle - ohne angeblich zu kritisieren - als habgierig handelnd denunzieren.
Wenn er wenigstens uns erzählen würde, wie er darauf kommt, 1. dass und 2. warum ein "Kapitalist" (also wenigstens ein Kapitalist, wenn schon nicht auch das Milchmädchen oder der Professor) notwendigerweise habgierig handeln sollte.
Leere Behauptung, Klischees, die nicht besser werden, wenn alle Gut- und viele andere Menschen solche Klischese glauben und sich mit solchen Märchen abspeisen lassen.

Das Wissen von Leuten jedoch, die den Kapitalismus analysiert und verstanden hatten, wurde dagegen verspottet und vergessen: Leute wie Marx und Schumpeter wussten, dass der Kapitalismus etwas Instabiles ist, dass er sich entwickelt und revolutionär voranschreitet, aber auch zwangsläufig zusammenbricht, dass er stets anfällig ist für Krisen von unterschiedlicher Dauer und bisweilen großer Heftigkeit...
Es ist ganz einfach: Entweder hören wir mit der Ideologie des grenzenlosen Wachstums auf, oder es passiert eine schreckliche Katastrophe...

Vorher war es die "Habgier", die als eine bloße psychologische Kategorie daherkam. Weil die Behauptung, das System würde zu habgierigem Handeln die Wirtschaftsteilnehmer zwingen, begründungslos in den Raum gestellt wurde. Jetzt spricht der Mann von der "Ideologe" "des grenzenlosen Wachstums"! Damit verlegt er die Entscheidung, ob "wir" für oder gegen grenzenloses Wachstum sind, einfach in die Subjektivität, in das bloße Wollen von uns allen. Legen wir doch einfach diese "Ideologie" ab. So sein Rat. Von wegen Zwang, von wegen Systemimmanenz! Besser kann der Mann nicht verraten, was er von seinem Geschwätz selber hält, dass das "System" das Handeln der Leute diktieren würde, ja das Treiben der Wirtschaft als Ganzes. Nur soviel: den Zwang zum ständigen Wachstum (und die zwangsläufigen Krisen hieraus) gibt es durchaus (weswegen es aber mit dem Ablegen einer Ideologie nicht getan ist, so geht das schlicht nicht - sonst wär's ja kein Zwang!). Nur kennt dieser Mann diesen Zwang nicht und will ihn auch nicht kennen, wenn er ihn immerzu in Vorteil, Gewinn, Habgier u.ä. ortet und dann doch nicht den Mensch als "schlecht" behauptet haben will.

Und jetzt kommt der Hammer:

Die Lösung liegt in der richtigen Kombination aus Markt und Staat ... Wir werden Gesellschaften bekommen müssen, in denen der Staat wieder eine größere Rolle, eine viel größere Rolle spielt...
Es fehlen heute Leute und Denker wie Keynes, der in den Dreißigern so weitsichtig war, dass es ihm gelang, den Kapitalismus zu bändigen...
Ich sehe nur einen Weg aus dem Dilemma, der aber setzt eine fundamentale Bewusstseinsveränderung voraus, er ist ein internationales, ein Riesenprojekt: die Welt gegen die Umweltgefahr sicherer machen. Das würde helfen, die Wirtschaft anzukurbeln, aber es wäre auch ein Projekt, das man gegen die Marktkräfte durchsetzen müsste.

Ja, eben. Genau das tun die Staaten zurzeit. Markt und Staat auf ihre Weise kombinieren, dem Staat wieder eine und eine noch viel größere Rolle einräumen. Keynes (seine Lehre: staatliches Schuldenmachen, um die "Wirtschaft anzukurbeln") könnte nicht moderner sein. Obama bis Merkel lassen grüßen. Das Dillema einer Staats-Schulden-Wirtschaft wird mit mit noch mehr Schulden bekämpft, stramm staats-sozialistisch gedacht im Falle des Historikers, mit einer schönen Fahne ("Riesenprojekt ... gegen die Umweltgefahr"), nur die Fahne ist zurzeit eine klein wenig eine andere, eine andere, als sie die Politiker wie Obama bis Merkel hissen. Aber sonst wird ja schon wunderbar so gehandelt, wie es der britische Weise empfiehlt.

Der Mensch hat die Anlagen zum Guten wie zum Schlechten - und wie er sich benimmt, das kann man wohl ändern! Dass unsere Welt, immer noch oder endlich mal Heimat für alle werden kann - das ist doch ein schönes Ziel!

Schöner sozialistischer Schlusssatz. Weise?

Gruß
Richard


Eine kleine Ergänzung: Wer bloß aufgrund der "apokalyptischen Bilder" des Herrn Hobsbawm irgendwelche Schnittmengen mit unseren Interessen, Herangehensweisen und Gegenständen entdeckt, kriecht ihm meiner Meinung nach auf den Leim. Denn mit diesen Bildern orchestriert Herr Hobsbawm a) subjektiv lediglich die Bedeutung seines weltanschaulichen Weltbilds und die Dringlichkeit seines "politischen Lösungsansatzes" zur vermeintlichen Rettung der Welt vor dem ansonsten befürchteten Chaos und Untergang und b) objektiv die idealistische, pseudo-menschenfreundliche Begleitmusik all des Handelns und Tuns in der westlichen Politik, Ökonomie und sozialen Kultur, die zu der "Katastrophe" führen wird, vor der er warnt. Hobsbawm ist kein guter Ratgeber. Er klärt nichts, sondern verwirrt. Darauf reinzufallen ist nicht bloß ein theoretischer Fehler, sondern ein blutiger - um mal in der Sprache des interviewten Historikers zu reden.

Gruß
Richard

bitte erklaerung

Moderator, Montag, 20.07.2009, 02:16 vor 6036 Tagen @ RichardS (2517 Aufrufe)

Den untenstehenden Beitrag zu den Interviewaussagen des Herrn Hobsbawm...
Hobsbawm ist kein guter Ratgeber. Er klärt nichts, sondern verwirrt.

Richard,

bitte tu uns den gefallen, und erklaer uns die themenrelevanz deines beitrages.

danke, detlef

(das soll da oben kein imperiales "wir" sein, ich gehe einfach davon aus, dass ich nicht der einzige sein kann, der bei dem beitrag den sinn nicht findet.)

Zur Themenrelevanz und zum "Sinn"

RichardS, Montag, 20.07.2009, 13:08 vor 6036 Tagen @ Moderator (2610 Aufrufe)

Den untenstehenden Beitrag zu den Interviewaussagen des Herrn

Hobsbawm...

Hobsbawm ist kein guter Ratgeber. Er klärt nichts, sondern verwirrt.


Richard,

bitte tu uns den gefallen, und erklaer uns die themenrelevanz deines
beitrages.

danke, detlef

(das soll da oben kein imperiales "wir" sein, ich gehe einfach davon aus,
dass ich nicht der einzige sein kann, der bei dem beitrag den sinn nicht
findet.)


Hallo, detlef!

Als Mirans den Faden unter dem Titel "Ein weiser Historiker: "'Es wird Blut fließen, viel Blut'" eröffnete, hielt ich dies im Hinblick auf das Themenspektrum des Weltenwendeforums zumindest für grenzwertig, darum ebenso eine Erwiderung, weshalb ich auf letztere verzichtete. Grenzwertig deshalb, weil, wie Mirans selbst erklärte, kein "Seher oder Prophet" mit irgendwelchen Aussagen zitiet wird, sondern ein Wissenschaftler (hier Historiker), der a) Gründe für die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise anzuführen vorgibt, b) in diesem Zusammenhang sich auf das weite Feld der politischen Bewertung westlicher Gesellschaftssysteme begibt, c) wirtschafts- und gesellschaftspolitische Lösungsvorschläge nicht nur zur Bewältigung der "Krise", sondern auch gleich noch zur "Verbesserung" menschlichen Zusammenlebens schlechthin macht - und d) darin eingeschlossen Aussagen wie die trifft, dass er "nicht ausschließen" könne, künftig werde "Blut fließen", "Leid der Menschen" und "Zahl der Flüchtlinge" zunehmen und ein Krieg geführt werden, der zum "Weltkrieg" werden könnte - "zwischen den USA und China". Einzig wegen der in d) getroffenen Äußerungen (Vermutungen, Warnungen, Bedrohungsszenarien) machte, wie mir scheint, Mirans auf das Interview aufmerksam. Mir schien das damals ziemlich unreflektiert seitens Mirans, da er vom politischen, vom wissenschaftlich unbegründeten und damit total ideologischen Aussagegehalt des Interviews völlig absah (diese Falschaussagen aber damit unkritisiert in dieses Forum brachte) und lediglich auf die paar beigemengten blutrünstigen Zukunftsszenarien abfuhr, obwohl deren Prognosequalität von keiner anderen Qualität sind als irgendwelche mehr oder weniger fundierten Prognosen zur Entwicklung des Goldpreises oder der Aktienmärkte oder des Wetters im kommenden Winter und - wie gesagt - inhaltlich keine Schauungsrelevanz haben.
Wegen der politischen Naivität dieses Fadens ärgerte ich mich damals. Darüber, dass er in diesem Forum von Moderatoren- oder anderer "arrivierter" Seite nicht moniert wurde, wunderte ich mich. Selber hielt ich mich dennoch zurück - weil ich mich an das enge Themenspektrum dieses Forums halten wollte (weshalb ich den Faden hier ja auch für falsch hielt, für noch fälscher / schlimmer allerdings, dass den wissenschaftlich falschen bzw. unbegründeten Aussagen in diesem Forum damit Ehre und Aufmerksamkeit und der Dienst der Weiterverbreitung erwiesen wurde).
Als Taurec im Zuge der Wiedervereinigung des WWf mit dem Zf dann ausgerechnet aber auch diesen Faden in die dortige "Universität" einstellte und zur allgemeinen Diskussion aufrief und nach meinem Hinweis auf die Grenzwertigkeit des Themas seinen Wunsch nach Diskussion sogar bekräftigte, unterzog ich das Interview dort dann einer Kritik in seinen zentralen Aussagen (die nicht schauungsrelevant sind, sondern pure Ideologie zum Inhalt haben - was man dann erkennen kann, wenn man sich mit den Interviewaussagen beschäftigt, wozu ich argumentiv aufforderte). Dies im WWf zu tun, war zu diesem Zeitpunkt dann nicht mehr möglich, da ja geschlossen.
SINNvoll - und damit, lieber detlef, zu Deiner zweiten, explizit in "wir"-Form vorgebrachten Frage - halte ich meinen Beitrag allemal - also nicht nur für graduell sinnvoller als das ins Forum unbeanstandet eingestellte und im Hinblick auf seinen Sinn nicht in Frage gestellte Interview selbst. Der Sinn meiner Kritik am Hobsbawm-Interview besteht einfach darin, Leute vor geistigem Schaden zu bewahren - sie vor den Flötenklängen eines Ideologen zu schützen und aufzuzeigen, dass den Interviewaussagen Schauungsrelevanz zuzusprechen Quatsch und irreführend ist.
Meines Erachtens ist dieser Sinn meines Beitrags sogar NOTWENDIG, solange Du und mit Dir nach Deiner Meinung sogar andere in diesem Punkt anderer Ansicht sind und folglich glauben, das Hobsbawm-Interview stünde zu Recht auch noch unbeanstandet hier im Forum.
Mag sein, dass die kurze Diskussion vor wenigen Tagen zu kleinen Erweiterungen des Themenspektrums hier im Forum mich zu dem irrigen Glauben verführte, eine Kritik der hier vorgestellten Ideologien des Herrn Hobsbawm sei erwünscht - aus theoretischen wie aus praktischen Gründen!
Themenrelevant im Hinblick auf Schauungen ist meine Kritik allerdings nicht. Aber nur, weil der Gegenstand selbst, der Faden, das Interview, die unkritisierten Aussagen des Ideologen Hobsbawm nicht themenrelevant sind - aber gleichwohl hier im Forum stehen gelassen bleiben und auch keinen Moderator verannlassen oder veranlasst haben, zu fragen, worin denn die Themenrelevanz des Hobsbawmschen Interviews bestehe.
Mein Beitrag kann selbstverständlich von Moderatorenseite gelöscht werden, es ist nicht mein Forum, ich will hier niemanden gegen seinen Willen überzeugen und nichts liegt mir ferner, als Forumskriterien aufzuweichen (siehe oben).
Dann mögen sich die Leser des WWf eben weiterhin an dem sozialistischem Gedankengut der Interviewaussagen des Herrn Hobsbawm erfreuen oder daran erbauen, dass hier einer "Blut fließen" und einen neuen "Weltkrieg" zwischen den "USA und China" am Horizont (möglicherweise) aufziehen sieht und wir nun endlich auch mit Seher-Aussagen vermeintlich kompatible Nicht-Seher-Aussagen besitzen.
Was ich nicht will: dass Du oder ein anderer meinen Beitrag ausnahmsweise hier stehen lässt. Entweder ist er gut und notwendig und zur Klärung der Sache (dem Faden eröffnenden Beitrag) erwünscht und unverzichtbar oder er ist inhaltlich falsch (dann könnte er inhaltlich kritisiert werden) oder schlicht nicht themenrelevant bzw. sinnlos (dann sollte er gelöscht werden - und, wenn es sonst schon anscheinend jeder verstanden hat, ggfs. mir erklärt werden, worin die Themenrelevanz oder der gute, nachvollziehbare Sinn des Hobsbawmschen Gedankenguts im Unterschied zu meiner Kritik daran denn besteht, damit ich die Chance habe, etwas klüger der Weltenwende entgegenzugehen).

Gruß
Richard

ich liebe themen wie dieses...

Moderator, Mittwoch, 22.07.2009, 04:56 vor 6034 Tagen @ RichardS (2547 Aufrufe)

Was ich nicht will: dass Du oder ein anderer meinen Beitrag ausnahmsweise
hier stehen lässt. Entweder ist er gut und notwendig und zur Klärung der
Sache (dem Faden eröffnenden Beitrag) erwünscht und unverzichtbar oder er
ist inhaltlich falsch (dann könnte er inhaltlich kritisiert werden) oder
schlicht nicht themenrelevant bzw. sinnlos (dann sollte er gelöscht werden
- und, wenn es sonst schon anscheinend jeder verstanden hat, ggfs. mir
erklärt werden, worin die Themenrelevanz oder der gute, nachvollziehbare
Sinn des Hobsbawmschen Gedankenguts im Unterschied zu meiner Kritik daran
denn besteht, damit ich die Chance habe, etwas klüger der Weltenwende
entgegenzugehen).

Gruß
Richard


moin,

du kannst sicher sein, dass ich nicht bewusst etwas "ausnahmsweise" stehen lassen werde, was eigentlich weg muss.
erstmal danke fuer deine erklaerung.

dies thema hier ist eines derer, die ich liebe.
das interview da oben ist eigentlich fast pure politik.
plus einige, eingestreute prognosen. - und die machen das ding (nach der forenueberschrift) hier gesellschaftsfaehig.
aber, zumindest bei mir, nicht richtig willkommen.
dieser - zum glueck nur kurze - thread hat uns als forum wohl nicht einen zentimeter weiter gebracht.

aus meiner sicht pure zeitverschwendung.
ich hoffe, dass ihr alle euch in der hinsicht auch etwas selbst kontrolliert.
(am besten vorm schreiben)

danke,detlef

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