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Das Problem mit Vorahnungen (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Donnerstag, 11.08.2016, 09:05 (vor 2808 Tagen) @ Dannylee (3227 Aufrufe)

Hallo!

Ja, ich denke auch, dass Vorahnungen eine Art Vorstufe von (validen) Schauungen
sind.
Dies waren nur einige Beispiele hier im Forum für Vorahnungen. Auch ich bekomme
manchmal Magenkribbeln in Anbetracht der aktuellen Nachrichtenmeldungen, besonders
beim Gedanken an den wackelmütigen Euro und an die vielen fast bankrotten Banken in
einigen europäischen Ländern, aber auch an die ansonsten unruhige weltpolitsche
Lage. Wie soll ich das beschreiben? Ich empfinde immer mehr ein Gefühl der
Bedrohung, auf einem Pulverfass zu sitzen, das jederzeit explodieren kann.

Das Problem bei Vorahnungen, erst recht bei anonym gesammelten, ist sicherlich, daß man allerhand mulmige Gefühle von Leuten mitgeteilt bekommt, die womöglich generell nervösen Gemüts sind. Auch die Neigung zum Lesen reißerischer Blogs etc., deren Betreiber unseriöse Nachrichten und Gerüchte verbreitet, kann solche Gefühle induzieren. Nicht zuletzt ist eine Art Herdenphänomen zu befürchten, bei dem Berichte über Vorahnungen auch manche Leser Merkwürdiges wähnen läßt. Schon befindet man sich mit der ganzen Gruppe in einer abgekapselten Nebenwelt mit ständigem Spannungszustand, der regelmäßig bei kleinen Ereignissen die Saiten klingen läßt. Aus mittelstarken Erdbeben liest man dann eine Zunahme der Erdbebenaktivität, ein Zug mit Militärfahrzeugen wird zum Vorboten des Russeneinmarschs, ein neuentdeckter Asteroid wird dann "der" Planetoid, Merkels verkorkste Körperhaltung wird als Geheimzeichen von den und an die wissenden Hintergrundeliten interpretiert, jede Muselmesserstecherei wird dann zum False-Flag-Manöver, Schwankungen des Baltic Dry Index indizieren den Wirtschaftskrach usw.

Vorahnungen könnten durchaus eine Vorstufe des Sehens sein. Aber wie bei Schauungen kann das nicht jeder. Man sollte sich da auf Leute beschränken, die wenigstens eine leichte paranormale Begabung haben und in der Vergangenheit bereits mit Vorahnungen richtig lagen. Selbst bei diesen sind aber psychische Störeinflüsse nicht ausgeschlossen.

Es muß zwischen Vorahnungen unterschieden werden können, die latent paranormal und an der Grenze zu Schauungen sind, und solchen, die ihre Grundlage lediglich in Problemlagen der Gegenwart haben, also rein prognostisch sind. Letztere können mal richtig liegen, sollten sie aber mal valide sein, d. h. auf eine tatsächliche Entwicklung hinweisen, ist nicht auszuschließen, daß am Ende gar nichts passiert, weil ein neuer Faktor die Rahmenbedingungen ändert, z. B. eine Einzelentscheidung eines Politiker oder ein Bombenanschlag.
Wer kann das unterscheiden?

Für erstere, die schauungsmäßigen Vorahnungen, ist möglicherweise gar weitestgehende Nachrichten- und Reizdeprivation förderlich. Wer in einer Großstadt lebt, wird ständig oberflächlich emotional gebeutelt und stumpft entsprechend ab. Dazu reicht schon, daß man fünf Länden betritt und in jedem wird man durch eine andere, zufällig aus dem Lautsprecher dröhnende Musik in eine Stimmung gebracht. Auf der Straße ist man dann von fünf verschiedenen Ethnien mit ihrem Gebrabbel umringt, während alle 10 Minuten von irgendwo Sirenen kommen. Solche Lebensumstände sind der Wahrnehmung feinerer Klänge gewiß nicht zuträglich.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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