Kalte, schwere Walze der Erbarmungslosigkeit (Freie Themen)

Fenrizwolf, Freitag, 04.08.2017, 17:33 (vor 3099 Tagen) @ Phoebus (2675 Aufrufe)

Lieber Phoebus,

für diesen Appell an die Würde danke ich Dir herzlich. Es ist eine wirkliche Wohltat, solche Auslassungen zu lesen, in der Gewißheit, daß sich jemand dieser Tage Gedanken darum macht.
Ich fühle da mit jeder Silbe mit – und denke mir: es ist zu schön um wahr zu sein.
Und das fürchte leider.

Wären die Architekten der Gegenwart von solchen Gedanken durchdrungen, wären die kleinen Tapfer und die mit etwas Einfluß sich ihrer Verantwortung bewußt, fürwahr, die Welt wäre eine bessere.
Ich sehe leider keine Wirkmächtigkeit in der Warmherzigkeit und dem Edelmut des kleinen Mannes.
Er wird ewig der Trottel sein, solange wahrhaft kranke Naturen Tag für Tag das Antlitz der Erde mit ihrem Horror, ihrem Terror und ihrer Niedertracht verseuchen.
Mir stellt sich das als überaus einseitige Sache dar, nur mit der Konsequenz, daß „das Böse“ Schule macht, und einmal initiiert, wie eine Seuche von Tür zu Tür geht. Es tritt eine allgemeine Verrohung ein.

Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren und will an einem gedeihlichen Werden in der Welt mitwirken.
Ich sehe aber relativ schuldlose, grundsätzlich gutherzige Naturen durch die tiefsten Täler waten, während ihnen vom „kältesten aller kalten Ungeheuer“ bei lebendigem Leib das Fleisch von den Knochen genagt wird.
Wo ist da Gott? Wo sind die heiligen Prinzipen? Wo ist da die Liebe, die Nachsicht, die frohe Botschaft?
Wie lange muß man tapfer sein, bis man errettet wird? Lohnt ein Kampf 1 : 1.000.000?

Bitte siehe mir meine bittere Polemik nach. Ich suche ernsthaft den Frieden hienieden.
Aber so lange einer unaufhörlich mit dem Dreizack auf den in der Grube einsticht, ist es für den in der Grube recht abstrakt.
Auch kann sich nicht jeder aus eigener Kraft mehr helfen, wenn die Umstände übermächtig sind.

Die Botschaft höre ich wohl (finde sie als Idealist auch erstrebenswert und gut) – allein mir fehlt der Glaube.
Tut mir leid, meine Verbitterung kann ich kaum leugnen, aber es vergeht kaum ein Tag ohne Horror und Terror seitens des Ungeheuers.
P. S.: Meine Zeilen beziehen sich auf das Grundsätzliche. Auf das Gedröhne um Altmarkwolf nehme ich damit ausdrücklich keinen Bezug.

Mit lieben Grüßen und nunmehr einem Staubkorn von Hoffnung

Fenrizwolf


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