Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (Freie Themen)

Fenrizwolf, Samstag, 26.08.2017, 08:35 vor 3077 Tagen (1995 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 16.08.2018, 12:06

Hallo!

Ich hatte kürzlich einen Beitrag verfaßt, in dem ich nur anhand der Rockmusik versucht habe darzustellen, daß vermeintliche Symbiosen Zeugnisse der Ratlosigkeit sind.
Einerseits ist fakultätsübergreifendes Wirken im Sinne eines gemeinsamen Strebens sicherlich ein Mittel zum Erfolg, ist aber in seiner politischen Offenbarung die lupenreine Definition von Faschismus.

Schlimmer noch als das Grenzlose ist aber das Rodeo auf toten Pferden.
Das Nachäffen von Bewährtem kann auch als Übung verstanden, Grundlage für Eigenes und Neues sein.

Jeder der Übt, nimmt sich sinnvollerweise ein Beispiel an etablierten, bewehrten Kräften, und versucht durch Imitation zu lernen.
Wir alle haben so unsere Muttersprache gelernt.
Aber eine „Erfolgsformel“ bis zum Niedergang von Gott, Ich und Du abzunutzen hat eine besondere Qualität.

Meine Beobachtungen sind zwangsläufig stark subjektiv gewählt, bestätigen im Außen aber hervorragend, was ich leidvoll zeitlebens als Attitüde der Gemeinheit erdulden mußte.

Politisch wie künstlerisch ist das Letzte Wort gesagt.
Die Usurpation der Institutionen hat ihre Vollendung erlangt, die subtile Penetration durch Propaganda und Werbung allgemein, ist ebenso auf dem Zenit.
Der Herdentrieb ist, nach meinem Empfinden, eine gegebene Konstante der Natur dieser Welt.
Vermutlich haben wir sogar ein stabiles Verhältnis von Helden, Verrätern und Opportunisten, wie die Natur mirakulöserweise stets ein Geleichgewicht der Geschlechter vollbringt.

Ich bin nur mäßig an kommerzialisiertem Sport interessiert – dabei eifere ich stets für die Partei, die mir naturgemäß am nächsten ist – doch habe ich dort immer und immer wieder die selben Mechanismen vorgefunden, die längst unsere Gesellschaft prägen.

Dem FC Bayern mag der sportliche und wirtschaftliche Erfolg in gewissem Maße gegönnt sein, wirtschaftet er doch seit Jahrzehnten weit vernünftiger als es die internationale Konkurrenz tut.

Doch um weiterhin seine auf Erfolg und nicht auf Tradition beruhende Daseinsberechtigung zu gewährleisten, ist dieser „Verein“ nun zum Erfolg verdammt.
Aus diesem Grunde muß er die Niedertracht der direkten Wettbewerber kompensieren, die heute ekelerregende Ausmaße hat.

Das Mitspielen kostet den Preis des eigenen Wesens, und schließlich ist diese Pöhlertruppe aus allen Farben der Natur, ein dreckiges Ferkel wie die anderen auch.
Im Sinne der politischen Ponerologie nach Dr. Andrzej Lobaczewski macht die Niedertracht und Künstlichkeit Schule; so läuft sie der wahren Kunst den Rang ab, diskriminiert sie, und kommerzialisiert sie zwangsläufig.

Die Füsseballventilatoren (FC-Fans) können sich im Stadion kaum mehr ein american lager beer leisten, sehen auf der Wies‘n nur noch Neger und Australier, nebst „Promis“ (freilich), während das bunte Treiben im Konkurrenzdruck der beruflichen Schauspiel-Sportlerei so richtig Fahrt auf nimmt.

So wechselte jüngst ein brasilianischer Ballkünstler von einem Verein zum anderen.
Falls ich mich nicht irre, verpflichtet sich St. Germain Paris nun dem FC Barcelona die stolze Summe von 222 Millionen Euro für diesen leidenschaftlich motivierten Spielerwechsel zu bezahlen.

Es ist sicherlich nicht verwerflich, wenn die etwas verlebten Kohlenklopper im Herzen vor den Trinkhallen auch den Weltmarktambitionen ihres „Traditionsvereins“ alles Gute und „Glück auf!“ wünschen, doch verkennen sie dabei, daß sie mit jedem Zug ihrer „Stäuwesandt“ oder „Mallboro“ sich schon selbst auf die eigene Rente defäziert haben. Ist es nicht perfide?

Erst heute sah ich, daß es ein „MEGA – DUELL“ geben soll:
Floyd Mayweather – einer der ehemals bestbezahlten Sportler der Welt und Weltmeister im Boxen verschiedener Gewichtsklassen, kehrt 40-Jährig endlich zurück ins Geviert.
Sein Gegner ist Conor McGregor, ein 29-jähriger MMA-Kämpfer.
[MMA ist eine Kampfsportart (mixed martial arts) - die Boxen, Ringen etc. vereint] - Kloppen fast ohne Regeln.

Altmeister seiner Klasse(n) gegen Neo-Heroen einer neu erdachten Liga der außergewöhnlichen Gentlemen.

Ebenso dreckige Dinge(r) hat es schon ebenso vor hundert Jahren gegeben, als die Mafia Kolosse gegen Sportler schickte, und selbst Wetten auf den Kampfausgang abschloß.
Doch damals war der Muff offenbar, heute ist er Religion, Normalität und Eichmaß.
Elend den Elendigen!

Mit bürgerlichem Gruße

Fenrizwolf

Kampfausgang

Fenrizwolf, Sonntag, 27.08.2017, 08:24 vor 3076 Tagen @ Fenrizwolf (1528 Aufrufe)

Hallo!

Der wilde, übermütige, bärtige Krieger unterlag nach beherztem Beginn schließlich – vornehmlich durch einen Mangel an Verwaltung seiner Kräfte.

Der alternde Routinier geriet durch unorthodoxe Angriffe zwar zunächst in Bedrängnis, lies den Gegner durch Kontrolle sich aber selbst ermüden, und konnte am Ende durch Routine seine altersbedingt nachlassenden Qualitäten doch zu seinem Vorteil nutzen.

Die Moral von der Geschicht':

Garstig ist der Bösewicht, doch feste Säulen unterschätz' er nicht
Eine Festung gar zu schleifen, verlangt von Plänen, erst zu reifen

Mit sportlichen Grüßen

Fenrizwolf

Drucken RSS Thema