Oswald Spengler als "Schauender" angeschaut (Freie Themen)

Leserzuschrift @, Dienstag, 12.09.2017, 18:11 vor 3060 Tagen (3276 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 16.08.2018, 12:05

Als regelmäßiger Leser dieses Forums drängt es mich, meine Erfahrung zu Oswald Spenglers Einsichten zu übermitteln. Ich hoffe, dass dies dem Umgang mit dem Thema "Schauungen" helfen möge. Lange war mir Oswald Spengler ein Wahrheitsverkünder, und ich habe seine Werke mit Begeisterung verschlungen. Eines grauen Wintertages pilgerte ich sogar zu seinem Grabstein im Münchner Norden, um zu verstehen, was es mit diesem Menschen auf sich hat.

Als ich eines Tages seine Biographie mit dem Titel "Ich beneide jeden, der lebt" las, kamen mir plötzlich Zweifel an der Vollständigkeit seiner, nun ja, eben doch: "Schauungen". Es schien mir, als ob Spengler womöglich etwas übersehen haben könnte. Aber was? Natürlich geht unsere Kultur vor die Hunde, und natürlich "leistet" unserer Zivilisation vor allem nur noch Verfallsarbeit.
Aber ist das offenkundige Ende dieses Kulturlebenszyklus mir faustischem Menschen wirklich unausweichlich in die Seele gebrannt? Ich kann doch erkennen, was passiert, und ebenso kann ich mir vorstellen, dass es NICHT oder nicht SO passiert?
Und mit welchem Teil meines Selbst kann ich diese Alternativen in meiner Vorstellung beleben? Gibt es vielleicht doch einen Teil meiner Seele, der über das faustische hinauslebt?!?

Mindestens scheint Oswald Spengler zu seinen Lebzeiten diesen Teil nicht mit Wohlwollen erforscht zu haben, weil das "Leben" ihm offenbar nicht recht schmecken wollte.

Vielleicht mag diese Ebene hier im Forum nützen, nicht nur Schauungen, sondern auch methodische Konstrukte wie etwa Spenglers Geschichtsmorphologie unter dem Aspekt der persönlichen Lebensbewältigung zu erwägen. Denn es lebt da Unbestreitbar etwas im Menschen, dass nach Entfaltung und nicht nach Verfall schreit...

Eine Erwähnung wert ist hier vielleicht auch der Zusammenhang zwischen Überzeugungen und dem mittlerem Alter einer Gruppe Menschen:
je älter, desto kürzer die konkrete Perspektive in die Zukunft (und auch: je nihilistischer, desto größer die Apokalypselust).

Dass wir Menschen aber dennoch die eigentümliche Freiheit besitzen, uns von solchen dämlichen, weil programmierbaren Aspekten zu befreien, möge Euch den Frieden ahnen lassen, den Ihr wahrhaft ersehnt!

Grüße
nvf33

--
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Zu Spengler und "Anschauung"

rauhnacht, Mittwoch, 13.09.2017, 20:57 vor 3059 Tagen @ Leserzuschrift (2894 Aufrufe)

Hallo,
eigentlich finde ich es reichlich heikel aus solch Fragmenten Persönlichkeit zu beurteilen und warum in den Buchbesprechungen Spengler als (nach außen?) „Machtmensch“ benannt wird, versteh ich sowieso nicht so auf Anhieb.
Dann kam mir der Gedanke zum Enneagramm. Kommt aus dem Sufismus, in Übersetzung zu Kulturwelten und sicher auch Vermatschung fand ich das Buch von Richard Rohr und Andres Ebert für mich das Beste. Mir als bekennende Acht, nach etlichen Wirren, und das als Frau---uhhhh, ist solch inneres Leiden nah, aber auch die schonungslose ANSCHAUUNG, die durchaus wundersame Blüten treibt innen und außen – getrieben von Gerechtigkeit und ach je „Wahrheit“.
Nicht besser oder schlechter wie andere Typen, eben nur anders in der Differenzierung und Gewichtung. Es versöhnt sehr, zu erkennen, dass Andere schlicht andere Wege gehen, in ihrer Gewichtung , Fähigkeiten und Versuchungen.

Zudem meine ja nun just ich, die Spengler schätzt, dass es -----danach durchaus in der Entwicklung weitergeht und nach dem Untergang auch für unsere Kultur die nächste Phase ansteht. So nach etlichen Zeiten und gewisslich nicht im Leben eines Menschen.
Dies faustische ist Pubertät und ein unabdingbarer Entwickungsschritt. Im Abendland ging dies einher mit tiefen Erkenntnissen und unglaublichem Voran – Drängen.
Die „Erschlaffung“ , ziemlich typisch für ähm Pubertätsüberwinder? machts im Weltspektakel nicht eben einfach. Da kommen dann die Imperatoren, analog vergleichbar mit z.B. dem ersten Chef nach dem Studium so mit 20 plus, und sagen, wo es lang geht. Mensch fügt sich, denn die Kraft des Voran um jeden Preis hat er nicht mehr, die erwachende abwägende Vernunft lässt ihn zögern, der Sturm und Drang ist vorbei.
Der macht sich auf den Weg ein Nest zu bauen, da legt man sich nicht mit Tigern an. Ahnungsvolles Dämmern von Verantwortung und Sicherheit umwabern ihn und die Unbegreiflichkeit, wie das in einer Welt des tollkühnen Irrsinns gehen soll, lässt ihn klein werden. Es graut ihm vor den Initiationsriten und dem symbolischen Sterben und er ahnt, dass dieser Schritt nicht in seiner Macht liegt. Anderes bestimmt diesen Moment und so wartet er....................

So irgendwie "ändern" mit freundlichen und eben nicht so schrecklich faustischem Erkennen und Durchleiden lässt sich der Abschnitt dazwischen aber m.A. nach nicht.

Freundliche Grüße
Rauhnacht

Enneagramm – Evolution und Involution

nemo, Donnerstag, 14.09.2017, 14:19 vor 3058 Tagen @ rauhnacht (2719 Aufrufe)

Hallo,

zum Enneagramm gäbe es einiges zu sagen. Es war ursprünglich nicht seine Funktion, gewisse
Typen von Menschen zu beschreiben, sondern kosmische Gesetze sichtbar zu machen. Es zeigt
den Ablauf dynamischer Prozesse. In jedem Prozess wirken 3 Kräfte – die positive, die passive
und die neutralisierende Kraft. Auch als das Gesetz der Drei bekannt.

Alle Prozesse finden in 7 Schritten statt und müssen diese 3 Kräfte durchlaufen. Die positive
Kraft steht für einen Impuls. Die passive Kraft für die Überwindung eines Widerstandes und
die neutralisierende Kraft für die Versöhnung beider Kräfte zu einem neuen Zustand.

Das Hexeneinmaleins beruht auf demselben Prinzip. Aus 1 mach 10 bedeutet, die 1 in
eine höhere Potenz zu bringen. Laut dem Enneagramm und der Oktavenlehre findet auf
diese Weise jede Entwicklung statt. Sobald einer der 7 Schritte nicht gegangen wird, versagt
der gesamte Prozess und wird zu etwas anderem. Er degeneriert zu einem unvorhergesehenen
Ergebnis wie z.B. Finanzkrisen, Kriege oder persönliche Schicksalsschläge.

Die Geschichte ist deshalb ein ständiges Versagen der Entwicklung, weil widersprüchliche Ziele
und Interessen aufeinander treffen und zu ungewollten Situationen führen. Laut dieser Lehre
gibt es keine ungewollte Entwicklung. Jede Entwicklung ist das Ergebnis eines bewussten
Prozesses. Wo dieser versagt und nicht stattfinden kann, entsteht eine Degeneration zu
niederen Zuständen, die sich als Auflösung, Chaos und Unordnung darstellen, was zum
Untergang ganzer Zivilisationen führt.

In diesem Sinne gibt es keinen Stillstand. Alles bewegt sich entweder in Richtung
Evolution (Entwicklung) oder in Richtung Involution (Verfall).

Gruß
nemo

Alpha und Omega

rauhnacht, Freitag, 15.09.2017, 18:56 vor 3057 Tagen @ nemo (2560 Aufrufe)

Hallo Nemo


Das Hexeneinmaleins beruht auf demselben Prinzip. Aus 1 mach 10 bedeutet, die 1 in
eine höhere Potenz zu bringen. Laut dem Enneagramm und der Oktavenlehre findet auf
diese Weise jede Entwicklung statt. Sobald einer der 7 Schritte nicht gegangen wird, versagt
der gesamte Prozess und wird zu etwas anderem. Er degeneriert zu einem unvorhergesehenen
Ergebnis wie z.B. Finanzkrisen, Kriege oder persönliche Schicksalsschläge.

Nun ja,mir widerstrebt es sehr dies Prinzip "Hexeneinmaleins" zu nennen. Impliziert so unseren derzeitigen Eroberungswahn, dabei geht es nicht um Ich - Herrschaft, sondern um Einfügung und Verständnis zu hinterlegten Entwicklungsprinzipien.

Die Geschichte ist deshalb ein ständiges Versagen der Entwicklung, weil widersprüchliche Ziele
und Interessen aufeinander treffen und zu ungewollten Situationen führen. Laut dieser Lehre
gibt es keine ungewollte Entwicklung. Jede Entwicklung ist das Ergebnis eines bewussten
Prozesses. Wo dieser versagt und nicht stattfinden kann, entsteht eine Degeneration zu
niederen Zuständen, die sich als Auflösung, Chaos und Unordnung darstellen, was zum
Untergang ganzer Zivilisationen führt.

Die Geschichte ist KEIN ständiges Versagen der Entwicklung, es wird lediglich deutlich, wie mühsam das ist und wie laaaaang so etwas dauert.
Es lohnt die Weltgeschichte mal unter Entwicklungsaspekten zu betrachten:


Die immer wiederkehrende „Entwicklung“vom Kind zum Greis steht uns beständig vor Augen, wenn man die „Weltgeschichte“ anschaut, erkennt man m.E über deutlich analoge Entwicklungsabschnitte.
Völker, Kulturen gehen unter oder sterben aus und dennoch verfolgt die Weltgeschichte eine Entwicklung. Insgesamt degeneriert da gar nichts, das sieht nur für MOMENTE ( die wohlgemerkt für die kurzen Lebensspannen von Menschen ewig wirken) so aus. Der Rückschritt zur Ebenen davor währt vergleichsweise nur kurz, um dann in der nächsten Phase eine „neue“ Ausprägung zu gewinnen.


-In der Urgeschichte das Wesen in Einheit. Entwicklungsgemäß ist der Säugling nicht getrennt, er ist noch völlig abhängig von der „Versorgung und Obhut“. Versorgung und Obhut findet durch instinkthafte Handlungen statt und gelingt nur bei ausreichenden Bedingungen der Umwelt/ Natur. – Urmenschen in so weit entfernten Zeiten und Räumen, dass wir uns an dieses DASEIN kaum „erinnern“ können (Grad so wie an unsere individuelle Säuglingszeit.). Man könnte dies auch „animalisches Leben“ nennen, dass klingt aber wegen der Wertungen so scheußlich und ist tatsächlich keineswegs angebracht.

-Spätere Frühgeschichte - hier schon das Erkennen von Ich und Du, Subjekt und Objekt sowie erste Regeln des Zusammenlebens. Menschheitsentwicklung hatte die Aufrichtung;- und Lauflernphase , samt erster Differenzierung in Bekannt und Fremd,sowie Ich und Du (gibt es nach wie vor,in der Kindheitsentwicklung entsteht daraus Bindung, Fremdeln, Trotz und Beziehung) Anfänge der Kommunikations_ähm weiterentwicklung.- Sprache. Erste Anzeichen sind auszumachen, die mit WILLEM und Vorausdenken-versus WIRKEN zu tun haben - Kulturtechniken werden entdeckt,erweitert und benutzt, weit über „tierischem Eingewobensein“ erste „Schöpfungswirkungen“ aus Zeiterfassung und kausaler Wirkungserfassung. Ich- und alles andere

-Steinzeit hin zu Neolithisierung: So langsam kleckern sich „Regeln“ ein. Wenn ich dies tue, passiert das. Hier auch „soziale Regeln“. Ich – und die Gemeinschaft.
Das differenziert sich mehr und mehr. Von Mutter versorgt als „Göttin“ hin zu „Vater kann alles als Gott“. ( Anmerkung zum Verständnis: Natürlich IST das nicht wirklich so, so empfindet das aber ein Kind und ist diesem übertragend geltend für Alles.)

Im übrigen sind Bindungs“störungen“ ganz übel empfundene Geschehnisse, die aber dauernd passieren. In der Menschheitsentwicklung hat uns die mangelnde Versorgung durch Mama – Erdgöttin Gaia (Klimaschwankungen-Neolithische Revolution)
Papa – Schöpfergott Logos auf die Bildfläche gerückt.

-Hochkulturen bis Mittelalter : Magisches Alter : „Götter“ werden noch entfernter mystefiziert, samt „Einfluss“durch eigenes Verhalten. Kind: „Ich blinzel dreimal und die Ampel wird grün.“ Menschheit: „ Wir bauen Tempel, beten dreimal am Tag und opfern was auch immer und die Götter lassen es regnen, ect.“ Ich- und die Götter.

-Mittelalter bis Sattelzeit: Einfügung in immer differenzierendes regelkonformes Leben: „ Ich bin gut, wenn ich...“ Autoritäten, als Leitfiguren werden anerkannt und Regeln so gut möglich befolgt. Könige, Kaiser, Zaren, gar Päpste sind Gesandte göttlicher Regeln. Sie sind von „Gott“ gesalbt, eingesetzt.
Kinder in diesem Alter sind leistungsstark und willig, sie wollen alles möglichst gut machen. Brauchen aber Leitfiguren und Regeln, denn allein sind sie Kinder und das wissen sie auch meist. Heere in der Welt z.B. römisch bis hin zu im Übergang Napoleon erreichen dadurch ihre Disziplin. Missbrauch ihres Leistungswillen und „gerechtem Gehorsam“ bemerken sie sehr wohl und ahnden moralisch schändliches Verhalten irgendwann. Ich-mit Gott.

-Sattelzeit hin zu Moderne: Ich-Bewusstsein zum zweiten Mal, Pubertät: Da passiert dasselbe wie oben im Trotz, Trennungsalter. Das Erkennen von „Ich will“. Der Vater als Gott stirbt. Die Illusion der „Göttlichkeit“ des Vaters, Königs, Papstes wird erkannt. Ich – gegen Gott.

Weitaus weniger in Existenzabhängigkeit, gefühlt befreit wendet sich der Pubertierende von Familie, Gemeinschaft, Autoritäten ab und seeehr ideell verklärten Bildern zu. In einer neu gewonnenen Härte: „So, nur so soll es sein.“ Der will die Welt revolutionieren. Peergroups in Abgrenzungen oder auch Romantisch als Demokratie;- Humanitätsverklärung. Ich – bin Gott.

Der Absturz da wird heftig, aber --- danach geht es weiter.

Die Menschheit hat grad mal das erste Drittel von Entwicklungspotenzial erreicht, sofern wir nicht in Gotteswahn die Erde in Stücke sprengen, wirds schon weitergehen. Mühsam halt!

Liebe Grüße
Rauhnacht

Geistige Degeneration

nemo, Freitag, 15.09.2017, 20:44 vor 3057 Tagen @ rauhnacht (2623 Aufrufe)

Hallo Rauhnacht,

ich kenne all diese Erklärungen, aber kann ihnen nicht viel abgewinnen. Der Grund dafür ist,
dass es keine unbewusste, automatische Entwicklung gibt. Entwicklung kann nur bedeuten,
ein höheres Bewusstsein und Verständnis zu erlangen. Dabei geht es um Tatsachen und
um Wahrheit. Auch um klare Begriffe, wie BBouvier in einer privaten Nachricht schrieb.

Zeit an sich beinhaltet keine Entwicklung. Alles was sich entwickelt, tut es aufgrund
seiner Bewusstheit. Das betrifft den Regenwurm, den Apfelbaum und den Menschen
gleichermaßen. Nach der biologischen Anpassung an die äußeren Bedingungen gibt
es nur noch eine Bewusstseinsentwicklung und diese findet nicht automatisch statt.

Es braucht dafür klare Ziele und die Anstrengung diese zu erreichen. Das Enneagramm
zeigt dabei, welche Schritte notwendig sind und was uns im Wege steht. Es geht
dabei immer um die Überwindung von Widerständen und um das Streben nach
Erkenntnis.

Was wir jedoch täglich direkt vor unseren Augen beobachten können, ist das Fehlen
von wirklichen Zielen und den geistigen Verfall hin zu einer unwirklichen Welt.
Die unwirkliche Welt der Illusionen beruht auf den Lügen und Irrtümern, die zur
Grundlage dieser Gesellschaft wurden. Der Materialismus an sich, ist schon eine
Form der geistigen Degeneration.

In diesem Sinne kann man sagen, dass die Entwicklung der Menschheit eine
Abwärtsbewegung hin zu Verwirrung und Verlust an Bewusstsein ist. Unser geistiger
Zenit liegt schon tausende Jahre in der Vergangenheit. Vielleicht hat sich die Menschheit
auch schon mehrere Male selbst vernichtet. Denken wir weiter in die Zukunft, dann
werden wir den perfekten Ameisenstaat sehen, in dem jedes individuelle Bewusstsein
sich der Masse unterordnet. Eine computergesteuerte Welt von vorgegebenen Zwängen,
in der geistige Entwicklung nicht mehr stattfindet. So wie auch bei Ameisenstaaten seit
Jahrtausenden keine Evolution mehr stattfindet. Die Ameisenstaaten werden irgendwann
einfach verschwinden.

Das sind keine schönen Aussichten, aber es ist das, was stattfindet. Nicht als Theorie,
sondern als etwas, was wir miterleben und beobachten können. Es zu sehen ist der
erste Schritt um etwas zu tun. Was tun? Die Evolution fortsetzen. Wenn schon nicht
als Gesellschaft, dann zumindest als Individuum.

Gruß
nemo

Re: Kleine Korrektur aus meiner Sicht, mit Verlaub

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Freitag, 15.09.2017, 21:08 vor 3057 Tagen @ nemo (2542 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Freitag, 15.09.2017, 21:17

Hallo Nemo,

"In diesem Sinne kann man sagen, dass die Entwicklung der Menschheit eine
Abwärtsbewegung hin zu Verwirrung und Verlust an Bewusstsein ist. Unser geistiger
Zenit liegt schon tausende Jahre in der Vergangenheit."

Ich dachte, der geistige Zenit war ungefähr in der Barockzeit angesiedelt,
auch was Kultur und Manieren angeht.

"Vielleicht hat sich die Menschheit
auch schon mehrere Male selbst vernichtet."

Es gab eine Menge Kriege seitdem oder Ausrottung von einzelnen Stämmen,
aber sich selbst vernichtet? Wirklich die gesamte Menschheit?
Mehrere Impakte und Naturkatastrophen haben vielleicht
einzelne Stämme und Länder vernichtet, die jedoch von außen kamen. Der
Selbsterhaltungs-Trieb der Menschen, wie auch der Tiere verhindert, daß
wir uns kollektiv selbst in den Selbstmord treiben.

"Denken wir weiter in die Zukunft, dann
werden wir den perfekten Ameisenstaat sehen, in dem jedes individuelle Bewusstsein
sich der Masse unterordnet."

Die Masse an sich hat kein Bewußtsein: Wir ordnen uns, jedenfalls die allermeisten,
wenn auch unbewußt, den Eliten unter, die uns beherrschen. In früheren Zeiten waren
es Kaiser und Könige, und Lehnsherren.

"Eine computergesteuerte Welt von vorgegebenen Zwängen,
in der geistige Entwicklung nicht mehr stattfindet."

Ja, aber die Algorhythmen und Zwänge aus der Computer- und
Smartphone-Welt gehen ebenfalls von den Eliten und NWOlern aus,
bloß merken es die vollverblödeten Massen nicht.
Klar, an sich bestehen Programme nur aus Logik und Mathematik,
aber die meisten Anwendungen und Apps dienen der Finanzwelt und
dem System, dem wir uns damit so richtig schön anpassen
und unterordnen sollen.

"So wie auch bei Ameisenstaaten seit
Jahrtausenden keine Evolution mehr stattfindet.
Die Ameisenstaaten werden irgendwann
einfach verschwinden."

Falls jene Evolution nicht ein bloßer Mythos ist, der von Darwin ins
Leben gerufen worden war: Die Ameisen kommen mit weitaus weniger
Ressourcen aus als Menschen und sind genetisch etc. wesentlich
einfacher zusammengesetzt: Sie werden uns mit Sicherheit überleben.

Herzliche Grüße,

Eyspfeil

Was ist das Ziel der NWO? The New Wealth Order.

nemo, Freitag, 15.09.2017, 22:11 vor 3057 Tagen @ Eyspfeil (2684 Aufrufe)

Hallo Eyspfeil,

der Grund der Unterordnung unter Herrschaftsformen ist im Prinzip egal. Es bedeutet immer,
die eigenen Interessen einer Macht zu opfern. In diesem Fall ist es der schnöde Mammon.

Aber noch etwas zum Ameisenstaat. Es gab da ein erhellendes Buch eines französischen
Forschers mit dem Titel: „Das geheime Leben der Termiten.“ Darin beschreibt der Autor,
die Degeneration dieser Insekten, die vormals ein Geschlecht hatten, sehen und fliegen
konnten. Diese Eigenschaften entstanden aufgrund der Evolution. Die Termitenstaaten
konnten jedoch nur überleben, indem sie eine innere Organisation entwickelten, die auf
totaler Effizienz und Struktur beruhte. Im Laufe der Zeit verloren sie ihr Geschlecht und
wurden zu androgynen Wesen, die auch ihr Sehvermögen und ihre Fähigkeit zu fliegen
einbüßten. Sie verloren also ihre evolutionären Fähigkeiten und opferten sie dem Überleben
des Staates.

Das ist ein gutes Beispiel für Involution – dem Verlust von Fähigkeiten und Vermögen
als Reaktion auf äußere Notwendigkeiten. Wenn wir uns nun die Menschheit und ihr
Wirtschaftssystem und die Ressourcen ansehen, dann befinden wir uns in der selben
Situation. Wir passen uns an die Umstände an. Die Notwendigkeiten zwingen uns dazu.

Die NWO hätte früher so nicht stattfinden können. Dass sie so stattfindet wie sie es tut,
ist schon ein Ausdruck von geistiger Degeneration.

Die Evolution ist immer eine Entwicklung der Bewusstheit. Damit ist nicht technischer
Fortschritt gemeint. Dieser ist nur das Produkt von Erfindungsgeist in Verbindung mit
Profit bzw. Wachstumszwang. Natürlich alles auf Kosten der Natur und der Lebens-
bedingungen von Mensch und Tier. In Wahrheit gibt es keinen Fortschritt, sondern
nur Wissen. Dazu gehört auch das Wissen, ab welchem Punkt eine Entwicklung
destruktiv und zerstörerisch wird. Diesen Punkt haben wir schon längst überschritten.

Gruß
nemo

das, was ist und wird

Sagitta, Samstag, 16.09.2017, 02:45 vor 3057 Tagen @ nemo (2597 Aufrufe)

Hallo Nemo,

Sie verloren also ihre evolutionären *** Fähigkeiten und opferten sie dem Überleben des Staates.

Es geht nichts verloren und wird nichts geopfert, sondern die Dinge geschehen eben.

Wenn Du das zitierte Buch gelesen und richtig verstanden hast, dann musst Du zugeben, dass durch eine Staatenbildung (zielgerichtete, arbeitsteilige, kohärente Aggregation von Individuen) die Überlebenswahrscheinlichkeit und Anzahl der Termiten pro Zeiteinheit (Generationszyklus) deutlich größer wird, als wenn die Termitenviecherchen zwar mit vollständigen Flügeln und Sinnen aber vereinzelt durch die Gegend rennen und flattern würden. Im Staat mögen die einzelnen Individuen gewisse Eigenschaften verlieren, jedoch gewinnen sie andere hinzu, durchaus auch - und vielleicht ganz in Deinem Sinne - Zugang in ganz neue Bewußtseinssphären.

Ich habe den Eindruck, dass das (biologische) Leben sich quantitativ vermehren, sich zeitlich möglichst lange fortsetzen und immerzu sich neue energetische Wahrnehmungs- und Bewußtseinsräume erschließen will. Dabei schöpft es aus dem Vollen (kreatives, evolutionäres Potential), ist risikobereit, arbeitet sich konsequent an das jeweilige situationsspezifische Optimum heran - und hängt nicht wehleidig an irgendwelchen altbackenen Flügeln und Sehzellen, wenn ihm Besseres winkt. Die Komplexität der chemischen und elektromagnetischen Koordination/Steuerung im einem Termitenstaat ist mindestens ebenso beeindruckend wie der Bau eines Termitenflügels oder der Bau eines Facettenauges (welches übrigens nach den gleichen Strukturprinzipien wie 'ein Staat' aufgebaut ist).

Du bestehst aus 123 456 789 876 543 plus 21 Körperzellen, und da kommst Du auch nicht auf die Idee zu sagen, dass Deine 38. Leberzelle gegenüber der 133. Hirnzelle degeneriert ist. Das Wunder ist doch, dass sie alle zusammenarbeiten können und Dir dadurch Leben und Bewußtsein schenken.

Der menschliche Staat befindet sich in einem Durchgangsstadium seiner Evolution. Er ist erst ein paar tausend Jahre alt. Aktuell präsentiert er sich voller Saft und Kraft, er lotet seine Entwicklungsmöglichkeiten aus. Und wo gehobelt wird, da fallen Späne. In 20 000 Jahren kann das ganz anders aussehen, und da hätte ich eher Sorge, dass er verknöchert und die biologische Substanz des Menschen degeniert. Im Augenblick wenigstens ist Lamentieren überhaupt nicht angesagt. Sowohl die kollektiven Leistungen menschlicher Gruppen wie auch die (durch Rückhalt im Kollektiven) möglichen Leistungen einzelner Individuuen stehen in nichts den Leistungen nach, die der Mensch bislang in seiner Evolution gezeigt hat.

Meint, freundlich grüßend, Sagitta

*** bessere Formulierung wäre vermutlich: sie verloren (einige ihrer) zuvor durch Evolution erworbenen Fähigkeiten ...

Die Fähigkeit zur Evolution nämlich können sie nicht verlieren, da diese dem Leben übergeordnet ist - in dem Sinne, dass alles Leben generell die Option zur Evolution hat. Ständig variierende Evolution unter Bewahrung der Integrität (der eigenen 'Gestalt') ist eines der Spezifika und Wunder 'des Lebens' ...

Das Zeitalter der Bewusstlosigkeit

nemo, Samstag, 16.09.2017, 10:14 vor 3056 Tagen @ Sagitta (2607 Aufrufe)
bearbeitet von nemo, Samstag, 16.09.2017, 10:37

Hallo Sagitta,

ja, der Sinn und Zweck der Termitenstaaten, besteht in ihrem Überleben. Diese Staaten konnten jedoch nur auf Kosten des Verzichtes auf Individuelle Fähigkeiten überleben. Der Gewinn besteht nun im Fortbestand der Art. Dasselbe Muster können wir in menschlichen Gesellschaften sehen. Die Masse vernichtet Individualität und zwingt sogar per Gesetz zu materieller und geistiger Konformität. Dabei gehen Kultur, Geistesleben, Identität und andere Errungenschaften verloren. Nun, die Frage: Was wird dabei gewonnen?

Die Antwort ist dieselbe wie bei den Termiten: Konformität. Diese wird gebraucht, um einen reibungslosen Ablauf der Organisation zu erreichen. Aber mehr wird damit nicht erreicht. Das ist der einzige Sinn: Die Organisation des Lebens auf Kosten individueller Fähigkeiten. Das scheint eine notwendige Entwicklung zu sein, wenn die Anzahl der Individuen eine bestimmte Größe überschreitet. In kleinen Gemeinschaften ist eine höhere Individualität möglich als in Nationalstaaten. In Nationalstaaten ist eine höhere Individualität möglich als in Wirtschaftsräumen, wie der EU, den USA oder China. Das Individuum ordnet sich der Masse unter. Der Vorteil besteht nur im Überleben der Masse.

Eine Begleiterscheinung ist der Verlust von Fähigkeiten. Unter anderem auch der Erkenntnisfähigkeit. Erkenntnisfähigkeit bezieht sich auf alle Aspekte des Lebens und das Denken in Zusammenhängen. Im Termitenstaat ist das nicht mehr möglich, weil alle Mitglieder auf ihren Aufgabenbereich spezialisiert sind. Oder anders gesagt: Durch Spezialisierung werden wir immer dümmer. Wer dafür Belege sucht, wird sie überall finden. Einfach mal ein Promi-Quiz im TV anschauen oder einen Blick in die Zeitung werfen.

Die Lehre der Involution besagt, dass Bewusstsein der Auslöser der Evolution ist. Bewusstsein kann jedoch auch verloren gehen. Dieser Vorgang wird in der Wissenschaft Entropie genannt. Nicht genutzte Energie geht dabei verloren. Auf den Termitenstaat bezogen bedeutet das, dass alle Energie, die für eine Evolution benötigt wird, dem Überleben des Staates zur Verfügung gestellt wird. Daher findet eine Evolution nicht mehr statt.

Evolution wird oft mit technischem Fortschritt gleichgesetzt. Aber das trifft nicht zu, wenn dieselbe Energie die durch technischen Fortschritt eingespart wurde, an anderer Stelle wieder verschwindet. Damit entsteht ein Kreislauf, der immer nur damit beschäftigt ist, sich selbst am Leben zu erhalten und dabei ständig an Qualität und Energie verliert. Daher kann man von einer Degeneration sprechen, die auf Kosten der Bewusstheit stattfindet. Und das trotz technischen Fortschritts. Das was man seelische Entwicklung nennt, hat dort keinen Raum mehr. Der automatische Ablauf – Technokratie – der Zivilisation hat Vorrang.

Gruß
nemo

Die Meise mit der Meise

Fenrizwolf, Sonntag, 17.09.2017, 08:27 vor 3055 Tagen @ Sagitta (2418 Aufrufe)

Hallo,

Zuerst muß ich feststellen, daß unechte Tastaturen kein Ersatz für echte sind,
Ein Tablett eignet sich mehr zum Gemüseschneiden, als zum Tippen.
Doch die mitgegebene Bevormundung ist tatsächlich ein Tablett und keine Tablette.

Von Sagitta dürfte ich endlich mal etwas lesen, das meinem Ameisengehirn zu Flügeln verhilft.

Elite, die Zucht der Macht - Spezialist - monofokal
Genie, die Wahl Gottes - zerbrechlicher Turm im Nebel - in die Welt gegossen.

Ameisen mit Menschen zu vergleichen ist doof.
Eher dürfte man das Treiben der starken Sechsbeiner mit unseren Synapsen vergleichen können.

Das koordinierte Zusammenspiel ist in diesem Komplexitätsgrad unerläßlich.
Versagen kann abgepuffert werden, schwächt aber das Gesamtsystem.

Während der Mensch sich als Gesamtsystem begreift, tut es die Ameise vermutlich nicht.
Dennoch ist Mensch im Kollektiv vorzugsweise überangagiert oder minderbemittelt bis behindert.

Das biologische, geistige und sinnliche System ist der Mensch unbewußt selbst.
Sein individuelles Streben ist zwar prinzipiell angelegt, muß aber erst gegen Widerstand erworben werden.

Während wir hier auf dem Schachbrett Sumo-Ringen machen, wechselt ohne unseren Vermerk die Eintagsfliege vermutlich unbeeindruckt zwischen den Welten.

Der Mensch kann nicht ohne Kollektiv, aber ohne Genie ist die Masse tot.
Ohne das Kollektiv ist auch das Genie nichts.

Heute donnert das Meiste ohne Blitz, und das ist verdächtig.

Das Ungleichgewicht zwischen Hebel und Masse ist derzeit wohl Gebot der Stunde.

Nebel und Felsen sind bei Nacht unsichtbar, Sirenen singen wunderbar.

Taub im Staub, nach Raub,

Fenrizwolf

Eingegebene Kräfte, sehr sorgsam zu hüten, da unerbittlich

rauhnacht, Freitag, 15.09.2017, 22:38 vor 3057 Tagen @ nemo (2616 Aufrufe)

Hallo Nemo,


ich kenne all diese Erklärungen, aber kann ihnen nicht viel abgewinnen. Der Grund dafür ist,
dass es keine unbewusste, automatische Entwicklung gibt. Entwicklung kann nur bedeuten,
ein höheres Bewusstsein und Verständnis zu erlangen. Dabei geht es um Tatsachen und
um Wahrheit. Auch um klare Begriffe, wie BBouvier in einer privaten Nachricht schrieb.

Jain, ich meine, das ist analog runtergebrochen im winzig Kleinen, wie mit dem Fahrradfahren oder Schwimmen, Wenn Du das gelernt hast, kannst Du garantiert nicht die Bewusstheitsmonente dessen rekapitulieren: Das Atmen, das Schweben,die akkurate Bewegung -(mit Hundepaddelln bleibt man auch über Wasser) - die Effektivität des Hochleistungsschwimmers ist Haar genau WIE? In Deinem bewussten Bewusstsein kannst Du das bewusst nur mit Mühe abrufen, in Worte fassen noch viel weniger und trotzdem ------schwimmst Du.
Sapperlot, wie ging das denn? So ganz ohne klare Begriffe und höheres Bewusstsein.
Der, ders dann mal gelernt hat, kann das auch Jahrzehnte später, wenn auch mit Mühe.
Bei nicht ganz so unbesorgt an zu wendenden Fähigkeiten sieht das schon anders aus. Fast genauso leicht zu lernen, aber nicht so leicht zu verstehen und in Verantwortung zu nehmen. Das können und müssen eben erst und gerade dann Pubertierende lernen.

Zeit an sich beinhaltet keine Entwicklung. Alles was sich entwickelt, tut es aufgrund

Zeit gibt es gar nicht, es gibt nur Bewegung, Entwicklung.

seiner Bewusstheit. Das betrifft den Regenwurm, den Apfelbaum und den Menschen
gleichermaßen. Nach der biologischen Anpassung an die äußeren Bedingungen gibt
es nur noch eine Bewusstseinsentwicklung und diese findet nicht automatisch statt.

Teil richtig. Regenwurm und Apfelbaum hatten keinen "Sündenfall", was man noch nicht mal in der Bibel suchen oder gar glauben muss, dafür reicht Biologie des Gehirns. Erklärungen für die Besonderheiten kann man dann glauben oder auch nicht. Man kann auch die frappierenden Unterscheidungen im WIRKEN von Menschen versus TIERen über die gesamte Weltgeschichte angucken und meinen Alles dasselbe.:schüchtern::
Automatisch ist da aber gar nix.Es geht ja um Erkenntnis.:augenrollen:

Es braucht dafür klare Ziele und die Anstrengung diese zu erreichen. Das Enneagramm
zeigt dabei, welche Schritte notwendig sind und was uns im Wege steht. Es geht
dabei immer um die Überwindung von Widerständen und um das Streben nach
Erkenntnis.

Was wir jedoch täglich direkt vor unseren Augen beobachten können, ist das Fehlen
von wirklichen Zielen und den geistigen Verfall hin zu einer unwirklichen Welt.

Ja, jetzt grad ist das halt so. Hindert aber ja das Individuum nicht daran just jetzt "schwimmen" zu lernen.

Die unwirkliche Welt der Illusionen beruht auf den Lügen und Irrtümern, die zur
Grundlage dieser Gesellschaft wurden. Der Materialismus an sich, ist schon eine
Form der geistigen Degeneration.

Absolut!

In diesem Sinne kann man sagen, dass die Entwicklung der Menschheit eine
Abwärtsbewegung hin zu Verwirrung und Verlust an Bewusstsein ist. Unser geistiger
Zenit liegt schon tausende Jahre in der Vergangenheit. Vielleicht hat sich die Menschheit
auch schon mehrere Male selbst vernichtet. Denken wir weiter in die Zukunft, dann
werden wir den perfekten Ameisenstaat sehen, in dem jedes individuelle Bewusstsein
sich der Masse unterordnet. Eine computergesteuerte Welt von vorgegebenen Zwängen,
in der geistige Entwicklung nicht mehr stattfindet. So wie auch bei Ameisenstaaten seit
Jahrtausenden keine Evolution mehr stattfindet. Die Ameisenstaaten werden irgendwann
einfach verschwinden.

Ja, in diesem Sinne werden wir wir allesamt sterben. Aber, Du und ich und noch Etliche haben das begriffen. "Schwimmen" verlernt man nicht. Die Weltgeschichte zeigt, dass so etwas in der Art der Evolution NICHT verloren geht.

Das sind keine schönen Aussichten, aber es ist das, was stattfindet. Nicht als Theorie,
sondern als etwas, was wir miterleben und beobachten können. Es zu sehen ist der
erste Schritt um etwas zu tun. Was tun? Die Evolution fortsetzen. Wenn schon nicht
als Gesellschaft, dann zumindest als Individuum.

Ja, und nur darum geht es doch. Ich kann die Welt nicht verändern, aber ich kann mich und die Welt betrachten und üben und wachsen, soweit ich es vermag.

Liebe Grüße
Rauhnacht

Re@Rauhnacht: In der Physik gibt es die konkrete "Zeit" durchaus

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Freitag, 22.09.2017, 21:15 vor 3050 Tagen @ rauhnacht (2403 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Freitag, 22.09.2017, 21:43

Hallo Rauhnacht!

"Zeit an sich beinhaltet keine Entwicklung. Alles was sich entwickelt, tut es aufgrund

Zeit gibt es gar nicht, es gibt nur Bewegung, Entwicklung."

In der Physik schon: $Vektorielle \ Raumzeit = \sqrt{x^2 + y^2 + z^2 - ct^2}$

Die ersten drei Dimensionen der Räumlichkeit werden addiert, die vierte
Dimension, welche sich ergibt, indem man die Konstante der
Lichtgeschwindigkeit c mit der Zeit t multipliziert, wird jedoch von
dem "Raum" subtrahiert.

"ct" ist sozusagen ein notwendiges Korrektiv, welches der Ausdehnung des
Raumes bzw. des Alls, entgegenwirkt. Quasimodo eine Art Schrumpf-Faktor.
==> Weil sonst eben die Ausdehnung des Alls zu uferlos verlaufen würde.

Also, Dein Postulat, ed gäbe KEINE Zeit, und es gäbe NUR Entwicklung,
keine Degeneration, finde ich mit Verlaub schon ein wenig abgehoben:
Eine solche These wirkt vielleicht noch jungen Leuten glaubhaft, die in der
Blüte ihres Lebens stehen, aber was sagen die Alten dazu, oder gar
Leute die krank sind und im Sterben liegen?

Natürlich folgt im historischen Sinne einem Niedergang einer Epoche
oder eines Volkes zumeist hinterher wieder ein Wiederaufstieg und
eine Blüte der Kultur, aber man sollte da doch die Kirch im Dorf
lassen: Es gibt halt nun mal Beides, auch etwa in der Astrologie
oder Biologie: Aufstieg und Fall/Zerfall/Verwesung, Blüte, Höhepunkt
und auch den Tod.

LG,

Eyspfeil

Re Eyspfeil

rauhnacht, Sonntag, 24.09.2017, 20:21 vor 3048 Tagen @ Eyspfeil (2478 Aufrufe)

Hallo Eyspfeil,


"Zeit an sich beinhaltet keine Entwicklung. Alles was sich entwickelt, tut es aufgrund

Zeit gibt es gar nicht, es gibt nur Bewegung, Entwicklung."

In der Physik schon: $Vektorielle \ Raumzeit = \sqrt{x^2 + y^2 + z^2 - ct^2}$

Die ersten drei Dimensionen der Räumlichkeit werden addiert, die vierte
Dimension, welche sich ergibt, indem man die Konstante der
Lichtgeschwindigkeit c mit der Zeit t multipliziert, wird jedoch von
dem "Raum" subtrahiert.

"ct" ist sozusagen ein notwendiges Korrektiv, welches der Ausdehnung des
Raumes bzw. des Alls, entgegenwirkt. Quasimodo eine Art Schrumpf-Faktor.
==> Weil sonst eben die Ausdehnung des Alls zu uferlos verlaufen würde.

Uhhh. Nun bin ich bei "Übersetzungen" in Formeln in tatsächlichem Verständnis auch nicht ganz dumm, aber das übersteigt meine Erfassung des Sinnes aus meiner Sicht tatsächlich.

Dennoch würd ich sagen, gar so quer lieg ich nicht. Das Folgende in von Dir verquerer Sicht mit Degenerationsgeschwurbel vermixt besagt weder zu der unentschlüsselten Formel noch meinen Einlassungen nix:

Also, Dein Postulat, ed gäbe KEINE Zeit, und es gäbe NUR Entwicklung,
keine Degeneration, finde ich mit Verlaub schon ein wenig abgehoben:
Eine solche These wirkt vielleicht noch jungen Leuten glaubhaft, die in der
Blüte ihres Lebens stehen, aber was sagen die Alten dazu, oder gar
Leute die krank sind und im Sterben liegen?

Ja und?
Würdest Du denn bitte sagen, wenn das Blatt vom Baum im Herbst sich abkapselt und vom Baum in den Herbststürmen herabfällt, liegt das an der Degeneration des Baumes? Jedes Jahr wieder?
Mit Degeneration hat solches gar nichts zu tun. Das ist eingegebenes Leben und Sterben.

Natürlich folgt im historischen Sinne einem Niedergang einer Epoche
oder eines Volkes zumeist hinterher wieder ein Wiederaufstieg und
eine Blüte der Kultur, aber man sollte da doch die Kirch im Dorf
lassen: Es gibt halt nun mal Beides, auch etwa in der Astrologie
oder Biologie: Aufstieg und Fall/Zerfall/Verwesung, Blüte, Höhepunkt
und auch den Tod.

Aber natürlich! Hat aber alles nix mit der vermeintlich mächtigen Kraft der ZEIT zu tun, sondern mit anderen Kräften.

Zeit ist nur eine erlebbare Maßeinheit, aber eben nicht wirkkräftig.

Der Apfel verfault nicht, weil die Zeit vergeht.
Der Apfel lebt sein eingegebenes Leben bis hin zum Faulen und Zerfall. Diesen Ablauf können wir als "Zeit" erfassen. Zeit ist aber keine imaginäre Macht, die Macht ist das eingegebene Leben ( plus günstige Bedingungen, Wirkungen, speziell der Mensch tut sich vermeintlich da in Voraussicht und Verschuldung hervor). Das Rumgebossel ausgelöst durch Zeiterfassung an Wirkungen und herauszögernden Verfall usw. müssen wir aber noch üben.

Der Apfel verfault und wir benennen lediglich die Zeit dazu. Es geht um Teilungsreproduktion, Schwingung u.a.

Im Falle des Menschen spielt da durchaus Bewusstsein eine große Rolle. Dem Himmel sei Dank haben wir da noch nicht wirklich Zipfel begriffen, was daran liegt das eben auch dies mit Bewusstseinsschwingung zu tun hat. Und ahnungsweise lässt man Rumgebossel in der Schwingungsebene aus Demut erst mal ganz demütig bleiben.
Viele Grüße
Rauhnacht

Re: Zeit ist auch keine "Kraft", sondern Maßeinheit

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Montag, 25.09.2017, 21:25 vor 3047 Tagen @ rauhnacht (2355 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Montag, 25.09.2017, 21:38

Hallo Rauhnacht!

"Ja und?
Würdest Du denn bitte sagen, wenn das Blatt vom Baum im Herbst sich abkapselt und vom Baum in den Herbststürmen herabfällt, liegt das an der Degeneration des Baumes? Jedes Jahr wieder?
Mit Degeneration hat solches gar nichts zu tun. Das ist eingegebenes Leben und Sterben."

Vielleicht beinhaltet die "Zeit" auch solche periodischen Degenerationen wie
die Jahreszeiten. Einen Baum kann man übrigens praktisch komplett abhacken, und aus
seinem Stumpf wachsen dann oft wieder neue Triebe empor. Das kann man von
Säugetier und Mensch wohl nicht vermelden. Meine Katze verliert eine Menge
Haare im Frühjahr und Sommer anstatt des Baumes im Herbst und Winter.
Aber wenn sie vom Auto überfahren wird wie meine neulich, ist sie ganz tot.
Da bleibt nur der Trost einer Seelenwanderung oder einer jenseitigen Welt.

"Aber natürlich! Hat aber alles nix mit der vermeintlich mächtigen Kraft der ZEIT zu tun, sondern mit anderen Kräften.

Zeit ist nur eine erlebbare Maßeinheit, aber eben nicht wirkkräftig."

Was heißt da "Kraft"? Es muß doch nicht alles "Kraft" sein. Geschwindigkeit
=s/t ist auch keine Kraft und wird dennoch physikalisch gemessen und verglichen.
Beschleunigung wiederum s/t² und Impuls m/v als Maßeinheiten.
Irgendwas wirkt doch da auch, meinst Du nicht? Wenn etwa ein Wirbelsturm mit
250 km/h durch die Staaten braust, oder was verstehst Du unter "Wirkung"?
Klar doch, der Wirbelsturm reproduziert nicht, sondern killt eher das Leben.
Aber er wirkt doch, indem eine Menge Luft- und Wasserteilchen auf Häuser
und Bäume zurasen. Und zwar je mehr Teilchen pro ZEIT, desto mehr
Auswirkung auf die Betroffenen und die Natur.

"Der Apfel verfault nicht, weil die Zeit vergeht.
Der Apfel lebt sein eingegebenes Leben bis hin zum Faulen und Zerfall. Diesen Ablauf können wir als "Zeit" erfassen. Zeit ist aber keine imaginäre Macht, die Macht ist das eingegebene Leben ( plus günstige Bedingungen, Wirkungen, speziell der Mensch tut sich vermeintlich da in Voraussicht und Verschuldung hervor). Das Rumgebossel ausgelöst durch Zeiterfassung an Wirkungen und herauszögernden Verfall usw. müssen wir aber noch üben.

Der Apfel verfault und wir benennen lediglich die Zeit dazu. Es geht um Teilungsreproduktion, Schwingung u.a."

Wir wollen (jedenfalls meine Wenigkeit) doch irgendwie messen und vergleichen:
Ein Apfel ist verfault, aber der in Deiner Schale ist genießbar (hoffe ich)
Dein Urgroßvater ist höchstwahrscheinlich schon selig, und Du lebst noch.
Die Reproduktion muß es in der Natur geben, sonst wäre die Welt in kurzer
Zeit (oje, schon wieder der Streitbegriff) dahin und es wäre alles aus.

Im großen Maßstab im Weltall dehnt sich der Raum aus
(Reproduktion von Sonnen und Planeten etc., Blüte) und an
bestimmten Stellen verschlucken schwarze Löcher
wieder so einiges, als Ausgleich für zu schnelles Wachstum.
Das passiert hier auf der Erde tagtäglich auch in Form von
Entstehung und Zerstörung.

"Im Falle des Menschen spielt da durchaus Bewusstsein eine große Rolle. Dem Himmel sei Dank haben wir da noch nicht wirklich Zipfel begriffen, was daran liegt das eben auch dies mit Bewusstseinsschwingung zu tun hat. Und ahnungsweise lässt man Rumgebossel in der Schwingungsebene aus Demut erst mal ganz demütig bleiben.
Viele Grüße
Rauhnacht"

Wir haben vielleicht mehr Bewußtsein als Bäume, aber sieh mal, was wir dadurch
mit der Erde angerichtet haben.
Wir sind nicht allwissend, aber sowohl in biblischen apokryphen Schriften
als auch in der ostasiatischen Philosophie existiert die "Zeit" als Äonen,
die fortlaufend zum Weltenende immer mehr abnehmen.
In der modernen Physik ist die "Zeit" eine reine Maßeinheit, zu der es
keine "Vektor"- oder "Partikularteilchen" gibt oder gefunden wurden,
wie auch bisher zum Phänomen Gravitation nicht.

LG,

Eyspfeil

Re: Die Frage ist, ob diese totale Technisierung zum Teil Verarschung ist

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Freitag, 15.09.2017, 21:51 vor 3057 Tagen @ rauhnacht (2614 Aufrufe)

Hallo Rauhnacht,

"Die immer wiederkehrende „Entwicklung“vom Kind zum Greis steht uns beständig vor Augen, wenn man die „Weltgeschichte“ anschaut, erkennt man m.E über deutlich analoge Entwicklungsabschnitte.
Völker, Kulturen gehen unter oder sterben aus und dennoch verfolgt die Weltgeschichte eine Entwicklung. Insgesamt degeneriert da gar nichts, das sieht nur für MOMENTE ( die wohlgemerkt für die kurzen Lebensspannen von Menschen ewig wirken) so aus. Der Rückschritt zur Ebenen davor währt vergleichsweise nur kurz, um dann in der nächsten Phase eine „neue“ Ausprägung zu gewinnen."

Das stimmt, wir können nur den Zeitabschnitt einigermaßen rekapitulieren,
den wir selbst erlebt haben, und der ist im Vergleich zu Jahrtausenden
Weltgeschichte winzig klein.

Oder man liest sich durch Geschichtsbücher, aber durch diese einen objektiven
Ein- und Durchblick zu erlangen ist schwierig bis unmöglich.

VOR Kriegen scheint alles zu degenerieren, und nach einem reinigendem
"Gewitter" in Form eines Krieges oder Impaktes scheint es wieder eine
Zeitlang aufwärts zu gehen in der Evolution der Menschheit.

Was ich mich halt zunehmend frage, ist, ob dieser gigantische Schub an Erfindungen
und Technisierung seit sagen wir dem Ende des Zweiten Weltkriges noch
verhältnismäßig ist: Im Einklang mit der Natur steht er schon gar nicht.
Wir plündern die Erde in ihren Rohstoffen aus wie noch nie in der Erdgeschichte.
Inzwischen verbauen wir die meisten Silber- und Tantal-Vorräte in iPads und
Smartphones. Die Luft ist verpestet durch den Kfz-Verkehr, mit der ständigen
Guckerei in Bildschirme werden unsere Augen immer schlechter, unser Gehör wird
durch den Lärm der Zivilisation immer tauber, die Anbaufläche insgesamt für
die Landwirtschaft wird durch Industrialisierung und der Bevölkerungs-Explosion
seit dem Ende des WWII immer weniger statt mehr.

Kurz und 'gut', schadet uns, was da so allgemein als "Evolution" bezeichnet wird,
nicht mehr, als es uns nützt bzw. ist vieles nicht bloße Verarschung?
Klar, ein Fahrrad schadet der Umwelt relativ wenig, setzt aber auch eine
Metall- und Kunststoffverarbeitung voraus.
Ebenso elektrisches Licht. Das war alles schon vor A.D. 1900 auf dem Markt, wie
auch die Dampflokomotive, die schon ab 1830 Ruß emittierte.
Dann ging es aber weiter: Nach 1900 kam das Auto, ab 1945 die Autobahn,
der Halbleiter, das TV, das gespaltene Atom, das AKW, ab 1980 der PC, usw.
Und alles das zunehmend auf Kosten der Natur, unserer Selbstversorgung & Autharkie.
Wir haben weltweit abgeholzte Wälder und ein Artensterben wie noch nie.
Der Fortschritt daran: Wir können uns im IKEA mit tollen Möbeln eindecken,
made in China.;-)

===> Und das Ganze wird uns nach wie vor als Fortschritt und Evolution verkauft.

LG,

Eyspfeil

Die Frage ist, ob diese totale Technisierung zum Bewusstsseinstod führt

rauhnacht, Samstag, 16.09.2017, 18:35 vor 3056 Tagen @ Eyspfeil (2576 Aufrufe)

Hallo Eyspfeil,
Zustimmung.
Das Ganze nennt sich Fortschritt oder Zivilisation, hat aber m.E mit Evolution, zumindest in dem Sinne wie ich diesem Begriff gebraucht habe, nur sehr am Rande zu tun.

Dies Bild, was Du da sehr zutreffend malst, ist in der Essenz und Wirkung dem System Debitismus geschuldet und findet sich in den „Zukunftsthesen“ hier im Faden.

Nemo benennt das Kernproblem dabei mit dem Zuwachs an Entropie, was auf der anderen Seite des Energiehaushaltes etwas „kostet“und darum Bewusstsein, Individualität, Fähigkeiten degenerieren lässt.
Spengler spricht von der Verflachung, was ja dasselbe ist wie Degeneration, allerdings deutlicher den „Todeswillen“ abgelebter Kulturen hervor hebt.


Im Bilde Nemos könnten wir im totalitären, technokratischen Riesenstaat landen, mit grad so viel Bewusstsein, dass es insgesamt zum Funktionieren zum Erhalt des Massenkonstruktes reicht.
Bei Spengler übernehmen Imperatoren die tumben Massenmenschen.

Beides ist ein SOG und kein Druck zur sich leerenden Position des ähm „Machthalters“? Man schaue mal bei Schauberger, so funktioniert die Welt im Innersten.

Die Frage ist, ob dies Warten auf Godot berechtigt ist und ein Systemabbruch, wie er ja in Schauungen beschrieben ist, tatsächlich passiert. Mittlerweile wird auch klar, dass das jetzt nicht noch ewige Jahrzehnte dauern darf, weil nämlich bei Systemabbrüchen beispielsweise erst in hundert Jahren die Aussichten Danach dennoch mehr als trübe wären.

Ohne aber kommen wir allesamt aus dieser Chose! nicht mehr raus. Mal sehen.
Ich aber kenne keine Schauung von Maschinenmenschen;- oder Herrschaft, nur marginal technischer Fortschritt z:B. bei Fluggeräten und Kampfgerät. Selbst Ethnien scheinen noch erkennbar, es wird über Länder gesprochen, nicht über irgend gearteten Orwellstaaten ect.

Im übrigen bedeutet „Involution“ - Wendung.

Wird schon, wenn auch schrecklich.

Liebe Grüße
Rauhnacht

Involution und der Kampf um Bewusstheit

nemo, Sonntag, 17.09.2017, 14:24 vor 3055 Tagen @ rauhnacht (2434 Aufrufe)
bearbeitet von nemo, Sonntag, 17.09.2017, 14:45

Hallo Rauhnacht,

hier eine Sichtweise einer anderen Kosmologie.

Wenn Fehler nicht als solche erkannt, sondern mit Ideologie überdeckt werden, dann wird die Summe aller Fehler und Irrtümer eine Situation hervorbringen, in der die Freiheitsgrade von Handlungen und Ideen immer mehr abnehmen. Das betrifft inzwischen auch den Freiheitsgrad von Gedanken, der durch öffentliche Kontrolle reglementiert wird.

Die Masse passt sich an, weil sie es auf lange Sicht muss, denn sie ist abhängig von den äußeren Faktoren, die das System geschaffen hat. Die Zunahme der Komplexität bedeutet eine Zunahme von Gesetzen und Abhängigkeiten, die damit einhergehen. Eine Korrektur oder ein Ausweg wird daher immer unwahrscheinlicher.

Es ist also im Grunde egal, ob diese Entwicklung noch zehntausend Jahre fortgesetzt werden kann und in Folge zu einer sinnlosen Wirklichkeits-Simulation wird oder ob diese Entwicklung durch einen Systemkollaps schlagartig innerhalb weniger Monate beendet wird.

Die Lehre der Involution sagt, dass das Universum durch Versteuung von Energie immer mehr Gesetze erschafft, bis am Ende ein vollautomatischer Zustand erreicht ist, der keine Änderungen mehr zulässt. Das ist der Sog der Entropie. Eine Änderung hin zu Bewusstheit und Evolution braucht einen Impuls in die Gegenrichtung. Das heißt eine Befreiung von Gesetzen und eine Zunahme von Bewusstheit. Die Befreiung von Gesetzen schafft die Möglichkeit im freien Raum nach Lösungen zu suchen. Diese Möglichkeit besteht nicht, wenn dieser freie Raum durch äußere und innere Umstände und Zwänge immer mehr eingeschränkt wird.

Wir wollen an eine automatische Evolution glauben, die das Leben auf eine höhere Stufe bringt. Das ist die Botschaft des Darwinismus, des Positivismus und des Materialismus. Der Fehler liegt schon in der Betrachtungsweise – in dem was wir glauben zu wissen. In einem Universum der Bewusstheit – der Involution – gelten die Gesetze der Energie und der Bewusstwerdung. Irrtümer, Annahmen, Fehler, Lügen und Betrug fallen daher immer auf denjenigen zurück, der diesen Dingen unterliegt – egal ob absichtlich oder unabsichtlich. Das ist der Sog der unbewussten und automatischen Abläufe. Bewusstheit entsteht nur, wenn wir diese Abläufe erkennen und den Prozess umkehren. In einem Universum der Energie ist Wahrheit eine energetische Tatsache, die Wirksamkeit hat. Daher sagt die Lehre der Involution, dass es keine automatische Entwicklung gibt. Das was wir als Entwicklung bezeichnen, ist der Prozess der Zunahme von Komplexität und dem Verlust von Energie. Evolution ist demnach ein Kampf um Bewusstheit. Der Kampf um Bewusstheit kann nicht unbewusst und automatisch stattfinden. Es braucht dafür als erstes die Erkenntnis des Wertes. Wahrheit als höchstes Ziel der Entwicklung. Dann braucht es die Energie um dieses Ziel zu erreichen. All die Energie die durch automatische und unbewusste Abläufe verloren gehen, werden für dieses Ziel benötigt.

Die Erkenntnis der Lehre der Involution ist, dass das Leben nur einen Sinn für jenes Leben besitzt, das seine Möglichkeit zur Bewusstwerdung ergreift. Es ist ein erschütterndes Fazit, wo wir doch glauben, dass jedes Leben eine Bedeutung hätte. Da aber das gesamte Universum aus Bewusstheit besteht, gibt es Leben im Überfluss und dieses Leben ist nur Teil einer größeren Absicht. Oder anders gesagt, wir können das Spiel nur spielen, wenn das Spiel verstanden wurde. Das ist der einzige Sinn, der darin zu finden ist.

Gruß
nemo

Re Nemo

rauhnacht, Sonntag, 17.09.2017, 20:31 vor 3055 Tagen @ nemo (2414 Aufrufe)

Hallo Nemo,
ich glaube weder an Darwinismus, Positivismus noch Materialismus.

Dank Deines Beitrages habe ich eine leichte Ahnung davon bekommen, dass Du unter Involution ganz anderes verstehst als ich. Gar sogar gegensätzliches; Für mich geht das in Bedeutungsrichtung:
EINfaltung, Rückbildung, kann ich noch übersetzen in Sammlung, Verpuppung. So flapsig Wendung halt. Nach innen gerichtet.

Ich taste mal: Geht Dein Verständnis von Involution in Richtung: Bewusstsein, „Geist“ ist die EINZIGE Wirkung, die Evolution, Bewegung, ENTFALTUNG bewirkt? Nach außen gerichtet.

Da könnte ich durchaus auch mit.
Man muss ja nur erstmal wissen, worüber wir reden.:thinker:
So wegen der klaren Worte und Bedeutungen.:-D

Sehr interessante Betrachtungsrichtung, die ich durchaus teile.
Allerdings meine ich, dass wir kleinen Winzlinge von DEM BEWUSSTSEIN, dass da wirkt nur durch Evolution mal ansatzweise eine Ahnung der Involution erhaschen können.
Die Frage nach der Henne und dem Ei.

Liebe Grüße
Rauhnacht

Involution

nemo, Sonntag, 17.09.2017, 21:37 vor 3055 Tagen @ rauhnacht (2448 Aufrufe)

Hallo Rauhnacht,

die Lehre der Involution ist sehr alt und geht auf das Urchristentum zurück. Man kann sie nur verstehen, wenn man davon ausgeht, dass das Universum aus Bewusstheit besteht und alles was existiert aus dem geistigen Bereich kommt. Zuerst war die Idee, dann die Verwirklichung in der Materie.

Der Geist schafft in sich selbst das materielle Universum. Das materielle Universum beruht auf Gesetzen. Die Gesetze sehen wir unter anderem in der Himmelsmechanik. Es existieren Milliarden von Galaxien. Innerhalb der Galaxien existieren Milliarden von Sonnen. Innerhalb der Sonnensysteme existieren Milliarden von Planeten und Monden. Je komplexer das System wird, um so mehr Energieverlust entsteht. Das heißt der Geist verstreut sich selbst, um das Universum zu erschaffen. Auf diese Weise kann auf dem entferntesten Monden noch Leben entstehen.

Man kann es sich als eine Lampe in der Dunkelheit vorstellen. So wird es z.B. im Koran beschrieben. Das Licht nimmt ab, je weiter man sich von der Lampe entfernt. Die Bewegung des Universums geht in abnehmende Richtung hin zur Dunkelheit. Das Leben beginnt im Absoluten und endet im Nichts. Alles entwickelt sich zum Nicht-Sein. Mit Involtion ist die Auflösung der Bewusstheit und Energie gemeint.

Daher hat das Wort Evolution auch eine andere Bedeutung. Evolution ist die gegensätzliche Bewegung hin zum Licht und die Zunahme der Bewusstheit. Das bedeutet, dass die meisten Religionen Recht haben, wenn sie sagen, dass wir uns Gott zuwenden müssen. Nur ist Gott keine moralische Instanz, sondern die Verdichtung von Geist. Religion – die Rückverbindung zum Geist – ist die Absicht, Bewusstheit zu schaffen. Dies kann nur aus einer Absicht heraus geschehen, weil das Universum selbst, sich in Richtung Auflösung bewegt. Wir denken nur, es würde sich etwas entwickeln, aber es entsteht lediglich neues Leben. In diesem Sinne ist das Universum eine Lebensmaschine, die ständig neues Leben hervorbringt um sich selbst zu erhalten.

Gruß
nemo

Spenglers Lebenssehnsucht zwingend wegen Kultursenilität?

Leserzuschrift @, Donnerstag, 14.09.2017, 21:34 vor 3058 Tagen @ rauhnacht (2656 Aufrufe)

Liebe Rauhnacht,

vielen Dank für Deine Antwort. Durchaus sollte man Spengler nicht nur nach seinen biographischen Notizen beurteilen. Genausowenig wie Nietzsche, einen seiner Seelenverwandten.
Henry Kissinger findet Spengler übrigens auch gut und nennt ihn neben Kant und Spinoza als seine wesentliche Inspiratoren.
Sehnsucht nach Apokalypse, wie sie Spengler in großer Geste äußert in allen seinen Büchern, kann man jedoch auch individuell deuten - genau wie bei Nietzsche, Kissinger und z.B. Irlmaier auch.

Es ist eine notwendige Betrachtungsebene - EINE von vielen anderen. Es ist m.E. aufschlussreich, sich zu befragen, wann man welche davon betont.
Etwa bei Spengler die Sachebene, bei Irlmaier die Wichtigtuerei, bei Nostradamus vielleicht etwas anderes.
Wie wäre es, in der Gewichtung der Ebenen das der Schauung entgegengesetzte Prinzip zu suchen? Meinem Erleben nach fügen sich die Bestätigungen wie von selbst, wenn die Gewichtung einmal passiert ist.

Aber zurück zu Spengler, den ich durchaus schätze auf seine Art. Er äußert ein tiefes Elendsgefühl, das offenbar 1918 ähnlich verbreitet war wie heute.
Er erhebt ein Massengefühl in den Sachstand und tut damit etwas, das nach seiner Analyse "nicht mehr zeitgemäß" ist. Vielleicht ist aber dies das eigentliche Elend?
Vielleicht ist gerade dies pubertär zu allen Zeiten: Die eigenen Gefühle im Schwall mit der Welt zu vereinen. Ich finde es ziemlich gut, das zu tun.
Das sollten alle machen, so lernt man sich kennen.

Aber dann geht das Leben erst los, und die mystische Schau mag ihren wahren Platz als Bereicherer und Lenker des freien Willens finden!

Viele Grüße
nvf33

--
Benutzerkonto für Leserzuschriften

Sensitive Bündelung von Gefühlen und Zuständen

rauhnacht, Freitag, 15.09.2017, 19:47 vor 3057 Tagen @ Leserzuschrift (2533 Aufrufe)

Hallo


Aber zurück zu Spengler, den ich durchaus schätze auf seine Art. Er äußert ein tiefes Elendsgefühl, das offenbar 1918 ähnlich verbreitet war wie heute.
Er erhebt ein Massengefühl in den Sachstand und tut damit etwas, das nach seiner Analyse "nicht mehr zeitgemäß" ist. Vielleicht ist aber dies das eigentliche Elend?
Vielleicht ist gerade dies pubertär zu allen Zeiten: Die eigenen Gefühle im Schwall mit der Welt zu vereinen. Ich finde es ziemlich gut, das zu tun.
Das sollten alle machen, so lernt man sich kennen.

Ja! Finde ich passend, wie Du das formulierst.
Und ist doch etwas, was so in den zuerst sentimentalen Zeiten des Alters im individuellen Leben auch passiert. Nennt man meist Rückschau, wobei natürlich Gefühle zu Wertungen werden.

Wenn es dann in die Senilität übergeht und der Leichenkittel imaginär schon um die mageren Knöcheln flattert, geht es durchaus recht Vielen so, dass sie die Zukunft in Gestalt ihrer Enkel, den zeitgenössischen Verwirrungen und aufgrund ihrer sentimentalen und durchaus weisen Zukunftserwartungen ganz gefühlsmässig als unlebbar und Niedergang empfinden. In einer Zeit des Niedergangs haben die Alten und Sensitiven den subjektiv realeren Blick, allein darum weil sie da im individuellen Leben sowieso gefühlsmäßig nah verwoben sind.

Aber dann geht das Leben erst los, und die mystische Schau mag ihren wahren Platz als Bereicherer und Lenker des freien Willens finden!

Es geht schlicht weiter.Und nicht umsonst erinnern sich so viele Menschen überaus gern ihrer Jugend. Das ist eine geniale Zeit, die zwei drittel Leben, die dann noch kommen, werden erst noch in der Weltgeschichte befüllt werden müssen, um da im Bewusstsein solch Spuren zu hinter lassen. Da sind wir noch nicht, wie genial ist das denn? Es gibt noch viel zu erleben.

Das mit dem "freien Willen" glaub ich nicht. Das unterbinden "Gott sei Dank" die Leitplanken und so ist es lediglich möglich in recht engen und deterministischen Begrenzungen, so zum Ausprobieren. Bis zur Aufgabe des "Ich bin Gott."

Liebe Grüße
Rauhnacht

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