Thierry Meyssan in Zeit-Fragen.che u.a. zur Geostrategie Russlands angesichts der Weltwirtschaftskrise (Schauungen & Prophezeiungen)

Jacob, Donnerstag, 21.05.2009, 12:40 (vor 6096 Tagen) (3034 Aufrufe)

Hallo zusammen,

ich möchte Euch eine, wie ich meine, interessante Sichtweise auf die aktuelle geopolitische Weltlage nicht vorenthalten, welche insbesondere in einem Punkt, der Interpretation der Rolle Russlands, mit den Schauungen zusammengeht.

Diese Sichtweise ist die des französischen Autors Thierry Meyssan ("9/11-The Big Lie"), vorgetragen in einem Interview
bei Zeit-Fragen.che zum Thema "Wie entwickeln sich die internationalen Beziehungen?":

http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2009/nr20-vom-1852009/wie-entwickeln-sich-die-internationalen-beziehungen/

Interessantes Detail am Rande: die englische Wikipedia-Seite weiß davon zu berichten, dass das US-State Department Thierry Meyssan offiziell zur persona non grata in den USA erklärt hat
( http://en.wikipedia.org/wiki/Thierry_Meyssan ).


Zitat aus dem Interview:
"Medwedew und Putin haben diese Situation der Schwäche (Anm.: der Wirtschaftskrise) mit grosser Kaltblütigkeit evaluiert. Sie kennen die Trümpfe, über die sie verfügen, vor allem die technologische Überlegenheit ihrer Rüstungsindustrie über diejenige der Vereinigten Staaten. Sie sind überzeugt, dass die Vereinigten Staaten die Krise nicht überwinden, sondern sich mittelfristig auflösen werden wie der Warschauer Pakt und die UdSSR in den Jahren 1989 bis 1991. Sie hoffen also auf einen Rollentausch. Trotz magerer Zeiten rüsten sie ihre Armeen mit neuem Material aus, und sie warten ohne Murren auf den Untergang des Westens. Öffentlich oder unter der Hand – je nach Fall – versorgen sie alle Gegner der Vereinigten Staaten mit den aktuellsten verfügbaren Waffen, vom bereits erwähnten Nahen Osten bis nach Venezuela. Wirtschaftlich haben sie sich entschieden, Handelsbeziehungen mit China genauso wie mit Westeuropa zu knüpfen, dessen hartnäckige Unterdrückung durch die Angelsachsen sie mit Bedauern beobachten."


Das Interview ist mMn insgesamt lesenswert.
Erstaunlich für mich in dem kurzen Abschnitt über Russland, dass der Autor die Ansicht vertritt, das russische Militär wäre technologisch den Westmächten überlegen. Diese Ansicht war zumindest mir neu.


Gruß,
Jacob.


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