Gold und Egon Kreutzer's Meinung (Freie Themen)

Joe, Dienstag, 23.11.2010, 14:30 vor 5544 Tagen (3126 Aufrufe)

da ich mit meiner Meinung eher an Ablehnung stosse möchte ich doch an den Herrn Egon. W. Kreutzer verweisen, dürfte für einige hier nicht unbekannt sein:

..Au-weia - Wohin mit dem Gold Schriften über das Gold füllen ganze Bibliotheken. Im Internet nimmt die Zahl der Aufsätze ständig zu, die, während sie vor dem Wertverlust der Papierwährungen warnen, das Hohelied des Goldes singen, um damit den Run auf das Gold immer weiter anzuheizen. ...

http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2010/25.html

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Verschiedene Annahmen darüber, was passieren wird

Taurec ⌂, München, Dienstag, 23.11.2010, 20:34 vor 5544 Tagen @ Joe (2897 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Dienstag, 23.11.2010, 20:42

Hallo!

Kreutzer geht von Inflation und später einer Währungsreform aus, dazwischen von einem vergleichsweise begrenztem Chaos.

Hingegen gehen wir (oder zumindest ich) auf Grundlage der Schauungen von einer Phase unbekannter Länge aus, in der es keine hohe Technologie, keinen Staat und erst recht kein Wirtschaftssystem jenseits des Tauschhandels nützlicher Alltagsgüter gibt (zu denen Gold erstmal nicht zählt). Die Währungsreform gehört zum Vorlauf. Damit endet Kreutzers Ablauf lange bevor es in unserem überhaupt richtig losgeht.
Es wird nachher wohl kein zentrales Element des heutigen Systems geben, das noch von Belang ist, also kein Kreditgeld, keine Börsen/Aktien, keine Globalisierung, kein Primat der Wirtschaft.
Wir gehen vollständig durch den "Nullpunkt". Am Nullpunkt werden alle Verstandeskonstruktionen, alle Systeme und alle Theorien, alles Abstrakte nichtig. Es gibt dann nur noch den auf das Elementare – seelisch wie körperlich – zurückgeworfenen Mensch, der mit dem Leben muß, was er hat; in beiderlei Hinsicht. Das ist ein Bruch in der Kontinuität der Geschichte, den Kreutzer in seinem Szenario - so weit ich das nach Lektüre dieses einen Artikels von ihm beurteilen kann - nicht annimmt.

Völlig richtig ist, daß Gold ein unvergänglicher Sachwert ist. Wertvoller indes ist das eigene Leben.
Daher sollte man im Grunde folgendes tun: Alles, was man hat, in die Vorbereitung stecken, bis man nach eigenem Dafürhalten die besten Überlebenschancen hat. Falls man darüber hinaus noch etwas übrig hat, kauft man sich für den Rest Gold, das man zum Anfassen irgendwo sicher verwahrt.

Es ist völlig nebensächlich, wieviel das Gold nachher in Relation zur dann eingeführten Währung wert sein wird (oder vielmehr die Währung im Vergleich zum Golde, denn das ist der Maßstab): Man steckt das nicht für die Vorbereitung und die Lebensführung vor dem Krach benötigte Kapital entweder in Gold (oder ähnlich Dauerhaftes) oder es wird völlig verschwinden.

Deflations-, Inflations- und Währungsreformtheorien gehen für das, womit wir hier rechnen, nicht weit genug. Sie sind allenfalls nützlich, um vorzuzeichnen, womit wir wirtschaftlich zu rechnen haben, ehe unberechenbare Ereignisse den Untergang noch weiter treiben.

Es spielt keine Rolle, ob man in Miete lebt, wenn der Vermieter tot ist und kein Staat ein Gesetz über den Verbleib des Eigentums durchsetzen kann. Wenn man am Nullpunkt noch in seinem Mietshaus lebt, hat man Glück gehabt. Zu diesem Zeitpunkt ist es kein Mietshaus mehr, sondern ein Haus, das dem gehört, des es verteidigen kann. Abhängig davon, wie das System nachher aussieht, kann der Vorbesitzer oder seine Nachfolger Besitzansprüche geltend machen oder auch nicht (das steht jedoch in den Sternen).
"Sparkonten und die Festverzinsliches" muß man abbauen, weil es so etwas danach nicht mehr geben wird oder nicht in einer (Rechts-/Wirtschafts-)Form, in der die alten Beträge (falls technisch auslesbar) noch gültig wären.
Aktien wird es danach wohl nicht mehr geben. Falls doch, dann nicht elektronisch, bzw. von der heutigen in die dannzumalige Form übertragbar. Ganz zu schweigen davon, daß nichts dessen, wovon heute Aktien ausgegeben werden, nachher noch vorhanden sein wird.
Immobilien sind keine gute Lösung, weil es nachher mehr Land geben wird, als die Menschen benötigen, und in manchen Gebieten mehr intakten Wohnraum als die Überlebenden benötigen werden. Wer sich ein Haus kauft, das er nicht selbst bewohnt, verpulvert sein Geld.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Mein Senf

Wizard, Berne, Donnerstag, 25.11.2010, 01:20 vor 5543 Tagen @ Taurec (2776 Aufrufe)

Moin Taurec

Dem ist nicht mehr viel Hinzuzufügen. Habe mir erlaubt, es zu Stichpunkten Zusammenzufassen und Fallweise mit Anmerkungen zu versehen.

• Phase unbekannter Länge.

• Keine hohe Technologie.

• Keinen Staat.

• Kein Wirtschaftssystem jenseits des Tauschhandels nützlicher Alltagsgüter.

• Zu denen Gold erst mal nicht zählt.
(Silber ist eine andere Sache. Zum Einen weil es einen Umrechnungsfaktor beim Tauschen geben muss und zum Anderen wegen seiner antibakteriellen Wirkung.)

• Die Währungsreform gehört zum Vorlauf.

• Nachher kein zentrales Element des heutigen Systems.

• Wir gehen vollständig durch den "Nullpunkt".

• Bruch in der Kontinuität der Geschichte.

• Alles was man hat in die Vorbereitung stecken.
(Wobei die Schwerpunkte auf Wissen und Können liegen sollten. Materieller besitz jeglicher Art kann verloren gehen.)

• Falls man darüber hinaus noch etwas übrig hat, kauft man sich für den Rest Gold, das man zum Anfassen irgendwo sicher verwahrt.
(Möglichst so, das man es bei Bedarf schnell greifen und mitnehmen kann. Vorzugsweise direkt in der "Fluchtkleidung" -nicht "Fluchtrucksack"- eingenäht / versteckt. Z.B. doppelwandiger Gürtel.)

• Es ist völlig nebensächlich, wieviel das Gold nachher wert sein wird ... Man steckt das nicht für die Vorbereitung und die Lebensführung vor dem Krach benötigte Kapital entweder in Gold / Silber oder es wird völlig verschwinden.

Es spielt keine Rolle, ob man in Miete lebt, wenn der Vermieter tot ist und > kein Staat ein Gesetz über den Verbleib des Eigentums durchsetzen kann.
Wenn man am Nullpunkt noch in seinem Mietshaus lebt, hat man Glück gehabt. > Zu diesem Zeitpunkt ist es kein Mietshaus mehr, sondern ein Haus, das dem
gehört, des es verteidigen kann. Abhängig davon, wie das System nachher
aussieht, kann der Vorbesitzer oder seine Nachfolger Besitzansprüche
geltend machen oder auch nicht (das steht jedoch in den Sternen).

Sehe ich ähnlich. Rein jetzt auf Liegenschaften, also Gebäude und Land bezogen, gehört es nach dem Nullpunkt ausschließlich demjenigen, der zu diesem Zeitpunkt Besitzansprüche anmeldet und behaupten kann. Gemeint in dem Sinne, wer drauf / drin wohnt und es verteidigen kann, wenn nötig. Zumindest, wenn es auch nur annähern so schlimm kommt, wie befürchtet. Selbst wenn sich irgendwelche Vorbesitzer einfinden würden, hätten sie außer Gewalt keine Möglichkeit ihre vermeintlichen Ansprüche durchzusetzen.

• Wer würde nach dem Nullpunkt schon freiwillig einen von ihm "eroberten" Platz räumen? Insbesondere, wenn der Platz ihn Schweiß und Blut gekostet hat, er dort wohl möglich Angehörige begraben hat ...

• Dokumente die Besitzansprüche belegen könnten, trägt keiner mit sich herum. Die liegen normalerweise bei Notaren, Behörden etc. und die dann nach dem Nullpunkt zu finden, halte ich für fast unmöglich.

• Selbst wenn es nach dem Nullpunkt irgendwelche Reste vom Staat / Behörden geben sollte, so haben die mit Sicherheit dann andere Sorgen, als "gerichtlich" festzulegen, wem was gehört. Egal ob nun mit oder ohne die nötigen Dokumente.

• Sparkonten, Festverzinsliches, Aktien und ähnliches ist nach dem Nullpunkt sehr Wahrscheinlich (über 90%) wertlos.

Immobilien sind keine gute Lösung, weil es nachher mehr Land geben wird,
als die Menschen benötigen, und in manchen Gebieten mehr intakten Wohnraum
als die Überlebenden benötigen werden. Wer sich ein Haus kauft, das er
nicht selbst bewohnt, verpulvert sein Geld.

Jau!

MfG

Wizard

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Anführer = Erster unter Gleichen, jemand der den Anderen als Vorbild DIENT, den Anderen also voran geht und nicht jemand der die Anderen voran peitscht.

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