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Verschiedene Annahmen darüber, was passieren wird (Freie Themen)

Taurec ⌂, München, Dienstag, 23.11.2010, 20:34 (vor 5544 Tagen) @ Joe (2898 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Dienstag, 23.11.2010, 20:42

Hallo!

Kreutzer geht von Inflation und später einer Währungsreform aus, dazwischen von einem vergleichsweise begrenztem Chaos.

Hingegen gehen wir (oder zumindest ich) auf Grundlage der Schauungen von einer Phase unbekannter Länge aus, in der es keine hohe Technologie, keinen Staat und erst recht kein Wirtschaftssystem jenseits des Tauschhandels nützlicher Alltagsgüter gibt (zu denen Gold erstmal nicht zählt). Die Währungsreform gehört zum Vorlauf. Damit endet Kreutzers Ablauf lange bevor es in unserem überhaupt richtig losgeht.
Es wird nachher wohl kein zentrales Element des heutigen Systems geben, das noch von Belang ist, also kein Kreditgeld, keine Börsen/Aktien, keine Globalisierung, kein Primat der Wirtschaft.
Wir gehen vollständig durch den "Nullpunkt". Am Nullpunkt werden alle Verstandeskonstruktionen, alle Systeme und alle Theorien, alles Abstrakte nichtig. Es gibt dann nur noch den auf das Elementare – seelisch wie körperlich – zurückgeworfenen Mensch, der mit dem Leben muß, was er hat; in beiderlei Hinsicht. Das ist ein Bruch in der Kontinuität der Geschichte, den Kreutzer in seinem Szenario - so weit ich das nach Lektüre dieses einen Artikels von ihm beurteilen kann - nicht annimmt.

Völlig richtig ist, daß Gold ein unvergänglicher Sachwert ist. Wertvoller indes ist das eigene Leben.
Daher sollte man im Grunde folgendes tun: Alles, was man hat, in die Vorbereitung stecken, bis man nach eigenem Dafürhalten die besten Überlebenschancen hat. Falls man darüber hinaus noch etwas übrig hat, kauft man sich für den Rest Gold, das man zum Anfassen irgendwo sicher verwahrt.

Es ist völlig nebensächlich, wieviel das Gold nachher in Relation zur dann eingeführten Währung wert sein wird (oder vielmehr die Währung im Vergleich zum Golde, denn das ist der Maßstab): Man steckt das nicht für die Vorbereitung und die Lebensführung vor dem Krach benötigte Kapital entweder in Gold (oder ähnlich Dauerhaftes) oder es wird völlig verschwinden.

Deflations-, Inflations- und Währungsreformtheorien gehen für das, womit wir hier rechnen, nicht weit genug. Sie sind allenfalls nützlich, um vorzuzeichnen, womit wir wirtschaftlich zu rechnen haben, ehe unberechenbare Ereignisse den Untergang noch weiter treiben.

Es spielt keine Rolle, ob man in Miete lebt, wenn der Vermieter tot ist und kein Staat ein Gesetz über den Verbleib des Eigentums durchsetzen kann. Wenn man am Nullpunkt noch in seinem Mietshaus lebt, hat man Glück gehabt. Zu diesem Zeitpunkt ist es kein Mietshaus mehr, sondern ein Haus, das dem gehört, des es verteidigen kann. Abhängig davon, wie das System nachher aussieht, kann der Vorbesitzer oder seine Nachfolger Besitzansprüche geltend machen oder auch nicht (das steht jedoch in den Sternen).
"Sparkonten und die Festverzinsliches" muß man abbauen, weil es so etwas danach nicht mehr geben wird oder nicht in einer (Rechts-/Wirtschafts-)Form, in der die alten Beträge (falls technisch auslesbar) noch gültig wären.
Aktien wird es danach wohl nicht mehr geben. Falls doch, dann nicht elektronisch, bzw. von der heutigen in die dannzumalige Form übertragbar. Ganz zu schweigen davon, daß nichts dessen, wovon heute Aktien ausgegeben werden, nachher noch vorhanden sein wird.
Immobilien sind keine gute Lösung, weil es nachher mehr Land geben wird, als die Menschen benötigen, und in manchen Gebieten mehr intakten Wohnraum als die Überlebenden benötigen werden. Wer sich ein Haus kauft, das er nicht selbst bewohnt, verpulvert sein Geld.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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