Treibstoff: Ergebnisse eines Selbstversuchs (Freie Themen)

Baldur, Montag, 08.07.2013, 11:12 vor 4587 Tagen (3030 Aufrufe)
bearbeitet von Forumsleitung, Dienstag, 09.07.2013, 01:37

Hallo, zusammen,

betreffend Vergaserkraftstoff bin ich noch nicht wirklich weitergekommen, das scheint ein schwieriges Substitutionsthema zu sein, allenfalls mit Gasumbau (Bio-Erdgas) realistisch.

Es gibt aber verlässliche Versuche (Ing. Wilmont Franta), wonach Super Plus, das bei niedrigen und konstanten Temperaturen in Stahl(!)kanistern (etwa in einem Erdkeller) gelagert wird, mindestens zehn Jahre und länger wie frisches Benzin verwendbar ist.

Ich habe nun seit etlichen Wochen versucht, den Dieselbereich abzuklopfen.

Bei jedem Supermarktbesuch nahm ich immer 2-3 Zweiliterflaschen Billigpflanzenöl mit. Sonnenblumenöl. Vermutlich ukrainischer Herkunft, ist ja auch momentan egal, später nicht mehr. Bisher rund zu 1,39 oder darunter pro Liter, also preislich mit Mineralöl vergleichbar.

Obwohl ich mich jedesmal abschleppe und das Zeug mittlerweile einigen Platz wegnimmt, würde es nicht annähernd den Bedarf decken, den ich verfahre.

Mercedes Dieselmotoren von ca. 1986 - 1993 sollen gemäss Internet-Quellen eine Kraftstoffvorheizung gehabt haben, so dass man ohne zusätzliche Umbaumassnahmen Pflanzenöl tanken können soll. Mit den Vorgängermodellen müsste es ebenfalls funktionieren, ggf. die W124er Einspritzdüsen verwenden.

Trotzdem: wäre es der grosse Tag X, würde ich das wertvolle Zeugs weder verfahren noch im Generator verstromen wollen. Höchstens im Rahmen der Nachbarschaftshilfe für einen Landwirt. Lange würde das eh nicht vorhalten.

Der Nachschub wäre extrem begrenzt, und der Nutzen beim Verfahren bzw. Verstromen stünden nicht annähernd in einem vernünftigen Verhältnis zur Wiederbeschaffungsproblematik von Pflanzenöl.

Fazit: gibt es Diesel nicht mehr in beliebigen Mengen an der Tankstelle, ist von sofort auf jetzt gleich Ende.

Die einzige Alternative sind Fahrrad mit Anhänger, Kerzen, und Brennholz, ggf. mit Solarzellen unterstützt.

Ein Tank Treibstoff ist an einem Tag verfahren, aber um Nachschub zu organisieren, kann es viele Jahre dauern. Oder länger.

Beste Grüsse vom Baldur

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Fahrrad mit Anhänger oder Pferd / Esel

Centao, Dienstag, 09.07.2013, 13:42 vor 4585 Tagen @ Baldur (2382 Aufrufe)

Hallo Baldur,

mein Nachbar fährt seit vielen Jahren nur noch mit Fahrrad und Anhänger zu seinen Besorgungen. In der Stadt und in den meisten Landlagen durchaus eine gute Alternative.

Das Wissen um Reparatur und Standzeiten dieser Kombination ist Gold wert.

In einer echten Krisensituation könnte selbst gebunkerter Sprit/Diesel m.E. nicht viel nützen, es sein denn zur diskreten Verstromung. Die verbleibenden bewaffneten Mächte werden je nach Lage und Situation es Dir gern abnehmen..

Alternativ ist die Lagerung von Spiritus, Kerzen und Alkohol heute vielleicht besser. Holz zu holen wird anfänglich und in der Krise richtig gefährlich sein. Es sein denn Du bist selbst Scharfschütze oder Jäger. Spiritus zur Nahrungszubereitung, Kerzen zum Heizen und Licht und Alkohol zur universellen Verwendung sind jetzt auch vergleichsweise günstig ggü. Treibstoffen.

Grüße,
CenTao

Vergiss es!

X, Donnerstag, 15.08.2013, 22:23 vor 4548 Tagen @ Baldur (2267 Aufrufe)

Vergiss es!

Durch die notwendige "Autofrisur" fährst Du erst mal ohne Zulassung und Versicherungsschutz, was schnell recht unerfreulich werden kann.

Ferner steht das Fahren von Pflanzenöl gleich doppelt unter Strafe, wegen fehlender Nachhaltigkeitszertifizierung und Steuerhinterziehung, wobei letzteres das kleinere Problem ist.

Auch das Lagern solcher Stoffe steht gleich doppelt unter Strafe.

Dazu kommt noch die nicht genehmigte Nutzung des dazu genutzen Gebäudes.

Macht in Summe oder Tateinheit gleich 7 Gesetzesbrüche.

Mindestens!

Bleibt nur noch kuschen oder beizeiten auswandern.
LG.

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