Servus Rauhnacht
zunächst einmal halte ich es für unwahrscheinlich, daß es in Mitteleuropa einmal kein Wasser geben wird. Die Fließgeschwindigkeit des Grundwassers ist sehr gering. So braucht ein Regentropfen, der in Europa vom immel fällt, bis zu 3000 Jahre, um als Grundwasser zum Meer zurückzufließen. Wasser wird also immer da sein. Fragt sich nur, wo es zu finden, und ob es genießbar ist.
Grundsätzlich gilt:
- Wasser niemals ungereinigt trinken! Auch nicht abgekocht!
Einzige Ausnahme: Quellen über ca. 1500 m NN
Sollten Flüsse und Seen (Oberflächenwasser) wirklich mal austrocknen, würde ich zuerst in der Mitte des Flußbettes graben.
Um durch Umwege an Grundwasser zu kommen, kann man Bäume anschneiden, und deren Saft auffangen. Dafür geeignet sind grundsätzlich alle Laubbäume, wobei Birke und Ahorn am geeignetsten sind, da der Geschmack des Saftes angenehm nussig ist. Von Eiche würde ich abraten (Gerbstoffe). Persönliche Erfahrung habe ich jedoch lediglich mit Birke und Wein. Letzterer blutet extrem lange und ergiebig.
Eine andere Methode ist, Flüssigkeit aus Pflanzenteilen zu pressen. Das ist in unseren Breiten jedoch nur bei Früchten möglich, da die Pflanzen selber hier nie gezwungen waren, Wasser zu bevorraten. Kakteen usw. wachsen hier eben nicht. Neben den üblichen Verdächtigen (Äpfel, Birnen usw.) kann prinzipiell jede ungiftige Beere verwendet werden.
Aus allen Pflanzenteilen läßt sich Wasser mittels Destillation gewinnen. Hier sind, aufgrund des hohen Wasseranteils vor allem Pilze geeignet. Auch feuchtes Erdreich & Moos kann man dafür nehmen.
Genauso wichtig wie die Gewinnung von Wasser ist der sparsame Umgang damit. Urin kann aufbereitet wiederverwendet werden.
Damit sind wir bei der Wasseraufbereitung:
Chemisch (z.B. Micropur)
+ vernichten Bakterien
+ sehr preisgünstig
+ hohe Mobilität
- fast alle Schdstoffe verbleiben im Wasser
- Belasten zusätzlich das Wasser chemisch
Aktivkohlefilter:
+ recht billig
+ verbessern den Geschmack
+ filtern durch Oxydation einige Schadstoffe aus
+ hohe Mobilität
- viele Schadstoffe bleiben zurück
- wirken nicht gegen Mikroorganismen
Keramikfilter:
+ filtern viele Schadstoffe aus
+ wirken z.Teil auch gegen Bakterien
+ Filterkerze mechanisch zu reinigen (nicht bei allen Modellen)
- recht teuer
- Wirken nicht gegen Viren
- viele Schadstoffe bleiben zurück
Osmosefilter:
+ ergeben fast chemisch reines Wasser
+ praktisch keine Schhdstoffbelastung des Trinkwassers
+ halten alle Mikroorganismen zurück
- hohe Spülwasserverluste
- schlecht mobil einzusetzen
- Filterelement nur ersetzbar/Reinigung nicht möglich
Bei allen Filterarten sollte das Wasser vorgereinigt werden, um den Filter vor Schwebstoffen zu schützen. Sonst ist er schnell zu. Deine Idee mit dem Kaffeefilter ist also gar nicht schlecht.
Ich selbst habe mir vor 3 Jahren einen Osmosefilter für 149€ zugelegt, den ich z. Zt. mit Leitungswasser betreibe. Seitdem mußte ich kein einziges Gerät entkalken, und noch nie die Filterkartusche ersetzen. Sollte einmal Wasserknappheit einsetzen, habe ich 3000l Zisternenwasser, welches ich, osmotisch aufbereitet, auch trinken würde.
Keramikfilter halte ich für eine Notlösung, denn sie filtern viele gefährliche Schadstoffe (z.B. Nitrate) nicht aus, und halten auch keine Viren zurück. Da Viren zum Teil selbst Temperaturen über 120° überstehen, hilft da auch kein Abkochen. Katadyn & Co sind somit nur kurzzeitig für Erwachsene mit intaktem Immunsystem eine Alternative. Auf Human Survival Project gibt es etliche Tips. Nicht nur zum Thema Wasser.
Über das Genannte hinaus, sollte in jedem WW-Haushalt ein angemessener Vorrat an Wasser vorhanden sein, der den Zeitraum zwischen Eintreten der Wasserknappheit, bis zum Betrieb der Wasseraufbereitung überbrückt.
in der Hoffnung, ein wenig gehülft, und nix vergessen zu haben
attempto
PS:
Recht belustigend erinnerte mich der Geschlechterfaden an eine Begebenheit mit meinen kleinen Kindern. Meine Tochter fragte mich vor wenigen Wochen: "Wer ist besser? Mädchen, oder Jungs?" Meine Antwort lautete damals: "Weißt du, da ist niemand 'besser', nur ein wenig anders." Danach erklärte ich ihr, welche Rolle die Natur für jedes der Geschlechter vorsah, und wie Frauen und Männer für dafür (vor allem mental) 'ausgestattet' sind. Aus Altersgründen sparte ich dabei allerdings den reproduktiven Aspekt weitgehend aus.
Weil es hier durch den Bären ebenfalls thematisiert wurde, zwei Fragen an die Geschlechter, die diese in ihrem Oberstübchen beantworten sollten, und nicht hier in der Öffentlichkeit:
Für die Herren:
Wie kann ein Mann die Weltenwende meistern, ohne zuverlässige Frau, die ihm einen Berg von Arbeit abnimmt, und ihm den Rücken für andere wichtige Tätigkeiten freihält?
Für die Damen:
wie kann eine Frau die Weltenwende meistern, ohne einen Mann, der sich für sie schwitzend die Beine ausreißt, und der ihr mentale Sicherheit bietet?
Mann und Frau sind jeweils eine Seite derselben Münze. Wer sie (wie und warum auch immer) trennt, zerstört Wertvolles und hinterläßt lediglich Schrott.
Damit will ich es zu diesem Thema belassen