Plötzlich Stromausfall (Freie Themen)

Baldur, Freitag, 13.06.2014, 13:50 vor 4246 Tagen (3794 Aufrufe)

Hallo, zusammen,

gestern fand in Wien eine Veranstaltung zum Thema "Plötzlich Stromausfall" statt.

Kurz ein paar Eckpunkte:

um ernsthafte Warnungen von Panikmache zu unterscheiden, kann man auf die Vorfälle abstellen, die zu sofortigen Eingriffen in die Stromnetzstabilität führen müssen.
Früher waren das eher wenige, heute um 260 pro Jahr, also statistisch jeden Arbeitstag einer.

Tendenz steigend.

- die Stromproduktion im Netz muss immer genauso gross sein wie der aktuelle Stromverbrauch

- es sollen bis 2020 geplante 50-60 Gigawatt an regenerativen Energien dazukommen, aber nur 12 GW Leitungskapazität

- fällt eine Leitung aus, springt eine andere ein, die wird dann aber überlastet, bis auch sie ausfällt

- Freileitungen können technisch gesehen mal überlastet werden, Erdkabel nicht, die knallen durch

- die Wahrscheinlichkeit eines Netzausfalls steigt also ständig

- es gibt keine vereinheitlichte Systemsprache der Netzeinspeiser, im Prinzip herrscht ein wundersames Chaos

- um Netzbetreiber zu sein, gibt es übrigens keinerlei gesetzliche Anforderungen an Ausstattung oder Qualifikation

- kommt es zu Frequenzstörungen ab 50,2 Hz, werden schon mal riesige Photovoltaikanlagen vom Netz getrennt, der Lastabwurf geht in die Gigawatt, ein GW entspricht ca. einem Kernkraftwerk, so dass das nicht aufgefangen werden kann, Pumpspeicherkraftwerke brauchen bis zu einer Minute, um Ersatz zu liefern (diese Zeitangabe stammt nicht von gestern, sondern aus meiner Erinnerung)

- Pumpspeicherkraftwerke rechnen sich derzeit aber nicht, weil die überwiegenden, langen Bereitschaftszeiten überhaupt nicht vergütet werden

- fällt das europäische Netz zusammen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der Netzausfall zwischen 6 Tagen und 6 Wochen dauert

- in einer Gross-Stadt wie Berlin gibt es bereits nach ca. 5-6 Stunden Stromausfall die ersten Todesfälle. Sogenannte Heimbeatmung von Patienten, da sind dann die Reservebatterien auch leer, und das wars. Dialyse ohne Strom fällt auch aus.

- Aufzüge samt gefangenen Leuten bleiben stecken, Ampeln fallen aus, der öffentliche Schienennahverkehr bleibt stecken (wobei ich meine, früher mal gehört zu haben, dass die Bahn ein eigenes, vermutlich unabhängiges Stromnetz betreibt)

- wenn Abwasser nicht abfliessen kann, führt es zu "Verfestigungen", die Kanalisation verstopft und härtet quasi aus, einfach wieder anfahren nach ein paar Tagen geht nicht.

- wenn das Frischwassernetz unter bestimmten geographischen Umständen wie eben in Berlin nicht aufrechterhalten werden kann, zieht es quasi von aussen, aus den leeren Rohren, Keime an, die sich im Netz verbreiten, so dass hinterhermühsam alles gereinigt werden muss

- man stelle sich einen Strom(netz)ausfall im Winter bei -15 Grad vor, wenn die öffentlichen Nahverkehrsmittel in der Prärie einfach stehen bleiben und hunderttausende Pendler in einer Metropolregion feststecken - oder europaweit Millionen

- die Kommunikation (Festnetz, Mobilnetz, Internet) bricht nach einigen Stunden zusammen, wenn nicht durch Energiemangel, dann durch Wegfall von Kühleinrichtungen

- klar gibt es Stromgeneratoren, in Berlin vielleicht 400, in NRW 10.000, aber durch den Biodieselanteil und verschlechterte Dieselqualität kommt es zu Ausfällen in der Praxis - viele Kleingeneratoren laufen zudem mit Benzin, es müssen also mehrere Treibstoffe nachgeliefert werden

- ohne Strom keine Kommunikation, es kann kein Treibstoff nachbestellt werden

- Stromerzeuger bei Dauerlast brauchen nach ein paar Tagen einen Ölwechsel, an Schmieröl denkt aber erst recht niemand

- Kleingeneratoren überhitzen nach wenigen Stunden

- Braunkohletagebaustätten laufen nach wenigen Stunden ohne Strom bereits voll Wasser, was den Abbau nach Beendigung der Strommangellage erschwert bzw. verunmöglicht

das alles erst mal nur wegen eines Zusammenbruchs des StromNETZES. Von unterbrochenem Nachschub an fossilen Energieträgern ist hier noch gar nicht die Rede

- klar gibt es staatliche Grundnahrungsmittelbevorratung. Das Konzept setzt aber voraus, dass die Verteilung vor Ort (ggf. durch Lebensmittelmarken) von örtlichen Läden/Geschäften gegen Bezahlung erfolgt, eine direkte Verteilung an Verbraucher ist nicht vorgesehen

- natürlich funktionieren die Netze für bargeldlosen Zahlungsverkehr dann auch nicht mehr

- klar gibt es staatlich angeordnete Lagerhaltung an Treibstoffen, aber die Tanklager haben keine eigene Notsrromversorgung, man bekommt die Vorräte gar nicht raus

- klar gibt es viele Stromaggregate, aber um sie zu nutzen, müssen die Stromanlagen eines Gebäudes fremdeinspeisungsfähig sein, und das sind sie nicht

Fazit: wie das wäre, will eigentlich gar niemand so genau wissen. Der Absatz an Broschüren des Zivil- und Katastrophenschutzes grenzt an Null.

Junge und Gesunde kommen irgendwie durch, aber die Bevölkerung überaltert und ist vielfach auf Medikamentennachschub angewiesen. Selbst Kliniken haben aber nur für wenige Tage Vorrat für den Eigenbedarf.

Ein simpler Stromausfall reicht, und die Kacke ist am Dampfen.....

http://www.ploetzlichblackout.at

Beste Grüsse vom Baldur

Nema struja nema voda

Bär, Freitag, 13.06.2014, 19:54 vor 4246 Tagen @ Baldur (3413 Aufrufe)

Moin Baldur,


welch schlimme Dinge du uns hier servierst.

Bedingt durch meine Zeit in BiH habe ich den Ausfall des elektrischen Stromes üppig trainieren dürfen. Nema struja, also kein Strom hieß natürlich auch bald nema voda also kein Wasser.

Es war nicht nur ärgerlich, dass deine Excel Dateien an denen du den ganzen Tag gehockt hast im Nirvana gelandet sind. Warst du unterwegs konntest du fahren...solange die Nadel deines Tankanzeigers es zuließ. Nicht nur der bosnische Dschungel brauch elektrischen Strom um Benzin aus der Tiefe zu fördern. Eine ganz und gar nicht repräsentative Umfrage von mir ergab, dass keine der von mir erreichbaren Tankstellen eine Notstromversorgung hat. Also auch kein Benzin/Diesel/Gas.

Nun war das in Bosnien noch ganz nett. Du hast halt an einem Grill angehalten und Ziege vom Grill gegessen. Das Bier war noch passabel kalt und eine Tasse türkischen Kaffee haben sie auch noch heiß bekommen.

Aber bei uns ist die Ziege auf dem Holzkohlengrill eher die Ausnahme. Also stehst du hier im Zweifel am Straßenrand bis alles wieder funktioniert oder auch nicht.

Die gesamte Logistikkette ist abhängig vom Strom, du hast es ja in epischer Bandbreite berichtet.

Mein Bärenhof liegt so am A...h der Welt, dass hier selbst der elektrische Strom auch immer wieder ausfällt, mal ein paar Stunden, mal fast einen ganzen Tag lang weil die Versorgung noch nicht durch eine Ringleitung erfolgt und ein geknickter Mast meinen kleinen Blackout verursacht.

Nun sind wir ja ein Stück weiter und vorbereitet.

Im Ernstfall zeigen sich dann aber die Mängel. Taschenlampen haben wir satt, wir könnten damit handeln. Aber am Bett liegt garantiert keine musst du dann fest stellen. Den mechanischen Ohrenwecker zum Aufziehen hast du natürlich, aber gerade den hast du nicht gestellt weil die Frau ihn zu nervig findet. Und der Tank, den du seit 8 Jahren niemals unter die halbe Füllung herunter gefahren hast ist gerade heute doch ziemlich leer.

Unsere praktische Erfahrung hier im dunklen Walde zeigt uns, dass die Versorgung mit Wasser Priorität hat. Dass das Wasser fehlt merkt Hugo Hamper im Erdgeschoß des Hochhauses dann daran, dass Ließchen Müller im 10.OG ihre Kupferbolzen auf die letzte Reise schickt obwohl die Spülung alles tut aber nicht spülen will. Die Bolzen sieht der Hugo dann im Zweifel in seiner Schüssel wieder (siehe oben Baldurs Beitrag).

Dann brauchen wir eine Kochstelle die auch als Heizquelle dienen kann. Am Sinnvollsten ist das Haus generell mit Holz zu heizen. Eine Ölheizung streikt ohne Strom. Mit Holzheizung hast du Kochstelle, Wärmequelle und auch warmes Wasser. Nach drei Tagen ohne Warmwasser steigst du auch im Winter in den Wildbach (so man hat) weil du sonst stinkst wie ein Iltis. 30 Liter Wasser auf dem Ofen gewärmt und 30 Liter kaltes Wasser dazu in die Badewanne sind vielleicht kein Luxus aber der Unterschied zwischen Prinz und Prinzessin bleibt erhalten. Und diese schleimige stinkende Kruste auf der Haut ist dann weg. Plötzlich sind auch viel weniger Fliegen in deiner Nähe.

Wir sind hier bemüht elektrische Geräte weitgehend zu vermeiden wo es geht. Wir melken inzwischen wieder von Hand weil durch den Aufwand die Melkmaschine zu reinigen keine Zeitersparnis mehr durch die Maschine besteht. Sind die Hände erst einmal trainiert geht das duchaus mit 5 bis 10 Milchschafen.

Fällt der Strom dann länger aus, müssen die Kühltruhen geleert werden. Also wieder die Kochstelle anwerfen, das Fleisch braten, das Gemüse kochen und die tapfer gesammelten Gläser mit Unmengen Gulasch füllen.

Eigentlich alles gar nicht so schlimm. Nur der erste Kaffe am Morgen ist halt erst dann fertig wenn der Ofen brennt.

Das Problem ist meines Ermessens gar nicht der Stromausfall. Das Problem sind wir. Wir mit unserer gedankenlosen Abhängigkeit vom Strom. Der faule Hintern, den wir nicht hoch bekommen weil wir doch lieber shoppen wollen statt Kartoffeln an zu bauen, lieber auf dem Ballermann saufen und grölen anstatt Schafsställe zu entmisten.

Wer bis hierhin gelesen hat und Irlmaier kennt: Die Lichter brennen nicht, außer Kerzenlicht, der Strom (elektrisch) hört auf, seinen Allerwertesten aber immer noch nicht hoch bekommt, der hat sich sein Schicksal redlich verdient.

Und nein, mein Gulasch esse ich selber ohne Mitesser. Ganz sicher. Auch wenn sie es durch die Betonwände riechen können (copyright BB).

Die absolute Panik wird jedoch nicht erst ausbrechen wenn die Menschen fest stellen, dass Tank und Kühlschrank leer sind. Bei Weitem gefehlt. Die Panik beginnt sobald die Zwischennetzplatte keine bunten Bildchen mehr zeigt, keine "App" mehr funktioniert und man der "Community" sein Leid nicht klagen kann. Diese unendliche Leere die sich breit macht ohne Foren und Gesichtsbuch zerstört den letzten Lebenswillen bevor der Hunger beginnt oder der Körper zu stinken anfängt.

Krisenvorsorge fängt auf dem Acker an. Heute, nicht morgen oder nach dem Urlaub.

Als erste Übung könnte man ja mal den Strom ausstellen. 24 Stunden ohne Zubanschachtel und Gehirngrill aka Mikrowelle, ohne Günter Jauch und Dauerberieselung durch SWR 3. Da tun sich dann ganze neue Welten auf.


Mit ketzerischem Bärengruß

das grosse Dilemma

Baldur, Freitag, 13.06.2014, 21:28 vor 4246 Tagen @ Bär (3142 Aufrufe)

Hoi, Bär,

Eine ganz und gar nicht repräsentative Umfrage von mir ergab, dass keine der von mir erreichbaren Tankstellen eine Notstromversorgung hat. Also auch kein Benzin/Diesel/Gas.

die gibt es dem Vernehmen nach nirgends, in Berlin hat man jetzt eine einzige soweit umgerüstet von ca. 300 existierenden, und bei zwei weiteren ist man dran


Im Ernstfall zeigen sich dann aber die Mängel. Taschenlampen haben wir satt, wir könnten damit handeln. Aber am Bett liegt garantiert keine musst du dann fest stellen. Den mechanischen Ohrenwecker zum Aufziehen hast du natürlich, aber gerade den hast du nicht gestellt weil die Frau ihn zu nervig findet. Und der Tank, den du seit 8 Jahren niemals unter die halbe Füllung herunter gefahren hast ist gerade heute doch ziemlich leer.

Oh, das kommt mir bekannt vor, die Murphy-Liste. Typisch.

Du hast natürlich die perfekte Konsequenz gezogen, nimmst aber freiwillig x Jahre lang die ganzen Beschwernisse auf Dich und Deine Familie, obwohl wir vielleicht auch auf Godot warten, so wie Detlef auf seine Flut und Basey auf seine Pilzwolken, und es in unserer Lebensspanne eben nicht passiert. Und so hockte der Dieselsepp in Appenzell 40 Jahre lang in seinem Loch im Hang, aber es kam nix. Doch, der Rochus kam und nahm ihn im Alter von 80 Jahren mit. Echt dumm gelaufen. Das gibt mir aktuell extrem zu denken.

Hier die Wahscheinlichkeitsbetrachtungen, Beobachtung und logisches Nachdenken, dort die Erfahrung, dass die Unken im Pfuhl zwar jahrzehntelang riefen, aber dabei objektiv Quatsch ausposaunten.

Du musst Deinen Badewasserboiler evtl. erst anfeuern, während andere derweil einfach den Hahn aufmachen.

Insofern verstehe ich Leute, die zu solchen Entscheidungen und Handlungen nicht willens sind, und es darauf ankommen lassen, selbst auf die erkannte Gefahr hin, im Falle X unterzugehen. Sie sehen aber die dann herrschenden Lebensbedingungen auch nicht mehr als erlebenswert an. Heute, beim theoretischen Nachdenken im weichen Sessel.

Das Problem ist meines Ermessens gar nicht der Stromausfall. Das Problem sind wir. Wir mit unserer gedankenlosen Abhängigkeit vom Strom. Der faule Hintern, den wir nicht hoch bekommen weil wir doch lieber shoppen wollen statt Kartoffeln an zu bauen, lieber auf dem Ballermann saufen und grölen anstatt Schafsställe zu entmisten.


Völlig richtig, aber seit Jahrzehnten ist der Macher und Wühler der Dumme und der Schmarotzer und Geldhai der Gewinner.
Hier las ich neulich, 100 Hühner gegen Abholung zu verschenken. Sie haben keinen Wert mehr. Das Kilo Schweinefleisch vom Karree für 5 Euro. Derweil bringen irgendwelche verzerrte, abnorme Fratzendarstellungen auf Papier oder Leinwand Dutzende von Millionen.

Der LKW-Fahrer aus Osteuropa, der unsere täglichen Dinge umherkarrt, wohnt Monate in seiner Kabine auf Parkplätzen und verdient, was andere umsonst überwiesen bekommen.

Derweil die Totengräber des Systems, die Unternehmensberater und Lean Management Optimierer, die Millionen scheffeln, wenn sie unzähligen Familien mal wieder das Brot vom Tisch weggekürzt haben.

Es ist einfach total zum Kotzen, aber es geht so seit Jahrzehnten, es spitzt sich immer mehr zu, aber es geht immer noch weiter, ohne dass es chlöpft.

Vorhin lief ein Bericht über eine Biwakhütte am Matterhorn, die keine Tütensuppen und Gaskocher mehr hat, weil die andauernd geklaut wurden. Und das Klientel dürfte sich ausnahmsweise nicht aus Neukölln und Co. rekrutieren.....also ein Sitten- und Moralverfall überall.


Wer bis hierhin gelesen hat und Irlmaier kennt: Die Lichter brennen nicht, außer Kerzenlicht, der Strom (elektrisch) hört auf, seinen Allerwertesten aber immer noch nicht hoch bekommt, der hat sich sein Schicksal redlich verdient.

Siehe oben, man wird zermürbt und glaubt eines Tages zu erkennen, einer falschen Fährte gefolgt zu sein.

Dann fährt man die Anstrengungen herunter, selbst auf die Gefahr hin, kurz darauf von Herrn Murphy mit heruntergelassenen Hosen erwischt zu werden....das wäre dann echt superdoof.....

Beste Grüsse vom Baldur

Und wenn nicht: was dann?

rauhnacht, Freitag, 13.06.2014, 22:52 vor 4246 Tagen @ Baldur (2949 Aufrufe)

Das Dilemma,
irgendwann in den 2000;dern: und !,träumte ich einmal:
Ein Lama, also in orange,roter Kutte, ob Dalai weiß ich nicht, ist gemeinsam mit mir in einer Kapelle. Ich, in gefasster Stimmung ganz wie im wirklichen Leben damals,den verlorenen Weltenwechsel bedauernd, jammerte ein bisschen rum, verstand die Welt nicht mehr und fürchtete mich vor dem, was der Welt und allem Lebendigem darauf, statt dessen nun bevorstehen würde. Elendiges Siechtum, oh weh! (Erschien und erscheint mir noch schlimmer) Der Lama da kriegt sich vor Lachen ( über mich!)schier nicht mehr ein. Sehr milde und sehr symphatisch.
Wir gingen raus und ich regte mich (ein bisschen) auf und fragte, warum?
Er lachte herzhaft ( über mich!) und bunte Herbstblätter wirbelten um uns herum. Er freute sich und tobte im Herbstlaub herum wie ein Kind. „Einst einmal, im Herbst, es ist nicht wichtig wann. DAS weiß niemand!“

Heut denk ich, ja so ist das: Einst einmal, wann weiß niemand. Durchaus möglich, rein erfahrungstechnisch, gar nicht in meiner , unserer Lebenzeit. ( ich bin da schon mal durch, durch dieses ja wie, fällt das jetzt aus?Gefühlt, intuitiv wirklich abgehakt, um einige Jahre später im selben Mist recht plötzlich wieder zu landen, gefühlt, intuitiv.) Was aber, wenn?

Das ist Detlef: Was täte dann ich? Das ist mein Verständnis von so mancher Schauung der bekannten Größen mit diesen irritierenden, „Was die dann so erleben, stimmt ja nicht, da schon jenseits.“
Dies eben ist dies allzeit bereit in der Bibel bei der Geschichte mit den Jungfrauen und der Hochzeit ect.. Immerhin!

Und so ganz davon abseits, bin ich davon überzeugt, dass ein Leben, das sich aus solch Aspekten gestaltet, in dem TATSÄCHLICH dann gelebten Leben, wie eben dem von Bär, eben dies ausdrückt, wo wir alle HINSOLLTEN --- und zwar ganz ohne Apokalypse---- wenn wir denn wollen:
Das Leben weitergeht.
Eine Gesetzlichkeit.

Mit freundlichen Grüßen, Rauhnacht

Zeit

Bär, Samstag, 14.06.2014, 01:12 vor 4246 Tagen @ Baldur (3007 Aufrufe)

Hallo Baldur,


meine Vorräte aus 2008, erinnerst du, dass du dereinst schriebst im Gelben dass auch du sie als eine Art Versicherung siehst, sind allmählich ab gelaufen. Es reut mich definitiv nicht sie angeschafft zu haben auch wenn sie heute eher entbehrlich sind da ich ja selbst generiere.

Es ist hier wohl auch sattsam bekannt dass ich eher nicht zur Fraktion Jetzgehtsloooos zähle. Wo andere mit Monaten rechnen sind es bei mir eher Dekaden bis zum Finale Furioso. Ob ich überhaupt die Sehungen noch leibhaftig verifizieren kann, nun ja, ich würde zumindest nicht drauf wetten wollen.

Es besteht aus meiner Sicht kein Grund jetzt in Panik zu verfallen und schnellstmöglich die letzten Vorbereitungen zu treffen. Mein Bärenhof ist sicher keine Torschlußpanik.

Die Entscheidung kam eher anders herum zu Stande. Nach der Einsicht der Hof wäre die wohl beste Möglichkeit mit den Entwicklungen um uns herum um zu gehen kam der Gedanke warum nicht jetzt schon so leben wie es irgendwann nötig sein könnte. Warum nicht lernen die Verantwortung selbst zu tragen? Ohne Umweg über ein fettes Einkommen, von dem der Bundesrollstuhlfahrer eh das Meiste abzockt, das, was du essen willst, selbst her zu stellen.

Weißt du wie eine Tomate schmeckt, eine Gurke die noch wächst wenn du rein beißt?

Herr Generaldirektor kann sich alles kaufen vielleicht. Meint er. Aber seine Erdbeeren im Dezember aus der Südsee ein geflogen sind kein Vergleich mit meinen Erdbeeren, die ich erst im Juni ernten kann. Das Jahr zu erleben, Baldur, die Jahreszeiten, das ist selbst kulinarisch ein Erlebnis. Kirschen gibt es wenn sie reif sind, nicht wenn der Flieger aus Israel landet.

Als Architekt hast du einen wirklich schönen Beruf. Du (er)schaffst etwas. Aber du bekommst dafür bedruckte Baumwollzettel. Was ist das denn wert? So ein Baumwollzettel. Und dann nimmt der Staat dir die Meisten weg, dann die Versicherung und die Banken langen beim Rest satt zu. Was ist dieser Baumwollzettel nun wert?

Wenn meine chinesischen Schlangengurken nächste Woche groß genug sind und ich ernte sie kann ich sie auf essen. Ich kann die ganze Gurke essen und brauche keinem Finanzminister etwas ab zu geben den ich weder kenne noch mag.

Das erste Mal in meinem Leben macht meine Arbeit Sinn. Wer brauch schon ein neues Finanzamt oder ein neues Casino? Eine frische Gurke jedoch, die brauch zumindest ich.

Macht Geld glücklich eruierten Psychologen. Ihr Ergebnis war ja, solange die Grundbedürfnisse erfüllt werden nach Nahrung, Wohnen, Trinken. Warum aber soll ich den Umweg über einen Job für Baumwollzettel gehen, die drei Räuber beteiligen und dann mit dem Rest minderwertiges Essen kaufen wenn ich die Nahrung direkt erzeugen kann?

Es ist ein Gefühl erstmalig frei zu sein. Kennst du den Moment morgens nach ein viel zu kurzen Nacht wenn du aufstehen musst weil die Bürozeiten anfangen? Dann hin zu gehen ist sinnlos irgendwie weil du das Haus schon gebaut kriegst auch wenn du nicht hin gehst. Aber du musst weil du Termine hast, weil die Bürozeiten es vorschreiben, du ein Vorbild sein musst. Du musst.

Wenn ich nicht mag drehe ich mich nochmal um, wenn ich mag arbeite ich bis in die Nacht. Stehe ich um 3 Uhr auf weil gerade Lammzeit ist, dann tue ich das für meine Tiere und mein gutes Essen aber nicht für eine Büroordnung. Und genau das ist Freiheit.Die Freiheit zu entscheiden ob du drei Wochen auf Lammfleisch verzichtest oder lieber Nachts wach bleibst damit Schafe nicht verlammen.

Das ganze Leben ist entschleunigt. Ich arbeite sicher über 40 Stunden die Woche. Meine ursprünglichen 3-4 Stunden, die ich investieren wollte, sind aus Leidenschaft mehr geworden. Aber das Leben zu bereichern durch immer mehr eigene Produkte ist es wert.

Nein, Baldur, es ist sicher nicht der Weg für Jedermann. Der Weg jedes Einzelnen sieht anders aus. Aber der Weg fängt immer heute an egal wie er aussehen mag.


Bärengruß

so wird ein Schuh draus, Respekt

Baldur, Samstag, 14.06.2014, 16:24 vor 4245 Tagen @ Bär (2805 Aufrufe)

Hallo, Bär,

vielen Dank für den megastarken Beitrag, über den ich noch lange nachdenken werde.

Natürlich kenne ich diese innerliche Suche nur zu gut, der Sinnlosigkeit und dem erkannten Irrsinn entfliehen zu wollen. Nicht zu müssen, was man nicht innerlich mittragen kann oder gerne macht. Sich täglich wirtschaftlich zu prostituieren, weil die Rechnungen bezahlt werden wollen.

Aus dieser Sicht hast Du die perfekte Lösung gefunden.

Als ich nach Wien fuhr, übernachtete ich bewusst nicht in einem Stadthotel, sondern suchte mir etwas ausserhalb, etwas möglichst ländliches. Ich fand eine Art Seminarhotel auf einem ehemaligen Bauernhof, ganz neu. Nicht weit von der Autobahn, viel näher, als in eine Stadt rein zu fahren, wo man seit Auto evtl. entfernt parken muss.

Ich erinnerte mich fast schmerzhaft an frühere Erlebnisse, als ich noch ab und zu ins Jagdrevier kam. Erlegen machte mir nie Freude, ich genoss es einfach, mitten in der Natur sein zu dürfen.

Auch jetzt noch könnte man in einer geeigneten Gegend einen Bauernhof kaufen für das Geld, das man zentral gelegen in eine Eigentumswohnung verlocht.

Ich könnte mir das gut vorstellen, ich habe einen gewissen Hang zur Einsiedlerei - als Kind waren für mich Ortsnamen wie Einöd und Co. einfach herrlich, als Jugendlicher wünschte ich mir, mal einen Einödhof zu besitzen.

Leider liegen diese erreichbaren Möglichkeiten alle in Gebieten, die nach Irlmaier, Waldbiertler und Co. "verboten" sind, das Voralpenland ist hingegen unerschwinglich und überlaufen.

Daher kämpfe ich derzeit mit mir und meinen Vorstellungen wie noch nie, ob ich das alles in die Tonne treten soll, mit allen Konsequenzen, oder die langsame Schleichfahrt weitermache, die rückblickend eher wie ein Siechtum erscheint, oder ob man weiter auf ein Zukunftsbild setzt, das zwar logisch einleuchtet, aber trotz dieser Logik schon Jahrzehnte ausbleibt.

Eine Lösung konnte ich noch nicht finden.

Vorhin fiel mir das Werk vom Stefan Parlow in die Finger, ich kann mir gut vorstellen, dass er wahrnahm, was er berichtet. Nur war das eben halt nichts anderes als völliger Quatsch.

Meine Vorräte reuen mich nicht, heuer muss ich einen Grossposten an Dosenkuchen entsorgen, weil das Fett mittlerweile hinüber ist, das Zeug schmeckt immer noch gut, aber das Gefühl im Mund ist speckig-klebrig-ranzig. Kein Wunder, 15 Jahre über MHD und 25 Jahre seit Herstellung. Nur, soll ich Ersatz beschaffen?

Keine Ahnung......

Beste Grüsse vom Baldur

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eines Mini-Bauernhofs?

Joe, Samstag, 14.06.2014, 19:17 vor 4245 Tagen @ Bär (2821 Aufrufe)

Hallo Bär,

soweit mir bekannt ist es in Deutschland (und wahrscheinlich auch wo anderst ) sehr, sehr schwierig ohne einem Mindest-Einkommen 'unabhängig' zu leben.
In meiner Jugend kannte ich etliche Aussteiger die aber ALLE externe Geldquellen hatten. Es ist schier nicht möglich gewesen einfach in einem Bauwagen auf einem gestellten Gelände (wohlmeindende Nachbarn) mit Kohleofen zu leben. Ich half bei der Verlegung von 50m Stromleitung aus dem Schuppen (gesponsert vom Nachbarn), Wasser wurde in Kanistern herangebracht, das Klo war ein paar Meter weiter weg in einer alten Güllegrube. Den Bau einer Nasszelle habe ich ihm ausgeredet da öffentliche Bäder für 1-2 € nicht nur warmes Wasser bieten.
Letztlich war er kein bischen unabhängig, der wohlhandende Vater hat Krankenversicherung usw übernommen und ihm monatlich Geld zu kommen lassen.

Was ist mit Krankenversicherung?
Strom-, Wasser-, Telefon?
Grundsteuer?
Geäudeversicherung?
Diverse weitere Pflichtmitgliedschaften (ab x m2 Grundfläche wird man zwangsweise zahlungspflichtig in irgendeiner Berufsgenossenschaft)
Kfz-Steuer?
Kleidung, Werkzeug, ...?
Unterhaltspflichtige Kinder ?
usw...

Kann das Geld, und der Lehnsherr (Staat verlangt) erlaubt nur sein zugelassenes Zahlungsmittel, mit 50 Schafen und einer Hundezucht erwirtschaftet werden?

Ist das eher ein Hobby (finanziert durch Pacht-/Mieterträge/Renten/-Dividenden) oder wirklich wirtschaftlich mit den paar Schafen selbst tragend?

Und

Hippies und Vorbereiter

Bär, Sonntag, 15.06.2014, 13:56 vor 4244 Tagen @ Joe (2973 Aufrufe)

Moin Alex,


wahrscheinlich wirst du nirgendwo eine Empfehlung von mir finden als Hippie mittellos im Bauwagen zu hausen.

Natürlich bringe weder ich noch die meisten anderen ein Nettoeinkommen von 3000 Euro zu Stande mit einem Selbstversorgerhof, vielleicht von Nischen ab gesehen. Mit Schafszucht und Ackerbau verdienst du kein Geld zumindest nicht im erforderlichen Rahmen wie es die drei Räuber nach Irlmaier nötig machen.

Du wirst auch kein generelles Konzept von mir finden nach dem Motto es geht nur so.

Der Weg ist immer ein individueller Weg. Der eine gibt eben mal eine seiner Millionen aus für den Traum Hof im Allgäu in Alleinlage, der andere lebt von Hartz IV in einer Mietwohnung mit Gartennutzung. Die Bandbreite ist riesig.

Dein individueller Weg kann sein deine Arbeitszeit unter Gehaltseinbußen zu verkürzen und die übrige Zeit im Schrebergarten zu verbringen. Wobei in dieser Variante mir nicht so gefällt, dass die Ernte im Zweifel nicht von dir durchgeführt wird wenn der Garten nicht auf Sicht ist.

Wieder andere gehen vielleicht wegen ihrer langjährigen Erkrankung in den Vorruhestand oder die Gattin gibt ihren Nebenjob auf und der Zweitwagen wird verkauft. Allen Ernstes ist es hier verbreitet einen 400 Eurojob zu haben für den Frau einen eigenen Wagen brauch der die gesamten zusätzlichen Einnahmen aufbraucht.

Wieviel weniger der Bundesrollstuhlfahrer bekommt wenn du den Umweg über die Baumwollzettel aussparst ist doch erst einmal egal. Ich freue mich diebisch über jede Kartoffel ohne MWSt. Jede Kartoffel bedeutet mehr Verantwortung übernommen zu haben, mehr Fertigkeiten im Krisenfall zu haben und, bitte nicht unterschätzen, mehr gesunde Nahrungsmittel gegessen zu haben.

Im Laufe der Zeit findest du Produkte die dir besser gelingen, bei denen du mehr produzierst als du brauchst. Ideal wenn du dann jemand kennst der deine Kartoffeln gegen Honig tauschen mag. Und schon bist du der Krisenbewältigung ein Stück näher.

Es gibt kein Patentrezept. Wie du individuell vorbereitest ist deine Sache. Das kannst nur du entscheiden. Und natürlich muss es auf gesunden Beinen stehen. Den Frauen hier würde ich empfehlen die Zeit die sie bei Aldi an der Kasse stehen um das Auto ab zu zahlen, dass sie nur brauchen weil sie bei Aldi an der Kasse stehen, im Garten zu verbringen und Nahrung zu erzeugen. Selbst wenn es nur einen Euro die Stunde Nettoersparnis bringen würde, wäre es ein Euro mehr als Nichts.

Nach meiner Einschätzung kannst du bestenfalls mit 5 Euro Stundenlohn rechen wenn du deine Produkte mit handelsüblichen Produkten vergleichst. Aber vergleich mal eine Tomate die noch wächst wenn du rein beißt mit einer auf Mineralwolle in Nährstofflösung gewachsenen Tomate aus einem spanischen Gewächshaus.

Wie weit der Einzelne geht dabei kann ich nicht sagen. Ein Hausarzt mit einer üppigen Medikamenten Sammlung bekommt im Krisenfall nach meinen Erfahrungen in BiH immer genug Futter gebracht, der brauch keinen Garten sondern spendable Pharmavertreter die ihn heute voll werfen mit ihrem Zeug. Der Bankster mit einem Safe voller Baumwollzettel sollte schon eher auf den Garten angewiesen sein weil ich inzwischen auch die feinen Hände erkenne.

Harakiri ist jedoch sich der Sekte unseres Walters an zu schließen und Edelmetalle zu sammeln damit andere den Acker für sie bestellen. Nichts gegen Edles, ich bin ein Fan, aber das neulich für 450.000 Euronen versteigerte Schmuckstück, dass nach dem Krieg einen HALBEN Sack Kartoffeln brachte zeigt den Weg klar auf.

Nahrungsmittel werden teurer, sogar massiv und in absehbarer Zeit auch ohne 3TF. Gesunde Nahrung wird zunehmend Mangelware. Wir bauen kaum durch Gentechnik veränderte Pflanzen an in D. Aber wir und unsere Tiere fressen den Mist dennoch. 80% des Sojas ist Gensoja. Die Gesundheitsapostel futtern Tofu statt Steak. Fein. Mein Steak ist Gentechnik frei. Ihr gesundes Tofu voller Gentechnik.

Dem Geldbeutel, der Gesundheit und der Resilienz zu liebe empfehle ich die Verantwortung selbst zu über nehmen.


Bärengruß

Hobby

Joe, Sonntag, 15.06.2014, 18:05 vor 4244 Tagen @ Bär (2680 Aufrufe)

Hallo Bär,

Garten am Haus und grösseres Grundstück abseits sind vorhanden, so sobald die grösseren Posten abbezahlt sind wird weniger im Job gearbeitet und mehr im Garten/Grundstück.
Echte Selbstversorgung ist das nicht da Kranken-/Rentenversicherung ja über den Teilzeit-Job weiterlaufen und das monatliche Gehalt für weitere Annehmlichkeiten (z.B. für den Kauf von Wildfleisch aus der Region) sorgt. Wäre ja blöd freiwillig auf externe Geldquellen zu verzichten. Später kommt dann die Rente.

Durch die kinder in der Waldorfschule* besteht auch ein grösseres Netzwerk an weiteren alternativen, selbstgezogenen Nahrungsquellen (Bienenhonig, Schafe, Ziegen, Kühe, Enten, Gänse, Hühner ... alles vorhanden und ist als Tauschware vorhanden; nur Getreide baut keiner selber an, das kaufen alle zu), am Oberrhein sind die Ernten durchweg gut, Bewässerung dank eigenem Grundwasser-Pumpe auch gesichert.

Ist zwar alles kein worst-case Russen-einmarsch und Impakt-festes Konstrukt, aber immerhin,

Gruss, Joe

(habe bis jetzt noch keinen getroffenen der ganz ohne Geld auskommt)

* die Kinder haben dort eigene Gemüsebeete, Getreide- und Kartoffelfelder angelegt. Praktisch ist auch der Brotbäckerei an der Schule die von den Eltern privat mit-benutzt werden darf.

Zuverdienst

traumtaenzerin, Montag, 16.06.2014, 14:57 vor 4243 Tagen @ Joe (2712 Aufrufe)

Hallo Joe, Hallo Bär,

was ihr nicht berücksichtigt, ist die Tatsache, dass es im Moment in D viel zu wenig Biohöfe gibt, um die Nachfrage abzudecken. Fazit: es muss Bioware aus Spanien (hier muss ich mal herzhaft lachen!) und anderen Ländern importiert werden, die niemand wirklich kontrollieren kann.
Hier bei uns am Bodensee z.B. gibt es eine große Gemeinschaft von Öko- und Bioverbrauchern, die ihr Obst, Gemüse, Eier, Fleisch, Brot usw. zwei mal wöchentlich auf dem Wochenmarkt kaufen. Es gibt ergo auch die entsprechenden Anbieter, die in der Regel kleine Höfe sind. Wer 3 Hühner zum Eigenbedarf hält, kann genau so gut auch 10 Hühner halten und den Überschuss verkaufen. Das Gleiche gilt auch für alles andere. Wenn man bedenkt, dass ein einziger Bienenstock 30 kg Honig gibt, kann man mit fast dem gleichen Aufwand 5 Bienenvölker versorgen und den Überschuss....... Ihr seht, worauf ich hinaus will!
Reich wird man dadurch vielleicht nicht, aber es reicht allemal, um andere lebenswichtige Dinge, die man selber nicht herstellt, dazu zu kaufen. Ich habe mal von einer Frau gelesen, die mit zwei Milchziegen und den daraus hergestellten Produkten per Hofverkauf angefangen hat. Heute hat sie 40 Milchziegen und kann gut davon leben.
Ideen muss der Mensch haben ;-)

LG
Traumtaenzerin

80 Ziegen melken

WG, Montag, 16.06.2014, 16:57 vor 4243 Tagen @ traumtaenzerin (2745 Aufrufe)

Hallo Traumtänzerin

Ich habe mal von einer Frau gelesen, die mit zwei Milchziegen und den daraus hergestellten Produkten per Hofverkauf angefangen hat. Heute hat sie 40 Milchziegen und kann gut davon leben.
Ideen muss der Mensch haben ;-)

Ich wohnte mal vor 30 Jahren auf einem
Hof, wo das auch jemand versuchte.
Mit 5 Ziegen fing er an, später kamen noch
weitere hinzu. D.h. jeden Tag früh raus und
melken und versorgen, später auf die Weide
bringen und Abend wieder zurück. Bei 40
Ziegen heißt das 80 Euter täglich ausmelken,
und die Milch möglichst am gleichen Tag ver-
arbeiten. Allein ist das schon eine harte Arbeit.
Schließlich noch die Vermarktung und Vor-
sorge für den Winter (Heu und Stroh).

Mit eigenem Hof ist das vielleicht möglich,
aber auch nur mit bescheidenem Lebenswandel.
Sicher ist man damit in der Krise gut aufgestellt,
denn da werden vor allem Lebensmittel rar und
teuer. Nur wenn man jetzt eine ganze Familie
damit ernähren möchte geht das schnell in die
Hose. Mein Kumpel damals hatte das dann
auch nach zwei Jahren wieder hingeschmissen.

Es ist und bleibt derzeit noch ein Wagnis,
vor allem wenn man nichts auf der Kante hat,
da kommen dann schnell Engpässe die einen
dann scheitern lassen.

Beste Grüße Dir
WG

--
Das was nicht fliegt, kann auch gewaltig abstürzen!

Recht hast du!

traumtaenzerin, Montag, 16.06.2014, 17:28 vor 4243 Tagen @ WG (2607 Aufrufe)

Hallo WG,

ja, so ist es: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen..... oder der Krisenvorsorgler :-)
Ich habe selbst schon auf einem Bauernhof gelebt und weiß, wie mühsam der Broterwerb ist. Melk erst mal 40 Kühe von Hand bei Stromausfall im Winter!.... Aber wenn man es ernst meint mit der Selbstversorgung und bereit ist, dafür sein bequemes Stadtleben aufzugeben, hat man 1.) für die Krise vorgesorgt 2.) sein Leben sehr entschleunigt und ist 3.) sein eigener Herr.
Bär lebt es vor, es ist machbar, wenn auch nicht für jeden erstrebenswert! Das werden in den kommenden Zeiten wohl die erkennen müssen, welche dann notgedrungen plündernd und hungernd durch die Lande ziehen ...:-(
Im Übrigen war besagte Frau mit den Ziegen nur ein Beispiel dafür, wie man Geschäftsideen aus der Selbstversorgung machen kann. Nicht jedem liegen Tiere überhaupt, und z.B. Wolle filzen, Seife sieden, Honigbienen halten sind ebenso Einnahme- Quellen, auch schon vor der Krise.

Lieber Gruß
Traumtaenzerin

Wolle und Co

Bär, Montag, 16.06.2014, 21:04 vor 4243 Tagen @ traumtaenzerin (2678 Aufrufe)

Moin Katja,


Wolle aktuell als beste Merinowolle 1 Euro pro Kilo. Fell roh derzeit 8 Euro statt 24 wie im letzten Jahr.

Du brauchst um ein Schaf zu scheren 20 Minuten wenn du gut bist. Material wie Schermaschine nicht eingerechnet benötigst du also über 10.000 Schafe um einen knappen Jahreslohn zu verdienen bei 3 Kilo Wolle pro Tier.

Lässt du einen professionellen Schafsscherer kommen kostet der genau so viel wie die Wolle bringt.

Und ein Ersatzrückgrat ist nicht eingerechnet.

Solange irgendwo in Neuseeland ein kleiner Chinese für einen Hungerlohn die Riesenherden schert und der Stoff per Frachter hier her kommt, wird es keine fairen Preise geben für faire Ware.

Nieschen wo jemand seine Duftseife verkauft sind leider doch nur Nieschen. Solange Frau Oberstudienrätin mit 3.500 Euro Rente sich beim Shoppen eben mal für 5 Euro eine Bioduftseife kaufen kann funktioniert es. Musst du konkurrieren mit 50 Cent Seife aus China geht das nicht mehr.

Dank der gepriesenen Globalisierung.

Eine schöne neue Welt.


Bärengruß

Ja, aber !!!

traumtaenzerin, Mittwoch, 18.06.2014, 19:13 vor 4241 Tagen @ Bär (2626 Aufrufe)

Moin Bär,

das alles wird sich doch spätestens, wenn die Ereignisse eintreffen, relativieren ;-)

Wenn keine Schiffe und keine Flugzeuge mehr die Wolle aus Neuseeland und Australien hierher schippern können und keine Billigklamotten aus Bangladesh mehr bei KIK zu haben sind, dann schreit jeder nach Wolle, Flachs, einem Webrahmen oder ein Paar Stricknadeln, sofern er/sie überhaupt noch handarbeiten kann. (Ich habe in meiner Ballettschule junge Mütter, die nicht in der Lage sind, ein Gummiband an Schläppchen zu nähen oder ein kleines Loch im Anzug ihres Kindes zu flicken.......)

Und die gute Olivenölseife, mit der man alles (von Kleidung über Körper und Haare) waschen kann, wird dann auch zu einem begehrten Tauschartikel!

Ich halte es nach dem Motto: Lerne jetzt soviel du kannst! Nähen, Stricken, Weben, Filzen, das kann ich schon. Was ich noch lernen sollte, ist spinnen,ich meine Wolle spinnen, das andere kann ich schon :-D
Das wäre doch schon mal was, oder? Ich verspinne deine feine Merinowolle zu Garn, stricke dir daraus Socken und Pullover und du versorgst mich im Gegenzug mit ein paar leckeren Lamm- Koteletts!

LG
Traumtaenzerin

Eben, als NEBEN-Erwerb

Joe, Montag, 16.06.2014, 17:31 vor 4243 Tagen @ WG (2678 Aufrufe)

Hallo WG,

drauf wollte ich hinaus da mir keine Fälle bekannt sind wo ein Selbstversorger wirklich ohne externe Geldquellen auskommt.
Alleine die Krankenversicherung sind geschätzt 300€/Monat, bei den weiter oben postulierten 5€/h Verdienst sind es dann schon 60Stunden (praktisch eine ganze Arbeits-Woche) für eine staatliche verordnete Zwangsversicherung.
Praktisch sind auch die vormals erworbenen Pensionsansprüche/Renten für den Fall dass man mit 65 Jahren körperlich nicht leistunsgfähig sein sollte...

Idealerweise hat man eine sehr gut bezahlte 50% Stelle, damit lässt sich dann schon über den Eigenbedarf hinaus produzieren (soweit der Arbeitgeber das mitmacht).

Gruss, Joe

(nochmal: wir haben Bezugsquellen von Hobby-Imkern, Hobby-Hühnerzüchtern, Hobby-Gärtnern (meist haben fast alle zur gleichen Zeit zu viel vom Gemüse so dass auch 'geschenkt' nichts genommen wird), regionalen Bio-Bauern für Fleisch/Milch; aber ganz im Stile von 18 Jahrhindert ist da keiner unterwegs).

Scheinexistenzen

Bär, Montag, 16.06.2014, 20:42 vor 4243 Tagen @ Joe (2716 Aufrufe)

Moin Joe,

ich sehe, du hast es verstanden.

Das eine ist die "Scheinexistenz", die mit Geldscheinen funktioniert und den Schein, die Illusion von Sicherheit vermittelt mit Rente, KV und Hartz IV.

Das andere ist das, was der Mensch für seine Existenz, auch wenn ich mich wiederhole, Essen, Trinken und Dach über dem Kopf, brauch.

Der Bankster mit Porsche als Zweitwagen hat nur eine Scheinexistenz.

Du bist gut aufgestellt. Bleib dran.


Bärengruß

etwas Goethe

Joe, Donnerstag, 19.06.2014, 20:12 vor 4240 Tagen @ Bär (2651 Aufrufe)

..Mephisto:
Mein Freund, nun sprichst du wieder klug! Doch zu verjüngen gibt´s auch ein natürlich Mittel; Allein es steht in einem andern Buch, Und ist ein wunderlich Kapitel.

Faust:
Ich will es wissen.

Mephisto:
Gut! Ein Mittel, ohne Geld
Und Arzt und Zauberei, zu haben:
Begib dich gleich hinaus auf‘s Feld,
Fang an zu hacken und zu graben,
Erhalte dich und deinen Sinn
In einem ganz beschränkten Kreis
Ernähre dich mit ungemischter Speis,
Leb mit dem Vieh als Vieh, und acht es nicht für Raub,
Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen;
Das ist das beste Mittel, glaub,
Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!....

Fit und alt

Bär, Samstag, 21.06.2014, 18:35 vor 4238 Tagen @ Joe (2655 Aufrufe)

Moin Joe,

vielen Dank, das gefällt mir sehr.

Und es ist nicht übertrieben. Seit ich ackere haben sich die Zivilationskrankheiten verflüchtigt.

Ein Arzt erzählte mir von seinem Großvater. Als Kriegsinvalide litt er unter fehlenden Zehen, die in Stalingrad blieben und anderem. Fluchend stand er jeden Morgen auf und ging in seinen Garten...und wurde steinalt.

Bei meinem Großvater lief es genau so. Trotz zerlegtem Hüftgelenk lebte er subsistent. Rente gab es nicht anfangs. Brauchten sie Zucker musste er ein Karnickel schlachten und verkaufen. Aber meine somatische Intelligenz hat das Wissen darum welches Futter dem Körper gut tut behalten.

Bärengruß

Reich

Bär, Montag, 16.06.2014, 20:34 vor 4243 Tagen @ WG (2651 Aufrufe)

Moin WG,

reich wirst du in der Landwirtschaft ganz sicher nicht mit den Produkten. Richtig Kohle geben die Subventionen. 600 bis 800 Euro pro Hektar. Es gibt reiche Leute hier die Land kaufen, die Subventionen kassieren und die blöden Biogasbauern die zwingend ihre Anlagen aus lasten müssen machen die Arbeit und zahlen noch Pacht.

Geld machen die, die vor 15 Jahren eine Solaranlage gebaut haben und die Subventionen für den Solarstrom vom Stromkunden bekommen. Ein Kollege verdient damit mehr als wir beide zusammen als Architekten.

Geld machen die, die 10.000 Schweine in einen Stall stellen, Futterbeutel kaufen auf denen Bio steht, egal was drin ist, es dürfen auch Fliegenmaden sein bei denen sich die Muttertiere nicht umdrehen können in ihrer Box. Kleinbäuerliche Landwirtschaft reicht trotz hoher Qualität nicht um sich am Leben zu erhalten. Zumindest nicht über der Baumwollzettelumweg.

Meine Intention ist eine andere.

Ich möchte die Grundbedürfnisse erfüllen nach Essen, Trinken und einem Dach über dem Kopf. Und das redundant auch im Krisenfall. Es ist so wie ich es schon schrieb. Ich über nehme die Verantwortung für meine Existenz, mein am Leben bleiben. Dass es eine zweite künstliche Existenz mit Bundeswehr die am Hindukusch meine "Freiheit" verteidigt gibt, die ich finanzieren soll hat mit der Schiene des Überlebens nichts zu tun. Das ist eine zweite Herausforderung. Wie beides zusammen klappt, da muss jeder seinen eigenen Weg finden.

Natürlich könnten wir heute die Anzahl der Schafe erhöhen, Kreiseigene Flächen gegen Zahlung bewirtschaften und Milch verkaufen. Allerdings müsste dann auch die Veredelung also Käse und Quark herstellen drin sein. Siehe dazu die "Krake".

Aber ich will nun mal nicht in diesem Hamsterrad knechten.

Der Tag wird kommen an dem die echte Existenz und die Schatten Existenz zusammen passen.


Bärengruß

Die Krake und der Nahrungsmittelproduzent

Bär, Montag, 16.06.2014, 20:01 vor 4243 Tagen @ traumtaenzerin (2752 Aufrufe)
bearbeitet von Bär, Montag, 16.06.2014, 20:08

Moin Katja,


wenn das Ganze mal so einfach wäre.

Bio darfst du deine Produkte nennen, wenn du die Regularien irgend eines Zertifizierers erfüllst. Du zahlst also dafür, dass jemand auf deinen Hof kommt und sich die Lieferscheine zeigen lässt. Dann darst du ein Gewerbe anmelden und dem Finanzamt Rapport erstatten.

Nehmen wir das Fleisch. Das gleiche wie oben beim Gemüse aber du brauchst einen Schlachtraum. Natürlich mit Wasseranschluß, Fettabscheider usw. usw.. Und dann brauchst du den Kühlraum natürlich mit Strom (wie autark) betrieben. Inzwischen hast du einen mittleren Kleinwagen verbaut.

Dann musst du den Amtsveterinär kommen lassen. Der nimmt richtig Geld für seine Dienste. 25 Euro für ein Lamm. Du willst ja Nahrungsmittel in den Verkehr bringen. Also brauchst du den kleidsamen Stempel. Auch hier schreit natürlich der Bundesrollstuhlfahrer nach seinem fetten Anteil.

Ganz sicher wäre der Schnaps von der eigenen Wiese sorgsam gebrannt ein tolles Produkt. Aber dazu brauchst du erst einmal ein kleines Brennrecht. Und dann zahlst du Steuern, meldest den Brand an, erträgst natürlich die unangemeldeten Kontrollen (jederzeit) von Väterchen Staat welche höchst penibel sind, nicht, dass etwa ein Glas Marmelade in die Maische geschüttet wurde (Strafe sehr teuer wegen Zucker) oder ein paar Zwetschgen in der Apfelmaische sind die ja einen höheren Zuckeranteil haben.

Nun gut. Um das Ganze tragen zu können brauchst du dann Subventionen. Dann musst du Landwirt sein. Also zahlst du in die BG und natürlich auch in die Rentenkasse ein. Dann kommen die netten Herren, die dir sagen, dass du deinen Holzspalter nicht mehr benutzen darsft weil er der Verschrift 0815 nicht mehr entspricht und deinen alten Schlepper...das geht gleich gar nicht, der hat keine Überrollbügel.

Und dann gehts los. Die Kontrolleure kontrollieren was das Zeug hält. Du fährst auf einer Wiese öfters hin und her und schon sind diese 200 m2 ein Weg. Du hast aber Zuschuss für Wiese erhalten also ist das Subventionsbetrug. Also die letzten 5 Jahre zurück zahlen und eine deftige Strafe.

OK, verkaufen wir Milch. Natürlich kannst du nicht den Kühlraum mit Fleisch nehmen Also Kühlraum bauen. Die Küche muss neu weil alles in Nirosta sein muss. Und dann wird getestet und beprobt. Für 10 oder 20 l Schafsmilch am Tag kommt wohl kaum der Milchwagen her.

Ach, ich höre jetzt lieber auf sonst ärgere ich mich noch.

Zusammen fassend: Bevor du auch nur einen Krümel verkaufst von irgendwas hast du so viele Vorschriften zu erfüllen, dass es sich nur als Produzent von großen Mengen lohnt. Du bist nach EU Verordnung nämlich Nahrungsmittelproduzent und unterliegst der einschlägigen Gesetzgebung.

Die Vorstellung etwas mehr zu produzieren ist gut. Aber verkaufen dieser Produkte geht erst sinnvoll wenn die Kranke EU und ihre hiesigen Helfershelfer der Vergangenheit angehören.

Bärengruß

Edit: Den zweiten Kühlraum oben für Käse. Natürlich noch einen geregelten Edelstahlkühlbehälter für die Milch auch noch. Und wenn du es im Hofladen verkaufen willst natürlich eine Kühltheke. Auch mit elektrischer Energie

hoffentlich bald Vergangenheit

WG, Montag, 16.06.2014, 23:14 vor 4243 Tagen @ Bär (2670 Aufrufe)

Moin Bär,

Die Vorstellung etwas mehr zu produzieren ist gut. Aber verkaufen dieser Produkte geht erst sinnvoll wenn die Kranke EU und ihre hiesigen Helfershelfer der Vergangenheit angehören.

Ebend, und genau das ist der Punkt mit
heutiger Selbstversorgung, wenn man nicht
auf ein entweder dickes Polster unter der Matratze
oder ein regelmäßiges Zubrot in Form von
Nebentätigkeit (worüber sich der Rollstuhlfahrer
immer freut) zurückgreifen kann.

Die Orte, wo man sagen kann: ihr könnt mich
alle mal und ich sch**** in meine eigene Grube,
schöpfe mein eigenes Grundwasser etcpp sind
doch hierzulande nur in naiven Träumen noch
vorhanden. Die Handaufhalter stehen doch an
jedem Busch der nicht bei drei auf die Bäume
kommt und und den zeige mir erst mal.

Nö, am Rollstuhlfahrer kommt heute kaum
jemand vorbei, dazu ist das Geflecht zu fein
gewebt.

Beste Grüße
WG

PS: allerdings habe ich es einige Jahre
geschafft, dem Rolli nix in den endlosen
Rachen zu werfen, aber dazu benötigt
man Haare auf den Zähnen und einer
ostmärkischen Geburtsurkunde :-D

--
Das was nicht fliegt, kann auch gewaltig abstürzen!

Mülltonne

Bär, Montag, 16.06.2014, 20:47 vor 4243 Tagen @ Joe (2602 Aufrufe)

Moin Joe,


ohne Geld geht es nur aus der Mülltonne. Aber da musst du sehen, dass du den Zwangsvollstreckungen der ehemaligen GEZ entgehst, die sind auch fällig wenn du kein TV hast. Und es geht nur so lange wie die Tonnen voll sind. Kriselt es, stehst du neben vielen anderen an der leeren Tonne.

Siehe auch diverse andere Beiträge.


Bärengruß

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Vom Säulenheiligen blättert der Firnis

BBouvier, Freitag, 13.06.2014, 22:56 vor 4246 Tagen @ Bär (2864 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Freitag, 13.06.2014, 23:03

Danke sehr - mein kluger Bär!

(reimt sich!!)
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

<"Wer bis hierhin gelesen hat und Irlmaier kennt:
´´Die Lichter brennen nicht, außer Kerzenlicht,
der Strom (elektrische) hört auf.``
">

Dazu sei mir eine meiner geistvollen* naseweisen*
(* = zutreffendes bitte ankreuzen zu wollen)
Anmerkungen gestattet.
Da zitiert Irlmaier wieder nur mal etwas -
hier das "Lied von der Linde", wo es heißt:
=>
"Eine Kerze gibt allein,
sofern sie brennen will, Dir Schein.
"

Der Unkundige ist jedoch baß erstaunt
ob der schier phänomenalen Sehrgabe dieses veritablen
Säulenheiligen, der sogar elektrischen Strom
sehen konnte, der nicht mehr existierte. :-D

Beste Grüße Dir!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Freudenspende

Bär, Samstag, 14.06.2014, 01:18 vor 4246 Tagen @ BBouvier (2752 Aufrufe)

Ooooch, hat doch grad so schön gepasst:

´Die Lichter brennen nicht, außer Kerzenlicht,
der Strom (elektrische) hört auf.

Du nimmst einem alten Mann seine letzte Freude:-(


Bärengruß

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Hallo, Bär!

BBouvier, Samstag, 14.06.2014, 15:02 vor 4245 Tagen @ Bär (2695 Aufrufe)

Jau:
Ist mir schon klar! :trost:
=>
Lies mal die untere der beiden Fußnoten! :lookaround:

*doppelgrins*

Beste Grüße!
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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Alternativen zum Selbstversorger?

Masatho, Montag, 07.07.2014, 15:31 vor 4222 Tagen @ Bär (2825 Aufrufe)

Hallo Bär,

"Unsere praktische Erfahrung hier im dunklen Walde zeigt uns, dass die Versorgung mit Wasser Priorität hat."
Nicht nur im Wald.
Für mich als Stadtbewohner, ohne einem Quellwasser gespeißtem Bach vor der Haustür, so wie du einen vor deiner Bärenhöhle hast, ist das ein noch größeres Problem. Einen Schluck Wasser aus dem Rhein und noch bevor die Ladung im Magen ankommt, habe ich schon unwillkürlichen Stuhlgang. Das Zeug muss gefiltert werden.
Meine Wahl fiel auf das Krisenfass von Evers. In dieses Teil kippe ich 30l unreine Brühe und raus kommt sauberes H2o. Für Städter mE die beste Lösung.
Um im Notfall Speisen und Wasser warm zu machen ist meine Wahl auf KellyKettle gefallen.[image]
Ich fahre nicht an den Ballermann und RTL2 gucke ich auch nicht, dennoch besitze ich nicht die monitären Mittel um Nahrungsmittel an zu bauen und diese im Krisenfall verteidigen zu können, wohlgeich mir bewusst ist, dass Selbstversorgung die beste Überlebensfahrkarte ist.
Meine Taktik:
Die Ersten 6 Monate mit Notrationen überdauern und dann in sichere Regionen ziehen und von Vorne anfangen. Ackerbau kann ich dann zwar immer noch nicht, aber Samen besitze ich. Ist das die richtige Wahl?
Mir fällt nichts besseres ein mit meinen bescheidenen Mitteln...

Gruß, Masatho

Für einen kleinen Garten brauchts nicht viel

Tsunami, Dienstag, 08.07.2014, 21:07 vor 4221 Tagen @ Masatho (2819 Aufrufe)

Hallo Masatho,
das ist schon ein guter Weg, den Du da gehst.
Die KellyKettle werd ich mir nun auch besorgen.


Da ich die ganze Woche im Süden Deutschlands zu tun hab, fällt das Gärtnern bei mir auch etwas bescheidener aus.
Aber auf den 200 m² Fläche vom Hausgarten wächst doch einiges.

Neben einem Teich mit bunten Fischen(beruhig ungemein und sie sind nicht teuer, wenn sie klein sind) und Sitzplatz mit selbst gebautem Grill sind dort drin:
3 Weinstöcke
2 kleine Stachelbeeren
1 Stachelbeerhochstamm
1 weiße Johannisbeeren als Busch
1 Rote Johannisbeeren als Hochstamm
1 Schwarze Johannisbeeren als Hochstamm,
2 kleine Birnbäumchen,
3 kleine Apfelbäumchen als Spalierobst
1 Sauerkirschbaum

Dann diverse Kräuter, 2 Kartoffelfässer (aus 9 Kartoffeln hab ich im letzen Jahr einen gehäuften Spankorb voll geerntet).
Mehrere Hängeampeln mit Erdbeeren, dann zahlreiche unterschiedliche Tomaten, Gurken und Zucchini.
Diesmal auch Ampeltomaten. Die kommen unbedingt in die Samenkiste und nächstes Jahr in 2 Blumenkästen, da sie gut schmecken und sehr gut tragen.
Im Frühjahr noch Salat, Radieschen und Kohlrabi.(Das mit den Mairübchen ist bei mir nix geworden. Hatte sie nach Anleitung zu tief vergraben).
Da stehen dann auch ein paar kleine Frühbeete.
Dann auch ausreichend Rosen und andere Blumen.
Fürs Gemüt und ganz leckeren Rosengelee.

Das reicht zwar nicht zum Selbstversorgen, aber prima, um Erfahrungen zu sammeln.
Spaß machts aucherdem und es gibt nichts besseres, als ganz frisches Obst aus dem eigenen Garten.
Das ist lecker und gut fürs Selbstbewusstsein.
Außerdem sollen aus den 3 kg roten Johannisbeeren leckerer Johanisbeerlikör und Jahannisbeerwein werden. Wurde am Wochenende angesetzt. Die 15 l Ballons sind wieder frei. Der Holunderblütenwein wurde gerade umgefüllt.


Für den Versuch als Gärtner, um Erfahrung zu sammeln, brauchts nicht viel.
Bei uns gibt es in fast jeder Gartenanlage freie Gärten zu mieten.

Das kann man sich auch für ganz ganz kleines Geld leisten.
Hilfe, Tipps und Tauschpflanzen bzw. Ableger, Senker, reiser zum Veredeln und Sämereien gibt's von unseren Nachbarn auch immer gern.

Weitere Infos auch gern per PN.

Vielen Dank an Alle und speziell den Bären für die vielen informativen Beiträge

Viele Grüße

Tsunami

Der Minigarten

Bär, Mittwoch, 09.07.2014, 11:37 vor 4220 Tagen @ Tsunami (2885 Aufrufe)

Moin Tsunami,


beeindruckend was du so anstellst. Du zeigst wie es auf minimaler Fläche geht.

Dieses Buch könnte hilfreich sein für Menschen, die deinen Weg gehen:

http://www.amazon.de/Mini-Farming-Brett-L-Markham/dp/3942016494

Selbstversorgung auf 1000 m² funktioniert behauptet der Verfasser.

Ergänzt um einen Vorrat an Getreide mit dem du Brot backen kannst und Hühner fütterst ist das so bereits solide ohne 3 Hektar Ackerfläche.

Die meisten werden fest stellen, dass es auch gewaltig Spaß macht. Möge jeder für sich überlegen wieviel Zeit er vor Bildschirmen, Tv, PC und Smartphone verbringt und wieviel Tomaten man anbauen kann statt Knöpfchen zu drücken.

Vielen Gruß und weiter so auf diesem erstklassigen Weg


Der Bär

Wege nach Rom

Bär, Mittwoch, 09.07.2014, 11:29 vor 4220 Tagen @ Masatho (2793 Aufrufe)

Moin Masatho,


ja, es führt nicht nur ein Weg nach Rom.

Jeder sollte sein eigenes Konzept erarbeiten. Du stellst dich mit Wasseraufbereitung und Kettle schon auf eigene Füße.

Nein, nicht jeder kann sich selbst mit Nahrung versorgen. Tsunami macht das auf einer Minifläche beeindruckend. Die Erfahrungen werden gesammelt, die Fertigkeiten verbessert. Du hast Saatgut für einen eventuellen Anfang an anderer Stelle.

Wichtig ist an zu fangen. Heute können wir uns überlegen wie wir die Zukunft meistern wollen. Morgen können wir das zwar auch noch überlegen aber dann hat der Markt geschlossen wo wir Saatgut kaufen können.

Sicher ist es auch eine Möglichkeit Güter zu sammeln, die heute billig sind aber mit der einbrechenden Infrastruktur einfach weg fallen. Mit ein wenig Umsicht und Sicherheitsmaßnahmen kann man dann später damit handeln. Nimm zu Beispiel unsere vielen Gläser in denen wir Marmelade, Gurken und Bohnen kaufen. Die werfen wir weg wenn sie leer sind. In einer Gesellschaft wie im Jahre 1800 wird sowas nicht oder nur zu einem hohen Preis erhältlich sein.

Hast du solche Gläser kannst du 10 tauschen gegen ein gefülltes Glas. Keine Arbeit nötig, kein Acker nötig zum Anbau aber du hast auch ein Glas Marmelade. Daran denken die Gläser stoßfest zu lagern.

Neben dem Handel gibt es auch Fähigkeiten die zu allen Zeiten nötig waren. Ein viel strapaziertes Beispiel ist das Fahrrad. Kannst du Fahrräder reparieren, hast du Reifen, Bremsen, Schrauben kannst du in einer Gesellschaft, in der kein Erdöl aus Arabien mehr hier ankommt damit tauschen gegen eine Hammelkeule ohne selbst ein Schaf an zu fassen.

Diese Wege kann aber nur jeder für sich finden.

Meines Ermessens kann heute noch quasi jeder seinen Wohnort ändern wenn er denn will und in eine Gegend ziehen wo zumindest in gewissem Umfang Selbstversorgung möglich ist. Es reicht doch schon in eine Gegend zu ziehen in der Streuobst im Übermaß vorhanden ist. Dann lernt man heute was damit anzufangen ist, Wein, Schnaps, Essig usw. und verarbeitet und tauscht später dann Schnaps gegen Kartoffeln.

Oder du lernst zu köhlern. Bäume gibt es überall. Holzkohle ist ein leichter gut transportabler Energieträger. Zum Kochen in einer Strom und Gas losen Zeit ideal.

Oder du lernst mit alternativer Medizin um zu gehen, legst dir im Laufe der Jahre Fläschchen mit Globuli zu, kaufst dir ein Gerät um kolloidales Silber her zu stellen das zusammen mit einer kleinen Solaranlage und der Fähigkeit Wasser zu destillieren ein erstklassiges Breitspektrumantibiotikum gibt.


Oder, oder, oder


Den Idealfall soviel selbst zu produzieren und davon immer leben zu können wird nicht jeder realisieren können heute. Anfangen aber kann jeder.

Von den Schwarzwaldhöhen herab grüßt

der Bär

Der Zweck des Gärtnerns

Tsunami, Mittwoch, 09.07.2014, 21:38 vor 4220 Tagen @ Bär (2844 Aufrufe)

Hallo zusammen,
wie sich jeder aufstellt, ist sicher von dem erwarteten Scenario und den derzeitigen Möglichkeiten abhängig.

Aus mehreren wichtigen Gründen können wir derzeit unseren Wohnort nicht ändern.
Es wird ein Fluchtscenarion mit 4 Personen, zwei großen PKWs und einem Anhänger werden.
Alles, was in einer Stunde Vorwarnzeit gepackt werden kann, kommt mit.

Der Zweck des Gärtnerns ist also vielfältig.
Wissen und Erfahrungen sammeln, Vorräte fürs Jahr anlegen, Familie vorbereiten.

Es wird nur angebaut, was uns schmeckt.
(Ich werd aber auch "danach" Gemüse und Obst anbauen)

Dazu kommt noch etwas mentale und körperliche Vorbereitung.
Kostet nix, "nur" täglich 1-2 Stunden Zeit.

Körperlich: Training nach Marc Lauren "Fit ohne Geräte" und ausgedehnte straffe Spaziergänge mit dem Schäferhund des Gasthauses. Am Wochenende Radfahren, Reparaturen und Basteleien aller Art und etwas Gärtnern.

Mental: Ich wohne die Woche über an einem für mich sehr interessanten Kraftort. Dazu mag jeder stehen, wie er will, aber mir hilfts.


Viele Grüße

Tsunami

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Fluchtscenario

BBouvier, Samstag, 12.07.2014, 11:44 vor 4217 Tagen @ Tsunami (3094 Aufrufe)

Es wird ein Fluchtscenarion mit 4 Personen ...
Alles, was in einer Stunde Vorwarnzeit gepackt werden kann...

Hallo, Tsunami!

Dabei sollte folgendes bedacht werden.

Zum Vortzunami:
Falls man nicht an der Küste und damit im Bereich
der Tsunamigefahr lebt und (!) davon ausgeht, vor dessen Eintreffen
vor Ort rechtzeitig gewarnt zu werden und (!) davon ausgeht,
die Fluchtstraßen ins höher gelegene Hinterland wären auch nicht
duch Andere, die genau dieselbe Idee haben, völlig blockiert -
dann ist eilige "Flucht" weder erforderlich noch ggfls. überhaupt möglich.

Grundsätzlich:
Selbst mit nur rudimentärem Wissen dessen, was die Schauungen ausmacht,
kann man ohne jegliche Eile irgendwann im Frühjahr des Jahres "X"
seinen Wohnort in aller Ruhe wechseln.
Eine "Flucht" ins Nirgendwo allerdings, das wird mit großer Wahrscheinlichkeit
in einem völligen Desaster enden:
In Niederbrombach hat Niemand auf zusätzliche fremde Esser gewartet.

Grüße auch!
BB

--
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- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
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