Richtig keimen - bräuchte da mal Rat (Freie Themen)

schwelmi, Montag, 01.12.2014, 17:36 vor 4075 Tagen (2982 Aufrufe)

Ich habe mir kürzlich ein Keimgerät aus Terracotta angeschafft und es auch gleich mit Hanfsamen, Roggen und Eicheln ausgetestet.
Nach zwei Tagen begannen die meisten Samen auch schon wunderbar zu keimen und ich war hocherfreut. Am dritten Tag hatte ich dann überall Schimmel.

Anzumerken ist vielleicht noch, dass ich zu große Mengen an Samen in den Schalen hatte - ich weiß jetzt, dass man nur einen Löffel voll pro Schale ansetzt - und dass ich die Schalen übereinander gestapelt hatte, sodass kein Licht zu den Samen durchdringen konnte.

Was kann ich besser machen?
Mit welchen Keimgeräten arbeitet ihr denn?

Schöne Grüße
schwelmi

Richtig keimen - bräuchte da mal Rat

paratriqu, Montag, 01.12.2014, 19:13 vor 4075 Tagen @ schwelmi (2862 Aufrufe)

Hallo schwelmi,

seiner Zeit habe ich meherere Versuche unternommen um
akzeptable Resultate zu erzielen. Folgendes habe ich beobachtet:

- das Saatgut/Keimgut sollte mehrmals sehr gut gewaschen werden
- lichtdurchlässige Behälter eignen sich besser,
da die Keimrate höher und Keimdauer kürzer ist
- es sollten nicht zuviele Samen auf einer Fläche sein, hängt von
der Wurzelentwicklung ab
- es sollten immer nur ganze Samen (keine zerbrochenen) zur Keimung genommen werden,
sonst bildet sich da schneller Schimmel, da die zerbrochenen Samen vergähren/verfauln
- die Samen/Keimgut sollte so oft wie möglich am Tage komplett gewässert werden, aber so, dass
das Wasser gut abfließen kann
- einige Sorten bilden ein sehr feines Wurzelwerk, welches fälschlicherweise
als Schimmel wahrgenommen wird
- ab und zu mit Zinnkrauttee gewässert ist das Ergebniss um einiges besser, da die
Schimmelpilze/Pilze unterdrückt werden und die Keimlinge/Sämmlinge mit Zusatzstoffen/Nahrung versorget werden

Die Beobachtungen habe ich natürlich unter besseren Verhältnissen gemacht als
z.Bp. nach einer Katastrophe, wo nicht alle Mittel vorhanden sind.

Dennoch lässt sich das eine oder andere für eigene Versuche adoptieren.

Gruß in die Runde

paratriqu

Keimautomat

Bär, Dienstag, 02.12.2014, 02:03 vor 4075 Tagen @ paratriqu (3019 Aufrufe)

Moin,

klasse zusammen gefasst.

Ich habe so einen Automaten verwendet.[image]

Oft genug durchspülen und bei mir ging es nie daneben.


Bärengruß

Ganz schön groß

schwelmi, Dienstag, 02.12.2014, 04:58 vor 4075 Tagen @ Bär (2875 Aufrufe)

Hallo Bär,

irgendwie sieht deiner jetzt sehr viel größer aus, als meiner und ich dachte schon, ich hätte kein Spielzeug gekauft. :-D

Schönen Gruß,
schwelmi

Danke

schwelmi, Dienstag, 02.12.2014, 05:00 vor 4075 Tagen @ paratriqu (2773 Aufrufe)

Hallo paratriqu,

danke für die tolle Anleitung.
Da habe ich ja gleich mehrere Fehler gemacht.

Schöne Grüße,
schwelmi

Dunkelkeimer und Lichtkeimer

Jacob, Samstag, 06.12.2014, 00:07 vor 4071 Tagen @ schwelmi (3179 Aufrufe)

Hallo schwelmi,

da Du ein Keimgerät aus Terrakotta angeschafft hast, kannst Du damit nur Dunkelkeimer zum keimen bringen. Wie im Thread bereits berichtet wurde, geht es mit Lichtkeimern leichter. Ich hatte jedenfalls auch mit dem Dunkelkeimen meine Probleme und meine Adzuki-Bohnen haben schnell Schimmel angesetzt. Ich verfüge ebenfalls über ein kleiner dimensioniertes Keimgerät aus Ton als das auf den Bildern vom Bären gezeigte, wobei ich ein solches für die Lichtkeimer auch lange eingesetzt hatte, bis mich Zweifel über Bisphenol-A, etc. im Keimgerät weg vom Kunststoff zum Glas gebracht haben. Ich habe nach den ersten mühsamen Versuchen mit dem Tonkeimgerät wieder auf Lichtkeimer gesetzt.

Bei Lichtkeimern hatte ich bisher nur Probleme, wenn das Saatgut wirklich miserabel war.
Ansonsten ist die Erfolgsrate sogar in einem ordinären Gurkenglas oder Plastikbecher bei nahezu 100%. Gutes Saatgut ist entscheidend. Unterscheidliche Keimlingsarten haben wiederum eine spezifische Keimfähigkeit. Grandios sind Mungbohnen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die noch nach fünf Jahren Lagerung nahezu zu 100% keimen. Bei Bockshornklee habe ich ähnlich gute Erfahrungen. Grüne/braune Linsen keimen auch in beeindruckend zuverlässiger Art und Weise; außerdem schmecken sie nach der Keimung eher nach einer Mischung aus jungen Erbsen und frischem Mais als nach dem muffigen Linseneintopf, den man so kennt. Anschließende Flatulenz ausgeschlossen. Mit Bio-Sonnenblumenkernen (geschält) hatte ich auch noch nie Probleme(Vitamin D!).
Auch grüne Erbsen bringt man so leicht zum Keimen, selbst gehälftete.

Ein Keimlings-Mix aus Getreidekeimlingen, Leguminosenkeimlingen und Sonnenblumenkeimlingen deckt schon einen ganz erheblichen Teil des Vitamin- und Mineralstoffbedarfs ab. Ich verwende permanent Weizen-, grüne/braune Linsen-, und Sonnenblumenkeimlinge um die Ernährung vollwertig zu gestalten. Man kann das in Suppen unterbringen, auf Brot essen, in Brotaufstriche einbringen, in's Müsli, in den Joghurt, in die Mexikopfanne, Eintopf, pur essen, in's Brot backen, uvm..

Für unsere Hühner ist diese 3-Keimlings-Ernährung dasjenige Mittel, was ich bereits mehrfach erfolgreich bei Erkrankungen als Gesundheitsdiät angewendet habe.

Man müsste eigentlich auch unbedingt einmal Versuche unternehmen, um die hiesigen Wildkräutersamen planmäßig als Keimlingsquelle zu erschließen.

Dein Versuch Eicheln keimen lassen zu wollen, hat mich jedenfalls inspiriert.
Vielen Dank dafür.

Gruß jacob

Keimversuche

schwelmi, Dienstag, 09.12.2014, 05:48 vor 4068 Tagen @ Jacob (2857 Aufrufe)
bearbeitet von schwelmi, Dienstag, 09.12.2014, 05:57

Hallo Jacob,

danke für die sehr ausführliche Antwort.
Das mit dem Bisphenol-A war auch bei mir der Grund, warum ich auf etwas ohne Plastik gesetzt hatte. Man kann es aber zumindest so stapeln, dass etwas Licht reinkommt.
Ich werde mir dennoch nochmal etwas aus Glas suchen.

Der Ansatz mit den Eicheln war bei mir eher dazu gedacht, um einige Eichen in der Umgebung heranzuzüchten. Eicheln können in der Krise nämlich als Notnahrung dienen, z. B. indem man bis zu 50% Eichelmehl in den Brotteig mischt. Man muss sie nur zerkleinern (Fleischwolf?) und lange bzw. oft genug wässern, damit die Bitterstoffe ausgewaschen werden. Sie können auch als Schweinefutter dienen. Schweine lieben die Dinger. Ich weiß allerdings nicht, wieviel sie davon vertragen.

Ich hätte auch noch eine Frage zu den Mungbohnen, die ja bereits öfter als sehr schmackhaft hier im Forum beschrieben wurden. Esst ihr die roh, wenn die gekeimt haben? Soweit ich weiß sind Bohnen doch giftig, wenn man sie ungekocht verzehrt.
Sind gekeimte (Mung-)Bohnen etwa nicht mehr giftig?

Sonnenblumenkerne gekeimt als Vitamin D - Quelle? Danke! Der Tipp ist Klasse. Ich hatte mich schon gefragt, wie man denn Kabeljaulebern in einem 6 Monate andauernden nicht-erhitzten Laktofermentationsprozess fermentiert, um an Vitamin D heranzukommen oder wo ich echte Rentierflechte oder Phytoplankton herbekomme, die ja auch Vitamin D enthalten sollen und ob ich das dann auch wirklich essen möchte. ;-)

Gruß,
schwelmi

was über Mungbohnen

bruno, Dienstag, 09.12.2014, 18:25 vor 4067 Tagen @ schwelmi (2995 Aufrufe)

Hallo schwelmi,

ich esse die Bohnen täglich roh in gekeimten Zustand. Nach zwei Tagen im feuchten Keimgerät sind sie soweit.

Nachfolgend füge ich mal etwas ein, was ich mir vor langer Zeit mal aus dem Netz gezogen habe, ich weiss leider nicht mehr woher. Vielleicht beantwortet das ja einige Fragen von dir.

Leider bin ich kein Informatiker und kriege es nicht besser hin.

Viel Spaß

Bruno



Mungbohnen (Vigna radiata)
Systematik

Ordnung:
Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie:
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Unterfamilie:
Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus:
Phaseoleae
Gattung:
Vigna

Art:
Mungbohne

Wissenschaftlicher Name

Vigna radiata
(L.) R.Wilczek



Vigna radiata
Die Mungbohne (Vigna radiata), auch Mungobohne, Jerusalembohne oder Lunjabohne genannt und auch als Mung Dal oder Mung Daal bekannt, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Im deutschsprachigen Raum werden die Keimlinge oft auch fälschlicherweise als Sojasprossen bezeichnet. Diese Nutzpflanze ist nahe verwandt mit einer Reihe anderer „Bohnen“ genannter Feldfrüchte, insbesondere mit der Urdbohne (Vigna mungo). Die Mungbohne wird seit einigen 1000 Jahren in Indien angebaut und ist heute in ganz Südostasien verbreitet.
Inhaltsverzeichnis
• 1 Beschreibung
• 2 Verwendung
o 2.1 Küche
o 2.2 Inhaltsstoffe
• 3 Systematik
• 4 Siehe auch
• 5 Quellen
o 5.1 Einzelnachweise
• 6 Weblinks
Beschreibung
Die Mungbohne ist eine einjährige krautige Pflanze. Sie wächst meist aufrecht, meist stark verzweigt und erreicht Wuchshöhen von 30 bis zu 150 cm; es gibt auch windende und halb kriechende Sorten. Die Stängel sind stark behaart mit braunen, steifen, ausgebreiten Haaren (Trichome). Die wechselständigen Laubblätter besitzen meist 5 bis 21 lange Stiele und dreiteilige Blattspreiten. Die 3 bis 6 mm lang gestielten, meist breit-ovalen, einfachen oder zwei- bis dreilappigen Teilblätter sind 5 bis 16 cm lang, 3 bis 12 cm breit und besitzen eine deutliche Blattspitze. Die Teilblätter können unbehaart oder schuppig behaart sein auf beiden Flächen. Die schildförmigen Nebenblätter sind 10 bis 18 mm lang.
Die achselständig auf 2,5 bis 9,5 cm langen Stielen stehenden, leicht verzweigten Blütenstände mit wenigblütigen, traubigen Teilblütenständen; insgesamt ist ein Blütenstand vielblütig. Die Tragblätter sind etwa 4 bis 5 mm lang und die Deckblätter sind 4 bis 7 mm lang.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die fünf unbehaarten, etwa 3 bis 4 mm lang Kelchblätter sind verwachsen mit fünf etwa 1,5 bis 4 mm langen, behaarten Kelchzähnen; das obere Kelchblattpaar ist fast völlig verwachsen. Die fünf Kronblätter sind meist grünlich- bis fahl-gelb. Die Fahne ist etwa 12 mm groß. Die Sorten können leicht reinerbig gehalten werden, da sie überwiegend selbstbefruchtend sind.


Der Nabelfleck auf den Samen ist deutlich erkennbar.
Meist entwickeln sich an einem Fruchtstand nur zwei Hülsenfrüchte. Die linear zylindrischen, rau und dunkelbraun behaarten Hülsenfrüchte weisen eine Länge von 4 bis 10 cm und einen Durchmesser von etwa 0,5 cm auf. Die reifen Hülsenfrüchte färben sich dunkelbraun bis schwärzlich. Jede Hülsenfrucht enthält meist sieben bis zwanzig Samen, die sich äußerlich an der Hülse deutlich abzeichnen. Die erbsengroßen (2 bis 5 × 3 bis 4 mm) Samen können fast rund und prall oder länglich bis quadratisch abgerundet sein; sie besitzen eine dunkelgrüne, manchmal auch gelbe oder schwarze Farbe. Der längliche Nabelfleck ist 1,5 × 0,5 mm groß und eingezogen, in sich aber aufgewölbt. Das Tausendkorngewicht beträgt 20 bis 42 Gramm.


Mung-Sprossen sind im deutschsprachigen Raum irrtümlich als „Sojasprossen“ bekannt.
Verwendung
Küche
Die Mungbohnen sind leichter verdaulich als die in Mitteleuropa verbreiteten Gartenbohnen und verursachen keine Blähungen. Sie haben allerdings auch deutlich weniger Eigengeschmack. Man kann die Bohnensprossen, die frischen Hülsen oder die getrockneten Bohnen verwenden. Mungbohnen keimen leicht. Diese Eigenschaft wird in vielen Haushalten dazu genutzt, die Keimlinge in speziellen Keimschalen selbst zu ziehen. Mung-Sprossen werden häufig fälschlicherweise als „Sojakeime“ bzw. „Sojasprossen“ bezeichnet und gehandelt, da sie den Sojabohnen sehr ähnlich sind.[1] Mungbohnenkeimlinge sind ein klassisches Wok-Gemüse, finden aber auch Verwendung in Salatmischungen. Aus ihrem Mehl werden unter anderem die asiatischen Glasnudeln hergestellt. In Indien ist die Mungbohne Grundnahrungsmittel und eine wichtige Proteinquelle. Sie wird zu Dal verarbeitet und als Snack gegessen. Hierzu werden die getrockneten Bohnen in Wasser eingeweicht, wieder getrocknet und anschließend in Öl frittiert.
Inhaltsstoffe
Die Inhaltsstoffe der Mungbohne unterscheiden sich von denen der Urdbohne nur wenig. Die Mungbohne hat mit etwa 24 % (vom Trockengewicht) einen relativ hohen Eiweißanteil, der mit seinem hohen Lysin-Gehalt als wertvoll gilt. Die Sprosse, die auch roh gegessen werden kann, ist kalorienarm sowie reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Folsäure (59,6 % Kohlenhydrate, Vitamine: A, B1, B2, Niacin, C, E, Mineralien: viel Kalium und Phosphor, Kalzium, Eisen, Magnesium).
100 g getrocknete Mungbohnen enthalten durchschnittlich:[2]

kcal
kJoule
Eiweiß
Kohlenhydrate
Fett
Ballaststoffe

274 1146 23 g 42 g 1 g 17 g

100 g getrocknete Mungbohnen enthalten an Mineralstoffen und Vitaminen durchschnittlich :[2]

Natrium
Kalium
Calcium
Magnesium
Phosphor
Eisen
Zink
β-Carotin
Vitamin E
Vitamin B1
Vitamin B2
Vitamin B6
Folsäure
Vitamin C

10 mg 170 mg 90 mg 165 mg 365 mg 6,8 mg 1,8 mg 35 µg 1,9 mg 0,49 mg 0,23 mg 0,30 mg 140 µg 3 mg

Mungbohnen roh

Jacob, Mittwoch, 10.12.2014, 23:36 vor 4066 Tagen @ schwelmi (2819 Aufrufe)

Hallo schwelmi,

die Mungbohnensprossen habe ich schon in Unmengen roh zu mir genommen,
ohne jegliche Nebenwirkung - ebenfalls Linsen- und Sonnenblumenkeimlinge.
(Die gekeimten Sonnenblumenkerne -geschälte- am besten gleich am zweiten Tag verzehren, da das sie umgebende feine Häutchen danach alsbald verdirbt und einen leicht ranzigen Geschmack beschert.)
Leider habe ich die ursprüngliche, aufgrund ihres Informationsgehaltes hochwertig erscheinende Quelle für die Angabe, dass Sonnenblumenkeimlinge auch Vitamin D enthalten, nicht wiedergefunden. Im deutschsprachigen Raum vorerst nur diese:
http://www.heimbiotop.de/Keimsprossen.html


Süßgraskeimlinge (also unsere Getreidesorten), die man ruhig ein paar Tage keinen lassen sollte, bis sie wenige Zentimeter grün ausgetrieben haben, schmecken roh angenehm süß.
Meine kleine Tochter nascht die am liebsten von allen Keimlingsarten.
Gerstengras und Gerstengrassaft ist bereits ein vielbeworbenes Produkt im Nahrungsmittelergänzungs- und Gesundheitsmarkt. Meine Gerste - grad kürzlich erst zum ersten Mal versucht- wollte leider bisher noch nicht recht keimen; womöglich kein gutes Saatgut.

Bei Adzukibohnen, Kichererbsen und anderen Bohnen würde ich jedoch zum Blanchieren dringend raten. Man schmeckt es auch: roh kriegt man davon einfach kaum mehr als eine runter. Das war ebenfalls ein Grund, weshalb ich das mit dem Dunkelkeimen damals nachgelassen hatte. Durch die Notwendigkeit des Blanchierens sehe ich den Wert dieser Saaten entsprechend geringer, da sich neben den Gift- und Bitterstoffen auch wertvolle Inhaltsstoffe verflüchtigen dürften.

Würde mich freuen, wenn Du weiterhin über Deine Versuche und Erkenntnisse mit Keimlingen berichtest.

Gruß Jacob

erste Erfolge + Buchempfehlung zu Getreide

schwelmi, Montag, 22.12.2014, 14:19 vor 4054 Tagen @ Jacob (2852 Aufrufe)

Hallo Jacob,

gerne berichte ich über meine weiteren Versuche.

Ich kann inzwischen erste Erfolge vorweisen.
Geändert habe ich lediglich eines, ich habe meine Ton-Schalen nach dem Abtropfen getrennt und somit für Licht und Luft zugänglich aufgestellt. Ich habe bewusst auf das angeratene Zinnkraut verzichtet und verzeichne trotzdem keinerlei Schimmelbefall.
Es lag also wohl am Luftaustausch.

Gekeimt habe ich diesmal mit Roggen, Nackthafer und Mungbohnen.
Einzig der Nackthafer von Davert wollte nicht keimen, da - wie auf der Webseite von Davert nachzulesen ist - Davert seine Produkte vor Auslieferung "reinigt". Diese Reinigung wird vermutlich mit kochendem Wasser durchgeführt. Die Plastikverpackung hätte mich eigentlich schon vom Kauf abhalten sollen.

Die Eicheln und Haselnüsse aus dem letzten Versuch sind übrigens durchgehend gescheitert. Die wollen vermutlich lieber auf und in der Erde liegen.

Falls sich jemand intensiver mit Getreide und seinen Wirkungen auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich das Buch Gesund mit Getreide und Grassäften von Katrin Lüdtke.

Als nächstes werde ich mich an Teff, Brennesselsamen und erneut Nackthafer versuchen...

Schöne Grüße
schwelmi

Odor

Jacob, Dienstag, 23.12.2014, 21:24 vor 4053 Tagen @ schwelmi (2772 Aufrufe)

Hallo schwelmi,

beim Salatwaschen benutze ich oft die Spüle.
Das werde ich wohl lieber in Zukunft lassen. Danke für den Hinweis.
Bei Sprossen habe ich immer Abtropfgläser benutzt und Siebe, da kann man die festklebenden Keimlinge ohnehin viel besser und restloser - da mit mehr Schwung - hineinkippen.

Gerade heute habe ich ein Glas übel riechender Erbsenhälften weggeschüttet. Nach meiner Erfahrung stinken die mit Erreger belasteten Keimlinge recht heftig. Selbst bei einem minimalem Prozentsatz verdorbener Keimlinge riecht es stark. Ich habe daher schon so manches verdorbene Keimlingsglas produziert, aber noch nie welche gegessen.

Sprossen für den Handel sehe ich durchaus problematisch, wo es sich doch um eine der frischesten Waren überhaupt handelt. Würde ich nicht kaufen, zumal es so einfach ist, sie selber zu ziehen.
Also im häuslichen Bereich habe ich da wie Du gar keine Bedenken.

Gruß,
jacob.

Man lernt nie aus

Jacob, Dienstag, 23.12.2014, 21:38 vor 4053 Tagen @ schwelmi (2756 Aufrufe)

Hallo schwelmi,

diese Praxiserfahrungen, die Du schilderst, sind so wertvoll; man findet ansonsten wenig im Netz zu den Detailfragen des Keimens. Bitte weitherhin berichten, die Brennesselsamen finde ich persönlich am spannendsten.

Ich komme leider gerade nicht dazu, meinen Tonkeimer zu reaktivieren. Es fehlt gerade die Muße. Umso besser, dass ich von Deinen Versuchen lesen kann.
So wie ich es verstehe, sollen mit dem Tongerät, als Dunkelkeimergerät genutzt, Keimbedingungen wie in der Erde für Keimlingsarten simuliert werden, die dieses zwingend brauchen. Wenn Du nun die Tonschälchen separierst, so wandelst Du damit doch eigentlich Dein Dunkelkeimergerät in ein Lichtkeimergerät um, oder sehe ich das falsch?

Ich muss mich auch einmal aufraffen, gerade Eicheln und Haselnüsse hat es hier zuhauf vor der Haustüre...

Grüße
jacob

Dunkel- / Lichtkeimgerät

schwelmi, Donnerstag, 25.12.2014, 14:44 vor 4051 Tagen @ Jacob (2890 Aufrufe)

Hallo Jacob,

> Wenn Du nun die Tonschälchen separierst, so wandelst Du damit doch eigentlich Dein Dunkelkeimergerät in ein Lichtkeimergerät um, oder sehe ich das falsch?
[quote]
[/quote]
Du siehst das ganz richtig.

Es gibt ja Dunkelkeimer und Lichtkeimer.

Wikipedia weiß hierzu folgendes:

Dunkelkeimer sind Pflanzen, deren Samen (Saatgut) nur in ausreichender Dunkelheit keimen, da ihre Keimung durch Licht gehemmt wird. Sie müssen also nach der Aussaat genügend mit Erde abgedeckt werden.

Pflanzensamen besitzen Photorezeptor-Proteine, die sog. Phytochrome, welche das Verhältnis von verschiedenen Wellenlängen des Lichts messen können. Dunkelkeimer registrieren vermutlich sehr langwelliges Licht, welches in der Lage ist, die obersten Bodenschichten zu durchdringen.

Typische Dunkelkeimer sind:
Christrose
Rittersporn
Eisenhut
Storchschnäbel
Lupinen
Rainfarn-Phazelie
Persischer Ehrenpreis

Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur Keimung - zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff - auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des Phytochromsystems.[1]

Bei Herstellung des Saatbetts und der Aussaat muss darauf geachtet werden, dass die Erdschicht, welche die Samen (Saatgut) bedeckt, höchstens so dick ist wie dieses selbst. Durch Regen oder Gießwasser können die Samen leicht weggespült werden. Im kleinen Maßstab kann das Pflanzgefäß mit einer transparenten Folie bedeckt werden, um ein Austrocknen der Oberfläche zu verhindern.

Die gärtnerischen Samen sind meist relativ klein und bieten dem Keimling nicht genügend Energie um eine dicke Bodenschicht zu durchdringen. Im Gärtnereibetrieb werden Samen von Lichtkeimern meistens der Bestrahlung mit rotem bis infrarotem Licht ausgesetzt. Ohne diese Maßnahme ist die Keimfähigkeit stark vermindert.

Durch Stratifikation oder Behandlung des Saatgutes mit Stoffen wie Gibberellinsäure kann die Keimruhe der Pflanzensamen verkürzt werden.[1]

Typische Lichtkeimer sind:
Roggen (Secale cereale L.)
Kakteengewächse (Cactaceae)
Sonnentau (Drosera)
Wasserschläuche (Utricularia)
Thymian (Thymus)
Lein (Linum)
Basilikum (Ocimum basilicum)
Tabak (Nicotiana)[1]

Neben den Hinweisen von paratriqu weiter oben in diesem Thread gibt es noch die recht umfassende Seite sprossen-selbstgemacht aus der ich ja bereits den Link mit der Hygiene bezogen habe.

Bei Nüssen und Eicheln habe ich in freier Natur beobachtet, dass die in Schlamm oder feuchter Erde gut keimen.

Grüße,
schwelmi

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