Rohkost (Freie Themen)

Redemption, Montag, 05.01.2015, 17:01 vor 4041 Tagen (2956 Aufrufe)

Hallo,

ich bin auf dieses Forum gestoßen, als ich nach 'Rohkost' im Internet gesucht habe.

Es gab hier bereits Diskussionen über diese Thematik.

Selbst ernähre ich mich seit etwa zwei Jahren primär von rohen Lebensmitteln.
Das hat bei mir aber wenig mit der oft propagierten veganen Rohkost zu tun, welche ich als nicht brauchbar einstufe. Ich esse also ebenfalls Fisch und Fleisch, sowie andere tierische Produkte roh.

Mir ist aufgefallen, dass sich dadurch mein körperliches und geistiges Wohlbefinden stark verbessert hat.
So ist zum Beispiel die Motivation zu sportlichen Aktivitäten gestiegen.
Außerdem wurde ich seitdem kein einziges mal mehr Krank. (Vorher hatte ich meist zweimal jährlich eine Erkältung und einen Ausbruch von Lippenherpes.)
Auch mein Hautbild hat sich stark verbessert, was in meinen Augen ein Zeichen von Gesundheit ist.

In die Vorsorgerubrik stelle ich dies hier, da ich der Meinung bin, dass es nur Vorteile haben kann zum Zeitpunkt X maximal gesund zu sein.

Eine Vorratshaltung entsprechender Lebensmittel ist natürlich nicht möglich, da die Eigenschaften einer Rohkosternährung wohl primär auf der Frische und der Tatsache, dass die Lebensmittel unverarbeitet sind basiert. Was chemische Produkte in der Nahrung minimiert, die dem Körper nicht bekommen.
Deshalb habe ich dennoch parallel einen kleinen Vorrat an haltbaren Konserven vorrätig.

Mein Interesse für Rohkost hat mir außerdem nahe gebracht, was man in der Natur essen kann (und was auch sehr gut schmeckt). Ich denke es ist ein Vorteil über Ressourcen aus der Natur frühzeitig bescheid zu wissen, und diese auch ausgetestet zu haben, gegenüber Menschen, die nur Supermärkte kennen.


Sind hier Leute anwesend, die Ähnliches Praktizieren und sich im Kontext der Weltenwende darüber austauschen möchten?


Beste Grüße

Rohkost

schwelmi, Montag, 05.01.2015, 18:10 vor 4041 Tagen @ Redemption (2757 Aufrufe)

Hallo Redemption,

ich praktiziere das noch nicht, bin aber zu einer ähnlichen Sichtweise gelangt.
Aus diesem Grund habe ich auch mein Interesse an Getreiden entwickelt. Getreide hat den Vorteil, dass man es gut einlagern kann und gegebenenfalls nur in Wasser einzuweichen braucht, um es essen zu können. Geschmacklich ist das leider kein Erlebnis, aber es hilft beim Überleben.

Über deine Kenntnisse im Bereich Rohkost würde ich mich sehr freuen.

Rohes Fleisch ist meines Wissens nicht ganz ungefährlich. Man fängt sich dabei schnell ungebetene Gäste ein.

Schönen Gruß,
schwelmi

Meinung zu Getreide und Parasiten

Redemption, Montag, 05.01.2015, 19:57 vor 4041 Tagen @ schwelmi (2819 Aufrufe)

Hallo schwelmi,

Getreide meide ich. In der üblichen Zubereitung als Teigwaren oder Frischkornbrei reagiert meine Haut negativ. Ich bekomme leicht Pickelchen, primär im Gesicht.
Gekeimt finde ich es jedoch eine gute Ergänzung. Wobei ich dann nur das Gras kaue und nicht unbedingt herunter schlucke um die darin enthaltenen Mineralien im Speichel zu lösen.

Außderdem mag ich es nicht, da es eine körperliche Abhängigkeit hervorruft.
In dem Protein Gluten ist ein Peptid enthalten, welches bei der Verdauung daraus aufgespalten wird, und wie ein Opiat an die Opiatrezeptoren im Körper andockt.
Das macht mich dann auch noch geistig wesentlich unflexibler als ohne regelmäßige Zufuhr davon.

Ungekeimt enthält es viele Hämmstoffe, die den Samen davor bewahren sollen aufgegessen zu werden. Deshalb haben Vögel auch einen Kropf, um die Körner darin anzukeimen.
Als Beispiel Phytinsäure, welche Mineralien in der Nahrung bindet und so für den Körper unbrauchbar macht.

Das gleiche gilt für Hülsenfrüchte.


Parasiten in rohen tierischen Lebensmitteln scheinen in der Praxis keine Probleme zu bereiten.
Ich esse primär Fisch, den ich frisch kaufe und vor dem Verzehr einfriere. Also das Problem umgehe. Ich kenne aber viele Rohköstler, die ausgiebig tierisches essen, ohne hiermit Probleme zu bekommen.
Das Immunsystem ist wohl darauf vorbereitet mit Parasiten umzugehen. Auch eine Symbiose mit ihnen einzugehen.
In der medizinischen Forschung wurden zum Beispiel bereits erfolgreich Darmparasiten eingesetzt um Autoimmunerkrankungen zu therapieren.
Nicht zu vergessen, dass bei uns bei der Fleischbeschau eine Überprüfung auf Parasitenbefall vorgeschrieben ist.

Was meinen Notvorrat betrifft konzentriere ich mich deshalb primär auf Fischkonserven.

Beste Grüße

zu 88 % stimme ich dir zu

bruno, Mittwoch, 07.01.2015, 15:45 vor 4039 Tagen @ Redemption (2813 Aufrufe)

Hallo Redemption,

zu 88 % gebe ich dir Recht, zu 12 % nicht. Ich möchte nicht, dass jemand auf die simpelste Möglichkeit sich einen Notvorrat anzulegen verzichtet, weil er von deinem Beitrag vom Getreide verschreckt wird.

Vorweg: Die beste Konserve zur Einlagerung für Notzeiten ist WEIZEN. Es verdirbt auch bei jahrzehntelanger Einlagerung nicht, braucht nicht eingefroren oder eingekocht zu werden, enthält jede Menge Energie, Spurenelemente, Vitamine usw. Er ist billig bei sehr großer Nährstoffdichte. Ein Volk, welches in den letzten Jahrtausenden Getreide anbauen konnte musste keinen Hunger leiden und war reich. Diese Völker sind alle nicht ausgestorben, im Gegenteil, schau mal nach Asien.

Und nun zu den 12 %. Es wurden erst 88 % des Weizenkorns entschlüsselt. Bei 12 % weiß man noch nicht einmal, wozu das da ist, was das ist, wie es wirkt, wie diese unbekannten Inhaltsstoffe mit anderen zusammen wirken beim Stoffwechsel usw. Man ist beim Getreide auf dem Wissensstand vergleichbar mit der Zeit, als man entdeckte, dass die Nahrung aus Fett, Eiweiß und Kohlehydraten besteht. Heute weiß man immerhin schon, dass da auch noch Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sind, die aber auch nicht alles sein können. Man fängt an, Schwingungen der lebenden Zellen, Biophotonen u. ä. zu entdecken. Kurz: Man stochert bei der Wirkungsweise von Getreide und Nahrung im Allgemeinen nur im Nebel und wird sich in 20 Jahren wundern, was wir heute alles so glauben.

Ich habe ganz andere Erfahrungen wie du gemacht. Nach 26 Jahren Medikamente gegen Bluthochdruck (insgesamt ca. 23.000 Pillen) weiß ich, wovon ich rede. Ich wurde innerhalb von 12 Wochen gesund und medikamentenfrei auf der Basis von Weizen, Kichererbsen, Mungbohnen und rohem Gemüse. Das ist jetzt 5 Jahre her. Heute kann ich auch wieder Fleisch oder Fisch essen, aber nicht täglich, sondern alle 14 Tage beim Grillen oder im Restaurant. Ich bin Halbvegetarier. Meine Ernährungsgrundlage besteht aus selbst gequetschten Weizenkörnern, Nüssen und Sonnenblumenkernen.

Ich habe mich mit 6 Ernährungsgurus intensiv beschäftigt und halte mich inzwischen nur noch an Ratschläge, wenn der Berater oder Arzt mindestens 90 Jahre alt geworden ist bei voller Leistungsfähigkeit. Am besten und praktikabelsten ist www.dr.Schnitzer.de, der sogar Studien am lebenden Objekt vorweisen kann. Ein Teil seiner Bluthochdruckstudie bin ich selbst und kann deshalb sagen: Was der schreibt stimmt auch.

Probleme mit Weizen kommen zwar öfter vor, zeigen sich aber in der Regel im Darmbereich und nicht in der Haut. Das deutet eher auf eine Entgiftung des Körpers hin, der bestimmte Stoffe anders nicht loswerden kann. Die Quelle kann man manchmal jahrelang suchen. Es gibt auch Menschen, die haben eine Lichtallergie oder vertragen kein Gold. Auch das sind sehr seltene Fälle. Kann es sein, dass du Fertigmüsli genommen hast, welches immer Antischimmelmittel enthalten muss oder hast du das ganze Korn frisch zubereitet?

Wenn jemand absolut kein Getreide möchte kann er sich auch einen Vorrat an Sonnenblumenkernen hinlegen. 100 kg (ca. 100 g/Tag) reichen für 3 Jahre und sollten für eine Krise reichen. Meine keimten problemlos noch nach 5 Jahren. Der Platzbedarf ist gering. Interessant ist auch Quinoa, das Korn der Inka. Buchweizen enthält ebenso wie Quinoa alle wichtigen Aminosäuren und kann ebenfalls über längere Zeit als Ernährungsgrundlage genutzt werden.Über die Keimfähigkeit der beiden weiß ich leider nichts.

Ich möchte noch einmal betonen, wie wichtig Getreide als Grundlage und eigentlich unersetzbar für Notvorräte an Nahrungsmitteln ist. Wer das nicht verträgt kann auch auf Samen wie Sonnenblumen, Quinoa, Buchweizen ausweichen. Die Konsistenz von Buchweizen finde ich allerdings grauenhaft, aber die Geschmäcker sind ja verschieden.

Da dieses hier kein Ernährungsforum ist sondern mit Überleben in der Krise zu tun hat möchte ich mich zu Ernährungsfragen im Alltag hier nicht weiter äußern, da dieses das falsche Forum ist. Bei Interesse schreibe ich aber gerne etwas zu meiner Literatur und zu meiner 5-jährigen überwiegenden Rohkosternährung.

Viele Grüße
Bruno

Getreidealternativen

Redemption, Donnerstag, 08.01.2015, 22:03 vor 4037 Tagen @ bruno (2751 Aufrufe)

Hallo,

Pseudogetreide finde ich auch gut. Gibt recht viele Pflanzenarten von denen man den Samen essen kann mir unterschiedlicher Nährstoffzusammensetzung.

Besonders gut finde ich Hanf. Der hat im Gegensatz zu Sonnenblumen eine extrem gute Fettsäurenzusammensetzung. Außerdem ist sein Aminoprofil sehr gut. Was ich so von anderen Samen nicht kenne.

Auch als Faserlieferant ist Hanf genial.
Die Samen sind gut lagerbar. Und er ist leicht anzubauen.
Leider gibt es hier in Europa nur noch den entsprechend gezüchteten Nutzhanf. Dann wäre die Pflanze auch gut um ein gut als Handelsware zu brauchendes Rauchzeug herzustellen.


Unser wissen aller Moleküle unserer Nahrung auf unseren Körper ist wirklich sehr beschränkt. Es ist schlichtweg mit den aktuellen Methoden nicht bezahlbar das absolut zu erforschen.
Dennoch gibt mir mein Körper recht explizit hinweise darauf, was er für sich als gute und als weniger gute Nahrung empfindet. Was das fehlende wissenschaftliche Wissen imho bis zur absoluten Erkenntnis ersetzen kann.

Schadstoffe bei Fisch? Krankheitserreger beim rohen Fleisch?

schwelmi, Montag, 02.02.2015, 12:48 vor 4013 Tagen @ Redemption (2589 Aufrufe)

Hallo Redemption,

wie sieht es denn mit der Schadstoffbelastung bei Fisch aus?
Dieser Artikel zeichnet da kein so tolles Bild:
Ist Fisch noch genießbar?

Bei rohem Fleisch, insbesondere beim Schweinefleisch, besteht neben der Gefahr, sich Parasiten einzufangen auch noch die Gefahr, sich mit vielfältigen Krankheitskeimen oder Salmonellen zu infizieren. Durch den häufigen Genuß von Schweinefleisch, bzw. -fett bewegt sich der ph-Wert des Körpers ins saure Mileau und führt somit zu Verstopfung und vielen Wohlstandskrankheiten.

Ich werde Fleisch lieber nicht roh essen und weiterhin versuchen, es möglichst weit zu reduzieren im Speiseplan.

Bei den Römern galt Fleisch übrigens als Notnahrung. Die Tagesration eines römischen Soldaten bestand aus 1 kg Getreide.

Schönen Gruß
schwelmi

Dumm durch Brot?

Lieselotte, Dienstag, 03.02.2015, 16:22 vor 4012 Tagen @ schwelmi (2702 Aufrufe)

Hallo, schwelmi!

http://ruhtenberg.info/grain-brain-dumm-durch-brot/

Was ist ungesund an Gluten? Da der Gluten-Bestandteil Gliadin ein Lektin ist, ist auch die Wirkungsweise ähnlich: Gluten kann die Durchlässigkeit der Darmbarriere erhöhen. Der Darm wird undicht. Verursacht wird dies durch Gliadin, das die Zonulin-Freisetzung erhöht. Zonulin wiederum ist verantwortlich für die Durchlässigkeit der Darmwände. Gliadin, welches resistent gegen Verdauungsenzyme ist, interagiert darüber hinaus mit dem Lymphgewebe und löst Entzündungsreaktionen aus. Die darauf zurückgeführten Krankheiten sind unter anderem Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1, Psoriasis (Schuppenflechte), IgA Nephritis ("Morbus Berger") und Rheumatoide Arthritis.

Weiterlesen bei Urgeschmack: Was ist Gluten? - http://www.urgeschmack.de/gluten/

Ich gebe zu, es ist schwierig, überhaupt irgendwas zu finden, was man noch einigermaßen essen kann, wenn man denn von einer der obigen Krankheiten betroffen ist und auf Gluten verzichten muss.
Wenn der Darm einmal undicht ist, sich die daraus ergebenden Krankheiten eingestellt haben, wird der davon Betroffene das aber von alleine aus tun :-)

Lasst es doch einfach nicht so weit kommen. Ich hab früher auch viel Brot und sonstige Backwaren gegessen; Folge ist chronische Krankheit.
Ich habe nie etwas gehabt von Fleisch, allerdings esse ich kein Schweinefleisch.
Diese meine Erfahrungen decken sich mit vielen anderen chronisch Kranken. Leider wird in den Medien Stimmungsmache gegen Fleisch betrieben, warum weiß ich auch nicht.

Man muss aber nun einfach nicht alles glauben, hätten die Römer so viel Getreide gegessen, dann hätten sie niemals ein Weltreich erbauen und es durch Kampf erhalten können, davon bin ich überzeugt. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass Getreide, regelmäßig gegessen, krank macht.

gruß, Lieselotte

Gluten, etc.

Oberberger, Dienstag, 03.02.2015, 22:43 vor 4011 Tagen @ Lieselotte (2593 Aufrufe)

Guthen Abend, Lieselotte!

Zu den Problematiken des Glutens und anderen, damit zusammenhängenden Inhaltsstoffen, kann ich als HP nur sagen, daß es leider immer mehr Menschen in der heutigen Zeit betrifft. Was jedoch auch anscheinend immer mehr herauskommt, ist, daß es besonders die sogenannten neugezüchteten Getreide- respective Weizensorten sind, die besonders häufig diese Unverträglichkeiten auslösen.

Leider muß ich aber Deiner Ansicht wiedersprechen, daß die Römer nicht viel Brod gegessen hätten. Genau das Gegentheil war der Fall. Weizenbrod war das Hauptnahrungsmittel der Römer und wurde zu jeder Mahlzeit gegessen; jedenfalls ist das mein Wissensstand. Es giebt auch einige Historiker, die der Meinung sind, daß das Wegbrechen der römischen Kornkammern in Nordafrica mit einer der wesentlichen Factoren war, die zum Zusammenbruch des Weltreiches führten.

Nichtsdestotrotz bin ich absolut kein Verfechter von Vegetarismus oder gar Veganismus!
Schaut man sich nämlich einmal den Speisezettel der Eskimos (Innuit) an, dann müßten sie nach Lesart der Vegetarier alle mit späthestens 30 Jahren an Krebs, Arthritis oder Herzinfarct verstorben sein.
Hinzukommt, daß es Getreidenahrung erst seit etwa geschätzten 10.000 Jahren giebt, davor aß man Fleisch, hin und wieder auch mal Fleisch oder auch Fleisch :-D und dann auch mal Fisch, Grünzeugs und Früchte...
Wahrscheinlich war die Lebenserwartung der Menschen vor 10.000 oder 20.000 Jahren deshalb so schlecht, weil sie an Verstopfung starben, die sie ohne die Weizenkleie und die vielen leckeren Getreidenahrungsmittel wie Chocopops, Corn-Flakes, Müsliriegel, McDonald-Brödchen und Industrie-Brod wohl einfach dahingerafft hat; nicht etwa wilde Thiere, Krankheiten, Hungersnöthe, Unfälle, kriegerische Auseinandersetzungen und mangelnde Hygiene waren Schuld - niemals nicht!:-D

Gruß,

der Oberberger

Nicht ganz so dumm

schwelmi, Mittwoch, 04.02.2015, 15:42 vor 4011 Tagen @ Lieselotte (2731 Aufrufe)

Hallo Lieselotte,

danke für die Links.
Wenn du genau liest, dann findest du aber unter Getreide-einweichen-ankeimen-mahlen-fermentieren auch Hinweise, wie man die schädigende Wirkung von Getreide minimieren kann (mit Ausnahme von Gluten):

Was ist das Problem?
Was ist so schlimm an Getreide? Die Kurzfassung: Phytinsäure blockiert die Aufnahme von Mineralstoffen, Lektine und Gluten können die Darmwände angreifen und Enzyminhibitoren blockieren die Verdauung. Gründe genug, den Verzehr zu überdenken. Wässern, Ankeimen und Fermentieren sind die Techniken, mit denen noch heute viele Naturvölker ihre Getreide vor dem Verzehr bearbeiten. Laut Guyenet ist es genau dieses Vorgehen, das aus den potentiell toxischen Körnern ein Nahrhaftes Lebensmittel machen kann.

Getreide Einweichen und Getreide Ankeimen
Durch Einweichen und anschließendes Kochen werden viele Toxine und Anti-Nährstoffe, darunter Tannine, Saponine, Enzyminhibitoren und Lektine abgebaut. Auch Phytinsäure kann durch diesen Prozess in einigen Fällen teilweise abgebaut werden. All dies vereinfacht die Verdauung und erhöht den Nährwert. Es empfiehlt sich eine Einweichzeit von 24 Stunden an einem warmen Ort. Dies bezieht sich auf alle Getreide und Hülsenfrüchte. Darauf kann das Ankeimen folgen: Anschließend an das Einweichen werden die Körner ein bis zwei Tage lang Täglich zwei Mal gespült und weiter eingeweicht. Dadurch erhöht sich die Verträglichkeit und der Vitamingehalt steigt. Einige der Mineralien werden trotzdem noch unzugänglich sein, weil noch immer Phytinsäure enthalten ist. Keim, Keimling und Sprossen sind verschiedene Begriffe die (fälschlichweise) oft synonym verwendet werden, wer sich mit dem Keimen oder Ankeimen beschäftigt, lernt schnell mehr darüber.

Getreide Mahlen und Getreide Fermentieren
Durch das Mahlen des angekeimten Getreides erhöht sich die Oberfläche um ein Vielfaches, wodurch Enzyme freigesetzt werden, die im Folgenden wichtige Arbeit leisten. Durch Milchsäure angekurbelt (ein Löffel Naturjoghurt kann Wunder wirken) erreicht Phytase seine höchste Aktivität beim Abbau der Phytinsäure und macht aus dem Korn so eine gute Mineralstoffquelle. Abhängig ist dies allerdings von der Art des Getreides: Mais, Reis, Hafer und Hirse enthalten nur wenig Phytase und müssen entsprechend länger fermentieren. Alternativ hilft die Mischung mit anderen Getreiden wie Weizen und Roggen oder mit Buchweizen, deren Phytasegehalt relativ hoch ist. Während der Fermentation werden auch die Lektine teilweise unschädlich gemacht und das Aminosäurenprofil so verändert, dass die Wertigkeit des Getreide-Eiweiß die von Fleisch erreicht. Zugleich erhöht sich die Verdaulichkeit, sodass der Mensch tatsächlich auch etwas von diesen Nährstoffen hat. Eine Form des Fermentierens ist in Europa als Sauerteigzubereitung bekannt. Keiner diese Prozesse hat nennenswerten Einfluss auf die Wirkung des Glutens auf den Verdauungstrakt.

Fazit
Die Verträglichkeit und der Nährwert von Getreide kann durch entsprechend geplante und sorgfältige Vorbereitung erhöht werden. Doch kaum ein industriell hergestelltes Produkt erfährt diese Behandlung. Es ist also heimische Handarbeit nötig, um die Lektine, Phytinsäure und Enzyminhibitoren unschädlich und die Körner damit genießbarer zu machen. Jedoch bleibt es dabei, dass es sich bei Getreide um ein ernährungsphysiologisch vergleichsweise minderwertiges Lebensmittel handelt. Auch wer absolut nicht auf Getreide verzichten möchte, sollte stets im Kopf behalten, dass diese Körner allenfalls eine Erweiterung, keine alleinige Grundlage des Speiseplans darstellen sollten.

Glutenabbau durch Sauerteig
Wenn man dann diesem Artikel (leider in englisch) glauben darf, dann kann man das Gluten durch sorgfältige Sauerteigherstellung nahezu vollständig abbauen.

Zu beachten ist hierbei noch, dass die Versuche mit modernem Weizen durchgeführt wurden, der durch gezielte Zucht auf bessere Backeigenschaften generell deutlich schlechter verdaulich ist als alte Getreidesorten.

Eigene Erfahrungen
Aus eigener Erfahrung kann ich durchaus bestätigen, dass ich bei Brot aus reinem Roggensauerteig keine Beschwerden bekomme, was ich von sonstigen Backwaren nicht behaupten kann.

Schönen Gruß,
schwelmi

Brod backen

Oberberger, Mittwoch, 04.02.2015, 20:53 vor 4011 Tagen @ schwelmi (2562 Aufrufe)

Hallo allerseits!

Tja, da giebt es dann noch den ganz einfachen Weg des Selberbackens...
Ich backe seit über 20 Jahren mein gesammtes Brod selbst. Auch Brödchen und Stuten, etc.
Generell backen wir alle 2 Wochen, haben aber jetzt schon damit angefangen, auch einmal zwei Teigmengen zugleich zuzubereiten (zwei Schüsseln-Prinzip) und somit 6 Brode in zwei Ladungen zu je drei Formen abzubacken; das reduciert die Backintervalle auf einmal monatlich.
Ich benutze dazu seit dieser Zeit eine KENWOOD MAJOR Küchenmaschine mit Getreidemühle und zwei Rührschüsseln, sowie drei Profibackformen, die wir gegebenenfalls noch auf sechs erweitern werden. Generell kann ich die Kenwood nur empfehlen. Wer mehr Geld investieren will, kauft halt eine getrennte Mühle. Und wer sich auf electrofreie Zeiten vorbereiten möchte, kauft eine Mühle, die auch manuell angetrieben werden kann, das Kneten kann man sowieso von Hand ausführen.
Gebacken wird bei uns mit eigenem Natursauerteig und ggf. Hefe.
Entweder machen wir Mischbrode (1/2 Roggen, 1/4 Weizen, 1/8 Hafer, 1/8 Dinkel zum Beispiel), die mit Sauerteig und Hefe angesetzt werden oder reine Roggenbrode, die aber nur mit Sauerteig gebacken werden; den Teigen fügen wir dann noch, je nach Lust und Laune, Kürbiskerne, Haselnüsse, Walnüsse oder Sonnenblumenkerne hinzu. Im allgemeinen verwenden wir Bio-Getreide.
Am liebsten backe ich in unserem WAMSLER Westminster Holzherde mit bayrischem Doppelzug, in welchem auch alle Braten besser als in jedem anderen Herde werden, aber auch in unserem englischen CANNON Gasherde werden die Brode vorzüglich.
Das Brod wird anschließend eingefroren und je nach Bedarf aufgethaut.

Für das richtige Kneten, insbesondere von Hefeteig, empfehle ich die französische Knetmethode, die auf Youtube (leider nur auf Englisch oder Französisch) gezeigt wird. Meine Oma hat diese Methode schon in den Dreissigern angewandt und war berühmt für ihre Rosinenmandelstuten!:hungry:

Gruß und gehabt Euch wohl,

der Oberberger

Gluten

Lieselotte, Donnerstag, 05.02.2015, 08:59 vor 4010 Tagen @ schwelmi (2519 Aufrufe)

Hallo, schwelmi!

.... " bis auf Gluten" ...


ja, genau, darum geht es ja, das Gluten. Das kann man nicht durch bearbeiten "wegmachen".

Nun ja, wer nicht verstehen will, will halt nicht verstehen.

Gruß, Lieselotte

Der Mensch ist erheblich länger schon Getreideesser gewesen

Jacob, Donnerstag, 05.02.2015, 13:37 vor 4010 Tagen @ Lieselotte (2584 Aufrufe)

Hallo Lieselotte,

der Mensch ist erheblich länger schon Getreideesser gewesen,
als dass er Fleischesser gewesen wäre.

Er konnte erst zum Fleischesser werden, nachdem er sich eine ganze Reihe von Technologien angeeignet hatte: Die Beherrschung des Feuers, Waffen, Jagd.

Als Frugivore hat der Mensch eine weitaus längere Zeit u.a. Süßgräsersamen, die Urformen unserer heutigen Getreidesorten, verzehrt, als tierische Stoffe.
Ursprünglichere Getreidezüchtungen mit geringem Klebeeiweißanteil sind in der Zubereitungsform wie schwelmi dies beschrieben hat, eine hervorragende Nahrungsquelle.

Übermäßiger langfristiger Fleischverzehr beschert hingegen im Endeffekt todbringende Eiweißspeicherkrankheiten. Dr. Schnitzer hat diesbezüglich in seinen Büchern nicht nur überaus überzeugende Gedankengänge dargelegt, sondern hierzu in größerem Rahmen Forschungen mit mehreren Tausend Probanden durchgeführt. Auch beim Fleischverzehr spielt wiederum die Differenzierung von roher Kost und hitzedenaturierter eine ganz wesentliche Rolle.

Die Vielfältigkeit menschlicher, überwiegend gesunder Ernährungsformen hat mir am nachdrücklichsten das Buch von Weston A. Price "Nutrition and Physical Degeneration" vor Augen geführt.
Alles andere ist Moral, die ein jeder selbst für sich finden sollte.


Medial werden wir im übrigen gerade zu Vegetariern konditioniert, weil eine vegetarische Gesellschaft weniger rebellisch und aggressiv ist und ein höherer Grad an Mangelernährung wahrscheinlicher ist. Der Endzustand einer befriedeten Bevölkerung, über die sich bequemer herrschen lässt, ist am Beispiel Indiens gut zu erkennen:
1. Kastensystem, 2. Religiöser Überbau:Buddhismus(o.ä.), 3. Vegetarismus.

Guten Appetit,
jacob

Getreide / Vegetarismus

Oberberger, Donnerstag, 05.02.2015, 19:53 vor 4010 Tagen @ Jacob (2583 Aufrufe)

Hallo allerseits!

Genau das sehe ich auch so! Denke, es ist ein moralischer Vorwand, der mit dem schlechten Gewissen wegen der Thierquälerei der heutigen Thierproduction, anders kann man das ja nicht mehr bezeichnen, gekoppelt wird, um eine schafsköpfige Masse heranzuziehen. Die Thiere haben noch nie jemanden wirklich interessiert, solang damit Profit gemacht werden kann. Wenn wirklich vernünftigem Fleischconsume das Worth geredet werden soll, dann würde man schärfstens überwachte Bio-Thierzucht und ethisch einwandfreie Mast durchziehen, dabei den Fleischpreis unbeachtet lassen, der pendelte sich ganz einfach durch den Markt von selbst ein und nur ethisch einwandfreies Fleisch auf dem Markte acceptieren! Selbstredend bekäme man dann kein Schnitzel mehr für 3,50€/Kg. Das wäre aber nicht weiter schlimm!
Das will aber niemand!

Gebe Dir recht, daß der Mensch schon viel länger Samen, insbesondere Grassamen, ißt, aber das würde ich nicht als Getreide bezeichnen! Auch die Verdaulichkeit der Grassamen ist wohl wesentlich besser als bei den heutigen, hochgezüchteten Getreidesorten! Obendrein kommt noch, daß die Menge derartiger Samen quantitativ, schon wegen der wesentlich schwierigeren "Beschaffung", einen geringeren Antheil gehabt haben dürfte als heute!

Zum Fleisch verweise ich auf das Geschriebene zum Thema Eskimos!

Gruß, der Oberberger

Mischkost

Lieselotte, Donnerstag, 05.02.2015, 23:11 vor 4009 Tagen @ Jacob (2560 Aufrufe)

Hallo, Jacob!

Richtig ist wohl eine gesunde Mischung tierischer und pflanzlicher Nahrung, Mischkost, eben.

Wenn man aber einmal so weit ist, und keine Gluten mehr verträgt, geht das nicht mehr. Dann geht nichts mehr, was Gluten enthält.
Soweit muss man es ja nicht kommen lassen. Darum ging es mir. Nichts anderes!

gruß, Lieselotte

Gluten

schwelmi, Freitag, 06.02.2015, 06:07 vor 4009 Tagen @ Lieselotte (2596 Aufrufe)
bearbeitet von schwelmi, Freitag, 06.02.2015, 06:14

Hallo Lieselotte,

verzeih mir, wenn ich da nochmal nachhake.
Meine eigenen Erfahrungen deuten einfach etwas anderes an.

Hast du denn schon einmal versucht, Brot aus Sauerteig selbst herzustellen, insbesondere welches aus selbst gemahlenem Roggen?
Ich glaube nämlich, dass Roggen sehr viel bekömmlicher ist als Weizen und dass es auch eine Rolle spielt, ob das Mehl stark ausgemahlen ist oder nicht.

Roggen enthält im Gegensatz zu Weizen, Dinkel, Kamut, Emmer, Einkorn und Hartweizen nur einen niedrigen Anteil an Kleber. Desweiteren enthält Roggen 6 - 8% Pentosane (über das ganze Korn verteilt), die verhindern, dass sich das Gluten vernetzt und ein Klebergerüst bildet. Weizen enthält lediglich 2 - 3% Pentosane (nur in den Randschichten).

Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der Kleberanteil zur Mitte des Mehlkörpers sinkt, seine Qualität aber steigt. Deshalb haben stark ausgemahlene Mehle einen höheren Kleberanteil von geringerer Qualität als wenig ausgemahlene Mehle mit niedrigerem Klebergehalt von besserer Qualität.

Nicht zuletzt möchte ich auch noch erwähnen, dass Roggen beim Anbau nicht unbedingt Kunstdünger benötigt, Weizen schon.

Außerdem sei auf die Aussage von Baba Vanga verwiesen:
"Ihr müßt viel Roggen säen! Die Menschen müssen mehr Roggenbrot essen, denn Roggen schützt den Organismus von Giften und Radioaktivität."

Schönen Gruß,
schwelmi

Roggen

Oberberger, Freitag, 06.02.2015, 23:07 vor 4008 Tagen @ schwelmi (2623 Aufrufe)

Hallo Schwelmi und Lieselotte,

muß einfach nochmals meinen Senf dazugeben!;-)

Genau das habe ich auch soeben herausgefunden!! Wir haben jetzt zum ersten Male reines Roggenbrod, ohne Hefe, nur mit selbstgemachtem Sauerteige, gebacken, und es ist formidabel geworden; wie vom Bäcker!:-D

Als zweiten "Batch" haben wir ein Weizen-Hafer-Dinkel-Brod mit Hefe gebacken und es ist nicht sehr guth geworden, und es liegt schwer im Magen, trotz, daß es sehr leicht ist.:-(

Wohlgemerkt mahlen wir unser Getreide jeweils frisch vor dem Backen selbst -> KENWOOD Major Küchenmaschine.:ok:

Versuche es doch auch mal selbst, Lieselotte! Vielleicht verträgst Du das ja?:yes:

Gruß und ein ganz entspanntes Wochenende von mir aus dem verschneiten und eisigen Bergischen Lande.

Der Oberberger

Kein Gluten

Lieselotte, Mittwoch, 11.02.2015, 19:24 vor 4004 Tagen @ schwelmi (2553 Aufrufe)

Hallo, schwelmi,

seitdem ich keinerlei Gluten mehr esse, geht es mir wesentlich besser.
Glaub mir, das war ein langer Weg. Es gab auch nur zwei Ärzte, die fähig und willens waren, Glutenintoleranz zu diagnostizieren. Habe lange danach gesucht.

Gluten machen das bekannte Leaky-gut-Syndrom, welches dann - über Jahre - dazu führt, dass man durch die dann durchlässige Darmschleimhaut vergiftet wird.

Das führt dann zu weiteren Krankheiten, chronisch, versteht sich. Schlimmer empfinde ich aber, dass ich nur noch wenige Nahrungsmittel essen kann, ich reagiere auf fast alles, außer Fleisch. Obst geht auch nur noch in geringen Mengen, Grünzeug ebenso.

Darauf wollte ich hinaus, laut div. webseiten sind ca 10 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Es handelt sich nicht um eine Zölikaie, sondern um Glutenunverträglichkeit.

Man kann das im Blut testen. Man sollte das auch machen bei ungeklärten Allergien/Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chronischer Müdigkeit und so weiter.

Gruß Lieselotte

Parasiten und ihre Wirkung

schwelmi, Donnerstag, 05.02.2015, 20:29 vor 4010 Tagen @ Redemption (2640 Aufrufe)
bearbeitet von schwelmi, Donnerstag, 05.02.2015, 20:40

Das Immunsystem ist wohl darauf vorbereitet mit Parasiten umzugehen. Auch eine Symbiose mit ihnen einzugehen.
In der medizinischen Forschung wurden zum Beispiel bereits erfolgreich Darmparasiten eingesetzt um Autoimmunerkrankungen zu therapieren.
Nicht zu vergessen, dass bei uns bei der Fleischbeschau eine Überprüfung auf Parasitenbefall vorgeschrieben ist.

Hallo Redemption,

ich gebe zu, ich hatte Zweifel an deiner Aussage, bin nun aber auf dieses Video gestoßen:
Alte Freunde neue Feinde

Darin wird unter anderem gezeigt, dass Parasiten Allergien verhindern können.

Ich bin echt beeindruckt im Moment und schockiert darüber, was wir mit unserem Nachwuchs angestellt haben oder anstellen.

Gruß,
schwelmi

Parasiten

Oberberger, Donnerstag, 05.02.2015, 23:00 vor 4009 Tagen @ schwelmi (2583 Aufrufe)

Hallo Schwelmi!

Naja, das ist ein zweischneidiges Schwerth!!
Das mag auf Fadenwürmer zutreffen, bei Bandwürmern wird das schon ganz anders. Sie zehren sehr am Körper und können sich auch verklumpen und dann zum Darmverschluß führen.
Bei Spulwürmern hört der Spaß dann ganz auf! Die Problematik von Trichinen (Schlaganfall, Herzschlag, Lungenembolie, Arthritis, etc.) dürfte ja wohl allen bekannt sein. Sie neigen vor allen anderen zu Darmverschlüssen und enden unbehandelt meist tödlich!
Zum Fuchsbandwurm und seinen gefährlichen Nebenwirkungen kann man ja genug im Net nachlesen. Außerdem giebt es ja auch noch Leberegel, Peitschenwurm, etc....
Nee, also danke satt!

Also ich lebe sehr guth ohne meine Fadenwürmer, die ich schon eimal hatte....

Gruß,

der Oberberger

Ja, ich

Lieselotte, Donnerstag, 08.01.2015, 17:25 vor 4038 Tagen @ Redemption (2769 Aufrufe)

Hallo,

interessant,was Du schreibst. Ja, ich würde mich darüber gerne austauschen, vor allen Dingen über die Pflanzen (-teile), die man aus der Natur roh, ohne großen Kochaufwand, essen kann.

Ich bin mir aber sehr unsicher, ob pflanzlich ausreicht.

Mein Hintergrund: ich esse gerne roh, auch Fleisch (kein Schwein), bin kein Fischesser, aber vielleicht ändert sich das ja noch. Habe den extremen Energiegewinn bemerkt, den rohes Essen (auch Gemüse, Keimlinge etc) bringt. Wozu kochen, wenn durch das Kochen alle Inhaltsstoffe kaputt gehen. In einer Survivalsituation will man auch nicht groß kochen müssen.

Weiterer Hintergrund: Durch eine chron. Krankheit und Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (auch Gluten) weiß ich ein "bisschen" über Ernährung. Ich habe irgendwie das Gefühl,dass Getreide (ähnlich wie Zucker) süchtig macht. Derzeit esse ich glutenfrei, aber Fertigprodukte, die man so kaufen kann (sind z.T.lange haltbar), aber so ganz gefällt mir das nicht wegen der Abhängigkeit davon und der teilweise extrem langen Liste der Zusatzstoffe.

Ich würde gerne langfristig (jede Veränderung langsam zu vollziehen, ist nach meiner Erfahrung besser) auf das umsteigen, was die Natur so bietet (Ausnahme: Fleisch, da ich kein Jäger bin), inclusive Wurzeln und Wildgemüse.
Dass Parasiten ein sonderlich großes Problem sein werden, glaube ich nicht.

Vorbildung habe ich, ich kenne ein paar hervorragende Videos von Jochen Vogel, der hier zeigt, wie man Eicheln essbar machen kann: https://www.youtube.com/watch?v=ZxQO54CnKpY

zugegeben, eine mühselige Sache, roh sind sie dann auch nicht mehr, aber wenn man überlegt, dass evt. unsere Vorfahren nur so überlebt haben, große Jagderfolge und viel Fleisch war wohl damals eher die Ausnahme.
Aber was Herr Vogel so an Infos bietet, ist natürlich zu wenig.

Also in dem Sinne wäre ich an einem Austausch interessiert.

Gruß, Lieselotte

Gluten und Parasiten

schwelmi, Freitag, 09.01.2015, 04:57 vor 4037 Tagen @ Lieselotte (2755 Aufrufe)
bearbeitet von schwelmi, Freitag, 09.01.2015, 05:19

Hallo Lieselotte,

da ich auch unter Glutenunverträglichkeit leide, weiß ich, wie schwierig es für dich ist, etwas zu essen zu finden, das du auch verträgst. Es ist zwar nicht roh, was ich esse, aber ich kann dir sehr empfehlen, dich mit Brotbacken zu beschäftigen, bevor du irgendwelche vermutlich auch noch überteuerten Fertiggerichte kaufst. Mit den Rohvarianten experimentiere ich noch. Ich werde davon derzeit nicht satt und Fleisch oder Fisch habe ich roh noch nicht getestet. Ich bin mir nämlich auch wegen der möglichen Gefahr von Parasiten noch unschlüssig - pürieren wäre vielleicht eine Möglichkeit, das zu umgehen, aber ob es dann noch schmeckt?
Ich meine auch, irgendwo gelesen zu haben, dass man Parasiten früher bekämpft hat, indem man dann täglich einen Teelöffel Terpentin - also Baumharz in Fett gelöst - zu sich nahm. Es gibt aber auch hierzu Warnungen, dass das unter Umständen ganz und gar nicht bekömmlich sei. Somit würde ich das wirklich nur im Notfall testen wollen.

Falls du Brot selbst backen möchtest, ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht mit Roggenbrot, das zu 50% aus flüssigem und selbst gezogenen Natursauerteig besteht. An weiteren Bestandteilen füge ich meinem Brot noch etwas Haferflocken, Mehl aus Hirse oder Teff und dann noch Roggenmehl hinzu. Wahlweise kann man da auch noch Sonnenblumenkerne reinmachen und natürlich etwas Salz und Brotgewürz.

Die sauerteigresistente Backform fette ich mit Olivenöl ein, lasse das Brot 4 bis maximal 6 Stunden im Backofen gehen - es ist während dieser Zeit nur die Backofenlampe an - und heize danach für 15 min. auf 200 Grad auf. Anschließend backe ich das Brot noch 35 min. bei 180 Grad fertig.

Fazit: Es macht etwas Arbeit, aber solch ein Brot sättigt und es schmeckt. Da kann kein Bäcker mithalten.

Ansonsten habe ich zumindest bei mir festgestellt, dass Fett einfach wichtig ist, um satt zu werden und das nehme ich bisher in tierischer Form zu mir. Olivenöl eigenet sich leider nicht so gut als Belag und Keimöl schmeckt dazu auch noch grauenvoll.

Schönen Gruß,
schwelmi

Sauerteigbrot

Redemption, Samstag, 10.01.2015, 00:22 vor 4036 Tagen @ schwelmi (2703 Aufrufe)

So richtig gutes Sauerteigbrot würde ich auch essen.

Also eines, welches richtig gut fermentiert ist. Nicht diese Industrieware, dies heute beim Bäcker gibt.

Brot backen, Parasiten

Lieselotte, Samstag, 10.01.2015, 10:50 vor 4036 Tagen @ schwelmi (2666 Aufrufe)

hallo Schwelmi,

ganz herzlichen Dank für dein Brotbackrezept! Das klingt wirklich lecker. Ich möchte aber langfristig von Brot weg, deshalb werde ich das wohl nicht ausprobieren. Ich vertrage Getreide nicht gut. Ich bin noch am experimentieren, welche Getreidesorte, glutenfrei, versteht sich, am besten für mich ist.

Viel spricht für Roggen und Hafer. Quinoa muss ich noch ausprobieren. Das muss man aber lange kochen. Haferflocken braucht man nur einzuweichen, das ist in einer survival-Situation vorteilhafer. Haferflocken mit Wasser schmecken zwar nicht so gut, macht aber satt und sind gesund. Das Ganze lässt sich auch schnell mit ein bisschen Wild-Obst aufpeppen, so vorhanden. Für Haferflocken spricht auch ihre gute Lagerfähigkeit.

Ich habe mir ein Buch über Parasiten gekauft (Alan E.Baklayan: Parasiten - die verborgene Ursache vieler Erkrankungen). Es gibt da ja ganz viele. Fazit ist für mich, aus dem Buch, dass Parasiten immer in Kombination mit Schwermetallvergiftung auftreten, und in dem Sinne in unserem Körper symbiotisch leben, d.h. sie entgiften uns sogar. Die Dinger loszuwerden, ist nicht einfach, dazu muss man erst mal die Schwermetallvergiftung loswerden, und dann die Parasiten.
Dazu gibt es ja genügen Infos im Internet, da das aber hier nicht Thema ist, gehe ich da nicht weiter drauf ein.

herzliche Grüße Lieselotte

Auch ich

Amselkönig, Freitag, 09.01.2015, 16:49 vor 4037 Tagen @ Lieselotte (2617 Aufrufe)

Hallo Lieselotte,

https://www.youtube.com/watch?v=a3oVLXRyFZc

könnte zu Deinem Thema passen.

Wranglerstar hat eine lange Serie Videos gemacht. Supergut. Muß ja nicht immer seiner Meinung sein.

Übrigens nennt sich der von Dir präsentierte Filmemacher nicht Jochen Vogel, sondern Johannes Vogel.
Unglaublich, wie gutes Deutsch dieser Mensch spricht!

Hans-Jochen Vogel finde ich aber auch immer noch gut ;-)


Gruß,

8-})
Amselkönig

--
Langsam aber genau.

Pflanzendelikatessen

bruno, Freitag, 09.01.2015, 17:29 vor 4037 Tagen @ Lieselotte (2785 Aufrufe)

Hallo Lieselotte,
ich finde es schön, dass sich noch andere Leser für so eine Art der Ernährung interessieren. Ich finde, sie bringt nicht nur Gesundheit, sondern vereinfacht die Vorratshaltung für Krisen enorm, wenn man sich einen Teil seiner Ernährung aus der Natur nehmen kann. Es wird zwar immer nur ein Teil bleiben, aber der kann für Gesundheit und Überleben entscheidend sein, wenn man nichts mehr kaufen kann.

Mit den rohen Pflanzenteilen habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir durchaus manche Pflanzen (z.B. Wiesensalbei, Blätter und Blüten) sehr gut schmecken, meiner Frau aber überhaupt nicht. Sie steht mehr auf bittere Sachen wie z.B. Wermut. Die Geschmäcker sind sehr individuell. Dir bleibt nichts anderes übrig, als Pflanze für Pflanze in der Natur zu sammeln, zu bestimmen und zu probieren, Stück für Stück. Die viele frische Luft tut einem richtig gut und man lernt was.

Ein Herr Franz Konz hat das Buch geschrieben „Der große Gesundheitskonz“, ISBN 978-3-8004-1314-0. In diesem Buch findest du Tabellen der Inhaltsstoffe von Industriegemüse, Obst und Wildpflanzen im Vergleich dazu. Franz Konz ist der Einzige, der das Geld aufgewendet hat, um die Analysen der Wildpflanzen durchführen zu lassen. So enthält z.B. 30 Gramm Scharbockskraut oder Brennnessel im Wald gewachsen so viel Vitamin C wie 1 Kilo Industriesalat. Eine Ernährung nur mit Zuchtgemüse wird immer eine Mangelernährung, weil dieses Gemüse auf Volumen und Menge, nicht aber auf Inhalt gezüchtet wurde. Mit Pseudogetreide oder Sonnenblumenkernen ist man aber auch auf der sicheren Seite.

Das Buch hat 1455 Seiten und ist für diese Thematik einzigartig und ein absolutes Muss. In dem Buch werden auch die einheimischen essbaren Pflanzen beschrieben. Seit ich es gelesen habe vernichte ich meinen Girsch nur noch durch Aufessen.

Ich backe mein Brot zwar selber aus selbst gemahlenem Weizen, Hefe, Salz und Wasser, aber nur weil mir die Zeit und Geduld fehlt, mit Sauerteig zu arbeiten. Das Brot mit Sauerteig schmeckt etwas besser, ist in der Herstellung aber aufwändiger. Wenn aber keine Lebensmittel mehr zu bekommen sind würdest du mit Backen nur jede Menge neue „Freunde“ anlocken, denn den Duft vom Brotbacken kannst du nicht für dich behalten. Deshalb gehe ich dann zu kalter Getreideverarbeitung über. Ich benutze heute täglich für mein Müsli eine Kornquetsche der Firma „Eschenfelder“ (ca. 180,-- Euro) mit Handkurbel. 3,5 Esslöffel Getreide drehe ich durch, schütte gleich Wasser drüber und die gleiche Menge an Sonnenblumenkernen, Nüssen usw. kommt auch noch drüber. Diese 100 Gramm halten tatsächlich für 5-6 Stunden satt. Dass esse ich seit 5 Jahren täglich als Ernährungsgrundlage. Wenn ich das Getreide 2 mal durch die Walzen drehe ist das Vollkornmehl auch zum kneten eines Teiges fein genug.

Ansonsten habe ich mich Stück für Stück auch roh durch die Gemüsetheke eines BIO-Supermarktes gebissen. Die Pflanzen draußen sind ja ganz nett, aber man kann nicht immer so viel Zeit aufwenden wie man müssten, auch wenn die gesünder sind.
Franz Konz war übrigens mit ca. 45 Jahren an Magenkrebs erkrankt und wurde von den Ärzten als unheilbar entlassen und zum Sterben nach Hause geschickt. Er hat sich dann selber über Ernährung schlau gemacht, wurde auch mit einem Teil des Magens gesund, ließ sich eine Frau aus Thailand kommen, zeugte mit ihr zwei Kinder und verstarb mit ich glaube 95 Jahren. Voll auf 100 % pflanzlicher Nahrung. Das Resultat ist das oben erwähnte Buch. (Nein, ich kriege keine Prozente).

Von Brombeeren kann man übrigens auch die Blätter essen. Du musst nur die mittlere Gräte der Blätter mit den Haken entfernen. Diese grünen Blätter findet man auch im Winter. Sehr lecker sind auch die geschälten neuen Triebe der Pflanze.

Meine Frau hatte ein Problem mit der Dünndarmschleimhaut. Deshalb wurde Industriezucker und Industriemehl kompl. aus unserem Speiseplan gestrichen. Die Probleme verschwanden dann sehr schnell. Aus dieser Erfahrung weiß ich, dass man Zucker und tote Kohlehydrate (Weißmehl) nur vermeiden kann, wenn man keine Verpackung mehr aufreißt.
Solltest du Angst haben, du könntest Hunger bekommen, esse einfach 8 Bananen. Dann hast du keinen Hunger mehr.
Einmal im Jahr gönne ich mir allerdings auch eine Phosphatstange (Currywurst). Das muss manchmal sein, aber eben nur sehr selten.

Ich bin der Meinung, mein Körper sagt mir sehr genau, was gut für mich ist. Das Problem ist nur, ihm auch zuhören zu können und zu verstehen, Aber das übt sich.

Gruß Bruno

Konz, Schnitzer und Vorräte

Jacob, Freitag, 09.01.2015, 23:42 vor 4036 Tagen @ bruno (2733 Aufrufe)

Hallo bruno,

den Konz habe ich auch quergelesen. Ein eigenwilliger Zeitgenosse, der für die Ernährung auf der Basis von Wildkräutern allerdings ein großartiges Plädoyer verfasst hat; in Buchform und in der Lebenswirklichkeit.
Diese Rohkostfamilie hat sich davon inspirieren lassen und ist mir mit ihren Informationen immer einen Besuch wert:
https://www.youtube.com/results?search_query=rohkostfamilie

Für den Krisenvorrat ist eine unserer Strategien indes die Einlagerung von Hartweizen-Nudeln, die für den Fall der Fälle mit "Wildkräuterpesto" verzehrt werden sollen. Die ungesunden Nudeln sättigen ungemein und sind ein hochkonzentrierter, ewig haltbarer Energiespeicher; wenn auch ein langfristig schädigender, deren Negativwirkungen durch die Wildkräuterkomponente wenigstens in einem gewissen Maße aufgefangen werden soll. Verhungern wird man so aber nicht. Bleibt hierbei zu berücksichtigen, dass ungebetene Gäste durch den Geruch bei der Zubereitung der Speise angelockt werden könnten. Womöglich könnte ein Einweichen bereits ausreichen.
An Dosenfisch führt mE für den Krisenvorrat kein Weg vorbei.
Ebenso bevorraten wir Trockenfrüchte, Nüsse, große Mengen Getreide und langhaltbare, keimfähige Saaten, Zucker, Honig, Ölivenöl in Kanistern und Konserven.

Wunderbar, was Du über Sonnenblumenkerne zu berichten weißt. Da werde ich aufstocken. Hanfsamen werden möglicherweise zu schnell ranzig, beim Hanföl habe ich dies feststellen müssen. Weiß hierzu jemand mehr?


Wir nutzen auch die Eschenfelder Quetsche. Mittlerweile bereits die halbe Familie mit einer jeweils eigenen. Mir liegt es sehr fern Werbung zu betreiben, aber hier will ich gern eine Empfehlung aussprechen. Die Quetsche ist sehr solide verarbeitet. Wir nutzen sie bereits seit vier Jahren täglich und es gibt keinerlei Abnutzungsspuren. Davon werde ich uns noch eine weitere in Reserve für den Vorrat kaufen. Es können mit ein wenig Geschick sogar Nüsse verarbeitet werden. Mehrfach gequetschtes Getreide verändert die Konsistenz von flockiger zu mehliger Beschaffenheit.
Bei gequetschtem Getreide ist Hafer geschmacklich mein Favorit. Aber auch hier ist die Welt bunter als man mitunter vermutet: der rotschalige Weizen könnte beispielsweise eine interessante Variante für die Versorgung mit Anthocyanen darstellen.
In der Tat ein Jammer, dass Buchweizen so gar nicht schmecken will. Vielleicht fehlt nur die richtige Zubereitungsform?


Gerade was eine heilende Ernährung auf Basis von Rohkost und Getreide angeht, ist mir ebenfalls das Werk von Dr.Schnitzer als besonders überzeugend in Theorie und praktischer Anwendung begegnet. Seine Kostform macht Kompromisse zugunsten der gängigen Ernährungsgewohnheiten und beläßt den Leuten immerhin das Brot. Aus dem gleichen Grunde hat er sich womöglich nicht den Wildkräutern in der Konzeption seiner Diät gewidmet.
Hat eigentlich schon jemand hier positive Erfahrungen mit dem sog. Essener Brot gemacht?

Bei Glutenunverträglichkeit wäre es einmal interessant zu prüfen, ob auch der Verzehr von Gerste die Unverträglicheitssymptome hervorruft. Ist Dinkel gar verträglicher als Weizen? Hafer scheint mir persönlich am bekömmlichsten.

Was rohen Fisch angeht, gibt es schmackhafte Konservierungsformen ohne Erhitzen, wie zb Salzhering, Matjes, Bismarckhering, Stockfisch - bei letzterem weiß ich nur nicht, inwieweit es um die Schmackhaftigkeit bestellt ist.

Auch gutes Salz ist derzeit billig, wovon man in Krisenzeiten ausgehen kann, dass es wieder zu dem weißen Gold werden könnte, was es schon einmal im Bewußtsein der Menschen war.

Gruß
jacob

Nicht bei uns

Jacob, Samstag, 10.01.2015, 01:01 vor 4036 Tagen @ Redemption (2585 Aufrufe)

Hallo Redemption,

ich würde mich auch nicht allzusehr auf das extreme Ideal veganer Rohkost fixieren wollen, es liegt schlicht zu weit jenseits unserer kulturellen Essgewohnheiten.
In unseren Breitengraden haben wir zudem keine ganzjährige Fruchtverfügbarkeit.
Die Rohkostfamilie lebt nicht umsonst zumeist in südlichen Gefilden.

Theoretisch, auch wenn es kaum einer praktiziert haben mag, dürfte eine gesunde vegane
Rohkosternährung aber doch in unserer Zeit mit der Möglichkeit aus aller Welt frische Früchte geliefert zu bekommen, funktionieren. Selbst ein Szenario mit ständig frisch Gekeimtem im Winterquartal will ich nicht als gangbare Ernährungsmöglichkeit ausschließen.
Unsere Ahnen sind mit Sicherheit aber hier nicht mit Rohkost ausgekommen. Die Jagd und die Beherrschung des Feuers waren unbedingte technologische Voraussetzungen, um in diesen Klimaten, die der ursprünglichen Ausstattung des Menschen nicht angemessen sind, zu überleben.

Ich persönlich befinde mich immer noch an der Schwelle, wo ich den Verzehr von Fleisch vor mir zu rechtfertigen habe. Es sind Gottes Geschöpfe, wie wir, die wir töten, um uns von ihnen zu ernähren. Sie sind empfindungsfähig, mit einer gewissen Intelligenz ausgestattet, teilweise mit beachtlicher Empathie. Griffe mich ein Geschöpf an, so kann ich mich auf das Schöpfungsgesetz der Notwehr berufen, von dem ich mit äußerster Konsequenz auch Gebrauch mache. Mir fehlt die Gewissheit, dass es ethisch zu rechtfertigen ist, dass sich der Stärkere -der, der es kann- von dem Schwächeren ernähren können darf, wenngleich Geschichte und tierische Natur dies lehrt.

Aufschlussreich fand ich insofern die Lektüre von Dr.Weston A. Price, einem amerikanischen Zahnarzt, der indigene Völker rund um den Globus am Anfang des 20. Jahrhunderts besucht hat, um sie auf ihre Zahngesundheit und Essgewohnheiten hin zu untersuchen:
http://journeytoforever.org/farm_library/price/pricetoc.html
Rein vegetarisch hat sich kein autarkes Volk ernährt. In den Tropen, bei ganzjähriger Vegetation, gab es hingegen Völker mit nahezu vollständiger vegetarischer Lebensweise.

Der Mensch kommt offensichtlich nicht mit Kochtopf und Fell zur Welt. Dies legt nahe, dass unser Ursprung in den Klimazonen mit ganzjähriger Vegetation liegt.

Gruss jacob

Vegan / Moral

Redemption, Samstag, 10.01.2015, 01:47 vor 4036 Tagen @ Jacob (2591 Aufrufe)

Moral ist ein künstliches von Menschen geschaffenes Konstrukt.
Es lässt sich beliebig ausfüllen.


Vegane Rohkost funktioniert auf Dauer unter Anderem aus Folgenden Gründen nicht (egal was du zum essen zur Verfügung hast.)

-Versorgung mit Vitamin B12
-Ausgewogenheit der aufgenommenen Aminosäuren. (entweder eine Überlastung an Protein allgemein oder eine Unterversorgung mit essentiellen Aminosäuren.)
-Problematik genügend Energie aufzunehmen.
-> Energiereiche Rohkost (Nüsse,..) nicht als Grundnahrungsmittel brauchbar. (O3/O6)
-> Fruchtzuckerproblematik. (Zuchtobst ist auf Fructose gezüchtet. Das Zeug ist Gift für die leber, genauso wie Alkohol.)


Vom Gegenteil lasse ich mich gerne überzeugen. Kenne die Rohkostszene. Vegane Rohköstler haben auf längere Sicht immer Probleme bekommen oder sind kränklich.

Frage zu Nüssen

Lieselotte, Samstag, 10.01.2015, 11:07 vor 4036 Tagen @ Redemption (2679 Aufrufe)

Hallo,Redemption!

Was du zu veganer Ernährung schreibst, kann ich so bestätigen:

-Versorgung mit Vitamin B12
-Ausgewogenheit der aufgenommenen Aminosäuren. (entweder eine Überlastung an Protein allgemein oder eine Unterversorgung mit essentiellen Aminosäuren.)
-Problematik genügend Energie aufzunehmen.
-> Energiereiche Rohkost (Nüsse,..) nicht als Grundnahrungsmittel brauchbar. (O3/O6)
-> Fruchtzuckerproblematik. (Zuchtobst ist auf Fructose gezüchtet. Das Zeug ist Gift für die leber, genauso wie Alkohol.)

nur mit der Aussage "Energiereiche Rohkost wie Nüsse sind nicht als Grundnahrungsmittel brauchbar", weiß ich nichts anzufangen. Worauf beziehst du dich, wenn du O3 und O6 in Klammern schreibst?

Ganz wichtig ist m.Meinung die Fruchtzuckerproblematik. Früchte (bis auf wenige Ausnahmen, zb.einheimische Beeren) sind nicht in Massen, so dass sie satt machen würden, dauerhaft verzehrbar. Vielleicht machen sie auch deshalb nicht "richtig" satt, weil sie zuviel Fruchtzucker haben. Ganz zu schweigen von ihrer nicht ganzjährigen Verfügbarkeit.

Deshalb möchte ich ja mehr auf stärkehaltige Pflanzenteile ausweichen, die auch in der Natur zu finden sind. Dinge, eben satt machen. Aber vielleicht mache ich auch noch irgendwannmal den Jagdschein.

Gruß, Lieselotte

Nüsse

Redemption, Samstag, 10.01.2015, 12:21 vor 4036 Tagen @ Lieselotte (2668 Aufrufe)

Hallo,

bei Nüssen ist das Problem, dass sie fast immer ein recht mieses Omega3 zu Omega6 Verhältnis haben. Die besten sind da nich Walnüsse mit 1:14.
Grundsätzlich enthalten Nüsse zwar viele gesunde Stoffe, aber besonders aus oben genannten Grund sind sie als Grundnahrungsmitteln auf längere Sicht schädlich. Hier geht es schlicht darum die Versorgung mit essentiellen Stoffen für den Körper zu garantieren (Und das sind nicht so viele).

Auch sind Nüsse nicht lange lagerbar. Wenn sie nicht schimmeln, oder muffig werden (oxidieren) dann bauen sie in relativ kurzer Zeit viele AGEs und ALEs auf.
Diese sind imho DER Grund fürs Altern und für viele degenerative Erkrankungen.

Weshalb ich Nüsse in Friedenszeiten nur frisch vom Baum und wenige Monate danach esse.

Moral mag ein Programm sein

Jacob, Mittwoch, 21.01.2015, 00:12 vor 4025 Tagen @ Redemption (2600 Aufrufe)

Hallo Redemption,

zur Moral nur soviel:
Sicherlich ist Moral ein Programm, das, wenn es nicht auf objektive Wahrheit gegründet werden kann, weil wir deren Erkenntnis nicht fähig sind oder sie gar nicht existent wäre, ein Gedankenkonstrukt sein muss; was Du mithin als künstlich bezeichnest. Eine Konvention.

Wir bedürfen jedoch einer Definition von Moral und sei sie auch bloß von menschlicher Seite definiert, wenn wir ein menschliches Dasein leben wollen, das in gewissen Grenzen abläuft. Moralisches Vakuum läßt Extremformen wie Kannibalismus, Pädophilie und alle nur erdenklichen Abartigkeiten möglich erscheinen. Darüberhinaus wäre diese Extremform der Moral, nämlich ein Zustand von ausgesprochener Morallosigkeit, wiederum nur eine bewußt oder unbewußt gewählte Form der Moral.
Für den Menschenfresser der Südsee vor nicht einmal 150 Jahren gab es keinen Zweifel, dass sein Verhalten angemessen und richtig gewesen wäre. Er wurde so sozialisiert. Man fände sogar naheliegende und sinnvolle Erwägungen, weshalb die im Krieg mit dem Nachbarstamm frisch Getöteten oder Gefangenen nicht sinnlos im Boden verscharrt oder verbrannt werden, sondern wenigstens energetisch den Siegern noch dienlich sein sollten.

Was für ein menschliches Zusammenleben möchte man aber erschaffen?
Für die Auswahl einer Moral sollte diese Kernfrage auschlaggebend sein.
Eine Moral muss erwählt werden, damit nicht jedes beliebige Verhalten in einer Menschengruppe Platz greifen können soll.

Welche Vorteile hat die Auswahl einer bestimmten Form der Moral (am wirkungsvollsten eingebettet in religiöse Zusammenhänge)?

Was wir essen sollten, ist eine zutiefst moralische Frage und nicht zufällig integraler Bestandteil jedes Systems menschlichen Zusammenlebens.

Und ich maße mir nicht an, darauf eine abschließende Antwort geben zu können.
Ich ringe in dieser Hinsicht seit Jahren mit mir.

Gruss jacob

Hanf, Essener Brot

Redemption, Samstag, 10.01.2015, 00:17 vor 4036 Tagen @ Jacob (2679 Aufrufe)

Hanföl hat einen hohen Anteil an Omega3 Fettsäuren. Diese oxidieren sehr schnell. Deshalb würde ich Hanf nur als ganzen Samen lagern.
Das Problem besteht bei Sonnenblume nicht, da hier fast nur Omega6 als mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten sind, welche sehr stabil sind und deshalb konservierend wirken.
Das Problem das ich aber bei den meisten Pflanzenfetten sehe ist der hohe Omega6-Anteil im Vergleich zu Omega3. Omega6 ist Entzündungsfördernd, Omega3 hemmend.
Während der Steinzeit war der Anteil der beiden Fettsäuren in unserer Nahrung etwa 1:1. Die DGE empfiehlt < 1:5. Hanf hat 1:3. Sonnenblume > 1:130.

Das Verhältnis in der Nahrung ist sehr wichtig, da der Körper die pflanzlichen Fettsäuren erst mittels eines Enzyms (bei beiden das selbe Enzym) in die Form umwandeln muss, die der Körper essenziell braucht. Omega6 bindet spezifischer an dieses Enzym. Deshalb kommt man bei einem Omega6 Überschuss automatisch in einen Omega3 Mangel. Auch wenn man rein mengenmäßig genug Omega3 zu sich genommen hat.

Eine Notlösung ist hier Fisch. Der enthält bereits die fertig umgewandelten Formen von Omega3 (speziell DHA).

Ähnliches wie Essener Brot habe ich bereits gemacht. Also einfach diverse Samen und Kerne keimen lassen. Diese dann grob pürieren und als Fladen an der Sonne trocknen lassen.
Sehr lecker. Habe ich gut vertragen.

Hanfsamen

Jacob, Samstag, 10.01.2015, 01:12 vor 4036 Tagen @ Redemption (2577 Aufrufe)

Hallo Redemption,

aufschlussreich, was Du schreibst, vor allem in bezug auf die Fettsäuren.
Da stellt sich für mich abermals die Frage, wie lange Hanfsamen ungeschält denn haltbar sein mögen? Hat da jemand Erfahrungswerte?
Fischkonserven sehe ich so oder so als ausgezeichnetes Investment.

Gruss jacob

Haltbarkeit Hanfsamen

Redemption, Samstag, 10.01.2015, 01:50 vor 4036 Tagen @ Jacob (2571 Aufrufe)
bearbeitet von Redemption, Samstag, 10.01.2015, 02:13

Ein Jahr kühl, trocken und luftdicht gelagert ist kein Problem.
Sind dann immer noch lecker. Hatte mal welche, die haben nach zwei Jahren noch OK geschmeckt (geöffnete und wieder verschlossene Verpackung). nicht ranzig. Ältere hatte ich noch nicht.

Saatgut

Bär, Sonntag, 11.01.2015, 17:09 vor 4035 Tagen @ Redemption (2933 Aufrufe)

Moin,


nach 3-4 Jahren beginnt die volle Keimfähigkeit langsam nach zu lassen, nach etwa 10 Jahren ist es dann vorbei, es keimen nur noch einzelne Samen.

Da sind Tomatensamen stabiler, sie keimen 40 Jahre lang.

Die Keimfähigkeit wird bei trockener, kalter Umgebung ohne Temperaturschwankungen deutlich verlängert. Auch trockenes Wüstenklima wie in den Pyramiden erhält die Keimfähigkeit im Zweifel über tausende von Jahren. Dort gefundenes Saatgut ist heute noch keimfähig.

Saatgut ohne Temperaturschwankungen und unter Vakuum eingeschweißt hält deutlich länger wegen des Sauerstoffausschlusses. Verbessern lässt sich das noch durch Füllen des Beutels mit CO2 vor dem Herstellen des Vakuums. Räuchern des Saatgutes soll, bisher noch nicht von mir erprobt, ebenfalls die Keimfähigkeit deutlich verlängern.

Die geringste Haltbarkeit hatten bei mir bisher Bohnensamen verschiedenster Sorten. Wer sie im Krisenfall anbauen will sollte sie am Besten jährlich rollieren.

Alles andere an Saatgut, was ich 2008 eingeschweißt hatte habe ich die letzten drei Jahren quasi ohne Ausfälle keimen lassen, völlig unabhängig davon ob die Mindesthaltbarkeit 2009 oder 2011 abgelaufen war.

Wer die Möglichkeit hat sollte eigenes Saatgut erzeugen und so die Haltbarkeit immer wieder verlängern. Selbst wenn es nur ein paar Körnchen sind die wieder genug Saatgut für den Start ergeben.


Bärengruß

Konz, Weizen und mehr

Lieselotte, Samstag, 10.01.2015, 10:40 vor 4036 Tagen @ bruno (2591 Aufrufe)

Hallo Bruno!

Danke für den Tipp mit den Brombeerblättern. Das werde ich demnächst mal ausprobieren.
Auf Mehl und Zucker möchte ich verzichten. Gluten vertrage ich nicht, ich bekomme starke Bauchschmerzen. D.h., die so geloben Weizen-Nudeln als Notvorrat fallen für mich weg.
Auch in der glutenfreien Variante, welche recht teuer ist, im Sonderangebot 500 Gramm für 2 Euro, ist mir nach deren Verzehr irgendwie schlecht. Also gut ist Weizen nicht, gut im Sinne von gesund.
Ich halte auch ein Kochen-müssen im Notfall für nicht unbedungt gut, es kostet Energie und lockt Mit-Esser an. Beides zu vermeiden.

Den Konz kenne ich, er hat mir nicht gefallen, zu dogmatisch für meinen Geschmack. Ich habe ihn wieder verkauft.

viele Grüße Lieselotte

Eicheln

Redemption, Samstag, 10.01.2015, 00:27 vor 4036 Tagen @ Lieselotte (2700 Aufrufe)

Hallo Lieselotte,

Eicheln würde ich kurzfristig nur essen wenns unbedingt sein muss. (;
Schälen, zerdrücken und dann so oft wässern, bis du das gefühl hast, das sich nichts mehr von dem braunen Zeug im Wasser löst. So sind sie einigermaßen erträglich. Aber nicht mein Ding.

Mir wurde berichtet, dass sie gut werden (ohne sie wässern zu müssen), wenn man sie so etwa ein halbes bis ein Jahr lagert. Die Gerbstoffe sollen sich dann von selbst abbauen...


Gedenkst du deine Alltagsernährung komplett auf mitteleuropäische Natur umzustellen? Hört sich aufregend an.

langsame Umstellung

Lieselotte, Samstag, 10.01.2015, 11:17 vor 4036 Tagen @ Redemption (2775 Aufrufe)

Hallo Redemption!

Gedenkst du deine Alltagsernährung komplett auf mitteleuropäische Natur umzustellen? Hört sich aufregend an.

ja, irgendwie.... aber ganz langsam. M. Erfahrung nach geht solch eine Umstellung schon, wenn man es langsam macht. Hauptproblem wird dabei wahrscheinlich die Abhängigkeit von komplexen Kohlehydraten wie bei Brot vorhanden, machen. Nudeln esse ich eh kaum wegen Unverträglichkeit, und Reis auch nicht.

Wenn du mal was gutes lesen willst, greife zu diesem Buch: M. Haushofer - Die Wand.
Die Autorin beschreibt in ihrem spannenden Roman mehrfach ihre "ungesunde Gier nach Zucker" und "Verlangen nach Brot", welches sie beides als unnormal empfindet. Anmerkung dazu: Sie hat sonst alles, was man braucht, um sich zu ernähren: Milch und deren Produkte (die braucht man auch nicht unbedingt, aber gegen Butter ist ja nichts einzuwenden), Fleisch, Kartoffeln (braucht man auch nicht), und Bohnen, und natürlich alles an Pflanzen, was man in der Natur so findet. Sie hat also alles, giert aber nach Süßem und Brot. Seltsam, nicht? Ich kann das von mir bestätigen. Diese Dinge müssen eine Art Suchtpotential haben.

Gruß, Lieselotte

Instinkto

Zwolle, Samstag, 28.03.2015, 19:30 vor 3959 Tagen @ Redemption (2610 Aufrufe)

Hallo, Redemption!
Seit 9 Monaten hänge ich der (instinktiven) Rohkost zu konsequenten 100% an. Wirklich frische, unbehandelte Ware ist wahnsinnig schwer erhältlich, möchte man sie kaufen. Was für eine kaputte Welt. Saisonale und regionale Ernährung ist insbesondere in den Wintermonaten schwierig, die Breite der Nahrungspalette ist dann eben stark eingeschränkt. Doch ich glaube fest daran, ist man erst einmal vollständig entgiftet, kommt man auch mit dem dann verfügbaren Nahrungsangebot aus.
Da ich seit einigen Jahren die bittersüßen Pillen in diesem und dem "Gelben Forum" geschluckt habe, kam ich eigentlich folgerichtig auf eine Ernährungsweise, die u.a. folgende Vorteile momentan als auch während/nach der Weltenwende aus meiner Sicht aufweist: zeitintensive, maschinell/monetär aufwendige, kräftezehrende Einsparung (groß)flächigen Anbaus von Nahrung; keine zeitraubende, Energie verschwendende, Begehrlichkeiten weckende Duftlockwirkung des Zubereitens der Füllstoffe; Verzicht auf die zweifelhaften Dienste von Ärzten und Apothekern (sehen wir mal von Verletzungen ab); ein derart gesunder Geist im gesunden Körper, dass man im Sinne von Resilienzen bestens ausgestattet für den anstehenden Rodeoritt ist.
Mir persönlich kam in den letzten beiden Jahren der frisch erworbene Jagdschein zuhilfe. Ursprünglich wollte ich zur Verteidigung meiner Lieben auf legalem Wege Waffen erwerben, habe dann allerdings die Jagd selbst für mich entdeckt. So versorge ich mich und demnächst die Hunde mit bestem Fleisch für rohe Ansprüche. Fischereischein besitze ich noch aus Kindertagen. Ich stimme mit dir überein, dass eine Nahrungsversorgung ohne tierische Proteine nur eine Mangelernährung sein kann. Jenseits aller kulturellen Blockaden ist die instinktive Ernährungweise ohne denaturierte Füllstoffe m.E. definitiv die dem Menschen genetisch angepasste Ernährungsform.
Für mich gab es nach gründlicher Überlegung jedenfalls keine Alternative, bedenke ich zudem all den Beschiss der Nahrungsmittelindustrie, der Land(miss)wirtschaft, der Ärztelobby, Pharmazie usw., wie sie uns belügen, betrügen, vergiften, (tod)krank machen, verdummen und instrumentalisieren. Dafür auch noch meine sauer verdienten Groschen hinlegen, hat mich emotional einfach überfordert.
Stellst du bei dir auch fest, dass das vormalige mengenmäßig regelrechte Gefresse stark nachgelassen hat?
Vorerst liebe Grüße,
Zwolle

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