BRDM-1 (Schauungen & Prophezeiungen)

schwarzesSchaf, Sonntag, 30.08.2009, 16:18 (vor 5995 Tagen) (2655 Aufrufe)

Hallo zusammen,

seit Anfang des Jahres kann ich mich nicht mehr guten Gewissens gegen die Impulse wehren, mich auf Flucht und Verstecken vor kriegerischen Auseinandersetzungen bzw. Gewaltexzesse in einer sich zersetzenden Gesellschaft, vorzubereiten. Da es mir in einem solchen Szenorio irrsinnig erscheint, mein Zuhause mit Schutz und Vorräten, allzu leichtsinnig aufzugeben, begann ich mich in den Wäldern der Umgebung nach möglichen Übergangsverstecken umzusehen, die mich eine Zeitlang beherbergen können und von wo aus eine etwaige letzendliche Heimatflucht vorstellbar ist. Beim Durchwandern der unmittelbaren Umgebung meines derzeitigen Wohnortes kamen mir wieder Träume aus der Vergangenheit in Erinnerung, von denen ich einen sehr speziellen hier wiedergeben möchte.

Im Traum verstecke ich mich in einem Waldstück nahe eines Höhenweges, der über einen Wanderparkplatz an eine der vielen Landstrassen der Region angebunden ist. Dummerweise geht unweit meines Versteckes ein Trupp aus drei Soldaten mit Fahrzeug in Stellung. Sie scheinen nicht explizit nach mir oder jemand anderem zu suchen, vielmehr scheinen sie Anordung zu haben, den Nahbereich um eine in Stellung gegangene Flugabwehreinheit abzusichern, die das langestreckte Tal unter uns gegen Luftangriffe verteigen soll. Dieses Tal führt in nahezu rechtem Winkel auf eine der höchsten Autobahnbrücken der A45 bei Siegen zu und es gab wohl bereits den Versuch durch Heeresflieger diese im Tiefflug zu zerstören. Einer der Soldaten sucht gleich nach ihrer Ankunft ausgerechnet mein Gebüschversteck auf, um auszutreten. Schnell werde ich von der Gruppe eingekreist und gefangen genommen. Man nimmt mir alles Gepäck und die Kleidung ab und wirft sie in die grossen Kommandoluken des Panzerfahrzeuges. Nur mit meiner Hose bekleidet, sitze ich gefesselt am Wegesrand und muss es erdulden, dass dieser Soldat über mich uriniert. Überhaupt scheinen sie sich bei ihrem Auftrag eher zu langweilen und fühlen sich in der Umgebung sehr sicher, so dass ich als willkommener Zeitvertreib herhalten muss. Einmal werde ich an eine junge Eiche gebunden und ein Seil von meinen Füßen an einen der zwei hervorstehenden Haken des Fahrzeuges befestigt. Der Fahrer fährt ruckartig an und stoppt, kurz bevor das Seil sich voll durchspannt. Gerade durch dieses Geschehen bleibt mir die Physiognomie des Fahrzeuges im Gedächtnis haften. Vier grosse Reifen mit Stollen, eine abgekeilte Fahrzeugfront, sehr niedriger Aufbau und die Einstiege im Dach und natürlich das kastenförmige Heck mit den zwei deutlich hervorstehenden Schlepphaken. Auch hatte das Gefährt unter der Bodenwanne ein Paar "Stützräder" weswegen ich mir lange sicher war, zwar einen sehr dramatischen, aber eben doch nur unsinnigen Traum gehabt zu haben. Bis vor kurzem, anlässlich der Jährung des Prager Frühlings, in einer Fernsehzeitschrift ein bebilderter Programmhinweis mit eben solch einem Fahrzeug auftauchte. Sofort erkannte ich die gewinkelte Fahrzeugfront und das insgesamt niedrige Erscheinungsbild wieder. Bei meiner anschliessenden I-Net Recherche mit schweissnassen Händen, konnte ich tatsächlich ein russisches Aufklärungsfahrzeug als das corpus delicti zu Tage fördern. Auf Liebhaberfotos von Militariafreunden fand ich dann auch eine Heckansicht mit den deutlich angeordneten Schlepphaken, die sich mir aus meiner Traumsicht so ins Gedächtnis gebrannt hatten. Zu meiner Verblüffung verfügte dieser leichte Spähpanzer auch über die drolligen Zusatzräder, mit denen wohl den vielen Entwässerungsräben, in den landwirtschaftlich geprägten Warschauer Pakt Staaten, ihre Achsenbrecherqualität genommen werden sollte. In meinem Traum bekam nun dieser Spähtrupp einen Funkspruch, woraus hervorging, dass sich die gesamte Einheit eilig nach Norden aufmachen soll. Ich blieb gefesselt an meiner Eiche zurück und hatte meine liebe Not mich dort zu befreien, was fast einen halben Tag dauerte. Völlig erschöpft machte ich mich barfuss und ohne Brille auf den Weg in mein Heimatdorf um in einem der Reiterhöfe am Rand, nach Kleidung als Ersatz für meine, aber nicht von mir, eingenässte Hose zu suchen. Dort wurde ich von drei Frauen entdeckt, die von den übrigen Frauen im Dorf ausgeschickt worden waren, um nachzusehen, ob die Russen wirklich abgezogen waren. Insgesamt schienen im gesamten Dorf etwa 12 bis 14 Frauen übriggeblieben zu sein und ich war der einzige Mann. Wer jetzt meint, dass sei doch eine ganz brauchbare Situation, der irrt. Zumindest im Traumgeschehen hatte ich eher die Missgunst der Frauen gegen mich, die Männer, Söhne und Lebensgefährten verloren hatten und das nur schwer akzeptieren konnten. Schliesslich glätteten sich die Wogen, in der Hoffnung auf Rückkehrer von der Front (offenbar waren viele Männer im besten Alter noch regulär, aber total überraschend eingezogen worden und nur mein konsequenter Rückzug in den Wald, als die Ereignisse sich zu entwickeln begannen, hatte mich davor bewahrt) und Angesichts der Tatsache, dass wir uns schließlich alle mehr oder weniger feige versteckt hatten.

Soweit der Auschnitt mit diesem ganz speziellen Element, das auf Russland als Agressor verweist und das ich der Gemeinschaft nicht vorenthalten möchte.

Lieben Gruß


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