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Sehen, Hören und Verzerrungen (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂, München, Samstag, 18.04.2020, 18:34 (vor 2111 Tagen) @ Frank Zintl (1633 Aufrufe)

Hallo!

Die Fronten Mittelmächte gegen Entente waren schon gezogen, aber ein konkreter Anlass zum Ausbruch der Feindseligkeiten (Sarajevo) stand noch aus und war in seiner Dramatik und dem überraschenden Eintreten nicht voraussagbar.

Über den konkreten Anlaß steht in dem Melanderartikel auch nichts.

Man könnte Gandhis gewaltlose Loslösung Indiens von England schon als Krieg ansehen, denn die Engländer haben gelegentlich zur rohen militärischen Gewalt gegriffen (Massaker von Amritsar).

Nichtsdestoweniger steht in Melanders Artikel über die Umstände gar nichts (was aber bedeutet, daß weniger falsch sein kann ;-)), während Röhrigs und Gustafssons Version (25 Millionen Tote und ein offensichtlich offener, frontaler Krieg mit den Engländern!) so falsch ist wie sie es nur sein kann. Davon hat nichts gestimmt.

Der spanische Bürgerkrieg war ein Volltreffer. Und nicht voraussagbar.

Eine der vergleichsweise wenigen treffenden Aussagen, die wir bei Johansson finden und die vermuten lassen, daß unter dem Übergewicht falsch gesehener oder falsch verstandener, fehlinterpretierter und falsch mitgeteilter, wiederum falsch interpretierter und falsch aufgezeichneter Aussagen doch irgend jemand versucht hat, eine zumindest teilweise richtige Version der Zukunft zu übermitteln.

Ich gehe davon aus dass Johansson tatsächlich "Stimmmen gehört" und den Inhalt wiedergegeben hat.

Mir scheint, er sah sowohl, als er auch hörte. Davon zeugt unter anderem die Beschreibung des Gotenburger Bürgermeisters am Grabe seiner Söhne, die in einer allgemeineren Fassung auch bei Melander vorkommt: "Dort sah ich Gräber und Leichen. Einen Mann in norwegischer Uniform sah ich stehen mit einem Spaten in der Hand und über ein Grab gebeugt."

Aber auch viele andere unhörbare Details und Beschreibungen der Szenerien lassen darauf schließen, daß er sah. Daß er begleitend eine erklärende Stimme wahrnahm, läßt darüber hinaus vermuten, daß eine Wesenheit ihm diese Bilder schickte. Es dürfte sich also nich um "authentisches" direktes Schauuen in die Zukunft handeln, sondern um das Schauen einer Vorstellung der Zukunft, wie sie im Geiste der sich mitteilenden Wesenheit vorlag. Das wäre ein Erklärungsansatz für die Irrealitäten (z. B. die französischen Zeppelinluftschiffe) und Abweichungen. Der Übermittler wußte es zur damaligen Zeit selbst nicht besser und hatte allenfalls einen sehr groben Blick in die Zukunft aus einer im Vergleich zur unseren nur leicht erhöhten Warte. Diese Warte war vernebelt und mit zeitgenössischen Ideen und Vorstellungen verunreinigt sowie stellenweise durch christliches Kolorit gesehen.

Melander wartete dann bis zur Veröffentlichung des Gesprächs noch etliche Wochen. Warum wissen wir nicht.

Vermutlich, weil man sich eine derart unglaublich wirkende Geschichte erst dreimal durch den Kopf gehen läßt, ehe man das Risiko eingeht, sich lächerlich zu machen.

Der zweite Teil des Textes befasst sich mit Ereignissen in Nordnorwegen, die noch nicht eingetreten sind.

Möglicherweise "noch" nicht. Möglicherweise wird es aber auch gar nicht eintreffen oder auf eine Art und Weise, die vielleicht sogar einzelne Details verblüffend trifft, im großen und ganzen aber so vom Text abweicht, daß man alle Hühneraugen zudrücken müßte, um von einer richtigen Schau sprechen zu können.

Zur Diskussion um die reine Wortwahl habe ich meine eigene Meinung. Man sieht, wie hier die sprachliche Erbsenzählerei oft wichtiger ist als der sachliche Inhalt.

Das ist unverschämt, nachdem ich im Vorbeitrag nirgendwo "Erbsen gezählt" und mich lediglich auf den Inhalt bezogen habe. Du versucht wohl, Johansson ("Hühneraugen zudrückend") mehr abzugewinnen, indem Du über Unstimmigkeiten lässig hinwegsiehst.
Wie will man darüber hinaus anders als über die vorliegenden Texte und deren Analyse unter allen sich bietenden Gesichtspunkten auf eine etwaige Schau rückschließen? Den Text zu vernachlässigen, um sich eine treffliche Schau besser vorstellen zu können, ist sicher nicht zielführend.

Sinn meines Beitrags war zu zeigen, dass der zitierte Artikel tatsächlich existiert. Erst seit das Videoarchiv der KB digitalisiert wurde, kann ich das wirklich anderen ZEIGEN und nicht nur meine eigene Abschrift und Übersetzung präsentieren. DARIN lag der Neuigkeitswert meiner Mitteilung.

Dank auch dafür! Sehr lobenswert! :yes:

Gustafsson ist gut furs Rundarchiv.

Ja leider. Am brauchbarsten sind wahrscheinlich noch die reinen Beschreibungen eines Geschehens, z. B. der einzelnen Orkanszenen mit brennenden Wäldern, schwankenden Hochhäusern und Flutwellen. Wie es von Gustafsson wiederum zusammengebastelt wurde, ist sehr kritisch zu sehen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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