Hallo Bea,
Die Sinnfrage ist ziemlich diffiziel und da ist eine umfassende Antwort unmöglich.
Vielleicht sollte die Frage lauten, ob es in gegenwärtigen und/oder vergangenen Kulturen, egal wo auf der Welt, mehr oder weniger erfolgreiche Versuche gab von der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen, was ja der Sinn wäre.
Als Antwort meine ich: Ja. Und beschränke darauf, soweit die Erfahrung dies zuließ.
Aber ohne tatsächliche nachweisbare Folgen für die Zukunft ist dies nicht beweisbar. Zumal selbst die Medizinmänner und die Schamanen der Urvölker mit Sicherheit genauso oft daneben lagen, wie Seher und die Propheten der Neuzeit. Sonst wären sie nicht den Weg jedes Lebens, jeder Gesellschaftsstruktur gegangen. Und ihre Kultur wäre noch heute am Blühen.
Ich denke, dafür gibt es ein paar wesentliche Gründe:
Grundlage sind zum einen kumulierte Ergebnisse und Erfahrungen von Beobachtungen der Natur - Gesellschaft als deren Bestandteil eingeschlossen.
Zum anderen ist es die Spiritualität, die zu unserem grundlegenden menschlichen Erbe gehört.
Sie ist, zumindest teilweise, fest in unsere Gene eingebaut. Es ist wissenschaftlich untersucht, dass es im Genom des Menschen eine Prädisposition für spirituellen Glauben gibt. Er wird geformt durch die persönliche Erfahrung und die kulturelle Umwelt. Diese Gene wirken, indem sie die verschiedenen, vom Gehirn erzeugten Bewusstseinsformen beeinflussen, die die Basis für spirituelle Erfahrungen bilden. Spiritualität ist eine „komplexe Verbindung von erblich fixierten biologischen Antwortmustern und Bewusstseinszuständen, verknüpft mit sozialen, kulturellen und historischen Entwicklungslinien.“ Von hier:
Das heißt, ein europäischer Seher kann demnach keine in Asien oder Südamerika zu verortende Schauungen haben.
Erfahrung selber ist ein Ergebnis eines Denkprozesses nach der Anhäufung von Informationen über endliche Zeitintervalle, also in der Vergangenheit und sie ist von Mensch zu Mensch, von Lebewesen zu Lebewesen unterschiedlich und an einen Lernprozess gebunden. Ein Insekt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht lernfähig, Maus und Elefant sehr wohl.
Beim Menschen ist das nicht ganz sicher
Bei der Betrachtung der Erfahrung spielt die Gegenwart keine Rolle, da sie ein nicht bestimmbares Zeitintervall darstellt und lediglich den aktuellen Augenblickszustand betrachtet, in dem jedes Ereignis für sich stattfindet aber auch alle Ereignisse zusammen. Bezüglich der Erwartung zukünftigen Geschehens ist die (Lebens-)Erfahrung essentiell.
Damit haben wir das Problem der "relativen Gleichzeitigkeit", denn wir bekommen mindestens zwei Wahrheiten, die NOCH NICHT Vergangenheit sind, aber NICHT MEHR in der Zukunft liegen. Eigentlich ist das ein Unding, weil in der Vergangenheit nur noch eine der ursprünglichen Zukünfte als Wahrheit existiert.
Die Ursache-Wirkungsbeziehungen sind da insoweit ziemlich eindeutig.
Wenn also die Ursache in der Vergangenheit liegt, muss folglich die Wirkung jünger sein, weil dichter an der Gegenwart. Aber sie ist dennoch Vergangenheit und die Möglichkeit der Einflussnahme ist vorbei (>>> zu spät
).
Damit haben wir das Dilemma schneller als die Zeit sein zu müssen, um der UrUrsache auf die Spur zu kommen, die ja auch in einer der Zukünfte und auch noch zeitlich vor der nächsten Wirkung liegen muss, also zeitlich noch weiter vorne, quasi in der Zukunft der Zukunft. Wie soll das in unserer 3-dimensionalen Sphäre gehen?
Was aber geht - und das beweist meine These, die Ursache kann in der Vergangenheit liegen und eine bestimmte Wirkung ist prognostizierbar.
Kein Problem daraus eine Schauung zu konstruieren. Aber die Ursache folgt einer bereits aktiven Wirkung (Vergangenheit). Also nix mit Schauung. Ich habe dies hier im Forum verschiedendlich aufgezeigt.
Tatsächlich ist es aber genau die Stelle, an der "Schicksal" beeinflussbar wird.
Dem zu beobachtenden Objekt selber ist dies egal. Es schert sich nicht um die Einteilung der Zeit in Intervalle. Wenn es denn existiert, wird es in jedem Fall nur immer nur älter und folgt allenfalls Zyklen und nicht Intervallen.
Aus dieser Sicht ist also jede Schauung eine Fiktion, denn der Beobachter des Geschehens sieht die Aktion aus der Jetztposition und nur daraus resultiert seine die Vorher-Beobachtung – Nachher-Folgerung. Dabei spielt es keine Rolle, ob sein Denkergebnis seiner Erfahrung folgt oder einer Eingebung oder Realträumen.
Es bleibt m.M.n. also Fiktion und ist als solche zu bewerten.
Die Frage nach dem Sinn stellt sich dann nicht mehr.
Aber es gibt noch andere Aspekte.
Gruß
0,- M