Der Imperator und die Brechung der Macht des Geldes (Schauungen & Prophezeiungen)

Monsignore, Freitag, 09.10.2009, 13:40 vor 6062 Tagen (4165 Aufrufe)
bearbeitet von Monsignore, Freitag, 09.10.2009, 13:47

Hallo zusammen,

bei der Durchsicht folgenden Beitrages von BBouvier ist mir eine Kleinigkeit aufgefallen, über die ich gerne diskutieren würde:

https://schauungen.de/forum/index.php?id=1841

Zitat:

"Auf den Finanzkollaps und die sozialen Verwerfungen,
die mit ersterem einhergehen, folgt als letzte Phase
die Imperatur.
Der Imperator bricht die Macht des "Geldes".

Napoleon z.B. war dessen ein (verfrühter) Vorläufer."

Ich will vorwegschicken, der Beitrag ist sehr gut und lehrreich, aber über diesen Punkt müssen wir reden, da er entscheidend ist:

Wenn der Imperator erst nachher in Erscheinung tritt, nachdem die ersten Russenzüge z. B. durch Österreich gefahren sind, wie kann er dann die Macht des Geldes brechen? Dann ist nämlich schon nachher, eine Zeit, in der es kein Geld mehr gibt, bzw. die Macht des Geldes bereits durch die einrollenden Truppen oder was sonst auch immer gebrochen wurde.

Nach einer geologischen Katastrophe oder einem Polsprung dann erst recht: da gibt's nichts mehr zu brechen, da nichts mehr da vom vorherigen Geldsystem...

Für mich ist da der entscheidende Kern:

- Der Imperator tritt nachher erst auf, damit beschränkt sich die Funktion des Geldmachtbrechens auf die Strukturen der nachfolgenden Gesellschaftsordnung (z. B. Zinsverbot).
- Der Imperator bricht die Macht des Geldes aktiv, wie z. B. Augustus seinerzeit, dann muss er das tun, so lange diese Macht noch einigermaßen vorhanden ist, nämlich vorher, genaugenommen: eigentlich bereits jetzt. Und damit würde es sich auch ausschließen, dass der Mann momentan noch unbedarft irgendwo in einer Amtsstube oder einem Büro herumsitzt.

Das ist für meine Begriffe der Stand der Dinge.

Monsignore

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Geld&Macht

BBouvier, Freitag, 09.10.2009, 17:28 vor 6062 Tagen @ Monsignore (3706 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Freitag, 09.10.2009, 17:40

Wenn der Imperator erst nachher in Erscheinung tritt,
nachdem die ersten Russenzüge z. B. durch Österreich gefahren sind,
wie kann er dann die Macht des Geldes brechen?

Hallo, Monsignore!

Ich versuche es mal.
In Grosbritannien beginnend und dann mächtig den Faden
aufgenommen habend waren es die USA,
deren zivile Politiker im Sold der Finanzwelt
(=>"Kapitalismus") das Militär losgeschickt haben,
die Geldinteressen (!) der Multimilliardäre durchzusetzen.
In den Republiken hat die Finanzwelt via "Parteien"
den Staat usurpiert.
Besonders deswegen sind Demokratien "gut".

Zitat:
"Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands
vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch,
seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem
herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen,
bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte."
(Winston Churchill)

Und ohne Mulitibillionäre "nachher", ohne "Finanzwelt"
ist der Kapitalismus schwerst angeschlagen.

Und der Imperator bricht dann den politischen Einfluss
der Finanzwelt auf den Staat/die Staaten.
Das heisst nicht, dass es später keine Reichen mehr gäbe.

Durch "Krieg" und durch Impakte allein
wird die Macht des Geldes nicht gebrochen:
Die Forderungen auf Leistung blieben ja bestehen.
Und der Besitz und die Macht der Multibillionäre
beschränkt sich darüberhinaus nicht auf geldliche Forderungen:
Sie besitzen weltweit Konzerne, Land und Edelmetalle.
Und die Presse.

"Brechung der Macht des Geldes"
ist nicht wörtlich zu verstehen.
Die Drahtzieher werden politisch(!) entmachtet.
Allein schon durch das Ende der Republiken.

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

Reichtum und Geld

RichardS, Freitag, 09.10.2009, 17:39 vor 6062 Tagen @ BBouvier (3618 Aufrufe)

Wenn der Imperator erst nachher in Erscheinung tritt,
nachdem die ersten Russenzüge z. B. durch Österreich gefahren sind,
wie kann er dann die Macht des Geldes brechen?

Hallo, Monsignore!

Ich versuche es mal.
In Grosbritannien beginnend und dann mächtig den Faden
aufgenommen habend waren es die USA,
deren zivile Politiker im Sold der Finanzwelt
(=>"Kapitalismus") das Militär losgeschickt haben,
die Geldinteressen (!) der Multimilliardäre durchzusetzen.
In den Republiken hat die Finanzwelt via "Parteien"
den Staat usurpiert.
Besonders deswegen sind Demokratien "gut".

Zitat:
"Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands
vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch,
seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem
herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen,
bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte."
(Winston Churchill)

Und ohne Mulitibillionäre "nachher", ohne "Finanzwelt"
ist der Kapitalismus schwerst angeschlagen.

Und der Imperator bricht dann den politischen Einfluss
der Finanzwelt auf den Staat/die Staaten.
Das heisst nicht, dass es später keine Reichen mehr gäbe.

Gruss,
BB

Hallo!

Kleiner Zusatz:
Auch heisst das nicht, dass es später kein Geld mehr gäbe, wie Monsignore meinte (Zitat: "nachher, eine Zeit, in der es kein Geld mehr gibt...").

Gruß
Richard

Das wäre für einen Imperator zu wenig

Monsignore, Freitag, 09.10.2009, 19:53 vor 6062 Tagen @ BBouvier (3510 Aufrufe)

Hallo BB,

Und der Imperator bricht dann den politischen Einfluss
der Finanzwelt auf den Staat/die Staaten.
Das heisst nicht, dass es später keine Reichen mehr gäbe.

"Brechung der Macht des Geldes"
ist nicht wörtlich zu verstehen.
Die Drahtzieher werden politisch(!) entmachtet.
Allein schon durch das Ende der Republiken.

Das kann ich nicht nachvollziehen. Wenn wir heute davon ausgehen, dass die Welt in eine Apokalypse stürzt, und dass dafür aus spiritueller Sicht eben genau der Reichtum und die Geldwirtschaft verantwortlich waren für dieses Schlamassel, das in letzter Instanz wohl mind. 6/7 der Menschheit das Leben kosten wird, können wir davon ausgehen, dass es nicht dabei bleiben wird.

Auch vor dem Hintergrund der Schauungen halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass es nachher keinen einzigen "Reichen" mehr geben wird, weil alles was wir heute als Reich bezeichnen, d. h. von erwerbsloser Arbeit lebt, bereits in der ersten Eskalationsphase aufs Schaffott gebracht wird.

Noch einmal meine Meinung: für die Verhinderung des Wiederaufkeimens einer Finanzplutokratie braucht es keinen Imperator, allein schon die Ereignisse nach den Schauungen würden die Grundlagen für solche Systeme wohl für Jahrhunderte zerstören. Feudalistische Stammeswirtschaft hat damit nichts zu tun, die wird - gepaart mit okkult-esoterischen Priesterschaften - am ehesten kommen. Und daraus dann vielleicht, nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten, tatsächlich ein neuer Augustus.

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und dann denke ich mir mal...

BBouvier, Freitag, 09.10.2009, 21:13 vor 6061 Tagen @ Monsignore (3471 Aufrufe)

nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten,
tatsächlich ein neuer Augustus.

Denken kann man sich viel.
Aber das ist hier doch nicht zielführend.

Nach den Schauungen ist in Frankreich
bereits nach 15 Jahren alles wieder im Lot.
Gilden werden erwähnt.
Wohl zur sozialen Absicherung.

Und der "Imperator" erscheint durchgängig
nach den Schauungen bereits unmittlelbar
nach den Turbulenzen.
Und wohl auch durch sie.

Und inmmer wieder wird doch erwähnt, er habe sich
in dem Krieg hervorgetan!

Augustus hatte dazu seinen Freund Agrippa,
weil er zeitlebens zart und leidend war.
Da er die Sonne nicht vertrug, hatte er
stets einen Srohhut auf.

Napoleon hingegen war auch auf militärischem
Gebiet ein Genie.

Und nun verknüpfen wir diese Beiden mal, -
dann haben wir einen kompetenten Führer
und Staatsmann mit Willen zur Macht
und durchaus auch militärischem Talent.

Beides von mir aus nicht in dem Masse,
wie die oben genannten, jedoch offenbar
aussergewöhnlich genug...

Gruss,
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

fortfuehrung der gedanken

detlef, Freitag, 09.10.2009, 21:59 vor 6061 Tagen @ BBouvier (3516 Aufrufe)

Augustus hatte dazu seinen Freund Agrippa,
weil er zeitlebens zart und leidend war.
Da er die Sonne nicht vertrug, hatte er
stets einen Srohhut auf.

Napoleon hingegen war auch auf militärischem
Gebiet ein Genie.

Und nun verknüpfen wir diese Beiden mal, -
dann haben wir einen kompetenten Führer
und Staatsmann mit Willen zur Macht
und durchaus auch militärischem Talent.

Beides von mir aus nicht in dem Masse,
wie die oben genannten, jedoch offenbar
aussergewöhnlich genug...

und dieser aussergewoehnliche mensch "herrscht" dann ueber das, was von europa noch uebrig ist.
wenn er grad in Aachen hof haelt, erfaehrt er, dass in Lyon ein volksaufstand ist.
er greift zum Handy...
ach nee, er greift zum reitenden boten...

... und hat null einfluss, auf das, was mehr als zwei tagesritte von ihm weg passiert.
sein einfluss auf sein reich erstreckt sich also darauf, seinen "untertanen" produktionsmittel(pferde) und nahrung wegzunehmen, um den fehlenden kanzlerairbus und die buffets von "gipfeltreffen" zu ersetzen.

nun komm mir keiner damit, dass das frueher geklappt hat.
die hatten nicht so aufmuepfiges menschenmaterial, wie es der erwartete kaiser haben wird.

wenn es den kaiser geben wird, wird er einen recht lokalen wirkungskreis haben.

gruss,detlef

--
"Wer eine Meinung hat, ist zu dumm zum Wissen und zu schwach zum Glauben.“

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ja..toll!

BBouvier, Samstag, 10.10.2009, 01:06 vor 6061 Tagen @ detlef (3445 Aufrufe)

wenn es den kaiser geben wird,
wird er einen recht lokalen wirkungskreis haben


Ja! - finde ich toll!

Ich könnte mich nämlich direkt daran gewöhnen,
die 37. Fussnote im Anhang 9/B/d)-23a des bereinigten
Zusatzes zum Hinweis der 5. Änderung der vorläufigen
Richtlinie E-11-1A der Verordnung bezüglich gelegentlich
linksseitiger Vernähung halbfertiger Kunsstoffbordüren
aus Taiwan in rosa Herrenschlüpfer der brüsseler Kommissare...

...einfach mal zu missachten! :-D

meint auch:
:hamper: <= Hugo Hamper

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

kontaktsuche

detlef, Samstag, 10.10.2009, 01:29 vor 6061 Tagen @ BBouvier (3462 Aufrufe)


meint auch:

:hamper: <= Hugo Hamper

mein stiller mitleser hat den wunsch geaeussert, den herrn hamper mal persoenlich kennen zu lernen...


[image] <= Tom

gruss,detlef

--
"Wer eine Meinung hat, ist zu dumm zum Wissen und zu schwach zum Glauben.“

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Manche wollen es einfach nicht anders

BBouvier, Samstag, 10.10.2009, 01:36 vor 6061 Tagen @ detlef (3439 Aufrufe)
bearbeitet von BBouvier, Samstag, 10.10.2009, 01:47


meint auch:

:hamper: <= Hugo Hamper

mein stiller mitleser hat den wunsch geaeussert, den herrn hamper mal
persoenlich kennen zu lernen...


[image] <= Tom

gruss,detlef

Fleischfressern,
die sich grob vorsätzlich noch nicht
auf Lichtnahrung haben umstellen wollen,
hat Taurec vor wenigen Tagen erst - und
auf Hugos Eingabe hin - diese Extratonne
als künftigen Daueraufenthaltsort
für derlei unbelehrbare Kandidaten
zur Verfügung gestellt:
=>
:tonne:

für die Richtigkeit
gez.
Unleserlich -
(stellvertretender Unteramtmann)

P.S.:
Darf Hugo zum Treffen seinen Freund
mitbringen?
=>
[image]

--
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- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

ehem

detlef, Samstag, 10.10.2009, 02:15 vor 6061 Tagen @ BBouvier (3382 Aufrufe)


meint auch:

:hamper: <= Hugo Hamper

mein stiller mitleser hat den wunsch geaeussert, den herrn hamper mal
persoenlich kennen zu lernen...


[image] <= Tom

gruss,detlef


Fleischfressern,
die sich grob vorsätzlich noch nicht
auf Lichtnahrung haben umstellen wollen,
hat Taurec vor wenigen Tagen erst - und
auf Hugos Eingabe hin - diese Extratonne
als künftigen Daueraufenthaltsort
für derlei unbelehrbare Kandidaten
zur Verfügung gestellt:
=>
:tonne:

für die Richtigkeit
gez.
Unleserlich -
(stellvertretender Unteramtmann)

P.S.:
Darf Hugo zum Treffen seinen Freund
mitbringen?
=>
[image]

Tom laesst gruessen,
und er sagt, mit leuten, die solche freunde haben, moechte er keinen kontakt.

--
"Wer eine Meinung hat, ist zu dumm zum Wissen und zu schwach zum Glauben.“

Avatar

aha

BBouvier, Samstag, 10.10.2009, 02:29 vor 6061 Tagen @ detlef (3441 Aufrufe)


meint auch:

:hamper: <= Hugo Hamper

mein stiller mitleser hat den wunsch geaeussert, den herrn hamper mal
persoenlich kennen zu lernen...


[image] <= Tom

gruss,detlef


Fleischfressern,
die sich grob vorsätzlich noch nicht
auf Lichtnahrung haben umstellen wollen,
hat Taurec vor wenigen Tagen erst - und
auf Hugos Eingabe hin - diese Extratonne
als künftigen Daueraufenthaltsort
für derlei unbelehrbare Kandidaten
zur Verfügung gestellt:
=>
:tonne:

für die Richtigkeit
gez.
Unleserlich -
(stellvertretender Unteramtmann)

P.S.:
Darf Hugo zum Treffen seinen Freund
mitbringen?
=>

»
[image]

Tom laesst gruessen,
und er sagt, mit leuten, die solche freunde haben, moechte er keinen
kontakt.

Aha:
Also noch so ein vom Dünkel zerfressener,
selbsternannter "Fachmann"? :-D

*grins*
BB

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

eher realist

detlef, Samstag, 10.10.2009, 07:00 vor 6061 Tagen @ BBouvier (3360 Aufrufe)


meint auch:

:hamper: <= Hugo Hamper

mein stiller mitleser hat den wunsch geaeussert, den herrn hamper

mal

persoenlich kennen zu lernen...


[image] <= Tom

gruss,detlef


Fleischfressern,
die sich grob vorsätzlich noch nicht
auf Lichtnahrung haben umstellen wollen,
hat Taurec vor wenigen Tagen erst - und
auf Hugos Eingabe hin - diese Extratonne
als künftigen Daueraufenthaltsort
für derlei unbelehrbare Kandidaten
zur Verfügung gestellt:
=>
:tonne:

für die Richtigkeit
gez.
Unleserlich -
(stellvertretender Unteramtmann)

P.S.:
Darf Hugo zum Treffen seinen Freund
mitbringen?
=>

»

»
[image]


Tom laesst gruessen,
und er sagt, mit leuten, die solche freunde haben, moechte er keinen
kontakt.


Aha:
Also noch so ein vom Dünkel zerfressener,
selbsternannter "Fachmann"? :-D

*grins*
BB

sagen wir, es ist eher realismus, als fachmannschaft...

er weiss halt, dass hunde fusseln und sabbern. (letzteres stoert ihn besonders)

regrins,detlef

--
"Wer eine Meinung hat, ist zu dumm zum Wissen und zu schwach zum Glauben.“

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fusseln und sabbern

BBouvier, Samstag, 10.10.2009, 09:50 vor 6061 Tagen @ detlef (3377 Aufrufe)


meint auch:

:hamper: <= Hugo Hamper

mein stiller mitleser hat den wunsch geaeussert, den herrn hamper

mal

persoenlich kennen zu lernen...


[image] <=

Tom


gruss,detlef


Fleischfressern,
die sich grob vorsätzlich noch nicht
auf Lichtnahrung haben umstellen wollen,
hat Taurec vor wenigen Tagen erst - und
auf Hugos Eingabe hin - diese Extratonne
als künftigen Daueraufenthaltsort
für derlei unbelehrbare Kandidaten
zur Verfügung gestellt:
=>
:tonne:

für die Richtigkeit
gez.
Unleserlich -
(stellvertretender Unteramtmann)

P.S.:
Darf Hugo zum Treffen seinen Freund
mitbringen?
=>

»

»

»
[image]


Tom laesst gruessen,
und er sagt, mit leuten, die solche freunde haben, moechte er keinen
kontakt.


Aha:
Also noch so ein vom Dünkel zerfressener,
selbsternannter "Fachmann"? :-D

*grins*
BB


sagen wir, es ist eher realismus, als fachmannschaft...

er weiss halt, dass hunde fusseln und sabbern. (letzteres stoert ihn
besonders)

regrins,detlef

Zu:
<"fusseln und sabbern"?

Falls das eine Anspielung auf mich sein sollte,
verbitte ich das mir ganz entschieden!
=>
(meist fussele ich nämlich nicht!)
Und ausserdem springe ich noch recht munter.
(bitte ggfls. dazu obiges Bild beachten zu wollen)

Im übrigen sagt Hugo (als bekennender Lutheraner)
das faschistische Kleinmützchen obigen Katzenimitats
eh nicht zu.
Und er lässt ausrichten, dass er die Verlobung
hiermit als hinfällig betrachtet, da er sich
vorsätzlich grob getäuscht betrachtet.
Und an die Goldfunde glaubt er auch nicht mehr.

Wenn Sie das freundlicherweise ausrichten würden.

Mit freundlichen Grüssen,
B.Bouvier

--
- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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Re: Reiche

Taurec ⌂, München, Sonntag, 11.10.2009, 15:13 vor 6060 Tagen @ Monsignore (3517 Aufrufe)
bearbeitet von Forumsleitung, Sonntag, 11.10.2009, 16:26

Hallo!

Sofern sich nicht alle Konstanten der menschlichen Natur verschieben und die Welt nachher völlig anders funktioniert, wird es danach auch reiche geben.
Das liegt allein schon daran, daß es stets Menschen geben wird, die in manchen Bereichen fähiger und talentierter sind als andere und dementsprechend - aus Überlegenheit - Macht und Reichtum anhäufen können.
Es wird in jeder menschlichen Gesellschaft immer Starke und Schwache geben. Das ist eine Tatsache des Lebens schlechthin.

Sobald es eine Währung, also Geld gibt, gibt es auch reiche. Eine Gesellschaft ohne Geld ist für eine Kultur, bzw. Zivilisation, die sich über die Stufe des stadtlosen Feudalwesens hinausentwickelt hat, unmöglich zu handhaben.
Das mag es in der ersten Zeit danach geben, aber je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr wird sich wieder die gewohnte Konzentration in Städten einstellen, für deren Wirtschaftsleben Geld unerläßlich ist.
Über "feudalistische Stammeswirtschaft" sind wir bereits seit Jahrhunderten hinweg und die Geschichte läßt sich nicht zurückdrehen. Die meisten Menschen heute sind, auch wenn sie auf dem Lande leben, in seelischer Hinsicht entwurzelte Großstädter ohne innere und funktionale Bindung zu dem Land, auf dem sie leben. (Bei 1% in der Landwirtschaft Tätigen kein Wunder.) Das werden sie auch nachher sein. Sie haben einen inneren Drang zu städtischen Lebensweisen, welche sich, sobald es die Umstände zulassen, wieder ausbilden werden. Auch wenn alle Städte entvölkert sind, werden sich rasch an geeigneten Stellen Marktflecken und daraus Städte mit städtischen Berufen und Denkweisen bilden.
Hinzu kommt die Gewohntheit, sich als Nation zu betrachten. Beides wird dazu führen, daß sich danach wieder überregionale Verbindungen bilden, welche die Organisation einer Stammeskultur bei weitem überschreiten.
Das ist zwangsläufig. Wir können von der erreichten Zivilisationsstufe nicht mehr lange oder dauerhaft zurückstürzen. Es sei denn, die Menschheit wird derart dezimiert, daß über Jahrhunderte nur vereinzelte Horden durch die Ruinenfelder ziehen, ohne einander oft zu begegnen, wobei jede Erinnerung an die frühere Kultur und die Fähigkeiten, ihre Überreste zu verstehen, nach wenigen Generationen bereits verschwunden sind. Das wäre ein völliger Neuanfang. Davon künden die Schauungen jedoch nicht.

Auch die Feudalwirtschaft, die Du postulierst, bedingt beiläufig schon, daß es welche gibt, Lehnsherren eben, die als Herrschende mehr haben als andere. Es gibt auch dort einen mit der Macht verbundenen Reichtum und Prunk als Ausdruck der Macht.

Was der Imperator macht, ist das zügellose Denken in Geld, welches das gesamte Leben der Wirtschaft und dem Gewinnmachen unterordnet, wieder unter die Herrschaft der politischen Seite des Lebens zu bringen, nämlich in dem Sinne, daß die Wirtschaft den Eroberungs- und Gestaltungsplänen des Imperators zu Diensten zu sein hat. Der Imperator will Geld nicht um des Geldes willen, sondern um die Welt in seinem Sinne zu ordnen.

Bei den heutigen Machteliten scheint es mir indes so zu sein, daß ihr Machtwille allein dorthin wirkt, selbst mit möglichst wenig Aufwand ein angenehmes Leben zu führen, indem das Vermögen der Mehrheit zugunsten dieser Minderheit nach oben umgeschichtet wird. Nebenbei soll den Menschen durch die durchgeplante Vernichtung aller von den Vorfahren ererbten gewachsenen Strukturen (Volk und Familie) jegliche Möglichkeit genommen werden, sich zu einer Gegenbewegung zu formieren.

Oswald Spengler beschrieb 1922 für die Imperatoren gegenteilige Intentionen (falls es jemand lesen will):

"Durch das Geld vernichtet die Demokratie sich selbst, nachdem das Geld den Geist vernichtet hat. Aber eben weil alle Träume verflogen sind, daß die Wirklichkeit sich jemals durch die Gedanken irgendeines Zenon oder Marx verbessern ließe, und man gelernt hat, daß im Reiche der Wirklichkeit ein Machtwille nur durch einen andern gestürzt werden kann - das ist die große Erfahrung im Zeitalter der kämpfenden Staaten - erwacht endlich eine tiefe Sehnsucht nach allem, was noch von alten, edlen Traditionen lebt. Man ist der Geldwirtschaft müde bis zum Ekel. Man hofft auf eine Erlösung irgendwoher, auf einen echten Ton von Ehre und Ritterlichkeit, von innerem Adel, von Entsagung und Pflicht. Und nun bricht die Zeit an, wo in der Tiefe die formvollen Mächte des Blutes wieder erwachen, die durch den Rationalismus der großen Städte verdrängt worden sind. Alles was sich an dynamischer Tradition, an altem Adel für die Zukunft aufgespart hat, an vornehmer, über das Geld erhabener Sitte, alles was in sich stark genug ist, um nach dem Worte Friedrichs des Großen Diener des Staates zu sein in harter, entsagungsvoller, sorgender Arbeit, gerade im Besitz einer schrankenlosen Gewalt, alles was ich dem Kapitalismus gegenüber als Sozialismus bezeichnet hatte, alles das wird plötzlich zum Sammelpunkt ungeheurer Lebenskräfte. Der Cäsarismus wächst auf dem Boden der Demokratie, aber seine Wurzeln reichen tief in die Untergründe des Blutes und der Tradition hinab. Seine Gewalt verdankt der antike Cäsar dem Tribunat, seine Würde und damit seine Dauer aber besitzt er als Prinzeps. Auch hier erwacht die Seele der frühen Gotik noch einmal: Der Geist der Ritterorden überwindet das beutelustige Wikingertum. Mögen die Machthaber der Zukunft, da die große politische Form der Kultur unwiderruflich zerfallen ist, die Welt als Privatbesitz beherrschen, so enthält diese formlose und grenzenlose Macht doch eine Aufgabe, die der unermüdlichen Sorge um diese Welt, die das Gegenteil aller Interessen im Zeitalter der Geldherrschaft ist und die ein hohes Ehrgefühl und Pflichtbewußtsein fordert. Aber eben deshalb erhebt sich nun der Endkampf zwischen Demokratie und Cäsarismus, zwischen den führenden Mächten einer diktatorischen Geldwirtschaft und dem rein politischen Ordnungswillen der Cäsaren."

Falls der Imperator sich tatsächlich an Spenglers Worte hält und sich statt als rücksichtsloser Schnitter als Gärtner der Völker betätigen will, kann ich seine Herrschaft nur begrüßen.
Die Brechung der Geldherrschaft hängt nicht davon ab, daß alle Grundlagen dafür vernichtet wären, sondern daß jemand an die Macht kommt, der dieses System zutiefst hasst.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“

Alternativ Vorschlag

Walle, Sonntag, 11.10.2009, 17:42 vor 6060 Tagen @ Taurec (3359 Aufrufe)

Hallo!

Sofern sich nicht alle Konstanten der menschlichen Natur verschieben und
die Welt nachher völlig anders funktioniert, wird es danach auch reiche
geben.
Das liegt allein schon daran, daß es stets Menschen geben wird, die in
manchen Bereichen fähiger und talentierter sind als andere und
dementsprechend - aus Überlegenheit - Macht und Reichtum anhäufen können.
Es wird in jeder menschlichen Gesellschaft immer Starke und Schwache
geben. Das ist eine Tatsache des Lebens schlechthin.
...
Falls der Imperator sich tatsächlich an Spenglers Worte hält und sich
statt als rücksichtsloser Schnitter als Gärtner der Völker
betätigen will, kann ich seine Herrschaft nur begrüßen.
Die Brechung der Geldherrschaft hängt nicht davon ab, daß alle Grundlagen
dafür vernichtet wären, sondern daß jemand an die Macht kommt, der dieses
System zutiefst hasst.

Gruß
Taurec


Hallo Taurec,
das geht jetzt stark ins Philosophische.

In der Natur (wo wir auch ein Teil von sind) gibt es Starke und Schwache.
Die Besten (Idealsten) vermehren sich und sorgen für "Evolution".
Nach dem Neustart (3TF etc) werden Schwache und Starke übrig bleiben.
Die Idealsten und Talentiertesten werden überleben und unsere Entwicklung voran bringen.

In der Natur gibt es auch kein Reich und Arm, aller höchstens "Schön", "Groß", "Stark".
Gesammelt wird nur um über den Winter zukommen. Es wird nur von der Hand in den Mund gelebt (s.zB. auch NT Matthäus6/25).

Ergo, ist die Wahrscheinlichkeit groß, das nicht Egoisten und Machtgierige sich duplizieren, sondern Menschen, die Wissen und Talent haben.
Die Chance erhöht sich je weniger Plünderer und "Modepüppchen" sich vermehren
(Natürliche Auslese durch Selbstverteidigung).

Ich für meinen Teil hoffe auf eine Bessere Zukunft. Ohne Macht und ohne Anhäufen von Reichtum.

Gruß Walle

--
Hexenverbrennung, Inquisition, Kreuzzüge

Wir wissen wie man feiert
Ihre Kath.-Kirche

Reiche und Reiche

Wizard, Berne, Sonntag, 11.10.2009, 18:28 vor 6060 Tagen @ Taurec (3321 Aufrufe)

Moin Taurec

Sofern sich nicht alle Konstanten der menschlichen Natur verschieben und
die Welt nachher völlig anders funktioniert, wird es danach auch reiche
geben.
Das liegt allein schon daran, daß es stets Menschen geben wird, die in
manchen Bereichen fähiger und talentierter sind als andere und
dementsprechend - aus Überlegenheit - Macht und Reichtum anhäufen können.
Es wird in jeder menschlichen Gesellschaft immer Starke und Schwache
geben. Das ist eine Tatsache des Lebens schlechthin.

Volle Zustimmung!

Es hängt einzig davon ab, wie sie ihn erlangen und was sie mit ihrem Reichrum anfangen. Zudem gibt es zwei Arten von Reichtum. Der eine Reichtum, der sich bequem in Zahlen ausdrücken lässt und der für jeden erkennbar ist und der andere, nicht real messbare. Leider sind höchst selten beide Reichtümer an der selben Stelle anzutreffen, was wohl in der Natur der Sache an sich liegt.

Sobald es eine Währung, also Geld gibt, gibt es auch reiche. Eine
Gesellschaft ohne Geld ist für eine Kultur, bzw. Zivilisation, die sich
über die Stufe des stadtlosen Feudalwesens hinausentwickelt hat, unmöglich
zu handhaben.

Jein. Kultur ja, Zivilisation nein. Zumindest von einigen Nordamerikanischen Indianerstämmen ist bekannt, das sie System gegen diesen Mechanismus hatten. Bekannt ist es unter der Bezeichnung "Potlach" oder auch "Potlatch". Fälschlich oft derart dargestellt, das es sich dabei um ein "Fest des Schenkens" handelt, bei dem der ganze Stamm oder zumindest das ganze Dorf beteiligt. Richtiger ist es, dass der jeweils Reichste bzw. die reichste Familie dieses "Verschenkfest" ausrichtete (manchmal auch mehrere Reiche zusammen). Sinn des Ganzen war es, sich von überflüssigen, materiellen Besitz zu trennen. Eine Art "seelisches Reinwaschen". Nicht selten artete eine solche "Verschenkorgie" derart aus, dass ursprünglich Reichste anschließend derart arm war, das er selber auf die Hilfe der Anderen angewiesen war. Jeder war bestrebt, auch mal ein Potlach zu veranstalten. Was dazu führte, dass materieller Besitz immer schön im Kreis herumgereicht wurde. Nicht zuletzt auch eine gute Qualitätssicherung, minderwertiger Kram landete nämlich im Feuer. Und wer will schon im Ruf stehen, seine Mitmenschen mit Plunder für das Lagerfeuer zu beglücken.

Das mag es in der ersten Zeit danach geben, aber je weiter die Zeit
voranschreitet, desto mehr wird sich wieder die gewohnte Konzentration in
Städten einstellen, für deren Wirtschaftsleben Geld unerläßlich ist.

Ist es wirklich zwingend erforderlich?

Über "feudalistische Stammeswirtschaft" sind wir bereits seit
Jahrhunderten hinweg und die Geschichte läßt sich nicht zurückdrehen.

Stimmt, so einfach mit gutem Willen oder auf Befehl von irgendwem kann man die Zeit nicht zurückdrehen. Kommt es aber auch nur annähernd so schlimm wie befürchtet, steht die Uhr anschließend mehr oder weniger wieder auf 00:00. Wie schnell sich dann danach die Uhr wieder nach vorne stellt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

• Wie schlimm war es (der Knall)>

• Wie viel an Technik und Wissen wurde dabei vernichtet?

• Wie viele haben überlebt, die mit ihrem Wissen die Uhr wieder nach vorne drehen könnten?

• Wie viel Werkzeug und Material steht ihnen dann dafür zur Verfügung?

• In wie weit ist es gewollt, die Uhr wieder nach vorne zu stellen und damit das alte System wieder herauszukramen?

Die meisten Menschen heute sind, auch wenn sie auf dem Lande leben, in
seelischer Hinsicht entwurzelte Großstädter ohne innere und funktionale
Bindung zu dem Land, auf dem sie leben. (Bei 1% in der Landwirtschaft
Tätigen kein Wunder.) Das werden sie auch nachher sein. Sie haben einen
inneren Drang zu städtischen Lebensweisen, welche sich, sobald es die
Umstände zulassen, wieder ausbilden werden. Auch wenn alle Städte
entvölkert sind, werden sich rasch an geeigneten Stellen Marktflecken und
daraus Städte mit städtischen Berufen und Denkweisen bilden.

Hier bin ich geteilter Meinung und weis wirklich nicht, in welche Richtung sich da die Waage neigen wird. Sicher, früher oder später wird es genau so kommen. Allerdings darf man bei solchen Überlegungen nie außer acht lassen, das schwere Katastrophen und Kriege immer auch seelische Spuren hinerlassen. Die Mentalität ändert sich dabei und zwar in den meisten Fällen recht schnell und drastisch. Das Gleiche gilt für Fälle, wo plötzlich eine steuernde (in welche Richtung auch immer) Obrigkeit wegfällt und kein Ersatz da ist. Trifft beides aufeinander, können die Auswirkungen verheerend sein.

Hinzu kommt die Gewohntheit, sich als Nation zu betrachten. Beides wird
dazu führen, daß sich danach wieder überregionale Verbindungen bilden,
welche die Organisation einer Stammeskultur bei weitem überschreiten.
Das ist zwangsläufig.

Bist du dir da sicher?

Wo ist denn die Gewohnheit, sich als Nation zu sehen geblieben? Ich meine nach 60 Jahren Dauerberieselung von Besatzern und entsprechenden Verboten. Die Meisten wissen doch gar nicht mehr, was das überhaupt ist. Sicher, bei Fußball und ähnlichem kramt mancher mal den Wimpel raus und wedelt damit ein bisserl und das war es auch schon.

Das ganze Thema "Nation" ist nichts weiter als ein schlechter Witz, der noch nie in dem Sinne gut funktioniert hat. Jedenfalls nicht von selber und freiwillig. Stämmeweise ja, jeder Zeit. Mehr, allenfalls wenn einer mit einem Knüppel dahinter (oder fallweise auch davor) steht. Muss ich nur vor die Haustür schauen. Ich wohne hier seit über 12 Jahren und was bekomme ich bei passender Gelegenheit zu hören? "Bischa kein Stedinger ..." Wirf mal einen Blick auf die Landkarte, da steht groß "Bayern" und wenn man als "nicht Bayer" dort aufkreuzt ist man "Saupreiß". Untereinander sieht es da nicht anders aus, da wird nur zu gerne und bei jeder Gelegenheit betont, das man Franke, Oberbayer, Niederbayer usw. ist.

Was meinst du denn, was passiert, wenn nach dem Knall ein nicht unerheblicher teil der Bevölkerung und die gesamte Obrigkeit weg ist? "Großdeutschland" oder ähnliches dürften da allenfalls noch ein paar übrigbebliebene Dumpfglatzen gröhlen. :-D

Wir können von der erreichten Zivilisationsstufe
nicht mehr lange oder dauerhaft zurückstürzen. Es sei denn, die Menschheit
wird derart dezimiert, daß über Jahrhunderte nur vereinzelte Horden durch
die Ruinenfelder ziehen, ohne einander oft zu begegnen, wobei jede
Erinnerung an die frühere Kultur und die Fähigkeiten, ihre Überreste zu
verstehen, nach wenigen Generationen bereits verschwunden sind. Das wäre
ein völliger Neuanfang.

Eben drum.
Dabei muss es nicht mal ganz so schlimm kommen, wie von dir gerade gemeint.

Davon künden die Schauungen jedoch nicht.

Die Meisten nicht, stimmt. Aber die gehen ja auch nur bis zu einem bestimmten Punkt und nicht darüber hinaus. Die Schauungen, die darüber hinaus gehen, künden sehr wohl davon. Zumindest ansatzweise. Siehe z.B. die Schauungen von Detlef, ITOma und meine.

Auch die Feudalwirtschaft, die Du postulierst, bedingt beiläufig schon,
daß es welche gibt, Lehnsherren eben, die als Herrschende mehr haben als
andere. Es gibt auch dort einen mit der Macht verbundenen Reichtum und
Prunk als Ausdruck der Macht.

Ja sicher. Ist immer nur die Frage der jeweiligen Richtung.

Was der Imperator macht, ist das zügellose Denken in Geld, welches das
gesamte Leben der Wirtschaft und dem Gewinnmachen unterordnet, wieder
unter die Herrschaft der politischen Seite des Lebens zu bringen, nämlich
in dem Sinne, daß die Wirtschaft den Eroberungs- und Gestaltungsplänen des
Imperators zu Diensten zu sein hat. Der Imperator will Geld nicht um des
Geldes willen, sondern um die Welt in seinem Sinne zu ordnen.

Genau das!
Und nicht nur beim Geld. So wie ich das Sehe, macht er in etwa das Gleiche mit "Religion".

Bei den heutigen Machteliten scheint es mir indes so zu sein, daß ihr
Machtwille allein dorthin wirkt, selbst mit möglichst wenig Aufwand ein
angenehmes Leben zu führen, indem das Vermögen der Mehrheit zugunsten
dieser Minderheit nach oben umgeschichtet wird. Nebenbei soll den Menschen
durch die durchgeplante Vernichtung aller von den Vorfahren ererbten
gewachsenen Strukturen (Volk und Familie) jegliche Möglichkeit genommen
werden, sich zu einer Gegenbewegung zu formieren.

Das scheint nicht nur so zu sein.
Macht um der Macht willen.
Macht um sie mit voller Absicht zu missbrauchen.

Falls der Imperator sich tatsächlich an Spenglers Worte hält und sich
statt als rücksichtsloser Schnitter als Gärtner der Völker
betätigen will, kann ich seine Herrschaft nur begrüßen.

Wozu muss er sich da an Spenglers Worte halten? Er muss den nicht gelesen haben, um da ganz von selber drauf zu kommen. Und so neu ist die Idee an sich nicht. Da sind schon früher andere drauf gekommen.

Die Brechung der Geldherrschaft hängt nicht davon ab, daß alle Grundlagen
dafür vernichtet wären, sondern daß jemand an die Macht kommt, der dieses
System zutiefst hasst.

Ja sicher, kommt der Richtige an die Macht, kann er alles hinbiegen. Das Problem liegt dabei nicht am Wollen oder Hinbiegen, sondern einzig im "an die Macht kommen". Und das geht nun mal nur, in dem es auf die eine oder andere Weise gewaltig knallt. In einem unbedeutenden (3. Welt)Land, für das sich in dem Moment keine Sau interessiert, mag so einer noch durch Putsch oder mit viel Glück durch Volkeswille an die Macht kommen. In einem Land wie Deutschland nur dann, wenn es global knallt. Oder glaubt wer, die EU, die Amis und andere würden in aller Ruhe zuschauen, wie sich hier einer nach oben schwingt, der so was durchsetzen will und wohl möglich noch kann? Der würde doch als erstes den Austritt aus der EU veranlassen und anschließend alle Geldhähne die nach draußen führen abdrehen. Von anderen Sachen ganz zu schweigen.

MfG

Wizard

--
Anführer = Erster unter Gleichen, jemand der den Anderen als Vorbild DIENT, den Anderen also voran geht und nicht jemand der die Anderen voran peitscht.

Macht und Reichtum

Wizard, Berne, Sonntag, 11.10.2009, 18:42 vor 6060 Tagen @ Walle (3343 Aufrufe)

Moin Walle

Ich für meinen Teil hoffe auf eine Bessere Zukunft. Ohne Macht und ohne
Anhäufen von Reichtum.

Das geht nicht, dazu müsste jeder Überlebende alleine auf einer kleinen Insel hocken.

Stell dir nur mal vor, du überlebst mit den Deinen, schaffst es, dir was durch Wissen, Können und viel Glück aufzubauen. Groß genug aufzubauen, das du Leute mit weniger Wissen, Können und Glück bei dir unterkommen und für dich arbeiten lassen kannst. Damit bist du dann reich und hast Macht.

Ein "Großgrundbesitzer" (oder auch Feudalherr) kann Sklaven halten und sich wie die Wildsau aufführen. Er kann aber auch seine Leute gut behandeln und bei denen und ihren Kindern für ein gutes Aus- und Weiterkommen sorgen.

Macht und Reichtum sind nicht das Problem. Das Problem ist was man damit anstellt.

MfG

Wizard

--
Anführer = Erster unter Gleichen, jemand der den Anderen als Vorbild DIENT, den Anderen also voran geht und nicht jemand der die Anderen voran peitscht.

reiche

Berserker, Montag, 12.10.2009, 13:48 vor 6059 Tagen @ Taurec (3218 Aufrufe)

Natürlich wird es reiche und ärmere geben.
aber eben keine mehr die quasie immer mehr immer schneller alleine durch zinseszins bekommen.

zins ist ja nicht schlechet - einzig und alleine der zinseszins ist ja das übel der knechtschaft um alle in schulden zu halten.
das zentralbanksystehm ist ja quasie des böses mächtigstes spielzeug.
und wenn nun wieder das geld vom staate selbst gedruckt und verwaltet wird, und nicht von der bank geliehen werden muss gegen zins - also geld das es ja garnicht gibt.

dann ist schon das größte machtinstrument gebrochen.
und reiche werden reich weil sie etwas können und dürfen mit recht stolz darauf sein.

aber nicht weil man es eben hat. und es von aleine immer mehr wird.

so wie es laut medien der böseste man des planeten es ja vor hatte.
abschaffung von zinseszins und verbot von börsenhandel.
wweswegen wir ja mit krieg und übel bis heute gerade zu überzogewerden :D

Hallo!

Sofern sich nicht alle Konstanten der menschlichen Natur verschieben und
die Welt nachher völlig anders funktioniert, wird es danach auch reiche
geben.
Das liegt allein schon daran, daß es stets Menschen geben wird, die in
manchen Bereichen fähiger und talentierter sind als andere und
dementsprechend - aus Überlegenheit - Macht und Reichtum anhäufen können.
Es wird in jeder menschlichen Gesellschaft immer Starke und Schwache
geben. Das ist eine Tatsache des Lebens schlechthin.

Sobald es eine Währung, also Geld gibt, gibt es auch reiche. Eine
Gesellschaft ohne Geld ist für eine Kultur, bzw. Zivilisation, die sich
über die Stufe des stadtlosen Feudalwesens hinausentwickelt hat, unmöglich
zu handhaben.
Das mag es in der ersten Zeit danach geben, aber je weiter die Zeit
voranschreitet, desto mehr wird sich wieder die gewohnte Konzentration in
Städten einstellen, für deren Wirtschaftsleben Geld unerläßlich ist.
Über "feudalistische Stammeswirtschaft" sind wir bereits seit
Jahrhunderten hinweg und die Geschichte läßt sich nicht zurückdrehen. Die
meisten Menschen heute sind, auch wenn sie auf dem Lande leben, in
seelischer Hinsicht entwurzelte Großstädter ohne innere und funktionale
Bindung zu dem Land, auf dem sie leben. (Bei 1% in der Landwirtschaft
Tätigen kein Wunder.) Das werden sie auch nachher sein. Sie haben einen
inneren Drang zu städtischen Lebensweisen, welche sich, sobald es die
Umstände zulassen, wieder ausbilden werden. Auch wenn alle Städte
entvölkert sind, werden sich rasch an geeigneten Stellen Marktflecken und
daraus Städte mit städtischen Berufen und Denkweisen bilden.
Hinzu kommt die Gewohntheit, sich als Nation zu betrachten. Beides wird
dazu führen, daß sich danach wieder überregionale Verbindungen bilden,
welche die Organisation einer Stammeskultur bei weitem überschreiten.
Das ist zwangsläufig. Wir können von der erreichten Zivilisationsstufe
nicht mehr lange oder dauerhaft zurückstürzen. Es sei denn, die Menschheit
wird derart dezimiert, daß über Jahrhunderte nur vereinzelte Horden durch
die Ruinenfelder ziehen, ohne einander oft zu begegnen, wobei jede
Erinnerung an die frühere Kultur und die Fähigkeiten, ihre Überreste zu
verstehen, nach wenigen Generationen bereits verschwunden sind. Das wäre
ein völliger Neuanfang. Davon künden die Schauungen jedoch nicht.

Auch die Feudalwirtschaft, die Du postulierst, bedingt beiläufig schon,
daß es welche gibt, Lehnsherren eben, die als Herrschende mehr haben als
andere. Es gibt auch dort einen mit der Macht verbundenen Reichtum und
Prunk als Ausdruck der Macht.

Was der Imperator macht, ist das zügellose Denken in Geld, welches das
gesamte Leben der Wirtschaft und dem Gewinnmachen unterordnet, wieder
unter die Herrschaft der politischen Seite des Lebens zu bringen, nämlich
in dem Sinne, daß die Wirtschaft den Eroberungs- und Gestaltungsplänen des
Imperators zu Diensten zu sein hat. Der Imperator will Geld nicht um des
Geldes willen, sondern um die Welt in seinem Sinne zu ordnen.

Bei den heutigen Machteliten scheint es mir indes so zu sein, daß ihr
Machtwille allein dorthin wirkt, selbst mit möglichst wenig Aufwand ein
angenehmes Leben zu führen, indem das Vermögen der Mehrheit zugunsten
dieser Minderheit nach oben umgeschichtet wird. Nebenbei soll den Menschen
durch die durchgeplante Vernichtung aller von den Vorfahren ererbten
gewachsenen Strukturen (Volk und Familie) jegliche Möglichkeit genommen
werden, sich zu einer Gegenbewegung zu formieren.

Oswald Spengler beschrieb 1922 für die Imperatoren gegenteilige
Intentionen (falls es jemand lesen will):

"Durch das Geld vernichtet die Demokratie sich selbst, nachdem
das Geld den Geist vernichtet hat. Aber eben weil alle Träume verflogen
sind, daß die Wirklichkeit sich jemals durch die Gedanken irgendeines
Zenon oder Marx verbessern ließe, und man gelernt hat, daß im Reiche der
Wirklichkeit ein Machtwille nur durch einen andern gestürzt werden kann -
das ist die große Erfahrung im Zeitalter der kämpfenden Staaten - erwacht
endlich eine tiefe Sehnsucht nach allem, was noch von alten, edlen
Traditionen lebt. Man ist der Geldwirtschaft müde bis zum Ekel. Man hofft
auf eine Erlösung irgendwoher, auf einen echten Ton von Ehre und
Ritterlichkeit, von innerem Adel, von Entsagung und Pflicht. Und nun
bricht die Zeit an, wo in der Tiefe die formvollen Mächte des Blutes
wieder erwachen, die durch den Rationalismus der großen Städte verdrängt
worden sind. Alles was sich an dynamischer Tradition, an altem Adel für
die Zukunft aufgespart hat, an vornehmer, über das Geld erhabener Sitte,
alles was in sich stark genug ist, um nach dem Worte Friedrichs des Großen
Diener des Staates zu sein in harter, entsagungsvoller, sorgender Arbeit,
gerade im Besitz einer schrankenlosen Gewalt, alles was ich dem
Kapitalismus gegenüber als Sozialismus bezeichnet hatte, alles das wird
plötzlich zum Sammelpunkt ungeheurer Lebenskräfte. Der Cäsarismus wächst
auf dem Boden der Demokratie, aber seine Wurzeln reichen tief in die
Untergründe des Blutes und der Tradition hinab. Seine Gewalt verdankt der
antike Cäsar dem Tribunat, seine Würde und damit seine Dauer aber besitzt
er als Prinzeps. Auch hier erwacht die Seele der frühen Gotik noch einmal:
Der Geist der Ritterorden überwindet das beutelustige Wikingertum. Mögen
die Machthaber der Zukunft, da die große politische Form der Kultur
unwiderruflich zerfallen ist, die Welt als Privatbesitz beherrschen, so
enthält diese formlose und grenzenlose Macht doch eine Aufgabe, die der
unermüdlichen Sorge um diese Welt, die das Gegenteil aller Interessen im
Zeitalter der Geldherrschaft ist und die ein hohes Ehrgefühl und
Pflichtbewußtsein fordert. Aber eben deshalb erhebt sich nun der Endkampf
zwischen Demokratie und Cäsarismus, zwischen den führenden Mächten einer
diktatorischen Geldwirtschaft und dem rein politischen Ordnungswillen der
Cäsaren."

Falls der Imperator sich tatsächlich an Spenglers Worte hält und sich
statt als rücksichtsloser Schnitter als Gärtner der Völker
betätigen will, kann ich seine Herrschaft nur begrüßen.
Die Brechung der Geldherrschaft hängt nicht davon ab, daß alle Grundlagen
dafür vernichtet wären, sondern daß jemand an die Macht kommt, der dieses
System zutiefst hasst.

Gruß
Taurec

Zins IST Zinseszins

Hinterbänkler, hinterm Wald im Emmental, Montag, 12.10.2009, 14:05 vor 6059 Tagen @ Berserker (3312 Aufrufe)

Nun Berserker, das ist aber sehr kurz gedacht.

Bei uns hier im Kapitalismus gibt es generell auch nur Zins. Wo gibt es denn überhaupt Zinseszins? Maximal da wo eben kein Zins gezahlt wird.

Nein der Zins ist das Übel. Bzw. genaugenommen der Staat, als derjenige, der Geld generiert und absichert.

Gruss
Hinterbänkler

--
Die emotionale Signatur der Dankbarkeit bedeutet, dass es bereits geschehen ist und dass du dies angenommen hast, und je länger du in Dankbarkeit verweilen kannst, desto stärker bist du als Magnet für ein neues Schicksal.
Denn Dankbarkeit ist der ultimative Zustand des Empfangens.

Franz Liszt, Montag, 12.10.2009, 21:25 vor 6058 Tagen @ Hinterbänkler (3237 Aufrufe)

Hallo Hinterbänkler,

Zinseszins ist Zins auf Zins!

Dieser muss nicht zwangsläufig erhoben werden. Beispiel: Ich leihe mir Geld zu einem Zins von 1 Prozent. Im heutigen System steigt dadurch die Schuldsumme und nach Ablauf der Vertragszeit hätte ich 101 Prozent Schulden und müsste 1,01 Prozent Zinsen auf die ursprüngliche Summe zahlen.

Zinseszins ist hier 0,01 Prozent und nicht 1,01 Prozent!

Und wieso zahle ich nicht wieder 1 Prozent und die alten 1 Prozent zahle ich oder schulde ich in einem separaten Vertrag?

Weil die Leute nur in Zinseszinsen denken können. Sie können die lineare Zinsrechnung einfach nicht!

Gruß franz_liszt

reich?

CLIFFwalk, Montag, 12.10.2009, 23:05 vor 6058 Tagen @ Taurec (3242 Aufrufe)

"Reich" ist relativ - es ergibt sich immer erst aus dem Vergleich. Dazu braucht es nicht mal ein Zahlungsmittel. Schon der Mehrbesitz an Materiellem - und sei es nur, dass einer in der Not einen Apfel hat und der andere zwei oder mehr - verursacht Neid und lässt den Ärmeren an "Reichtum" denken.
Bei aller schönen zivilisatorischen Verkleidung wird leicht verdrängt, dass der Mensch an sich ein "Mörder" ist, der gern schon mal das Lied vom "braven Mann" singt ...

Es grüßt
Cliffwalk

warum?

detlef, Montag, 12.10.2009, 23:27 vor 6058 Tagen @ CLIFFwalk (3306 Aufrufe)

"Reich" ist relativ - es ergibt sich immer erst aus dem Vergleich. Dazu
braucht es nicht mal ein Zahlungsmittel. Schon der Mehrbesitz an
Materiellem - und sei es nur, dass einer in der Not einen Apfel hat und
der andere zwei oder mehr - verursacht Neid und lässt den Ärmeren an
"Reichtum" denken.
Bei aller schönen zivilisatorischen Verkleidung wird leicht verdrängt,
dass der Mensch an sich ein "Mörder" ist, der gern schon mal das Lied vom
"braven Mann" singt ...

Es grüßt
Cliffwalk


moin,

warum muss "reich" oder "reichtum" eigentlich ueber neid definiert werden?

ich glaube, dass reich sein relativ ist.

eine alte rentnerin, die sechshundert eu im monat kriegt, aber nur 550 verbraucht, ist in meinen augen reicher, als ein typ, der 5000 im monat einnimmt, aber ausgaben von 5050 eu hat.
reichtum ist fuer mich einfach der ueberschuss zwischen einnahmen und anspruechen.

gruss,detlef

--
"Wer eine Meinung hat, ist zu dumm zum Wissen und zu schwach zum Glauben.“

darum

CLIFFwalk, Dienstag, 13.10.2009, 00:05 vor 6058 Tagen @ detlef (3363 Aufrufe)

warum muss "reich" oder "reichtum" eigentlich ueber neid definiert
werden?

Weil in dem Moment, wo es überhaupt definiert wird, schon der Vergleich zwischen 2 "Parteien"stattgefunden hat.

ich glaube, dass reich sein relativ ist.

... mein reden ...

eine alte rentnerin, die sechshundert eu im monat kriegt, aber nur 550
verbraucht, ist in meinen augen reicher, als ein typ, der 5000 im monat
einnimmt, aber ausgaben von 5050 eu hat.
reichtum ist fuer mich einfach der ueberschuss zwischen einnahmen und
anspruechen.

Schön wär's - diese beiden fiktiven Personen werden wahrscheinlich nie den Vergleich zwischen sich anstellen; da ist es leicht als unbeteiligter Dritter eine Wertung quasi von außen zu postulieren, die bestenfalls etwas über Dich aussagt, aber nichts zum Eigentlichen.

Gruss
Cliffwalk

Doch

Hinterbänkler, hinterm Wald im Emmental, Dienstag, 13.10.2009, 00:14 vor 6058 Tagen @ Franz Liszt (3202 Aufrufe)

Doch Franz Liszt,

ich hab geschrieben: "Zinseszins max nur da, wo kein Zins gezahlt wird", damit meinte ich wo kein Zins ausgezahlt wird. Nur da kommt der Zinseszins zum tragen. Die Misere des Kapitalismus haben wir zu 99,5% nicht wegen Zinseszins, sondern wegen Zins.

Gruss
Hinterbänkler

--
Die emotionale Signatur der Dankbarkeit bedeutet, dass es bereits geschehen ist und dass du dies angenommen hast, und je länger du in Dankbarkeit verweilen kannst, desto stärker bist du als Magnet für ein neues Schicksal.
Denn Dankbarkeit ist der ultimative Zustand des Empfangens.

Nicht zwangsläufig... aber mit Zwang

RichardS, Dienstag, 13.10.2009, 00:26 vor 6058 Tagen @ Franz Liszt (3320 Aufrufe)

Hallo Hinterbänkler,

Zinseszins ist Zins auf Zins!

Dieser muss nicht zwangsläufig erhoben werden. Beispiel: Ich leihe mir
Geld zu einem Zins von 1 Prozent. Im heutigen System steigt dadurch die
Schuldsumme und nach Ablauf der Vertragszeit hätte ich 101 Prozent
Schulden und müsste 1,01 Prozent Zinsen auf die ursprüngliche Summe
zahlen.

Zinseszins ist hier 0,01 Prozent und nicht 1,01 Prozent!

Und wieso zahle ich nicht wieder 1 Prozent und die alten 1 Prozent zahle
ich oder schulde ich in einem separaten Vertrag?

Weil die Leute nur in Zinseszinsen denken können. Sie können die lineare
Zinsrechnung einfach nicht!

Gruß franz_liszt

Hallo, Franz Liszt

Ich versuche Deine Beschwerde über den Zinseszins nachzuvollziehen und um ihr eine Logik abzugewinnen, muss ich folgendes annehmen:
1. Du hast mit Deinem Gläubiger einen Zeitrahmen für Deinen Kredit vereinbart, der über ein Jahr hinausgeht.
2. Du hast mit Deinem Gläubiger einen jährlich zu zahlenden Zins von 1 Prozent vereinbart.
Oder willst Du auf das Geld, das Du von Deinem Gläubiger erhalten hast, insgesamt nur 1 Prozent Zins zahlen, egal ob Du die Schuld in einem Jahr oder in 12 Jahren zurückzahlen musst? Ich glaube, dass dieser Unterschied nicht nur für Dich, sondern auch für Deinen Gläubiger von Belang ist, denn in ersterem Fall verzichtet er 1 Jahr auf sein Geld, das er Dir (großzügigerweise) leiht, und in letzterem Fall verzichtet er 12 Jahre.
Zahlst Du Deinem Gläubiger nach 1 Jahr das geliehene Geld zurück, gibst Du ihm zusätzlich 1 Prozent dazu (wie vereinbart) - von Zinseszins keine Spur...
Zahlst Du Deinem Gläubiger erst nach 12 Jahren das geliehene Geld zurück, zahlst Du ihm jährlich 1 Prozent Deiner Schuld als Zins (sofern Du nicht zwischendurch Deine Schuld durch Teilrückzahlungen minimierst und damit auch nur auf eine minimierte Schuld 1 Prozent Zins zahlst) - wiederum von Zinseszins keine Spur...
Wenn ich das richtig sehe, bist Du in Deinem Beispiel nur dann zur Zahlung eines Zinseszinses verpflichtet, wenn Du nicht einmal die 1 Prozent Zinsen rechtzeitig, also nach einem Jahr, zahlen willst oder "kannst".
Das ist natürlich sehr lis(z)tig gedacht: Von einem anderen Geld annehmen, dann selbst die Zahlung des vereinbarten Jahreszinses schuldig bleiben und sich beschweren, dass man nun auf die Schuld von X + 1 Prozent nach einem weiteren Jahr 1 Prozent Zins zahlen muss, den man dann wiederum nicht bezahlt, sondern weiter anschreiben lässt. Im Falle einer Laufzeit von 12 Jahren und eines "Verbots" des Zinseszinses wärst Du natürlich fein raus, denn in Wahrheit würdest Du nicht 1 Prozent Jahreszins auf Deine Schuld zahlen, sondern mit 1 Prozent Zins nach 12 Jahren nur einen Bruchteil davon.
Welcher Schuldner würde sich das nicht wünschen?
Und am Besten auch noch gleich eine vereinbarte Laufzeit bis zum St. Nimmersleinstag?
Nur: Welcher Gläubiger sollte Dir aus welchen Gründen diesen Gefallen tun?
Wenn ich Deine Beschwerde über den Zinseszins richtig verstehe, willst Du von einem anderen dessen Geld, nicht etwa dass dieser es Dir aufdrängte und Dich zum Schuldenmachen geradezu zwänge.
Meiner Meinung nach könntest Du Deinem Gläubiger dann wenigstens 1 Prozent Zins im Jahr zahlen, das ist ohnehin nicht so arg viel (selbst unser Staat zahlt sogar momentan seinen Gläubigern noch mehr) - statt sogar die Zinszahlung schuldig zu bleiben und Dich dann über den Zinseszins, den Dein Gläubiger Dir verwerflicherweise abpresst, beschweren.

Zu Deinem Lösungsvorschlag:
"Und wieso zahle ich nicht wieder 1 Prozent und die alten 1 Prozent zahle ich oder schulde ich in einem separaten Vertrag?"

Ja, warum nicht? Allerdings vermute ich, dass Du Dir einen "separaten" Vertrag über die geschuldete Zinszahlung wünschst, in dem Du auf die Zinszahlung, die Du zum fällig gewordenen Termin schuldig bleibst, keinen Zins zahlen willst - so als wäre es für den Gläubiger (nur natürlich nicht für Dich!) völlig egal, ob Du ihm den Zins heute oder übermorgen oder in 12 Jahren (vielleicht und hoffentlich) zahlst. Der dicke Gläubiger braucht's ja eh nich, ey...
Ganz schön anspruchsvoll, finde ich, dieser Schuldnergedanke. Die praktische Realisierung dieser Art Zinsgegnerschaft würde die Fratze von Gewalt und Zwang (der kalten Enteignung der "reichen" Gläubiger zugunsten ihrer Schuldner) nicht verheimlichen.
Auf freiwilliger Basis führte das von Dir gedachte Konstrukt zum sofortigen Ende jeder Bereitschaft, jemand anderen zu kreditieren.

Gruß
Richard

Verträge

Franz Liszt, Dienstag, 13.10.2009, 09:37 vor 6058 Tagen @ RichardS (3247 Aufrufe)
bearbeitet von Franz Liszt, Dienstag, 13.10.2009, 09:43

Hallo Richard,

HB ist näher dran als Du. Natürlich bin ich für die Einhaltung von Verträgen. Aber die Jetzigen Verträge rechnen mit Zinseszins, wodurch Schulden und Umlaufvermögen automatisch wachsen.

Würde man die Verträge von vornherein linear verfassen, gäbe es kein automatisches Wachstum. Den Nachteil für den Kreditor, wenn alle gleichermaßen auf globales Wachstum verzichten, kann ich nicht erkennen.

Natürlich gilt der Zinssatz pro Jahr. Und wird die Zinszahlung nicht eingehalten, entsteht eine Schuld - eine neue Schuld, die aber dann nicht die ursprüngliche Schuld erhöht.

Neue Schuld = Rechnung nicht bezahlt = ohne Vertrag pfändbar.

Wieso sollte jemand nicht willig sein, Geld auf Zeit zu üblichem Zinssatz zu verleihen? Zinsen eben - ohne Zinseszins!

Gruß franz_liszt

... Freier

RichardS, Dienstag, 13.10.2009, 11:14 vor 6058 Tagen @ Franz Liszt (3239 Aufrufe)

Hallo Richard,

HB ist näher dran als Du. Natürlich bin ich für die Einhaltung von
Verträgen. Aber die Jetzigen Verträge rechnen mit Zinseszins, wodurch
Schulden und Umlaufvermögen automatisch wachsen.

Würde man die Verträge von vornherein linear verfassen, gäbe es kein
automatisches Wachstum. Den Nachteil für den Kreditor, wenn alle
gleichermaßen auf globales Wachstum verzichten, kann ich nicht erkennen.

Natürlich gilt der Zinssatz pro Jahr. Und wird die Zinszahlung nicht
eingehalten, entsteht eine Schuld - eine neue Schuld, die aber dann
nicht die ursprüngliche Schuld erhöht.

Neue Schuld = Rechnung nicht bezahlt = ohne Vertrag pfändbar.

Wieso sollte jemand nicht willig sein, Geld auf Zeit zu üblichem Zinssatz
zu verleihen? Zinsen eben - ohne Zinseszins!

Gruß franz_liszt

Hallo Franz Liszt

HB ist näher dran als Du.

Du meinst, HB kann Dich besser kritisieren als ich?

Du weichst meiner Kritik aus. Indem Du den Gegenstand wechselst. Erzählst mir etwas von Verzicht auf "globales Wachstum" und dergleichen. Dass Dein Beitrag, auf den ich mich bezog, im Hintergrund irgendeine gesellschaftskritische Sichtweise hatte (darum ja Dein Lob an HB, der Dir signalisierte, auch was gegen "Kapitalismus" zu haben), war mir schon klar. War mir aber egal, ich bezog mich nur auf die Argumentation, die Du hinschriebst.
Und mit der verteufeltest Du den Zinseszins vom Standpunkt eines Menschen, der nicht einmal seine Zinsen rechtzeitig bezahlen will und sich dann beschwert, dass ihm das was kostet.

Mit dem jetzigen Beitrag lässt Du die Katze aus dem Sack: irgendwas stinkt Dir am jetzigen gesellschaftlichen (politökonomischen) Zustand. Nur was?
Da bleibst Du verschwommen. Und genau das ist das Ärgerliche.
Da werde ich Dir gedanklich nicht noch einmal nachsteigen.
Du wünschst Dir, dass "alle gleichermaßen auf globales Wachstum verzichten". Schön, schön.
Dazu kannst Du schon jetzt einen ganz persönlichen Beitrag leisten (Du weißt ja, man soll bei der Veränderung der Welt immer bei sich selber anfangen, heißt es):
Zahl Deine Zinsen rechtzeitig zurück und zahl Deine Schulden rechtzeitig zurück, dann musst Du Dich nicht über Zinseszinszahlungen ärgern. Oder noch besser: Verschulde Dich erst gar nicht. Dann wachsen zumindest Deine Schulden nicht "automatisch".

Wieso sollte jemand nicht willig sein, Geld auf Zeit zu üblichem Zinssatz zu verleihen? Zinsen eben - ohne Zinseszins!

Wozu jemand willig ist, musst Du ihm überlassen, denke ich, es sei denn, Du schreibst jemandem Deinen Willen vor. Vielleicht will dieser Jemand sein Geld selbst zu marktunüblichen Zinsen Dir nicht leihen (weil er Dir nicht traut oder besseres mit seinem Geld zu tun weiß), denn: Zu einem Vertrag, also zu einem Kreditkontrakt gehören immer noch zwei - oder willst Du den Gläubiger zu seinem Gläubiger-Dasein zwingen?
Du musst Dich mit Deinem potentiellen Gläubiger einigen und der mit Dir - sonst wirst Du kein Schuldner und der kein Gläubiger.

Wie gesagt: Wenn Du eine Gesellschaftskritik hier loswerden willst, dann bitte nenne Roß und Reiter und mach es nachvollziehbar.
Wäre sicher für manch anderen Leser auch spannend!
Nicht, dass wir uns erst im "danach" mit den diversesten Theorien auseinandersetzen müssen, was im "davor" von Übel war und wie es von nun an besser gehe...

Gruß
Richard

Gequirrltes

Hinterbänkler, hinterm Wald im Emmental, Dienstag, 13.10.2009, 11:51 vor 6058 Tagen @ RichardS (3252 Aufrufe)

Du meinst, HB kann Dich besser kritisieren als ich?

Richard, hallo,

tatsächlich, ich kann ihn am besten kritisieren. Schau mal:

Der gute Franz Liszt schreibt seit vielen Jahren nur solch gequirrlte .... Niemals kann er einen einzigen geraden Gedanken niederlegen. Immer versucht er sich mit kryptischen Formulierungen den Heiligenschein des Überwissenschaftlers anzupinseln. Ihm mehr als 3 Zeilen Antwort zu widmen ist Labsal für seine geschundene Seele. Du kannst diesen Thread über Wochen verlängern, Du verstehst immer noch nicht was er sagen will, außer: Ich der Größte.

Gruss
Hinterbänkler

--
Die emotionale Signatur der Dankbarkeit bedeutet, dass es bereits geschehen ist und dass du dies angenommen hast, und je länger du in Dankbarkeit verweilen kannst, desto stärker bist du als Magnet für ein neues Schicksal.
Denn Dankbarkeit ist der ultimative Zustand des Empfangens.

wichtiges angesprochen

detlef, Dienstag, 13.10.2009, 12:21 vor 6058 Tagen @ Hinterbänkler (3253 Aufrufe)

Du meinst, HB kann Dich besser kritisieren als ich?


Richard, hallo,

tatsächlich, ich kann ihn am besten kritisieren. Schau mal:

Der gute Franz Liszt schreibt seit vielen Jahren nur solch gequirrlte ....
Niemals kann er einen einzigen geraden Gedanken niederlegen. Immer versucht
er sich mit kryptischen Formulierungen den Heiligenschein des
Überwissenschaftlers anzupinseln. Ihm mehr als 3 Zeilen Antwort zu widmen
ist Labsal für seine geschundene Seele. Du kannst diesen Thread über
Wochen verlängern, Du verstehst immer noch nicht was er sagen will, außer:
Ich der Größte.

Gruss
Hinterbänkler


ja, leider ist der franz etwas schwach inm konkreten.
aber, was richard ansprach, scheint mir eine recht wichtige sache zu sein.
naemlich, dass es ausser den boesen kapitalisten, den verwerflichen zinshaien ja immer noch jemand anderes geben muss. und zwar eine gierige, faule sau, die geniessen/verbrauchen will, was sie noch nicht erarbeitet hat.

aber schuld sind ja immer nur die anderen.

gruss,detlef

--
"Wer eine Meinung hat, ist zu dumm zum Wissen und zu schwach zum Glauben.“

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Firmengründung

BBouvier, Dienstag, 13.10.2009, 20:17 vor 6058 Tagen @ detlef (3226 Aufrufe)

<< gierige, faule sau, die geniessen/verbrauchen will

Startkapital, das sich nicht so ohne weiteres
selbst ansparen lässt, benötigt Einjeder,
der der eine Firma/ein Geschäft o.ä gründet
oder erweitert.

Und dazu braucht es leihende Sparer/Kreditgeber/Banken.

Gruss,
BB

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- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."

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