Tag Waschbär
Dein Text liest sich mindestens so lustig wie der meinige. Ich schrieb mal eine mittelmäßige 2-Seiten-Geschichte über einen "alten" Mann, der noch einmal, bevor es ihn dahinraffte, seine Heimat sehen wollte. Wurde gar in einer Zeitung abgedruckt und gelobt.
Einziger Störfaktor in deiner "Abrechnung" und "im Ton vergriffen" bleibt diese Aussage:"...in alter Manier hinters Licht führen."
Dies ist äußerst anmaßend! Dann würden mich die "Höheren" hinters Licht führen wollen!
Meine Aussage der Vision zu 2011 (und andere) hat/haben weiter Bestand, betreffend Deutschlands Schicksalsjahr etc.
Nun gut. Waschbären scheinen niedliche Zeitgenossen zu sein, halten Ruheschlaf und fressen sich so durchs Leben. Sollen auch immer zutraulicher werden...so besteht ja bei dir noch Hoffnung. Bis das Fell über die Ohren und so
Danke deinen amüsanten Worten. "Zeichen setzen"-wie du es verlangst, werden andere - ohne den geringsten Anflug eines Zweifels! Denn allzu harmlos ist:
HJH
Im Ton vergriffen
Dem vertrottelten, alten Mann in seiner verkommenen Kleinbürgerwohnküche
mit Hinterhofaussicht dämmerte in einem letzten lichten Moment die
Erkenntnis um die drohende eigene Biographielosigkeit, mit der er wohl in
nicht mehr allzu langer Zeit würde abtreten müssen. So beschloss er denn -
eine andere Möglichkeit gab es für ihn nicht - wenigstens ein Zeichen ins
ww-w zu setzen für seine einstige und mindestens ebenso alte Fangemeinde
aus längst vergangenen Tagen. Noch einmal wollte er sie in alter Manier
hinter's Licht führen und „Zeichen“ setzen, denn Wahrheit war ihm
unbekannt geblieben. Und es entstanden Buchstabenzeichen, die er zu Zeilen
aneinanderreihte von trostloser Leere und abstossender Sinnlosigkeit, die
nicht einmal ansatzweise einen Gedanken enthielten. Dafür aber ein
einziges Motiv: Die alten Freunde sollten sich Gedanken um Ihn machen.
Vielleicht würde den Hilfeschrei ja Irgendjemand mitbekommen und ihn
fragen: „Warum macht 2011 traurig?“ -