Moin, Moin und Ahoi! (Freie Themen)

Fenrizwolf, Mittwoch, 12.08.2026, 08:39 (vor 3 Tagen) @ Taurec (222 Aufrufe)

Zum letzten Geleut!

Ja, ich weiß, ich muß nun extra leise schreiben, damit die wenigen verbliebenen, flüchtigen Seelen an Bord nicht zwischen den Masten in einem Kugelblitz verenden.

Der Klabautermann setzt nun die Segel gen neue Welt.

Soweit nichts Neues, aber in seiner Endgültigkeit doch etwas dämpfend für das eigene Gemüt – da es die aus unserer Perspektive letzte Reise in den Nebel ist.

Ich habe es auch nicht erst heute erfahren, sondern mußte die Botschaft erst einmal etwas reifen lassen, und die Zeit finden um es zu begreifen.


Quasi vom ersten Tage an, als ich begann, mich für das Thema „Prophezeiungen“ konkret zu interessieren, kam ich an einem „Detlef“ nie vorbei – so war er schließlich ein Urgestein der Bewegung, und schon Online-Veteran im Dienste der Aufklärung, als es dieses Forum noch lange nicht gab.

Als Querleser all dessen, was im Internetz verfügbar war, las ich, teils verstohlen, beinahe alles, was man nebenbei so lesen konnte, ohne nebenbei zu verhungern, aber ich habe keine Ahnung mehr, wie all die Vorgängerforen seit 2008 geheißen haben mögen, bis ich schließlich hierhin gefunden habe.

Aber das ganze neue Interessengebiet hatte neben lauten Namen ein solides Fundament; und um das kam man wirklich nicht herum.
Emigrant, Exilant, Szeneikone, Pionier, echter Seher wider Willen, Erbauer der Arche, Bauer, Philosoph, Okkultist, Essayist, oder einfach nur polyglotter Esoteriker?

Spät, aber eines günstigen Tages, durften wir „The Detlef“ dann hier endlich willkommen heißen.
Da schlug doch teilweise schweres Gestein in weichen Lehm, alte Knochen fochten gegen Grashalme, und das literarisch/intellektuelle „Phrophizit“ bekam dazu noch ein (Sch)Impfserum.

„Detidox“ konnte man immer konsumieren, und ging nie leer aus. So nachsichtig, liebevoll und, ja „cool“ konnte kein Kerl schwierige Fälle anfassen – außer ihm.

Wer schlau, aber mit weniger oder weniger schweren Wassern gewaschen war, biß sich an diesem Haudegen doch die süßen Milchzähne aus.
Emotional aufgeladene Kryptokombatanten, wie ich, bekamen auch mal gut gemeinte Rat-Schläge, und hatten schließlich die Muße, sich wieder zu besinnen.

Zwar war er wohl zu faul, auch mal Großbuchstaben zu bemühen, aber er war ein Gigant in Sachen Authentizität und Wohlwollen, und jedem seiner Beiträge wohnte Liebe inne, die man stets wie eine warme Decke hätte über sich ziehen können.

Aus meiner Perspektive war er etwas mehr, als manche hier vielleicht angenommen haben.

„Messerscharfer Verstand“ klingt zu akademisch, aber seiner war nicht minder – er war anders.
Er war vielleicht der kompletteste Mensch, den ich je kennengelernt, aber nie gesehen, habe.

Unaufgeregt, offenherzig, und mit dem vielleicht intelligentesten Humor jemals gesegnet, hat er mein Herz schnell gewonnen.
Deti war mal wech, und irgendwie hatte ich schon das Gefühl, daß es ernster sein könnte, aber dann kam er ja wieder, und war hier der einsame Rufer in der Wüste.

Zwischenzeitlich klang es irgendwie doch ernstlicher an, aber man sah ihn dann versuchen, im Alleingang, dem Forum hier, Leben einzuhauchen.

Zwar bin ich ihm nie körperlich begegnet, aber dennoch: ich kann vor ihm nur den Hut ziehen.
Ich halte seinen Intellekt für (teils maßlos) unterschätzt.

Er war derart beschlagen aber unprätentiös, und dazu angeblich derart ungebildet, daß es doch die Glocken bei manchem hätte läuten müssen.

Das war ein großer Kopf mit einem Großen Herzen, der, wenn er nur gepupst hat, schon mehr gesagt hat, als manche sich für ein Lebenswerk wünschen.

Es kommt mir unwillkommen, aber ich werde jetzt nicht das Grab suchen und mit Reanimationsmaßnahmen anfangen.
Vermutlich ist es schon zu spät dafür.

Er selbst sollte zumindest bestens für den Übertritt ausgerüstet sein.
Er läßt sich kein X für ein Ü vormachen.

Falls jemand die Kompetenz besäße, gut zu sterben, dann traute ich es ihm zu.

Deti – show ´em how!

Phenrißwolph


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