Azteken: Unser "5. Zeitalter" entgeht der Zerstörung! (Schauungen & Prophezeiungen)

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Dienstag, 24.11.2009, 20:19 vor 6016 Tagen (4101 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Dienstag, 24.11.2009, 20:24

Hallo!

Zum Ersten möchte ich hier mal widerlegen, daß es keine "Maya-Prophezeiung"
gäbe, wie das derzeitige Motto unseres verehrten Moderators lautet.
Natürlich gab es keine Schauungen, wessen Schwerpunkte hier thematisiert
werden, also Angriff von Russen oder die 3tf.
Die Hochkultur der Maya bekamen die spanischen Eroberer nie zu Gesicht,
da diese bereits ab ca. 900 A.D. zerfiel und die Spanier nur noch
auf einfache Siedler im Norden der Halbinsel Yucatan trafen.

Sie trafen vor allem auf die allseits bekannten
und aggressiven, dort vorherrschenden Azteken,
deren Herrschaft Cortez bekanntermaßen
gewaltsam beendete.

Der Azteken-Kalender war dem Maya-Kalender größtenteils ähnlich,
denn die Azteken hatten ihn von den Maya abgekupfert, welche
ihn schon vor Jahrtausenden entwickelt hatten.
Die ganzen astronomischen und mathematischen Errungenschaften
sollen auf die Maya zurückgehen,
die Azteken waren da vergleichsweise dekadent wie das alte
Rom im Verfall.

Der 260 tägige Tzolkin war nicht etwa nur ein einfacher Zähler
wie bei uns Montag-Dienstag-Mittwoch, sondern war "eine dauernd
laufende Prophezeiungsmaschinerie, die die Geschicke der
Maya und aller Völker Mexikos lenkte."

http://www.erratiker.ch/spezial/tzolkin.htm

Jedes Zeichen mit Zahl hatte eine ganz besondere Bedeutung
in Hinsicht auf das Wetter, die Ernte, auf Krieg und Frieden
mit Nachbarstämmen etc. Alles war Omen.
An einem Tag durfte man dieses tun, am anderen mußte
man das andere lassen.

Der Sage nach gab es zehn Jahre vor der Ankunft der Spanier
acht Vorkommnisse, die das Ende des Aztekenreiches anzeigten,
darunter womöglich sogar eine Schauung Moctezumas:

"1. Ein Komet, der während des Tages am Himmel erschien.
2. Eine Feuersäule (möglicherweise der Komet), die sich nachts am Himmel zeigte.
3. Die Zerstörung des Tempels von Huitzilopochtli durch Feuer.
4. Ein Blitz, der in den Tzonmolco-Tempel einschlug.
5. Die Überflutung Tenochtitlans.
6. Seltsame Menschen mit mehreren Köpfen, aber nur einem Körper, die beobachtet wurden, als sie durch die Stadt liefen.
7. Eine weinende Frau, die ein Klagelied für die Azteken sang.
8. Ein seltsamer Vogel (Quetzal), der gefangen wurde. Als Moctezuma in seine spiegelähnlichen Augen schaute, sah er fremde Männer, die an der Küste landeten."

Davon abgesehen erwarteten sie die Ankunft ihres Gottes Quetzalcoatl
aus dem Osten, der weißer Hautfarbe war, ihrer Legende nach.
Davon hatte Cortez fieserweise einen enormen Vorteil und konnte
sie im Moment der Überraschung plattmachen.

Was mich jedoch echt überrascht, in den Wikibooks:
Den Azteken nach geht unser jetziges "Fünftes Zeitalter" nicht
in einer Katastrophe unter, wie die vier vorherigen:

"Die Azteken hatten viele Sagen, die die Erschaffung der Welt beschrieben. Eine davon sagte, dass es vier Zeitalter gäbe, die immer mit einem schlimmen Unglück enden würden. Unser Zeitalter - Nahui-Ollin, das fünfte Zeitalter oder die fünfte Erschaffung der Welt, entging der Zerstörung, weil sich der kleinste und bescheidenste ihrer Götter, Nanahuatl ("voller Schmerzen"), opferte und sich in die Sonne verwandelte."

Das legt den Schluß doch nahe, daß dieses ganze Geschwätz vom
Untergang, 2012, durch Erdbeben
(also "Erdbeben-Sonne" in der Legende der Azteken und Maya),
alles reine Erfindung ist...
Ohnehin stammen die "Fünf Sonnen" von den Azteken, und nicht
von den Maya; kann höchstens sein, daß sie die Legende von
den Maya übernommen hatten.

Grüße,
Eyspfeil

Azteken und ihr Sonnenheros

mica, Dienstag, 24.11.2009, 21:44 vor 6016 Tagen @ Eyspfeil (3320 Aufrufe)

Was mich jedoch echt überrascht, in den
Wikibooks:
Den Azteken nach geht unser jetziges "Fünftes Zeitalter" nicht
in einer Katastrophe unter, wie die vier vorherigen:

"Die Azteken hatten viele Sagen, die die Erschaffung der Welt
beschrieben. Eine davon sagte, dass es vier Zeitalter gäbe, die immer mit
einem schlimmen Unglück enden würden. Unser Zeitalter - Nahui-Ollin, das
fünfte Zeitalter oder die fünfte Erschaffung der Welt, entging der
Zerstörung
, weil sich der kleinste und bescheidenste ihrer Götter,
Nanahuatl ("voller Schmerzen"), opferte und sich in die Sonne
verwandelte."


Hallo Eyspfeil,

... ist das nun christlich eingefärbt, oder - wie soviele Mythen weltweit mit demselben Sonnen-Heroen im Mittelpunkt stehend?
Würd mich sehr interessieren!

LG
mica

Beschreibung im Codex Borgia

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Mittwoch, 25.11.2009, 00:48 vor 6015 Tagen @ mica (3311 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Mittwoch, 25.11.2009, 00:59

Hallo Mica!

Nein, ist alles echt (jedenfalls sieht es für mich so aus)
und steht im "Codex Borgia", also die
Mythologie dieses Gottes, der aus dem Feuer entstand.
Kann man von Jesus wohl nicht behaupten, oder?
Jesus opferte sich auch nicht für die Sonne, sondern
für unsere Niederungen hier, dem Glauben nach.

Höchstens, die Mythologie meinte ganz
unterbewußt-verschwommen, frei nach C.G. Jung
vielleicht doch Jesus: Buddha sagte angeblich
auch voraus, daß noch ein größerer Prophet
nach ihm selbst aufträte.

Die Beschreibung des Gottes Nanauatl fand ich leider nur im
Niederländischen Wiki.

Mfg,
Eyspfeil

Hat mich jetzt spontan an Kaiser Konstantin erinnert

Georg, Mittwoch, 25.11.2009, 16:53 vor 6015 Tagen @ Eyspfeil (3373 Aufrufe)

Hallo Mica!

Nein, ist alles echt (jedenfalls sieht es für mich so aus)
und steht im "Codex Borgia", also die
Mythologie dieses Gottes, der aus dem Feuer entstand.
Kann man von Jesus wohl nicht behaupten, oder?
Jesus opferte sich auch nicht für die Sonne, sondern
für unsere Niederungen hier, dem Glauben nach.

Höchstens, die Mythologie meinte ganz
unterbewußt-verschwommen, frei nach C.G. Jung
vielleicht doch Jesus: Buddha sagte angeblich
auch voraus, daß noch ein größerer Prophet
nach ihm selbst aufträte.

Die Beschreibung des Gottes Nanauatl fand ich leider nur im
Niederländischen Wiki.

Mfg,
Eyspfeil

Hallo beisammen,


Das hat mich jetzt spontan an Kaiser Konstantin erinnert.


Dieser hat zwar das Christentum z. B.: durch das von ihm gesteuerte
im Konzil von Nizäa stark beeinflusst,
er selbst konnte sich aber zeitlebens nicht so recht entscheiden
er, wie seine Mutter Helena Christ sein oder die Sonne
verehren sollte.
(Weshalb übrigens der Sonntag zum chrislichen Feiertag geworden ist.)


Bestimmte Ähnlichkeiten zwischen verschiedensten Religionen sind nichts
neues oder ungewöhnliches.
(In Nizäa glaub ich, oder irgendwo in der Gegend soll immer schon
eine bedeutende Muttergottheit verehrt worden sein,
vielleicht ein Grund, warum die Maria beim dortigen Konzil
dann dort auch befördert worden sein soll?)

Da möchte man gleich wieder an uralte gemeinsame Wurzeln denken.


mfG Georg

Ephesos

Georg, Donnerstag, 26.11.2009, 03:05 vor 6014 Tagen @ Georg (3226 Aufrufe)

Die Muttergottheit und das Konzil befanden sich
natürlich in Ephesos


mfG Georg

Eine Mutter braucht man immer

Jayef, Freitag, 27.11.2009, 12:37 vor 6013 Tagen @ Georg (3209 Aufrufe)

Hallo Georg,

Bestimmte Ähnlichkeiten zwischen verschiedensten Religionen sind nichts
neues oder ungewöhnliches.
(In Nizäa glaub ich, oder irgendwo in der Gegend soll immer schon
eine bedeutende Muttergottheit verehrt worden sein,
vielleicht ein Grund, warum die Maria beim dortigen Konzil
dann dort auch befördert worden sein soll?)

Da möchte man gleich wieder an uralte gemeinsame Wurzeln denken.


mfG Georg

Ich erinnere mich lange Zeit her irgendwo gelesen zu haben dass man Texte aus der oben beschriebene Zeit gefunden hat, wo gewarnt wurde dass man schnellstens irgendeine Frauenfigur einfuehren musste, sonst wurde das Christentum nicht akzeptiert. Das galt glaube ich besonders fuer das "franzoesische" Teil des damaligen christlichen "Reiches".

mfG,
Jayef

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